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Rückblick: So viel Unheil brachte das Wetter 2014 (Teil 1)

Sonnenanbeter hatten 2014 nicht viele schöne Stunden. Das Jahr war geprägt von Starkniederschlägen, Hagel und sogar zahlreichen Tornados. Wir haben die Wetterereignisse des zu Ende gehenden Jahres und ihre oft fatalen Folgen im Überblick zusammengefasst.

Januar: Ausnahmezustand in Berlin
Kaum hatte man sich vom Orkantief „Xaver“, das Ende 2013 über Deutschland fegte und durch Starkniederschläge und Hagel erhebliche Schäden hinterlassen hatte, erholt, rollte das nächste Tiefdruckgebiet an. Das Sturmtief „Anna“ ließ im Januar seine Muskeln vor allem im Nordwesten der Bundesrepublik spielen. Dachstühle schwebten von den Dächern, die Züge der Deutschen Bahn kamen noch später als sonst. Es gab sogar Verletzte und eine Tote. Die Frau wurde in der Nähe von Mönchen-Gladbach (NRW) von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Es kam aufgrund von Glätte und überfrierender Nässe zu schweren Unfällen und mehreren Massenkarambolagen mit Schwerverletzten und sogar Toten fast im gesamten Bundesgebiet. In Berlin stürzten zahlreiche Fußgänger auf dem Glatteis und mussten mit Knochenbrücken in die Klinik. Die Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser waren nahezu erschöpft, die Berliner Feuerwehr verhängte mehrmals den Ausnahmezustand.

Februar: Massenkarambolage mit 51 Fahrzeugen
Der Feburar wurde gleich von zwei Tiefs dominiert. Das Sturmtief „Qumaira“ setzte fort, was „Anna“ im Januar begonnen hatte: Durch heftige Sturmböen wurden Dächer weggerissen, so zum Beispiel am 7. Februar das 500 m2 große Dach eines Elektromarktes in Hannover. Teilweise kam durch umgestürzte Bäume der Bahnverkehr zum Erliegen. In Koblenz kollidierte ein ICE mit einem Baum, verletzt wurde bei dem Crash zum Glück niemand. Abgerissene Stromleitungen bescherten vielen Haushalten gemütliche Abende bei Kerzenschein. Mitte des Monats übernahm das Tief „Tini“. Die Wetterlage mit dem niedlichen Namen hatte es aber auch in sich: Es kam zu zahlreichen schweren Unfällen. Am 16. Februar kam es auf der A67 bei Rüsselsheim zu einer Massenkarambolage, bei der 51 Fahrzeuge beteiligt waren.

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

März: Hagel und Nebel
Der März zeigte noch keine Vorboten des anstehenden Frühlings. Er war geprägt von Kälteeinbrüchen, Graupelschauern und sogar Schneefall. Die schlechten Straßenverhältnisse hatten auch zahlreiche Unfälle und Massenkarambolagen zur Folge. In Franken kam es auf der A9 und der A93 innerhalb von zwei Tagen zu zehn schweren Unfällen mit insgesamt sieben Verletzten. Die Küstenregionen waren teilweise in dichten Nebel gehüllt. Bei Bremerhaven forderte ein Unfall aufgrund des Nebels zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten. Auf Passau und Berlin, Brandenburg und die Eifel prasselten Hagelkörner nieder.

April: Flugzeugabstürze und schlammbedeckter Ort
In Erinnerung blieben auf alle Fälle die zwei Flugzeugabstürze innerhalb von 14 Tagen. Beide Piloten haben offensichtlich den dichten Nebel falsch eingeschätzt. Am 2. April stürzte eine Kleinmaschine nach dem Start vom Flugplatz der friesischen Insel Norderney ins Wattenmeer, der Pilot kam dabei ums Leben. Am 14. April prallte ein Flugzeug gegen die Spitze des 27 Meter hohen Mastes der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Brocken. Die Maschine stürzte ab und brannte aus. Auch hier starb der Pilot sowie ein weiterer Insasse. Bundesweit kam es im April immer wieder zu heftigen Gewittern und Graupelschauern. Der Ort Raschau-Markersbach bei Aue (Sachsen) wurde teilweise von einer Schlammlawine bedeckt. Es gab in ganz Deutschland mehrere Tote durch Blitzeinschläge und umstürzende Bäume. Im hessischen Kirchhain deckte ein Sturm das Kirchendach ab. Über ganz Deutschland verteilt kam es zu mehreren Hagelniederschlägen, teilweise mit Körnern bis zu 3 Zentimetern Durchmesser.

Mai: Tornados und Überflutungen
Auch der April brachte Nässe und Sturm in allen Varianten – Regen, Gewitter, Hagelschauer. Vorallem im Osten der Bundesrepublik mussten zahlreiche Straßen wegen Überflutungen und Schlamm gesperrt werden. Im Leipziger Zoo wurden zwei Menschen durch einen Blitzeinschlag verletzt. Das Erzgebirge war von heftigen Hagelschauern betroffen. Im Westen tobten hingegen Stürme. So wurden im Ruhrgebiet zahlreiche Autos und Gebäude durch umstürzende Bäume und herabfallende Dachziegel beschädigt. Am 13. Mai fegte ein Tornado über den Landkreis Viersen (NRW) und deckte Dächer ab. Ein weiterer Wirbelsturm wurde am 24. des Wonnemonats über einem Getreidefeld im niedersächsischen Lindhorst beobachtet.

