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Wespen bleiben dieses Jahr weitgehend aus

Foto: AOK Medienservice

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Der viele Regen im Frühjahr sorgt für eine Wespenflaute, was aber nicht nur von Vorteil ist.

Der Spätsommer ist normalerweise die Zeit der Wespen. Doch dieses Jahr können sich Menschen, die Angst vor Wespen haben, oder allergisch auf das Gift der Insekten reagieren entspannt in den Gartenstuhl lehnen. Denn dieses Jahr ist kein Wespenjahr. Der Grund: Aufgrund der heftigen Regenfälle im Frühjahr sind viele Königinnen samt ihrer Brut ertrunken.

„Wespen-Königinnen verbringen ihre Winter in geschützten Hohlräumen unter Steinen, in Baumhöhlen oder in Holzstapeln“, sagt Manuel Pützstück, Wildbienenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Der starke Regen im Frühjahr war für die schwarz-gelben Insekten verheerend.“ Betroffene Wespenvölker brauchen Zeit, sich wieder vollends von den Unwettern zu erholen.

Wespen-Mangel hat nicht nur Vorteile

Der frühe Tod der Insekten hat aber keineswegs nur Vorteile. „Sie haben ihr schlechtes Image zu Unrecht, denn Wespen sind effektive Schädlingsbekämpfer. Sie verfüttern Fliegen, Blattläuse und Mücken, die sie als Nahrung für den Nachwuchs ins Wespennest bringen.“ Und: Wespen helfen sogar bei der Bestäubung der Blüten. Die Deutsche Wildtier-Stiftung ruft deshalb zur Toleranz gegenüber den Insekten auf. Ihr Lebensende naht ohnehin schon im Herbst.

Wie hält man Wespen fern?

Sollte sich trotzdem die eine oder andere Wespe in die Nähe verirren, heißt es Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollte man versuchen, das Insekt wegzupusten, denn das Kohlendioxid in der Atemluft macht die hungrigen Insekten erst recht aggressiv. Wenn sich eine Wespe dem Gartentisch nähert hilft es, Schokolade auf den Tisch zu stellen, denn Wespen hassen Schokolade. Vorsorglich kann man in einer anderen Ecke des Gartens eine Schüssel mit Lebensmitteln, die Wespen anlocken, aufstellen, zum Beispiel reife Bananen oder Weintrauben.

Was tun bei einem Wespenstich?

Laut AOK reagieren in Deutschland etwa 2,5 Millionen Menschen allergisch auf Wespenstiche. Bei Menschen, die keine Allergie auf Insektengifte haben, bleibt es normalerweise bei einer lokalen Reaktion. Die Einstiche röten sich, schwellen an und schmerzen. Dann genügt, die Stelle zu kühlen. Doch bei Allergikern breitet sich die allergische Reaktion über den ganzen Körper aus. Treten Schwellungen am Hals, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot auf, muss sofort der Notarzt verständigt werden. In schwerwiegenden Fällen kann sogar das Herz-Kreis-Laufsystem völlig zusammenbrechen.

Völlig zu unrecht ist übrigens die Angst vor Hornissen. Das Gift von Bienen ist zehnmal stärker als das der gefürchteten Insekten. Außerdem sind sie nicht so aggressiv wie Wespen.

In diesen Regionen besteht weiterhin Waldbrandgefahr

Foto: pixabay

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Durch die Hitze der vergangenen Tage besteht in einigen Regionen Deutschlands die höchste Gefahrenstufe. Die Warnungen verlagern sich regional in den kommenden Tagen.

Nach der kurzen aber intensiven Hitzeperiode vergangene Woche besteht in einigen Regionen noch immer hohe Waldbrandgefahr. Auch wenn sich die Temperaturen auf eine normale Höhe eingependelt haben, sind die Böden noch ausgetrocknet.

In Brandenburg ist die Waldbrandgefahr am Wochenende sogar noch gestiegen. Aktuelle Warnungen liegen für Havelland, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Potsdam-Mittelmark, Prignitz und Teltow-Fläming vor. Für den weiteren Verlauf der Woche hat der Deutsche Wetterdienst (DWD)  auch für Teile Sachsens eine Gefahrenwarnung rausgegeben.

