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Forscher sind sich sicher: Hitzeperioden werden mehr und heftiger

Wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK) gemeinsam mit spanischen Kollegen herausfanden und jüngst in einer Studie veröffentlichten, sollen sich extreme Hitzewellen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verdoppeln und bis 2040 sogar vervierfachen. Grundlage für die beängstigenden Ergebnisse waren verschiedene Klimamodelle, um eine möglichst breite Basis für eine repräsentative Studie zu haben. Die Zunahme betrifft die ganze Welt, nicht nur Regionen um den Äquator, auch Deutschland. Im landläufigen Sinn versteht man in Mitteleuropa unter einer Hitzewelle Temperaturen ab 35, die 40-Grad-Marke wurde dieses Jahr in Deutschland einige Male erreicht.

Eine wissenschaftliche Definition für „Hitzewelle“ gibt es nicht. Das Typische solcher Wallungen ist aber, dass die hohen Temperaturen nicht über Wochen anhalten, sondern im Laufe einer bestimmten Zeit, in Mitteleuropa ist es immer noch der Sommer, mehrmals auftreten, dazwischen aber das Wetter umschlägt, oft zu Gewittern.

Die Potsdamer Wissenschaftler beobachteten Monats-Mittelwerte der Temperaturen, definierten eine Obergrenze und die Abweichungen nach oben wurden dann als Hitzewelle gezählt. Miteinbezogen in der Spanne nach oben wurden auch die Örtlichkeiten, da die Temperaturschwankungen von Region zu Region unterschiedlich sind. In den Tropen beispielsweise wurden sehr geringe Abweichungen gezählt, weil diese Regionen als sehr empfindlich gelten. Schon kleine Abweichungen vom Durchschnitt können für das Ökosystem schwere Folgen haben.

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Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet mithilfe von Computermodellen Klimatrends. „Unsere Projektionen zeigen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr Wetterextreme, sowohl Hochwasser als auch Hitze- und Dürreperioden“, so DWD-Sprecher Gerhard Lux. Der Trend zu sommerlicher Hitze zeichne sich bereits, weiß Lux. Der Juli 2013 war mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad Celsius der wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen 1881. Die wärmste Jahresmitte wurde mit 22 Grad Celsius 2006, im Jahr des Fußball WM-Sommermärchens, registriert. Die Folgen von immer wieder kehrenden hohen Temperaturen sind allerdings alles andere als märchenhaft. Besonders schlimm von dieser Entwicklung des Klimas betroffen sind Landwirte. Wassermangel, Trockenheit und Waldbrände führen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Momentan seien solche Hitzewellen noch die Ausnahme. Wenn man den Trend beobachtet, müsse man sich in Zukunft an dieses veränderte Klima gewöhnen, bestätigt auch ein Sprecher des Max-Planck-Instituts in Hamburg nach dem Studium des Potsdamer Forschungsergebnisses. Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist die errechnete Zunahme von Hitzewellen bis 2040 nicht mehr zu verhindern, weil dazu schon zu viel Treibhausgas in der Atmosphäre läge. Retten könne man allerdings die zweite Hälfte des Jahrhunderts durch mehr Klimaschutz. Sollte der Treibhausgas-Ausstoß weiter steigen, könnten bis zum Jahr 2100 bis zu 85 Prozent und nicht wie heute 5 Prozent der Erdfläche unter Hitzeextremen leiden, befürchten die Forscher.

Klima in Deutschland: Vor 200 Jahren noch Eiszeit

Der Satz aus der ARD-Tagesschau „Das Wetter morgen“ ist Legende. Gerade für Landwirte ist das zukünftige Wetter von großer Bedeutung. Doch wie war das Klima in Deutschland in der Vergangenheit? Wir blicken zurück. Nicht in die vorige Woche, nicht die in die letzten zehn Jahre, nein, wir blicken 250 Millionen Jahre zurück.

Nachdem vor ungefähr 300 Millionen Jahren so etwas wie das jetzige Deutschland auf der Weltkarte erschienen und die Erde keine undefinierte Masse mehr war, machte sich das Klima daran, sich zu entwickeln. Die ersten Lebewesen, Mikroorganismen, entstanden und fristeten vorwiegend im Wasser, bis vor 251 Millionen Jahren die größte Katastrophe der Erdgeschichte eintrat und fast das gesamte Leben auslosch. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur um gerademal sechs Grad Celsius war für diesen entscheidenden Einschnitt verantwortlich. Wissenschaftler schreiben die Erwärmung verstärkten Sonnenaktivitäten zu. Der Sauerstoff in der Luft sank um weniger als die Hälfte, auch Vulkanausbrüche waren die Folge, giftiger Schwefelwasserstoff quoll aus den Meeren. Wahrscheinlich sind die Lebensformen erstickt.

