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Sturmtief Christian: Wer zahlt die Schäden?

Foto: fotolia.com

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In den vergangenen Tagen erreichten uns Horrorbilder aus dem Norden der Bundesrepublik über die Medien. Das Tief, das Meteorologen lapidar „Christian“ tauften, brachte die heftigsten Stürme seit 14 Jahren nach Deutschland. Die Nordfriesen sind Sturm gewohnt, doch was da über die Küstenregionen fegte, bereitete sogar den wetterresistenten Nordlichtern Angst. Auf der

Ferieninsel Sylt wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 157 km/h gemessen.

Das Unwetter machte sogar vor dem Landesinneren nicht halt. Es forderte in Nord- und Westdeutschland insgesamt sieben Todesopfer, abgesehen von den enormen wirtschaftlichen Schäden. Bahn- und Flugbetrieb kamen in weiten Regionen zum Erliegen, die Stadt Hamburg rief am Montag sogar den Ausnahmezustand aus.

Was bezahlen die Versicherungen?

Das Unwetter hinterließ demolierte Autos, abgedeckte Dächer, quer im Garten liegende Bäume. Nach ersten Schätzungen ist von Millionenschäden die Rede. Schäden im Haus übernimmt die Hausratversicherung. Zu den abgedeckten Schadensfällen zählen aber auch am Haus außen montierte Dinge, wie zum Beispiel Satellitenschüsseln. Für Schäden im Garten tritt im Regelfall die Wohngebäudeversicherung ein.

Für Schäden am Auto durch beispielsweise herumfliegende Dachziegel übernimmt die Schäden die Kaskoversicherung. Nicht haftbar gemacht werden kann der Hausbesitzer, vor dessen Gebäude man geparkt hat.

Im Falle von Bahnverspätungen treten die üblichen Erstattungsrichtlinien der Deutschen Bundesbahn in Kraft, obwohl es sich bei Sturm um „Höhere Gewalt“ handelt.

Föhn, wo Föhn hingehört

In den letzten Tagen trat ein Phänomen im Südwesten Deutschlands auf, das da eigentlich nicht hingehört: der Föhn. Der Fallwind ist in den Alpen zu finden, da er, wie der Name schon sagt, ein Gefälle braucht, um überhaupt entstehen zu können. Bekannt für warmen, nicht sehr starken Wind ist München, das ja direkt im Norden des Alpenhauptkammes liegt. Ärgerlich ist diese Wetterlage für „wetterempfindliche“ Menschen, da der Föhn bei diesen häufig Kopfschmerzen hervorruft.

Wie entsteht Föhn?

Dieser trockene Wind entsteht, wenn im Süden der Alpen, zum Beispiel in Italien, warme und feuchte Luft an die Berge herangeweht wird, diese beim „Aufstieg“ abkühlt und gleichzeitig durch Regen oder Schnee Feuchtigkeit verliert. Hat der Wind die Alpen überwunden, stürzt die inzwischen trockene Luft nach unten und erwärmt sich dabei sehr rasch, weil ihr eben die Feuchtigkeit fehlt. Pro 100 Meter Höhenunterschied erwärmt sie sich um etwa ein Grad Celsius. Wenn so eine Situation eintritt, kann es im Winter im Voralpenland schlagartig zu frühlingshaften Temperaturen kommen.

Wie entsteht Föhn abseits der Alpen?

Typische Föhnwolken in Oberbayern. Foto: pixabay

Typische Föhnwolken in Oberbayern. Foto: pixabay

Föhn kann auch in den Mittelgebirgen, zum Beispiel im Schwarzwald oder im Harz, entstehen. Dort wird er allerdings nicht so wahr genommen, weil er schwächer ist. Dabei kann die warme Luftmasse aufgrund von Nebel- oder Hochnebelbildung nicht bis in die tiefen Lagen vordringen. Die warme Luft drückt die kältere Luft von Mittelhöhen in noch tiefere Regionen und in der Hügellandschaft vor den Mittelgebirgen wird die Luft dann wärmer und es herrscht auch hier Föhn. Die Föhnwinde sind hier nicht so stark, weil die Topographie flacher ist als im Alpenvorland.