Die Warnungen der vergangenen Tage für Nordbayern minimieren sich, während in einigen Regionen Baden-Württembergs und in Rheinland-Pfalz weiterhin die höchste Warnstufe besteht. Die höchste Stufe ändert sich am Freitag zur dritthöchsten. Diese gilt aber sehr großflächig in fast ganz Deutschland. Verschont bleibt der Norden.

Die Behörden warnen vor offenem Feuer in den Wäldern der betroffenen Gebiete. Abgesehen davon, dass man nie im Wald Zigarettenkippen wegschmeißen soll, ist das derzeit absolut gefährlich. Große Brände aus der Vergangenheit zeigen, dass ein kleiner Glimmbrand mehrere Hektar Wald vernichten kann. Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden sind Waldtiere und auch Menschen gefährdet.

Temperatur und mehr mit eigener Wetterstation

Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle für die Waldbrandgefahr. Diese und noch viel mehr Daten kann man mit der vom Agrar-Profi gruuna entwickelten Wetterstation für den eigenen Betrieb messen. Die persönliche Wetterstation misst im direkten Umfeld und informiert in Echtzeit über die Messwerte zu Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und mehr. Mittels der dazugehörigen kostenlosen App (für Android und iOS) und der Website können Sie von überall auf die Daten zugreifen. Mehr Informationen finden Sie dazu auf gruuna.com.

Auf der Warnkarte des DWD kann man die aktuellen Entwicklungen beobachten.

Katastrophale Ernte durch nasskaltes Wetter

Foto: Claas (Symbolbild)

Foto: Claas (Symbolbild)

Durch die Frühjahrswitterung und die Unwetter liegt die diesjährige Getreide- und Rapsernte weit hinter dem Vorjahresertrag. Pfälzer Gemüsebauern müssen einen Totalverlust verzeichnen.

Die Getreideernte fällt in diesem Jahr quer durch die Bundesrepublik enttäuschend aus und bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Die Ernte ist zwar noch nicht abgeschlossen, der Bauernverband geht aber von 43,5 Millionen Tonnen aus. Damit liegt der diesjährige Ertrag um 5,3 Millionen Tonnen (- 11 %) unter dem Vorjahresergebnis. Nicht besser sieht es bei der Rapsernte aus. Sie fällt mit 4,5 Millionen Tonnen deutlich niedriger als im vergangenen Jahr aus.

Schuld an den schlechten Erträgen ist das kühle und nasse Frühjahr. Eine solche Witterung verheißt zwar in der Regel eine gute Ernte, gerade im Westen Deutschlands standen aber die Feldbestände in übersättigten und damit kalten Böden. Zudem fehlte durch die ständigen Niederschläge und die Unwetterereignisse die für die Ertragsbildung wichtige Sonneneinstrahlung. Im Nordosten haben dagegen die Folgen von Auswinterungsschäden und eine sich anschließende Trockenheit für massive Ertragsminderungen von bis zu 30 Prozent bei den wichtigen Winterkulturen Weizen, Gerste und Raps geführt.

Auch Kartoffeln, Obst und Gemüse betroffen
Die sonnenarme und unbeständige Witterung hat auch die Kartoffel-, Obst- und Gemüseernte in vielen Regionen Deutschlands deutlich beeinflusst. Zwar gab es in der Blühphase der Obstbäume kaum Schäden durch Spätfrost, doch begann das Wachstum infolge der kühlen Witterung im Frühjahr in der Regel zwei Wochen verspätet. Hagelschäden sind zwar stärker als 2015, aber im langjährigen Vergleich immer noch unterdurchschnittlich. Regionale Wetterextreme mit hohen und ungleichmäßig verteilten Niederschlägen, Starkregen bis hin zu Überschwemmungen beeinflussten Wachstum und Reifung etlicher Kulturen besonders im Mai und Juni. In der Vorderpfalz waren 800 Hektar Gemüsebau über einen längeren Zeitraum überschwemmt, was für die Betriebe einen Totalverlust der dort angebauten Kulturen bedeutet, von Salat bis Blumenkohl.