Katastrophe als Chance

Als die Temperaturen allmählich wieder sanken, kehrte neues Leben auf die Erde zurück. Anfangs lurchähnliche Wesen, später Dinosaurier und die ersten Säugetiere besiedelten die Wüsten Deutschlands. Die Temperaturen waren immer noch wärmer, als heute. Die Tiere gewöhnten sich aber an die Hitze und die unwirtliche Gegend zwischen dem heutigen Bayern und dem Gebiet, wo nach den endgültigen kontinentalen Verschiebungen einmal der Nordseestrand sein sollte. Im sogenannten Erdmittelalter, das bis vor 65 Millionen Jahren dauerte, waren die Temperaturen immer noch höher als heute, die Erde war vollkommen eisfrei, so etwas wie Jahreszeiten gab es auch in Deutschland nicht. Mitteleuropa war bereits bewachsen, ein dichter Urwald bedeckte die heutige Bundesrepublik. Diese Epoche wurde mit dem Aussterben der Dinosaurier, das einerseits einem gewaltigen Vulkanausbruch im heutigen Indien und andererseits einem Meteoriteneinschlag im heutigen Mexiko zugeschrieben wird.

Auch damals schon Treibhauseffekt

Vor ungefähr 55 Millionen Jahren wurde die anhaltende Hitzewelle beendet. Man nimmt an, dass dafür durch Vulkanausbrüche freigesetztes Methan, einem starken Treibhausgas, das aus dem Meeresboden strömte, verantwortlich ist. Die Temperaturen wurden kontinuierlich kühler. Der damalige Klimawandel endete vor 2,6 Millionen Jahren in der ersten Eiszeit. Die folgenden Millionen Jahren waren mit Kalt-Warm-Phasen belegt.

Menschen lieben Wärme

Afrika gilt als „Wiege der Menschheit“. Forscher fanden heraus, dass sich die ersten Menschen aus Afrika erst auf den Weg in Richtung Europa machten, als es in Europa kontinuierlicher wärmer wurde, das war vor ungefähr 45.000 Jahren. Der Mensch konnte sich in Europa ansiedeln. Auch diese Zeit war von Kalt-Warm-Phasen durchzogen.

Aus dem Mittelalter ist, basierend auf Forschungsergebnissen, eine Warmphase bekannt, die mit der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ beendet wurde. Diese begann im 15. Jahrhundert und dauerte bis ins 19. Jahrhundert. Diese Zeit war geprägt von langen, kalten Wintern. Als Grund nimmt man wenig Sonnenaktivität an.

Kleine Eiszeit

Vom Mittelalter bis hinein ins 19. Jahrhundert war Deutschland geprägt von langen, kalten Wintern, danach wurde es wärmer.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts erleben wir eine kontinuierliche Warmphase. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur von 1910 bis 2010 beträgt gerademal 0,9 Grad Celsius, was aber langfristig, sehr langfristig auf einen Einschnitt und vielleicht auch auf eine neue Chance für die Menschheit zusteuern kann.

 

Heiß, kalt, heiß: Dreht das Wetter jetzt durch?

Der Winter war dunkel und kalt, der Frühling war gezeichnet von Dauerregen, zwischendrin ein paar heiße Tage, dann kam die Jahrhundertflut, darauf Temperaturen, die an eher an die Karibik erinnern, als an Deutschland. Momentan wütet über Mitteleuropa wieder ein Tief namens Antonia, Hitze ist allerdings schon wieder in Aussicht gestellt. Was ist nur mit dem Wetter los? Ist es Zufall, gabs solche Mixphasen immer schon oder hat es gar mit dem Klimawandel zu tun?

Eine Erwärmung des Klimas, aus welchen Gründen auch immer, ist nicht ganz unschuldig am „Verhalten“ des Wetters, sind die Experten der Meinung.

Icebergs in Surf by Jokulsarlon, Iceland

Luftströme aus der Arktis sind für das Wetter in Europa verantwortlich.

Um es zu konkretisieren, hinter alles Wetterereignissen weltweit, gibt es eine gemeinsame physikalische Ursache, wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) herausgefunden haben. Der Klimawandel stört die Muster der Luftbewegungen auf der nördlichen Halbkugel, und zwar durch einen Resonanz-Mechanismus, wie es die Forscher ausdrücken. Die Forschungsergebnisse aus Deutschland haben es sogar bis in ein US-amerikanisches Wissenschaftsmagazin geschafft.