Polarverschiebung: ESA startet Beobachtungssatelliten

Spacig: Das Kontrollzentrum in Darmstadt. Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Spacig: Das Kontrollzentrum in Darmstadt. Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Die Erde befindet sich gerade im Umbruch, das ist klar. Die Meinungen, was da gerade geschieht, gehen allerdings weit auseinander. Findet ein Klimawandel statt oder nicht? Wenn ja, wie sieht der aus und was hat er für Folgen für die Menschheit sowie Fauna und Flora auf der Erde? Am besten kann man den Planeten von außerhalb beobachten. Die Weltraumorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Erdball im Auge zu behalten,damit man auf Veränderungen und eventuelle Gefahren frühzeitig reagieren kann.

In Europa arbeitet die „European Space Agency“ (ESA) mit Verwaltungssitz in Paris und operativem Zentrum im hessischen Darmstadt. Von dort werden im ESOC („European Space Operations Centre“, dt. Europäisches Raumfahrtsoperationszentrum) alle Satelliten kontrolliert und gesteuert. Gestartet werden die Trägerraketen in Kourou in Französisch-Guayana oder in im nordrussischen Plesetsk. Da die Satelliten in eine bestimmte Umlaufbahn müssen, ist es nicht möglich, diese von Mitteleuropa aus ins All zu transportieren. Um sie an die optimale Stelle in der Erdumlaufbahn zu bringen, ist entweder ein Start möglichst nah am Äquator oder in Nordpolnähe nötig.

Unter anderem zählen die Entwicklung des Ozonlochs und die Schwindung des Regenwaldes sowie die Beobachtung von menschengemachten Ölfeldern in den Ozeanen zu den Aufgaben der ESA. „Wir können allerdings die Daten über die Klimaveränderung den Entscheidungsträgern und Politikern nur zur Verfügung stellen.“, so ESA-Flugleiter Dr. Frank-Jürgen Diekmann. Was die daraus machen, läge in deren Hand.

„Swarm“ soll Magnetfeld erforschen

Am 22. November startet in Plesetsk eine Trägerrakete mit drei baugleichen Satelliten ins All. Die Mission trägt den bezeichnenden Namen „Swarm“ (dt. Schwarm) und hat die Aufgabe, die Magnetfelder der Erde zu beobachten. Hintergrund ist, dass Wissenschaftler eine Verschiebung der Magnetfelder und somit eine polare Verschiebung vermuten. Nach dem würde irgendwann der Nordpol an der Stelle des Südpols sein und umgekehrt. „Wir wissen noch nichts Konkretes, aber wir wissen, dass da etwas passiert. Deshalb starten wir diese Mission“, Diekmann, Herr über das 200 Millionen Euro-Projekt.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2005 ergab, ist eine Verschiebung längst überfällig, denn alle 300.000 bis 500.000 Jahre kommt es zu diesem Phänomen. Und jetzt sei es irgendwann wieder so weit, weiß der Flugleiter. So etwas ginge aber nicht von heute auf morgen, der Vorgang würde ein paar tausend Jahre dauern, so Diekmann weiter. Eine Kompassnadel würde dann nicht mehr nach Norden, sondern zum geographischen Süden zeigen. Wie lange eine solche Polumkehrung dauern würde und welche Folgen dies für das Leben auf der Erde haben könnte, ist noch unklar.

„Man muss sich das so vorstellen: Wissenschaftler arbeiten oft am Rande des Bekannten, deshalb kann man nie sagen, wie es ausgeht.“, weiß Diekmann, der die Flugleitung  für den Swarm-Routinebetrieb inne hat.

Neben einer Erforschung der Quellen und der Veränderlichkeit des Magnetfeldes möchten die Forscher auch herausfinden, ob das Magnetfeld in Wechselwirkung mit unserer Atmosphäre tritt und somit einen Einfluss auf unser Klima haben könnte. Wie sich das genau verhält, gilt es mit dem „Swarm“-Programm unter anderem herauszufinden.