Müssen wir uns an diese Witterung gewöhnen?
Experten prognostizieren, das Unwetter wie die, die im Juni in Niederbayern und Teilen Baden-Württembergs große Schäden angerichtet haben, in den nächsten Jahren mehr werden. Auswertungen von Niederschlagsdaten über mehrere Jahre sowie aktuelle Klimaprognosen zeigten, dass es immer häufiger heftig regne, sagte Nicole Müller vom Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen zur „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. In den vergangenen 50 bis 60 Jahren seien Starkregen-Ereignisse mehr geworden, so Müller weiter. Es sei zu erwarten, dass sich der Trend fortsetze.

Absicherung gegen Ernteverluste
Die gvf VersicherungsMakler AG hat sich unter anderem auf die Schadensregulierung von Ernteausfällen spezialisiert. Mit „Die Wetterversicherung” hat das Chemnitzer Unternehmen eine Ertragsversicherung geschaffen, die betriebsindividuell die für die jeweiligen Feldfrüchte riskanten Ausprägungen von Temperatur und Niederschlag versichert. Sie „glättet“ durch finanzielle Entschädigung bei Ernteertragsverlusten die Einnahmesituation des Unternehmens. Das Jahresergebnis bleibt somit kalkulierbar.

Masterplan zur Schadensbegrenzung bei Starkregen

Foto: GDV (Symbolbild)

Foto: GDV (Symbolbild)

Baden-Württemberg präsentiert Leitfaden für seine Städte und Gemeinden.

Das Land Baden-Württemberg hat einen Leitfaden zum Starkregenrisikomanagement für Städte und Gemeinden vorgestellt, quasi einen Masterplan, für den Fall des Falles. Erstellt wurde der Leitfaden von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg.

Auf 83 Seiten stellt das Land den Kommunen ein einheitliches Verfahren zur Verfügung, um vom Starkregen ausgehende Gefahren und Risiken analysieren und so kommunale Starkregenkarten erstellen zu können. Auf dieser Grundlage können die Städte und Gemeinden Maßnahmen erarbeiten, die mögliche Schäden im Ernstfall vermeiden oder zumindest spürbar verringern.

Vor allem geht es um den Abfluss aus Flüssen und Bächen. In Starkregengefahrenkarten sind für Abflussszenarien die maximalen Überflutungsausdehnungen, Überflutungstiefen und Fließgeschwindigkeiten dargestellt. Anschließend kann die Risikoanalyse für die gefährdeten Objekte durchgeführt werden.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller hob bei der Präsentation vergangene Woche die Brisanz des Projektes hervor: „Die katastrophalen Bilder der vergangenen Monate aus Braunsbach und anderswo haben uns gezeigt: Unwetterartige Regengüsse können überall im Land und auch abseits von größeren Flüssen zu dramatischen Überschwemmungen führen“.

Der Leitfaden kann auf der Internetseite des LUBW als PDF geladen werden.

Effektive Methode gegen Kirschessigfliege

Foto: pixabay

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Aufgrund der Witterung befürchten Obstbauern und Winzer dieses Jahr wieder Ernteausfälle durch die Kirschessigfliege. Forscher haben ein System entwickelt, mit dem man künftig den Schädlingen Herr werden könnte – ohne Chemie.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und angewandte Oekologie IME in Gießen haben eine neue Strategie gegen die Kirschessigfliege entwickelt. Mithilfe der Entwicklung des Teams um Prof. Marc F. Schetelig werden männliche Fliegen genetisch unfruchtbar gemacht. Die sterilen Insekten werden dann massenhaft ausgesetzt.

Wenn sich männliche Fliegen, welche die genetische Veränderung tragen, mit den natürlich vorkommenden Weibchen paaren, schlüpfen aus den befruchteten Eiern keine Larven. Um die Unfruchtbarkeit ganz sicher zu stellen, werden die männlichen Insekten vor der Freisetzung zusätzlich durch radioaktive Bestrahlung sterilisiert.

System lässt sich ein- und ausschalten

Der Clou: Das genetische System enthält auch einen Schalter, mit dem sich das Programm ausschalten lässt. Dieser Schalter kann durch Füttern des Antibiotikums Tetrazyklin umgelegt werden. Durch tetrazyklinhaltiges Futter lässt sich der Fliegenstamm im Labor züchten und weiter vermehren. „Die neu entwickelten Systeme haben im Gegensatz zu anderen verfügbaren genetischen Systemen den Vorteil, dass kein Antibiotikum für die Larven benötigt wird und man nur geringe Mengen für die erwachsenen Fliegen verwenden muss. Somit gelangt kein Antibiotikum in die Umwelt«, erklärt Schetelig.