„Ein wichtiger Teil der globalen Luftströme in den mittleren Breiten der Erde hat normalerweise die Form von großen Wellen, die um den Planeten wandern und dabei zwischen den Tropen und der Arktis oszillieren“, erklären die Wissenschaftler. „Wenn sie hinauf schwingen, so saugen diese Wellen warme Luft aus den Tropen nach Europa, Russland oder die USA; und wenn sie hinab schwingen, tun sie das Gleiche mit kalter Luft aus der Arktis.“

Was heißt das nun?

Der Klimawandel, der durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und die dabei entstehenden Treibhausgase entsteht, bedeutet entgegen der allgemeinen Meinung keine globale gleichmäßige Erwärmung. Am stärksten bekommt die Temperaturveränderung die Arktis, also der Nordpol, zu spüren, stärker als der weltweite Durchschnitt. Das reduziert den Temperaturunterschied zwischen dem nördlichsten Punkt der Erde und zum Beispiel Europa. Unterschiede in der Temperatur sind aber ein wesentlicher Treiber für Luftströmen. Des weiteren sind die Kontinente als Landmasse stärker der Erwärmung ausgesetzt, als Wasser, also den Ozeanen. Diese zwei Faktoren ergeben den Mechanismus, den eben die Potsdamer Forscher jüngst entdeckten. Das ganze führt zu einem unnatürlichem Muster der Luftbewegungen. Das Wetter, das sich quasi in diesem Erdmantel aus Luftströmen abspielt, ist mehr oder weniger „verwirrt“. Also der Titel „Spielt das Wetter verrückt?“ ist gar nicht so weit hergeholt.

Zum Beispiel in einer Phase, die wir als extreme Hitze empfinden, finden kühle Luftmassen vom Nordpol, die der Kraft der Sonne entgegen wirken könnten, den Weg in unsere Breitengrade nicht und wir leiden wochenlang unter Tropenhitze. Irgendwann bricht die kalte Luft und es kommt auf einen Schlag zu Unwettern. Das ist aber eher Zufall, es gibt keine Schemen, keine geregelten Bahnen mehr. Deshalb wird es für die Meteorologen, die Ihre Vorhersagen im Prinzip aus den gewohnten Bewegungen der Luftmassen berechnen, immer schwieriger das Wetter einzuschätzen.

 

Gewitter: Energetischer Mythos

Seit jeher gefürchtet, bestaunt, gemieden: Die Gewitter. Der Mensch ist gegen die Naturschauspiele machtlos. Sie kommen, entladen ihre unendlichen Energien und ziehen wieder weiter. Jedes Jahr gehen über Deutschland an die 2 Millionen (!) Blitze nieder. Aufgrund von Gewittern sterben jährlich deutschlandweit drei bis zehn Menschen, der Sachschaden geht in die Hundertausende, Haustiere drehen aus Angst durch.

Das Phänomen entsteht meist bei vertikaler Temperaturabnahme. Damit es zu einem Gewitter kommt, muss die Temperatur pro 100 Höhenmeter um mehr als 0,65 Grad Celsius abnehmen. Dabei entsteht Wasserdampf in der Luft, der sich zu einer Haufenwolke entwickelt. Wenn die äußeren Bedingungen günstig sind, strömt die schwüle Luft weiter in die Höhe und die Wolke wird entladen, und zwar heftig. Ein Blitz hat mehrere hundert Millionen Volt. Zum Vergleich: Eine Hochspannungsleitung hat um die 200.000 absolut tödliche Volt. Weil eben warme Luft dazu nötig ist, entstehen Gewitter in Mitteleuropa meist im Sommer.

Gewitter

Im Laufe der Jahrtausende haben sich die Menschen Mythen und Vermutungen zurechtgelegt um mit den Gewittern umgehen zu können, denn erforscht sind sie immer noch nicht ganz.

Doch, stimmen diese Mythen rund um das Naturphämomen Gewitter?

Ein Blitz schlägt niemals zweimal an der gleichen Stelle ein.

Im Gegenteil. Blitze suchen sich meist erhöhte Ziele, wie Hochhäuser und Kirchtürme. Da diese logischerweise immer an der gleichen Stelle stehen, werden Blitze auch immer wieder dort einschlagen.