Seit 2004 arbeitet die ESA an der Mission. Gebaut wurden die Satelliten in Friedrichshafen am Bodensee. Die unscheinbaren Würfel weisen eine Seitenlänge von etwa fünf Metern auf. Die Sonnensegel, die zur Stromversorgung dienen, sind auf der Oberfläche der Satelliten angebracht. Vor dem Start wurden im ESOC in Darmstadt alle möglichen Szenarien immer und immer wieder durchgespielt. Der Start der Trägerrakete wird direkt von Plesetsk aus kontrolliert. Sobald die Satelliten die Erdumlaufbahn erreicht haben, werden sie an die Hessen übergeben, die sie dann die nächsten Jahre steuern und die gelieferten Daten sammeln und auswerten werden. „Da darf nichts schief gehen, es hängen einfach zu viel Geld und zu viele Arbeitsplätze dran“, ist sich Dr. Diekmann der Verantwortung bewusst.

Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Kann man das Wetter beeinflussen?

Den Wunsch, das Wetter zu manipulieren, gibt es wohl schon sein Menschengedenken. Aber ist es wirklich möglich, Regenwolken zu vertreiben oder die Temperatur zu erhöhen oder zu senken? Der landläufige und teils resignierende Meinung „Das Wetter macht sowieso, was es will“, hat nach wie vor seine Gültigkeit und das ist auch gut so.

Es werden allerdings seit etwa hundert Jahren laufend Versuche unternommen, dem Wetter doch ein Schnippchen zu schlagen. Das Wetter entsteht durch das Zusammenspiel vieler Prozesse, die wissenschaftlich als „chaotisches System“ bezeichnet werden. Gemeint ist damit, dass das Wetter durch geringste Einflüsse sein ursprünglich „geplantes Vorhaben“ sehr rasch ändern kann. So kann zum Beispiel der Flügelschlag eines Schmetterlings bestimmen, ob ein Sturm aufkommt oder nicht. Dabei geht es allerdings nicht darum, dass der Flügelschlag direkt Wind auslöst, sondern dass das sehr sensible System durch eine kleine Störung „außer Kontrolle“ geraten kann. Ebenso kann das Ausbleiben des Flügelschlags ein Unwetter nach sich ziehen.

Der Mensch versuchte, diese Beobachtungen zu nutzen. Wie vieles fingen ernst zu nehmende Versuche im

Mithilfe von Hagelfliegern werden Hagelwolken schon vor dem „großen Knall“ entleert. Foto: Christian Jansky

Mithilfe von Hagelfliegern werden Hagelwolken schon vor dem „großen Knall“ entleert. Foto: Christian Jansky

Zweiten Weltkrieg an, um sich das Wetter für Feldzüge „zu richten“ und den Feind mit Unwettern zu überraschen. Heute sind Eingriffe solcher Art in den meisten Ländern gesetzlich verboten. In Russland beispielsweise wird am 9. Mai, dem Nationalfeiertag, in das Wetter eingegriffen, um die Flugshows nicht zu gefährden. Dort wird die einzige heute noch im großen Stil durchgeführte Methode angewandt. Regenwolken werden mit Chemikalien, wie etwa Silberiodid, besprüht, um so Regenschauer auszulösen. Die Wolken werden quasi vor der Veranstaltung „entleert“. Die Chemikalien wirken dabei als Kondensationskeime, die das Bilden schwerer Regentropfen begünstigen.

In der Landwirtschaft wird von den sogenannten Hagelfliegern mit der gleichen Methode schwerem Hagelniederschlag Einhalt geboten. Durch das Besprühen der Hagelwolke mit Chemie wird das Bilden von kleinen Hagelkörnern vorangetrieben. So haben die Wassertropfen in den Wolken keine Chance, zu großen Tropfen zu mutieren.

 

Wetterforscher hoffen auf Supercomputer

Er wiegt 70 Tonnen, hat eine Speicherkapazität von 30.000 Laptops und steht am anderen Ende der Welt. Der neue Wettersupercomputer, den australische Forscher entwickelt haben, um die Entwicklung des Wetters und vor allem die des Klimas besser einschätzen zu können.

Das Megagerät, das Wissenschaftler der Universität Canberra seit diesem Jahr zur Verfügung steht, hat eine extrem hohe Leistungsfähigkeit und kann so in kürzester Zeit unglaublich große Datenmengen verarbeiten.

