
Aufgrund der wärmeren Temperaturen gibt es inzwischen an die 100.000 asiatischen Marderhunde in deutschen Wälder.
Schon mal etwas vom Burunduk oder vom Rotnackenwallaby gehört? Wenn nicht, ist es kein Wunder. Gab es die Tiere bis vor geraumer Zeit in Deutschland noch gar nicht. Inzwischen breiten sich Zuwanderer aus fernen Regionen in Mitteleuropa aus. Grund ist die Klimaerwärmung. War es diesen Tieren in unseren Breitengraden bisher zu kalt, fühlen sie sich jetzt ganz wohl. Sie kommen einerseits als „blinde Passagiere“ mit Lebensmitteltransporten nach Deutschland, andererseits breiteten sich aus der Gefangenschaft entlaufene Tiere aus und haben durch das warme Klima einfach mehr Chancen zu überleben. Allerdings sind die animalischen Einwanderer nicht immer gerne gesehen. Oft verdrängen sie heimische Arten.
Das Bunduruk beispielsweise ist ein kleines Hörnchen mit asiatischer Herkunft, das sich in einigen Gebieten der Bundesrepublik breitgemacht hat. Das Rotnackenwallaby ist ein, man glaubt es kaum, in deutscher Wildbahn lebendes Känguru. Sie sind vor einigen Jahren einem Züchter in Mecklenburg-Vorpommern entlaufen und kommen in den heimischen Wäldern offensichtlich ganz gut zurecht. Auch nicht ganz so putzige Tiere sind unterwegs. Die asiatische Wanderratte ist mittlerweile die häufigste Rattenart in Deutschland. Auch etwa das nordamerikanische Streifenhörnchen und der Marderhund haben es sich zwischenzeitlich in Mitteleuropa bequem gemacht. Optisch eine Mischung aus Marder und Hund, zählt der asiatische Migrant zu den Hunden. Langezeit war man sich nicht sicher, ob es ein Wildhund, ein Marder oder gar ein Bär ist. 100.000 soll es in Deutschland inzwischen davon geben.
Krankheitsüberträger. Die Malariamücke ist immer noch für Afrika-Urlauber gefährlich. Forscher warnen aber davor, dass sie aufgrund des wärmeren Klimas bald nach Deutschland kommen könnte. Dies würde sie dann wahrscheinlich im Gepäck zurückkehrender Reisender oder auf Frachtschiffen tun. Andere Überträger von Krankheiten sind allerdings schon angekommen, so zum Beispiel die Auwaldzecke, die aus Südosteuropa einwanderte. Insektenexperten warnen aber vor Panikmache, da zwar bereits vereinzelt Fälle von Stichen exotischer Insekten in Deutschland gemeldet wurden, aber sehr vereinzelt.
Vögel bleiben da. Auch die Zugvögel haben sich zum Teil bereits an das wärmere Klima gewöhnt und denken darüber nach, einfach auch im Winter da zu bleiben. Viele Vogelarten haben schon in den letzten vierzig Jahren ihren Heimzugzeitraum um etwa zwei Wochen vorverlegt. Das ergab eine Untersuchung auf Helgoland im Jahr 2002. Beobachtet wurde dies unter anderem bei den Mehlschwalben und dem Hausrotschwanz, dessen frühere Brutzeit ebenfalls belegt ist.
Neue Schädlinge. Ein wirtschaftliches Problem für Land- und Forstwirte stellen die neuen Schädlingsarten dar. Einerseits durchlaufen die heimischen Tiere, wie der Buchdrucker oder der Buchenprachtkäfer, durch eine längere warme Zeitspanne innerhalb des Jahreslaufs, mehrere Generationen. Bisher waren Bäume und Pflanzen nur von einer Generation innerhalb eines Jahres bedroht. Auch Läuse profitieren vom wärmeren Klima. Bei Pilzen wird befürchtet, dass sie über Abwehrkräfte entwickeln, die es ihnen ermöglichen über die immer kürzer werdenden Winter einfach in den Pflanzen zu bleiben.