Wenn es nicht regnet und keine Wolken über mir sind, bin ich sicher vor Blitzen.

Das Mythos stimmt ebenfalls nicht. Blitze schlagen bis zu fünf Kilometer vom eigentlichen Gewitter entfernt ein. Den sprichwörtlichen „Blitz aus heiterem Himmel“ gibt es also.

Im Auto bin ich sicher

Das ist Tatsache und ist physikalisch zu erklären. Die Karosserie ist ein sogenannter Faradayscher Käfig, der die elektrischen Ströme außen am Fahrzeug entlanglenkt und so die Insassen schützt. Gefährlicher wird es bei Cabrios mit Stoffdach. In einem solchen Auto zu sitzen ist aber immer noch besser, als sich im Freien aufzuhalten.

Ein vom Blitz getroffener Mensch steht immer noch unter Strom. Wer ihn anfasst, bekommt auch einen elektrischen Schlag.

Der Mythos beruht Gott sei Dank auf einer Legende. Ein menschlicher Körper kann keine Energie speichern. Es spricht also nichts dagegen, sofort Erste Hilfe zu leisten. Eine Reanimation per Herzmassage kann das Leben des vom Blitz getroffenen retten.

Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.

Das stimmt nur zur Hälfte. Man soll allen Bäume weichen. Denn auch ein Baum als ein vom Boden erhöhtes Objekt ist ein „beliebtes“ Angriffsziel von Blitzen. Die meisten Blitzopfer stehen unter einem Baum oder in der Nähe.

Wenn das Gewitter naht, flach auf den Boden legen.

Sich hinzulegen, ist keine gute Stellung, um das Gewitter vorüber ziehen zu lassen. Man ist zwar schön nieder, wenn man liegt, bietet aber eine größer „Angriffsfläche“. Besser ist es, mit geschlossenen Beinen in Hockestellung zu gehen und den Kopf zwischen die Knie zu legen.

Im Haus bin ich sicher

Das ist grundsätzlich richtig. Man sollte allerdings vermeiden, Sachen zu berühren, die leitend mit der Außenwelt verbunden sind. Dazu zählen eingesteckte Elektrogeräte genauso wie Badezimmerarmaturen. Auch am Fenster sollte man sich nicht aufhalten. Der Druck eines in der Nähe einschlagenden Blitzes kann auch Fensterscheiben eindrücken.

 

Ich spüre das Wetter

KopfschmerzenKopfschmerzen, Unwohlsein, Gelenkschmerzen – „Ich glaube, ich spüre das Wetter“. Diesen Satz in Zusammenhang mit kleinen Wehwehchen bis hin zu unerträglichen Schmerzen hat vermutlich schon jeder gehört oder ist sogar selbst davon betroffen. Aber kann sich ein bestimmtes Wetter über den Körper ankündigen?

Ja, das gibt es wirklich und ist kein Mythos, zumindest teilweise. Tatsache ist, dass der menschliche Körper sehr sensibel ist und sich wechselnden Außenbedingungen schwer anpasst. Bei manchen Menschen äußert sich das mehr, bei anderen weniger. Das Fatale ist meist, dass sich die auftretenden Schmerzen nicht konkret lokalisieren lassen, es handelt sich hier um sogenannte unspezifische Symptome. Müdigkeit, Schlaflosigkeit, sich „einfach nicht gut fühlen“ kennen Betroffene nur zu gut. Gefürchtet ist auch der Föhn. Dem warmen Fallwind aus den Alpen wird nachgesagt, dass er die Stimmung reizt.

Was das Wetter nicht kann, ist, nicht vorhandene Krankheiten oder Leiden auszulösen. Bei wetterfühligen Menschen schlummert immer der Schmerz, der durch Wetter verstärkt wird, im Körper. Menschen, die zum Beispiel bei einem Wetterumschwung Kopfschmerzen verspüren, leiden von Haus aus an Migräne. Je schneller sich das Wetter ändert, desto größer ist der Einfluss auf empfindliche Personen. Der Grund ist der Luftmassenwechsel, den ein Wetterumschwung mit sich bringt. Der Organismus kann sich an die neuen Bedingungen nicht schnell genug anpassen. Besonders schlimm trifft es Personen mit Asthma und Gelenkerkrankungen, wie Rheuma.