„Wir haben in der Klimaforschung einen großen Geschwindigkeitsbedarf“, sagte Australiens Chefmeteorologe Rob Vertessy anlässlich der Inbetriebnahme des Computers. Es sei nicht leicht, an entsprechend schnelle Geräte, die wir für unsere Arbeit brauchen, zu kommen, Vertessy weiter. Der Computer hat sogar ein

Wetterwolken

en Namen. Er ist nach Raijin, dem japanischen Gott für Blitze und Donner, benannt. Auf dem weltweiten Rang der leistungsfähigsten Rechner steht er auf Platz 27.

Das Bedürfnis, das Wetter vorherzusagen, ist so alt wie die Menschheit. Erste regelmäßige Aufzeichnungen gehen schon auf die alten Ägypter zurück. Im Laufe der Geschichte hat man aus den Beobachtungen Schlüsse gezogen und sich wiederkehrende Regeln, wie zum Beispiel Bauernregeln oder Lostage, zurecht gelegt. Um 1900 entstanden die ersten nationalen Wetterdienste. Die computergestützte Wetterforschung begann in den 1950er Jahren, als es technisch möglich wurde, mathematische Rechenmodelle und Daten, die von Satelliten gespeist werden, zu speichern.

Was uns die Wolken übers Wetter verraten

Cumulus

Foto: pixabay

Jeder ist fasziniert von interessanten, teils schönen, teils bedrohlichen Wolkenformationen. Romantische Menschen sehen sogar Tiere, Landkarten oder Gesichter in den Himmelsbildern. Aber Wolken sind vor allem lebensnotwendig, sie regeln den globalen Wasserhaushalt. Sie sind der Wasserspeicher der Erde und nehmen verdunstetes Wasser aus Flüssen, Seen und Ozeanen auf, tragen es weiter und versorgen so durch Regen die Erde erneut mit Wasser, ein ständiger Kreislauf. Mehr als 50 Prozent der Erde sind ständig mit Wolken bedeckt. Doch die Wasservorratskammern können noch mehr. Sie verraten uns, wie das Wetter demnächst wird.

 

 

Zirrus- oder Federwolken
Wie der Name schon sagt, erinnert diese Wolkenform an leichte Federn. Sie ziehen sich sanft über den Himmel. Sie kündigen eine Warmfront, oft mit Regen, an. In föhngeplagten Gebieten, wie Oberbayern, kündigen sie auch diesen an.

Zirrukumuli
Das sind dünne, kleine Eiskristallwolken. Ihnen folgt meist ein heftiges Gewitter.

Zirrustratus- oder Schleierwolken
Sie bestehen ebenfalls aus Eiskristallen. Auch hier ist der Name Programm, da sie wie lang gezogene, transparente Schleier aussehen. Sie ziehen sich optisch über den ganzen Himmel. Innerhalb von 36 Stunden ist mit Regen zu rechnen.

Nimbostratus
So nennt man die grauen Schnee- und Regenwolken, die meist den gesamten Horizont einnehmen. Hier handelt es sich um das typische Grau-in-grau-Wetter. Sie bestehen aus Regentropfen, die auch zeitnah ausbrechen und uns schlechtes Wetter bescheren

Altokumuli
Als Altokumuli bezeichnet man mittelhohe Wolken, deren Farbe weiß oder grau erscheint. Die wellenförmigen Wolken bestehen aus Wassertröpfchen und sagen meist beständiges Wetter voraus.

Altusstratoswolken
Hier handelt es sich um typische Niederschlagswolken, die meist die Sonne verdecken. Sie kündigen Regen- oder Schneefall an und können sich bis zu mehreren Hundert Kilometern ausdehnen.

Stratokumuli
Als graue, oft auch weiße Haufenschichtwolken präsentiert sie diese Form. Sie besteht aus Regentröpfchen oder Schneekristallen. Im Winter kann man dabei von Wetterbesserung ausgehen.