Die Kirschessigfliege befällt vor allem dünnhäutiges Obst, wie Kirschen, Weintrauben und Aprikosen. Äpfel befällt sie nur, wenn die Früchte schon beschädigt sind. Die Methode lässt sich auch gegen Tigermücken, die Gelbfieber, Denguefieber und das gefährliche Zika-Virus übertragen, einsetzen.

Digitaler Sonnenschutz

Foto: pixabay

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Ein Blick aufs Smartphone verrät, inwieweit man sich vor den gefährlichen UV-Strahlen schützen muss.

Während sich Urlauber aussuchen können, wie lange sie am Strand verweilen, haben Menschen, die im Freien arbeiten, keine Wahl. Die Arbeit muss getan werden. Gerade Landwirte sind vor allem im Sommer den gefährlichen UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt. Auch bei bewölktem Himmel sind sie da. Im Hochsommer ist die Belastung trotz Wolkendecke stärker, als im Frühjahr bei Sonnenschein.

Obwohl man um Schutzmaßnahmen, wie das Tragen eines Hutes und einer Sonnenbrille sowie dem Auftragen von Sonnencreme, nicht herumkommt, ist es interessant zu wissen, wie hoch der UV-Index aktuell ist. Ein Blick aufs Smartphone verrät, inwieweit man sich schützen muss. Bei den meisten Modellen sind schon Wetter-Apps, die den UV-Index anzeigen, vorinstalliert. Ab 3 ist eine Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 notwendig, bei Werten ab 7 sollte man schon zu einem Produkt mit Faktor 50 greifen.

Wer sein Smartphone um spezielle UV-Apps erweitern will, wird in den Stores fündig. Die genauen UV-Werte zeigt zum Beispiel die kostenlose App „AOK Sun&Air” zur Verfügung, erhältlich sowohl für iOS als auch für Android. Auch die App „UV-Check“ des Bundesverbandes der Dermatologen tut ihre Dienste. Sie kann ebenfalls kostenlos auf das iPhone und auf das Android-Smartphone geladen werden.

UV-Index punktgenau mit eigener Wetterstation

Auch die vom Agrar-Profi gruuna entwickelte Wetterstation für den eigenen Betrieb zeigt den UV-Index an. Mit den Werten sieht man genau die Belastung, die im direkten Arbeitsumfeld herrscht. Die persönliche Wetterstation informiert desweiteren in Echtzeit über Daten zu Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und mehr. Mittels der dazugehörigen kostenlosen App (für Android und iOS) und der Browseranwendung können Sie von überall auf die Daten zugreifen. Mehr Informationen finden Sie dazu auf gruuna.com.

Wintergerstenernte trotz unbeständigem Wetter vorangeschritten

Foto: Günter Kortmann/LWK NRW

Foto: Günter Kortmann/LWK NRW

Ein Großteil der Fläche ist zwar abgeerntet, im Ertrag machen sich aber Starkregen und Hagel bemerkbar.

Trotz der heftigen Regenunterbrechungen, ist die Ernte der Wintergerste in den meisten Regionen Deutschlands weit vorangeschritten. Das geht aus dem 1. Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor.

Mehr als drei Viertel der Fläche sind demnach bereits gedroschen. Regional konnte die Ernte sogar nahezu abgeschlossen werden. Der Ertrag litt allerdings unter den regionalen Extremwetterereignissen, wie Starkregen und Hagel.

So führten die hohen Niederschlagsmengen im gesamten Westen Deutschlands und eine zu geringe Sonneneinstrahlung zur Ausbildung von kleineren Körnern mit einem geringen Eigengewicht, oft weniger als 60 Kilogramm pro Hektoliter. Auch die Auswinterungsschäden in Mecklenburg-Vorpommern und die im Nordosten Deutschlands trockenen Wachstumsbedingungen im Frühjahr haben die Hektarerträge hinter die Erwartungen zurückfallen lassen. Ertragseinbußen von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr sind zu verzeichnen.