Bei all den schlimmen Folgen, die Wetterumschwüngen nachgesagt werden, gibt es auch eine gute Nachricht: Die Schmerzen treten meist nur bei einer Veränderung von gutem auf schlechtes Wetter auf. Ein Hoch wirkt sich auf den Körper positiv aus, wenn das Wetter schön wird, hebt sich die Laune. Wenn die Schönwetterphase mit großer Hitze oder Kälte einhergeht, wird der Körper allerdings wieder belastet. Das heißt, im Frühling und im Sommer ist das Wetterhoch für das Stimmungshoch am effektivsten.

Was gegen wetterbedingte Schmerzen tun?

Man kann vorbeugen, indem man den Körper abhärtet. Am besten bei jedem Wetter, außer bei Gewitter und Sturm natürlich, eine halbe Stunde raus in die frische Luft. So lernt der Körper, sich an Temperaturveränderungen zu gewöhnen und mit verschiedenen Bedingungen zurecht zu kommen. Auch Kneipp-Anwendungen und Wechselduschen (heiß und kalt) können helfen, die Anpassungsfähigkeit zu trainieren.

 

Wie viel Wetter hält ein Mensch aus?

Bei den hochsommerlichen Temperaturen, die wir derzeit in Deutschland haben, freuen sich die einen und stöhnen die anderen, dies ist Geschmacksache und hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Doch eines haben alle Menschen gemeinsam: eine Obergrenze an Hitzebeständigkeit aus medizinischer Sicht. Ausgetestet bis zum Anschlag hat es noch niemand, es gibt aber die verschiedensten Schauergeschichten über Versuche, Selbstversuche und Rekorde. So verstarb 2010 ein Russe bei der Teilnahme an der Sauna-WM. Ein sechsminütiges Dampfbad bei 110 Grad Celsius schaffte sein Körper einfach nicht. Laut Ärzte gibt es eine Grundregel. Jede Außentemperatur, welche die Körperkerntemperatur übersteigt, diese liegt zwischen 35,8 und 37,2 Grad Celsius, kann gefährlich werden. Deshalb empfinden auch die meisten Menschen Temperaturen ab 35 Grad nicht mehr als angenehm.

Der Mensch

Hitze ist nicht gleich Hitze

Wer schon einmal Urlaub in einer tropischen Region gemacht hat, hat sich wahrscheinlich gefragt, wie man hohe Temperaturen am Palmenstrand besser aushält, als in gemäßigten Zonen, zu denen auch Mitteleuropa gehört. Der Körper hat sich ein komplexes Kühlsystem zurechtgelegt, besser bekannt als Schweiß. Zu schwitzen ist eine Schutzfunktion, bei der durch die Feuchtigkeit auf der Haut eine Art Kühlmantel den Körper umgibt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie am Meer zu finden ist, schwitzt man zwar nicht mehr, es entsteht aber durch die Flüssigkeit in der Luft ebenfalls ein feuchter Film auf der Haut, der dem Körperschweiß keine Chance gibt, zu verdunsten. Man befindet sich quasi in einem Dauerflüssigkeitsmantel und der kühlt.

Kälte: Ab wie viel Minusgraden erfriert man?

So, wie extreme Hitze regions- oder in Mitteleuropa jahreszeitenbedingt, auftreten kann, so kann das Thermometer in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen, weit unter den Nullpunkt.

Wie viel Kälte der menschliche Körper aushält, ist ebenfalls von der Körpertemperatur abhängig. Wenn die Außentemperatur so niedrig ist, dass der Körper unter 26 Grad Celsius abkühlt, wird es gefährlich und führt mit größter Wahrscheinlichkeit zum Tod. So, wie sich der Körper bei extremer Hitze kühlt, hat er auch wärme bildende Funktionen. Bei extremen Kältegraden wird zum Beispiel die Durchblutung langsamer, das Blut wärmt dann mehr. Eine weitere Funktion, die wahrscheinlich schon jeder erlebt hat, ist der sogenannte Schüttelfrost. Hier massiert sich der Körper quasi selbst, indem er die Muskeln zum Zittern bringt. Ab wie viel Minusgraden ein Mensch erfriert, lässt sich nicht festlegen, da dies eben von verschiedenen Faktoren abhängt. Wenn man bewusstlos ist und sich somit nicht bewegt, kann man schon bei Plusgraden erfrieren. Todesursache beim Erfrieren ist die Vereisung der Organe und in Folge die Zerstörung der Gewebe.

Kann ein Mensch bei Sturm abheben?