Kumuluswolken
Diese Wolkenform ist eine der bekanntesten. Es handelt sich dabei um kuppelförmige, hohe Gebilde, die aufgrund der Sonneneinstrahlung auf der Oberseite weiß leuchten. Die Unterseite ist hingegen meist dunkel. Die Kumuluswolken entstehen um die Mittagszeit. Wenn sie sich bis abends auflösen, kann man mit schönem Wetter rechnen, sollten sie am Abend noch sichtbar sein, wird’s schlecht.

Kumulonimben
Als Kumulonimben bezeichnet man die klassischen Gewitterwolken. Entsprechend fällt auch das Wetter aus.

Beginnt in drei Monaten die nächste Eiszeit?

Erdgeschichtlich gesehen endete die letzte Kältewelle im 19. Jahrhundert. Die sogenannte „Kleine Eiszeit“ begann im 15. Jahrhundert und ging hinein bis ins vorletzte Jahrhundert. Diese paar hundert Jahre waren geprägt von langen, harten Wintern.

Russische Forscher sind sich entgegen der Klimaerwärmungs-Theorien sicher, dass mit kommenden Wintern, welche laut den Wissenschaftlern europaweit sehr kalt werden sollen, eine nächste Eiszeit beginnt. Die Sonne werde in den nächsten Jahren weniger Aktivität an den Tag legen und somit eine schwächere Einstrahlung auf die Erde haben, was kältere Temperaturen zur Folge hätte, weiß Chabibullo Abdussamatow, Leiter des Labors für Raumforschung in St. Petersburg. Das sei dann eine kleine Eiszeit, wie sie bis Ende des 19. Jahrhunderts stattfand.

Bild: 1Zoom.net

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Laut dem Russen habe die Erde bereits seit 1990 ein negatives Energiesaldo. Das heißt, dass bisher die Weltmeere die fehlende Wärme durch gespeicherte Energie ausgeglichen hätten, diese wäre aber jetzt aufgebraucht. Ab 2014 soll laut dem Forscher die globale Temperatur anfangen zu sinken und bis etwa 2050 mit 1,5 Grad weniger Durchschnittstemperatur der Höhepunkt dieser Kältewelle erreicht sein. Dies mag wenig klingen, hätte aber auf Fauna und Flora sehr wohl Auswirkungen. „Ab 2015 werde der Temperaturabfall immer schneller vorangehen“, erklärt Abdussamatow. Dieser Temperaturabfall reiche auch aus, um neue Gletscher entstehen zu lassen.

Alles halb so schlimm?

Der Leiter des Zentrums für Russland-Forschung Andrej Fursow lenkt indessen ein und warnt vor einer Überbewertung der Theorien seines Landmanns. Er vertritt nach wie vor die These der globalen Erwärmung. Wobei Fursow der Meinung ist, dass das Wegschmelzen der Pole, das ja offensichtlich stattfindet, nicht so sehr mit dem Ozonloch zu tun habe, sondern mit gewaltigen Vorgängen im Erdinneren.

Hagel: Kalte Gefahr aus den Wolken

HagelHagel ist eines der Wetterextreme, die gerade Landwirte nur beim Gedanken daran das Blut in den Adern frieren lassen. Hagelkörner, hart wie Beton, können in Minuten, nicht nur Autos und Dächer, sondern auch ganze Pflanzenkulturen zerstören. Studien zufolge hat sich die Hagelhäufigkeit in Europa in den letzten 30 Jahren um ein vielfaches gesteigert. Die gefürchteten Eisklumpen, die in jeder Größe auftreten können, gibt der Himmel vor allem in den warmen Jahreszeiten frei.

Was ist Hagel?

Hagel geht meist mit Gewittern einher und entsteht in den unteren Schichten der Gewitterwolken. Unterkühltes Wasser gefriert an sogenannten Kristallisationskernen zu Eis. Wetter mit starkem Aufwind unterstützt die Hagelbildung, die die Körner in den Wolken eine gewisse Zeit zum Gefrieren brauchen und die Wasserpartikel ohne „Stütze“ von unten durch die Schwerkraft frühzeitig die Wolken verlassen würden.