Für die nächsten Wochen kann man nur auf beständigeres Wetter hoffen. Im Bundesdurchschnitt erwartet der DBV einen Hektarertrag von 6,7 Tonnen Wintergerste. Gegenüber dem Vorjahresergebnis würde das einen Rückgang von 13 Prozent bedeuten. Mit 7,7 Tonnen war 2015 allerdings ein sehr gutes Jahr. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt von 6,9 Tonnen würde das prognostizierte Ergebnis einen Rückgang von 3 Prozent bedeuten.

Die Anbaufläche von Wintergerste ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 32.500 Hektar auf 1,29 Millionen Hektar gestiegen.

 

DWD verbessert WarnWetter-App

Fotos: Samsung, pixabay; Screen: DWD; Composing

Fotos: Samsung, pixabay; Screen: DWD; Composing

Der Deutsche Wetterdienst zoomt mit der Aktualisierung seiner WarnWetter-App ganauer ins Land. Auch Einsatzkräfte sollen davon profitieren.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine WarnWetter-App überarbeitet. Statt die Entwicklungen in 400 Landkreisen, kann man jetzt die Daten für 10.000 Gemeinden deutschlandweit abrufen. Angezeigt werden sowohl Unwetter als auch extreme Hitze, wie es dieser Tage im Westen der Fall ist. Auf der Internetseite www.dwd.de sind die neuen Daten bereits verfügbar. Ab Anfang August stehen die genaueren Daten auch den derzeit 2,7 Millionen Nutzern der kostenlosen App (für Android, iOS und BlackBerry) zur Verfügung.

Der DWD hat mit der Perfektionierung auf die vermehrten extremen Wetterereignisse reagiert. „Mit den neuen Gemeindewarnungen setzt das Warnsystem des

DWD Maßstäbe. Wir sind damit auf dem Stand des technisch-wissenschaftlich Möglichen – auch im internationalen Vergleich.“, so DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian. Das sei ein großer Schritt voran für die Daseinsvorsorge in Deutschland. Davon würden alle Bürgerinnen und Bürger dauerhaft profitieren.

Hans-Joachim Koppert, Leiter Wetter- und Unwetterwarnungen beim DWD hebt die Wichtigkeit der Regionalität hervor: „Viele Landkreise sind deutlich größer als die meteorologischen Phänomene, vor denen gewarnt werden soll. So ist es immer wieder vorgekommen, dass der DWD zwar richtig vor Gewittern in einem Landkreis warnte – obwohl absehbar nur ein Teil des Kreises tatsächlich betroffen war.“

Auch Profis sollen von der besseren Datengenauigkeit profitieren. Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes forderten vom DWD eine immer höhere räumliche und zeitliche Auflösung der Warnungen um den wachsenden Anforderungen an die Planung und Steuerung ihrer Einsätze gerecht zu werden.

Noch mehr Regionalität mit eigener Wetterstation

Der Agrar-Profi gruuna geht noch einen Schritt weiter. Gerade für Landwirte ist das aktuelle Wetter von immenser Bedeutung. Mit der gruuna-Wetterstation haben die Chemnitzer Spezialisten die Möglichkeit entwickelt, die Wetterdaten im direkten Umfeld des Betriebes abzulesen und dadurch die Wetterentwicklung noch regionaler einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Mittels der dazugehörigen kostenlosen App (für Android und iOS) und der Browseranwendung kann man von überall auf die Daten zugreifen. Die persönliche Wetterstation informiert in Echtzeit über Daten zu Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und mehr. Mehr Informationen finden Sie dazu auf gruuna.com.

18 Kühe tot: Weidevieh bei Gewittern schützen

Foto: pixabay

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Es gibt nur eine Möglichkeit, die Tiere vor Blitzeinschlag zu schützen.

Auf einer Alm in Österreich wurden vergangene Woche 18 Kühe durch einen Blitzeinschlag getötet. Die Rinder hatten während eines Gewitters dicht zusammengedrängt Unterschlupf unter einem Baum gesucht. Just in diese alte Fichte schlug ein Blitz ein. Die Tiere hatten keine Chance. Zu der Tragödie wäre es wahrscheinlich nicht gekommen, wenn auf der Alm ein entsprechender Unterstand zur Verfügung stehen würde.