Aus Kindertagen hat man noch Wilhelm Buschs Geschichte vom „fliegenden Robert“ vor Augen, der mitsamt seinem Regenschirm abhebt und in die Wolken entgleitet. Aber gibt es so etwas wirklich? Bei einem Herbststurm, wie er auf den Bildern im Kinderbucht dargestellt ist, wohl nicht. Es ist aber ein Irrglaube, dass um „fliegen“ zu können eine bestimmte Körperform oder eine Spannfläche notwendig ist. Immer wieder sind in den Medien Bilder zu sehen, auf denen bei Hurricans, Dächer und tonnenschwere Autos wie Papier durch die Landschaft fliegen. Genauso kann es einen Menschen auch gehen, der bei einer solchen Wetterlage keinen Schutz sucht und sich auf freiem Gelände bewegt. Tests im Windkanal ergaben, dass ein Mensch mit einem durchschnittlichen Körpergewicht bei etwa 230 km/h, das ist Windstärke 17, die auf der Beaufortskala bei 202 km/h beginnt, abheben kann. Die Testpersonen waren natürlich dabei gesichert.

USA: Wenn das Land verbrennt

Dass die Vereinigten Staaten von Amerika immer für Extreme gut sind, ist hinlänglich bekannt. Das gilt auch für’s Wetter. Stürme und Flutwellen an der Ostküste, Hitze-Horrormeldungen erreichen uns von der Westküste der USA. Ganze Landstriche fallen dem unbeherschrbaren Feuer, das die Rekordtemperaturen auslösen, zum Opfer. Im Bundesstaat Arizona kamen bei der Bekämpfung von Buschbränden 19 Feuerwehrleute ums Leben. Aus dem Death Valley, das in der Mojavewüste auf den Gebieten der Bundesstaaten Kalifornien und Nevada liegt, wurden Ende Juni 53 Grad Celsius gemeldet. Meteorologen befürchten, dass das noch nicht alles war.

Rekordhalter „Tal des Todes“

Genau jenes Death Valley, das seinem Namen, die deutsche Übersetzung ist „Tal des Todes“, alle Ehre macht, hält auch den Hitze-Weltrekord seit Beginn der Aufzeichnungen. Dieser wurde kommenden Mittwoch vor genau hundert Jahren gemessen. Es war der 10. Juli 1913, an dem auf der Greenland Ranch, die in einer Art Oase im Death Valley liegt, 56,7 Grad Celsius gemessen. Lange Zeit galt El Aziza in der libyschen Wüste als heißester Ort aller Zeiten. Dort wurden am 13. September 1922 während eines Sandsturms 58 Grad Celsius gemessen. Wissenschaftler kamen allerdings drauf, dass bei der Messung in Libyen schwerwiegende Fehler passierten und erklärten den Rekord als ungültig. Der gravierendste Fehler war, dass die Temperatur damals in einem Hof eines Handelsumschlagplatzes über dunklem asphalthaltigem Material gemessen wurde. Dadurch wurde nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die Strahlungstemperatur in Bodennähe gemessen, die bei dunklem Untergrund höher ist und so die Werte verfälscht. Die gemessene Temperatur wurde von der „World Meteorological Organization (WMO)“ 2012 um 7 Grad nach unten korrigiert. Somit sind die USA einmal mehr Halter eines, wenn auch fragwürdigen, Rekordes.

Greenland Ranch im Death Valley in den 20er Jahren: Hier wurde vor hundert Jahren mit 56,7 Grad Celsius die bisher höchste Temperatur aller Zeiten gemessen. Foto: weatherwise.org

Greenland Ranch im Death Valley in den 20er Jahren: Hier wurde vor hundert Jahren mit 56,7 Grad Celsius die bisher höchste Temperatur aller Zeiten gemessen. Foto: weatherwise.org

 

Prognosen: Was ist dran an Bauernregeln?

Die modernen Wettervorhersagen, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts und wurden erst mit der Erfindung der Luftfahrt aktuell. Aber wie beurteilten die Menschen die Entwicklung des Wetters, die gerade für die Landwirtschaft wichtig ist, vorher? Sie beobachteten das Wetter und Zusammenhänge langfristig im Jahresablauf und stellten Regeln auf, die heute landläufig unter Bauernregeln bekannt sind.

Landwirt in Getreidefeld

Kann man sich auf Bauernregeln verlassen?

