
Foto: Claas (Symbolbild)
Durch die Frühjahrswitterung und die Unwetter liegt die diesjährige Getreide- und Rapsernte weit hinter dem Vorjahresertrag. Pfälzer Gemüsebauern müssen einen Totalverlust verzeichnen.
Die Getreideernte fällt in diesem Jahr quer durch die Bundesrepublik enttäuschend aus und bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Die Ernte ist zwar noch nicht abgeschlossen, der Bauernverband geht aber von 43,5 Millionen Tonnen aus. Damit liegt der diesjährige Ertrag um 5,3 Millionen Tonnen (- 11 %) unter dem Vorjahresergebnis. Nicht besser sieht es bei der Rapsernte aus. Sie fällt mit 4,5 Millionen Tonnen deutlich niedriger als im vergangenen Jahr aus.
Schuld an den schlechten Erträgen ist das kühle und nasse Frühjahr. Eine solche Witterung verheißt zwar in der Regel eine gute Ernte, gerade im Westen Deutschlands standen aber die Feldbestände in übersättigten und damit kalten Böden. Zudem fehlte durch die ständigen Niederschläge und die Unwetterereignisse die für die Ertragsbildung wichtige Sonneneinstrahlung. Im Nordosten haben dagegen die Folgen von Auswinterungsschäden und eine sich anschließende Trockenheit für massive Ertragsminderungen von bis zu 30 Prozent bei den wichtigen Winterkulturen Weizen, Gerste und Raps geführt.
Auch Kartoffeln, Obst und Gemüse betroffen
Die sonnenarme und unbeständige Witterung hat auch die Kartoffel-, Obst- und Gemüseernte in vielen Regionen Deutschlands deutlich beeinflusst. Zwar gab es in der Blühphase der Obstbäume kaum Schäden durch Spätfrost, doch begann das Wachstum infolge der kühlen Witterung im Frühjahr in der Regel zwei Wochen verspätet. Hagelschäden sind zwar stärker als 2015, aber im langjährigen Vergleich immer noch unterdurchschnittlich. Regionale Wetterextreme mit hohen und ungleichmäßig verteilten Niederschlägen, Starkregen bis hin zu Überschwemmungen beeinflussten Wachstum und Reifung etlicher Kulturen besonders im Mai und Juni. In der Vorderpfalz waren 800 Hektar Gemüsebau über einen längeren Zeitraum überschwemmt, was für die Betriebe einen Totalverlust der dort angebauten Kulturen bedeutet, von Salat bis Blumenkohl.
Müssen wir uns an diese Witterung gewöhnen?
Experten prognostizieren, das Unwetter wie die, die im Juni in Niederbayern und Teilen Baden-Württembergs große Schäden angerichtet haben, in den nächsten Jahren mehr werden. Auswertungen von Niederschlagsdaten über mehrere Jahre sowie aktuelle Klimaprognosen zeigten, dass es immer häufiger heftig regne, sagte Nicole Müller vom Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen zur „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. In den vergangenen 50 bis 60 Jahren seien Starkregen-Ereignisse mehr geworden, so Müller weiter. Es sei zu erwarten, dass sich der Trend fortsetze.
Absicherung gegen Ernteverluste
Die gvf VersicherungsMakler AG hat sich unter anderem auf die Schadensregulierung von Ernteausfällen spezialisiert. Mit „Die Wetterversicherung” hat das Chemnitzer Unternehmen eine Ertragsversicherung geschaffen, die betriebsindividuell die für die jeweiligen Feldfrüchte riskanten Ausprägungen von Temperatur und Niederschlag versichert. Sie „glättet“ durch finanzielle Entschädigung bei Ernteertragsverlusten die Einnahmesituation des Unternehmens. Das Jahresergebnis bleibt somit kalkulierbar.