Hagelzentrum Europa

Da Hagel vor allem in den mittleren Breiten der Erde auftritt, ist neben beispielsweise den USA auch Süd- und Mitteleuropa stark von Unwettern dieser Art betroffen. Durchschnittlich verzeichnet Deutschland 120 bis 130 Hageltage im Jahr. Seit 1990 haben die Eiskörner Schäden in Höhe von 99 Millionen Euro in der Bundesrepublik hinterlassen.

Das Vorhersagen von Hagel ist nicht einfach aber möglich. Radarmessungen können stundengenaue Bilder über die Bildung der Gewitterzellen liefern und Unwetterwarnungen generieren. Auf den Bildern sieht man starke und schwache Radarsignale, welche die Form und Größe des zu erwartenden Niederschlags festhalten. Starke Signale kündigen Graupel, der kleineren Form von Hagel, oder eben Hagel an.

Gefährliche Vielfalt

Von Hagel spricht man ab einer Körnergröße von mindestens 5 mm. Das ist aber noch die harmlose Variante. 1984 wurde Bayern von Unwettern heimgesucht, bei denen tennisballgroße Eiskörner mit 140 km/h auf die Erde stürzten. Der „Größen-Weltrekord“ liegt noch gar nicht so lange zurück. 2003 streifte in der Stadt Aurora im US-Bundesstaat Nebraska ein Hagelkorn mit 17,8 cm Durchmesser und einem Umfang von 47,6 cm die Dachrinne eines Hauses.

Laut Experten könnte die Häufigkeit von Hagelunwettern in Deutschland bis zum Jahr 2070 um bis zu 50 Prozent zunehmen.

 

Smarte Wettervorhersagen

Vector smartphone iconMan wird immer mobiler, ist immer erreichbar und hat ein Smartphone. Zumindest jeder dritte Handynutzer hat eins. Für diese Allround-Internethandys gibt es seit einigen Jahren sogenannte Apps, das sind kleine Hilfsprogramme, über die man sich Informationen über alle möglichen Themen direkt aufs Telefon laden kann. So kann man sich auch eine der meist gestellten Fragen beantworten: Wie wird das Wetter? Angeboten werden die Wetter-Apps von Wetter-Websites sowie von anderen Internetdiensten. Die mehr oder weniger praktischen Programmchen sind meist kostenlos, und wenn man dafür etwas berappen muss, dann nur zwischen 1 und 5 Euro.

Wir stellen fünf kostenlose Wetter-Apps vor:

wetter.com

Die App von wetter.com umfasst zahlreiche Widgets (Steuerelemente). Neben Datum und Uhrzeit sind über die Screentasten auch ein- 7 Tage-Vorhersage, das Tageswetter und ein Regenradar abrufbar.
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wetter.info

Die Seite wird von der Deutschen Telekom betrieben und bietet für Smartphoner natürlich auch eine entsprechende App an. Sie erfüllt ihren Zweck, liegt aber in der Handhabung hinter der wetter.com-App. Um an alle Infos zu kommen, muss man sich umständlich durchs Menü klicken, da keine Widgets für den direkten Zugriff vorhanden sind.
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wetter.de

Die RTL-App überzeugt durch schnelle Ladezeiten. Sie besitzt Widgets, über die man zum Beispiel zum – Tage-Wetter gelangt. Beliebige Orte kann man als Favoriten speichern, um nicht ständig die persönlich interessanten Gegenden suchen muss.
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Yahoo!-Wetter-App

Die App des Suchmaschinendienstes Yahoo! ist sowohl für Smartphones als auch Tablet-PCs optimiert. Das Programm beinhaltet neben einer 5-Tage-Vorhersage für den aktuellen Standort auch Unwetterwarnungen. Auch ein Widget, das man auf der Startseite des Telefons platzieren kann, gibt es. So muss man das Wetter-App nicht immer in der Apps-Liste suchen.
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AccuWeather

Diese App ist ebenfalls für Smartphones und Tablets optimiert. Den aktuellen Standort kann man ebenfalls anzeigen lassen. Das funktioniert allerdings, im Gegensatz zu der Yahoo-App!, nur, wenn GPS aktiviert ist. Die AccuWeather-App besticht durch ihre Übersichtlichkeit.