Wenn man Meteorologen fragt, bekommt man meist ein „teilweise“ zu hören. Was auf alle Fälle zu beachten ist, dass die Regeln auf regionale Erfahrungen zurückzuführen sind, da sind sich die Experten einig. In Norddeutschland wurden die meist gereimten Sprüche aufgrund anderer Phänomene überliefert, als zum Beispiel in den Alpen. Bei der Beurteilung des kommenden Wetters ist weniger die Prognose für die nächsten ein bis zwei Tage, wie Abendrot oder aufziehende Schäfchenwolken interessant. Eine Herausforderung ist die Beurteilung des langfristigen Wetters, die ausgehend von bestimmten Lostagen, die Entwicklung prognostizieren. Zu den Lostagen gehören unter anderem Lichtmess (2. Februar), die Eisheiligen (11. – 15. Mai) und Weihnachten. Eine Regel, die drei der fünf Eisheiligen beinhaltet ist zum Beispiel „Pankraz, Servaz, Bonifaz, machen erst dem Sommer Platz.“, was so viel bedeutet, als dass erst nach dem 15. Mai mit wärmeren Temperaturen zu rechnen ist.

Der Diplom-Metereologe Dr. Jurik Müller machte sich die Mühe und sammelte für sein Buch „100 Bauernregeln, die wirklich stimmen“ (blv Verlag), das im September 2011 erschien, Regeln, die er aus wissenschaftlicher Sicht nach dem Wahrheitsgehalt prüfte.

Wir haben drei von Juriks Antworten herausgenommen:

Wenn fremde Wasservögel nah’n, deutet das große Kälte an.

Wenn in Nordeuropa im Februar alle Gewässer zufrieren, finden die Wasservögel keine Nahrung mehr und fliehen auf Futtersuche nach Süden – lange bevor die eisige Luft auch uns erreicht und für eine späte Kältewelle sorgt.“

Fließt im Spätherbst noch Birkensaft, kriegt der Winter keine Kraft.

Ist der November wolkenarm und sonnenreich, wird der Boden verhältnismäßig stark erwärmt. Die Birke mit ihren flachen Wurzeln wird dadurch länger mit Nährstoffen versorgt und verliert nur langsam ihre Blätter. Einem derartigen November folgt in sieben von zehn Fällen auch ein überdurchschnittlich warmer Januar.

Baumblüte zum zweiten Mal im Jahr noch nie ein gutes Zeichen war.

Erwärmt es sich nach einem kühlen und feuchten Witterungsabschnitt noch einmal, “denken” viele Pflanzen, es ist bereits Frühling. Beim nächsten Frost fallen die Blüten aber wieder ab. Da der Baum dadurch Kraft verpulvert, fällt die Ernte im nächsten Jahr geringer aus.

Im Gegenzug drei Bauernregeln, die laut Jurik auf keinen Fall stimmen können:

Wenn viel Gras die Hunde fressen, wird es bald vom Himmel nässen.

Dass Hunde Gras fressen, liegt nicht am Wetter. Sie bringen so ihren Verdauungsapparat in Schwung, unabhängig von Sonnenschein und Regen.“

Wie die ersten zwölf Tage im Januar walten, so werden sich die zwölf Monate gestalten.

Ein Wetteraberglauben, der mehr als drei Jahrtausende überdauert hat. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, die ersten zwölf Tage enthalten das Wetter der kommenden zwölf Monate im Embryonalzustand. Das ist Quatsch.“

Gründonnerstagsregen gibt selten Erntesegen.

Auch wenn man solche Lostags-Regeln nie nur auf einen Tag beziehen soll, sondern auf die Zeit um den betreffenden Tag, ist dieser Spruch unsinnig, weil Gründonnerstag auf 35 verschiedene Tage fallen kann.

Ob man sich auf die Vorhersagen der modernen Meteorologie verlässt, eine eigene Wetterstation zu Hause hat oder sich mit den Bauernregeln auseinandersetzt, ein Stück Kultur und lustig zum Lesen sind sie auf alle Fälle.

Foto: fotolia.com

 

Das Problem mit den Flutwellen

In den letzten Tagen hat sich entlang des gesamten Laufes der Elbe eine Flutwelle mit lang gezogenem Scheitel ihren Weg Richtung Norden gebahnt. Wie drastisch die Konsequenzen sein können, sieht man besonders am Beispiel eines kleinen Ortes, den man in den letzten Tagen ständig in den Nachrichten hört: Fischbeck in Sachsen-Anhalt. Dort werden sogar Lastenkähne gesprengt, um lange Deichbrüche zu schließen. Ortschaften, die 10 km entfernt von der Elbe liegen, stehen unter Wasser. Mehr als 200 Quadratkilometer Land sind geflutet – unvorstellbare Dimensionen. Sandsäcke

Dabei waren die Niederschläge dort doch gar nicht so schlimm, wie in Bayern, Teilen von Sachsen und Thüringen, wo mittlerweile die Aufräumarbeiten schon in vollem Gange sind. Wie kann das Ausmaß der Flut dort nach dem Ende der eigentlichen Regenwochen so verheerend sein?