„Es ist auch bei Nutztieren ein natürliches Verhalten, vor einem Gewitter mit starkem Regen Schutz zu suchen und sich dabei zum Beispiel unter tief hängenden Ästen einer Fichte unterzustellen“, so Prof. Dr. Chadi Touma, Verhaltensbiologe an der Universität Osnabrück.

Ohne technische Hilfsmittel sieht der Wissenschaftler die Tiere Gewittern schutzlos ausgeliefert. Kühe lernen zwar schnell, aber ein Training, nicht Schutz unter einem Baum zu suchen, hält Touma für nicht sinnvoll. „Eine bessere Lösung wäre, den Tieren auf der Weide einen Unterstand oder Wetterschutz anzubieten, der mit einem Blitzableiter gesichert ist.“, empfiehlt der Biologe.

Diplom-Meteorologe: „Das wechselhafte Wetter ist völlig normal“

Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich. Foto: DWD

Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich. Foto: DWD

Das Wetter in Deutschland in den vergangenen Wochen war von Niederschlägen und heftigen Unwettern geprägt. Jetzt wird es freundlicher, aber wechselhaft. Für viele Menschen noch immer zu schlecht für einen „Traum-Sommer“. Warum aber trotzdem alles im Lot ist, erklärt der Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Herr Friedrich, wird das mit dem Sommer dieses Jahr noch was?
So schlecht, wie die Leute das Wetter empfinden, ist es gar nicht. Es ist aber gefühlt schon so, dass wir im Juni in Süd- und Mitteldeutschland zu wenig Sonne hatten. In Norddeutschland etwa gab es sogar zu viel Sonnenschein.

Was ist für das schlechte Wetter verantwortlich?
Die Wetterlage nennt man Tief Mitteleuropa. Dieses hat sich, wie der Name schon sagt, über Mitteleuropa festgesetzt. Das fing etwa zu Pfingsten an, da hatten wir die ersten Unwetter.

Wo entsteht ein Tief Mitteleuropa?
Eben direkt über Mitteleuropa, nicht etwa über dem Atlantik, der das mitteleuropäische Wetter prägt. Wir hatten mit wenigen Unterbrechungen ein beständiges Tiefdruckgebiet über Deutschland, das nicht nur auf dem Boden sondern auch in höheren Luftschichten etabliert war. Weil auch wenig Wind in der Luft war, haben sich die Luftmassen kaum vom Fleck bewegt und sich ständig über Mitteleuropa gedreht und immer wieder regeneriert.

Gibt es für dieses Phänomen eine meteorologische Erklärung?
Warum das so ist, weiß nur der liebe Gott. Das ist eben das chaotische System der Atmosphäre, das manchmal zu extremeren Ausschlägen führt, wie eben zu der beständigen Großwetterlage der vergangenen Wochen. So eine Wetterlage kommt nur alle paar Jahre vor.

Derzeit ist es wechselhaft mit Regenschauern, für viele Menchen noch nicht genug Sommer…
Jetzt haben wir das besagte Atlantikwetter. Das wechselt ja öfter mal. Hochdruckgebiete mit zwei bis drei Tagen Sonnenschein wechseln sich mit Tiefausläufern ab. Das, was wir jetzt erleben, ist ein normaler mitteleuropäischer Sommer – 20 Grad, wenige Tage auch mal bis 30 Grad und immer wieder Schauer, die sich mit den freundlichen Perioden abwechseln. Beständige extreme Temperaturen bis 40 Grad, wie im Vorjahr, sind für unsere Breitengrade genauso unnormal wie wochenlang Regen und Unwetter.

Was haben wir in nächster Zeit zu erwarten?
Am Wochenende werden die Temperaturen wahrscheinlich bis 30 Grad ansteigen, bevor dann Anfang kommender Woche wieder ein Tiefausläufer mit Gewittern durchzieht. Wir werden eine gemäßigte Witterung bis in die erste Augusthälfte erleben – eben für Mitteleuropa einen normalen Sommer.

 

Interview: Michi Jo Standl

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