Nachteil beim Download: Die Website www.accuweather.com ist zwar auf Deutsch verfügbar, die Downloadseite allerdings nur auf Englisch.
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Klimawandel: Tierische Einwanderer in Deutschland

Marderhund

Aufgrund der wärmeren Temperaturen gibt es inzwischen an die 100.000 asiatischen Marderhunde in deutschen Wälder.

Schon mal etwas vom Burunduk oder vom Rotnackenwallaby gehört? Wenn nicht, ist es kein Wunder. Gab es die Tiere bis vor geraumer Zeit in Deutschland noch gar nicht. Inzwischen breiten sich Zuwanderer aus fernen Regionen in Mitteleuropa aus. Grund ist die Klimaerwärmung. War es diesen Tieren in unseren Breitengraden bisher zu kalt, fühlen sie sich jetzt ganz wohl. Sie kommen einerseits als „blinde Passagiere“ mit Lebensmitteltransporten nach Deutschland, andererseits breiteten sich aus der Gefangenschaft entlaufene Tiere aus und haben durch das warme Klima einfach mehr Chancen zu überleben. Allerdings sind die animalischen Einwanderer nicht immer gerne gesehen. Oft verdrängen sie heimische Arten.

Das Bunduruk beispielsweise ist ein kleines Hörnchen mit asiatischer Herkunft, das sich in einigen Gebieten der Bundesrepublik breitgemacht hat. Das Rotnackenwallaby ist ein, man glaubt es kaum, in deutscher Wildbahn lebendes Känguru. Sie sind vor einigen Jahren einem Züchter in Mecklenburg-Vorpommern entlaufen und kommen in den heimischen Wäldern offensichtlich ganz gut zurecht. Auch nicht ganz so putzige Tiere sind unterwegs. Die asiatische Wanderratte ist mittlerweile die häufigste Rattenart in Deutschland. Auch etwa das nordamerikanische Streifenhörnchen und der Marderhund haben es sich zwischenzeitlich in Mitteleuropa bequem gemacht. Optisch eine Mischung aus Marder und Hund, zählt der asiatische Migrant zu den Hunden. Langezeit war man sich nicht sicher, ob es ein Wildhund, ein Marder oder gar ein Bär ist. 100.000 soll es in Deutschland inzwischen davon geben.

Krankheitsüberträger. Die Malariamücke ist immer noch für Afrika-Urlauber gefährlich. Forscher warnen aber davor, dass sie aufgrund des wärmeren Klimas bald nach Deutschland kommen könnte. Dies würde sie dann wahrscheinlich im Gepäck zurückkehrender Reisender oder auf Frachtschiffen tun. Andere Überträger von Krankheiten sind allerdings schon angekommen, so zum Beispiel die Auwaldzecke, die aus Südosteuropa einwanderte. Insektenexperten warnen aber vor Panikmache, da zwar bereits vereinzelt Fälle von Stichen exotischer Insekten in Deutschland gemeldet wurden, aber sehr vereinzelt.

Vögel bleiben da. Auch die Zugvögel haben sich zum Teil bereits an das wärmere Klima gewöhnt und denken darüber nach, einfach auch im Winter da zu bleiben. Viele Vogelarten haben schon in den letzten vierzig Jahren ihren Heimzugzeitraum um etwa zwei Wochen vorverlegt. Das ergab eine Untersuchung auf Helgoland im Jahr 2002. Beobachtet wurde dies unter anderem bei den Mehlschwalben und dem Hausrotschwanz, dessen frühere Brutzeit ebenfalls belegt ist.

Neue Schädlinge. Ein wirtschaftliches Problem für Land- und Forstwirte stellen die neuen Schädlingsarten dar. Einerseits durchlaufen die heimischen Tiere, wie der Buchdrucker oder der Buchenprachtkäfer, durch eine längere warme Zeitspanne innerhalb des Jahreslaufs, mehrere Generationen. Bisher waren Bäume und Pflanzen nur von einer Generation innerhalb eines Jahres bedroht. Auch Läuse profitieren vom wärmeren Klima. Bei Pilzen wird befürchtet, dass sie über Abwehrkräfte entwickeln, die es ihnen ermöglichen über die immer kürzer werdenden Winter einfach in den Pflanzen zu bleiben.

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