Die Antwort ist so einfach wie drastisch: All das Wasser, was die Elbe entlang ihres Laufes aufnehmen musste, was durch den nassen Boden nicht mehr aufgenommen werden konnte, was durch begradigte Flussverläufe und zu wenige Auen- und Polderflächen einfach keinen anderen Raum mehr gefunden hat, das sorgt jetzt für einen unheimlich hohen Pegelstand in all den Bundesländern, die die Elbe bis zu ihrer Mündung in die Nordsee durchfließt.

Auch wenn beispielsweise die Landwirte in Sachsen-Anhalt wahrscheinlich keine existenziellen Schäden durch die Niederschläge direkt vor Ort erlitten hätten, so verlieren jetzt viele von ihnen doch ALLE Ernteerträge durch die Wassermassen, die die Elbe von entfernten Gebieten mit sich bringt.

 Weil „Die Wetterversicherung“ eine echte Katastrophendeckung sein soll, die genau dann hilft, wenn Betriebe sich von existenzgefährdenden Risiken konfrontiert sehen, berücksichtigen wir auch diesen Zusammenhang. Für Landwirtschaftsunternehmen, deren Flächen in gefährdeten Gebieten links und rechts eines Flusslaufes liegen, schaffen wir gerade Möglichkeiten, sich gegen solch eine Flutwelle abzusichern, die wir jetzt erleben. Zum einen schaffen wir die Möglichkeit, Flusspegelstände als ein weiteres auslösendes Moment mit in “Die Wetterversicherung” zu integrieren. Darüber hinaus werden wir die Großwetterlage der letzten Maiwochen bis Anfang Juni genau analysieren und die Niederschläge an Orten entlang der Flussläufe untersuchen. So schaffen wir die Möglichkeit, auch die Niederschläge an eigentlich vom Betriebsstandort entfernten Orten mit zu bewerten. So erkennen wir Flutwellen die den Betrieb mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen und können Versicherungsschutz dafür anbieten.

Wir sichern Landwirtschaft.

Freundliche Grüße

Sebastian Mahler

Produktmanager

 

Pollen immer aggressiver: Feind im Anflug

Heuschnupfen

Die Temperaturen sind wärmer geworden. Für viele Menschen spielen sich allerdings die Frühlingsgefühle nicht in der Seele ab, sondern in der Nase – Pollenalarm!

Menschen, die unter Pollenallergie, landläufig auch Heuschnupfen genannt, leiden, müssen sich in der warmen Jahreszeit mit juckender Nase, brennenden Augen und Niesattacken wohl oder übel arrangieren, dagegen machen kann man kaum etwas.

Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass nicht nur die Menge der Pollen zunimmt, sondern, dass diese auch immer aggressiver werden. „Wir haben festgestellt, dass der Klimawandel die Pollenbelastung für den Menschen ganz massiv verändert. Wir haben eine frühere Pollensaison und auch immer mehr Pollen in der Luft.“,  sagt Professorin Annette Menzel, Ökoklimatologin an der Technischen Universität München. „Inzwischen kann es sogar Menschen treffen, die bisher noch keine Allergie hatten.“, so Menzel weiter.

Jeder vierte Bundesbürger leidet, einer Studie zufolge, an Heuschnupfen, Tendenz steigend. Die Allergien der Betroffenen werden auch immer schlimmer. Bei der Studie hatte Annette Menzel 23 Pflanzenarten auf 13 europäischen Ländern zusammengetragen und sie auf zunehmende Pollenbelastung untersucht.

„In dieser groß angelegten Studie konnten wir feststellen, dass die Anzahl der Pollen überall zugenommen hat. In ländlichen Gebieten um ein Prozent, in der Stadt um drei Prozent. Wenn man das jetzt über 10, 20 Jahre hochrechnet, kommen Anstiege um 20 bis 30 Prozent dabei heraus“, ist Menzel vom Ergebnis überzeugt.“ Grund für die Zunahme der Pollen ist, dass die Pflanzen durch eine durchschnittliche Erwärmung des Klimas, immer bessere Wachstumsbedingungen und auch ausgedehntere Wachstumsphasen im Jahresablauf haben. Durch die Erwärmung werden Zeiten, in denen Pollen Pause machen, immer kürzer.

 

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