Juni: Gekenterte Boote und tote Kühe
Auch im Juni hielten die Gewitter mit Hagel und Starkregen an. Es kam zu zahlreichen Dachstuhlbränden durch Blitzeinschläge. Auf dem Schweriner See mussten Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) neun Menschen von einer Insel und zwei Segler von gekenterten Booten retten. Durch umfallende Bäume starben im Juni insgesamt fünf Menschen, über 30 wurden schwer verletzt. Alleine in Düsseldorf stürzten 20.000 (!) Bäume um. Der Düsseldorfer Flughafen musste aufgrund starker Orkanböen den Flugbetrieb vorübergehend einstellen. Bei Wittlich (Rheinland-Pfalz) wurden fünf Kühe durch Blitzeinschlag getötet, nachdem sie unter einem Baum Schutz gesucht hatten. Hagelkörner nahmen Ausmaße von bis zu fast sieben Zentimetern an. Über der Nord- und der Ostsee tobten Tornados.

Den zweiten Teil lesen Sie nächsten Mittwoch, den 31. Dezember, auf die-wetterversicherung.de.

Warum es „Weihnachten wie früher“ nicht gibt

Von Michi Jo Standl

Inzwischen darf es als Tatsache betrachtet werden: 2014 ist das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Entsprechend wird auch das Christfest ausfallen. Weiße Weihnachten? Offenbar wieder einmal Pustekuchen! Das hat allerdings seine Richtigkeit.

Filme wie „Charles Dickens – eine Weihnachtsgeschichte“ entfachen Jahr für Jahr die Sehnsucht nach weißen Weihnachten. Foto: Walt Disney Pictures/Sky

Filme wie „Charles Dickens – eine Weihnachtsgeschichte“ entfachen Jahr für Jahr die Sehnsucht nach weißen Weihnachten. Foto: Walt Disney Pictures/Sky

Bilder aus unserer Kindheit und aus US-amerikanischen Weihnachtsfilmen haben in unseren Erinnerungen ihren festen Platz gefunden. Jahr für Jahr vermissen wir lange Spaziergänge in der weißen Pracht und leuchtende Kinderaugen vor meterhohen Schneemännern. Doch die Statistik sagt, dass es in unseren Breitengraden noch nie eine Schneegarantie für Heiligabend gegeben hat. Im Gegenteil: Experten sprechen im Jahresverlauf sogar vom Weihnachtstauwetter.

Bei dieser Wetterlage herrscht in Deutschland in ansonsten sogar schneereichen Wintern oft Tauwetter. Meteorologen erklären das mit dem Phänomen der sogenannten „Singularität“. Darunter versteht man ein Wetterereignis, das jährlich etwa zum gleichen Zeitpunkt wiederkehrt. Und das ist eben zu den Weihnachtsfeiertagen Tauwetter. Dabei sorgt eine südwestliche Strömung oft für steigende Temperatur, sodass eine eventuell vorhandene Schneedecke wegschmilzt, quasi ein warmer Wind, der Jahr für Jahr zur etwa gleichen Zeit in Deutschland „vorbeischaut“.

Der norddeutsche Heimatkundler Hans-Rudolf Mengers hat sich am Beispiel Oldenburg in der Geschichte auf die Suche nach der „Weißen Weihnacht“ gemacht und herausgefunden, dass zwischen 1899 und 1999 die norddeutsche Region zu Weihnachten exakt nur elfmal mit Schnee bedeckt war. Ähnliche Zahlen würden auch eine Erforschung der bundesweiten Wettergeschichte ergeben, denn die Statistik sagt Ähnliches. Die Bewohner Berlins dürfen sich etwa jedes vierte Jahr über eine weiße Pracht freuen, im Ruhrgebiet schneit es zu Weihnachten sogar nur alle acht bis zehn Jahre.

Der Wunsch nach viel Schnee an Heiligabend beruht also eher auf Vorstellungen von Malern alter Gemälde und Filmschmonzetten. Doch das jährliche Weihnachtsfest im Kreise der Familie ist eine immerwiederkehrende Möglichkeit zu entspannen, sich aus der Hektik des Alltags auszuklinken und Kraft fürs neue Jahr zu tanken.

Friedliche Weihnachtsfeiertage wünscht das Team von die-wetterversicherung.de.

Wie vorhersehbar ist das Wetter?

Gewohntes Bild: Wettermoderator Sven Plöger präsentiert im Ersten das Wetter des nächsten Tages. Foto: ARD/Ralf Wischewski (Montage: E. Frey)

Gewohntes Bild: Wettermoderator Sven Plöger präsentiert im Ersten das Wetter des nächsten Tages. Foto: ARD/Ralf Wischewski (Montage: E. Frey)

„Das Wetter morgen“: Ein gewohnter Satz am Ende der ARD-Tagesschau, auf den die Deutschen schon seit Jahrzehnten täglich warten. Doch wie wird das Wetter übermorgen, in drei Tagen oder nächste Woche? Der Wettermoderator ist das letzte Glied in der Wettervorhersage, die Informationen kommen von Meteorologen wie denen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Doch wie weit vorher können die Experten das Wetter prognostizieren?

Das Hauptproblem ist, dass das Wetter nicht nur im Sprichwort „macht, was es will“, sondern sich in der Atmosphäre, in der sich Wolkenbildungen, Regen, Schnee und Co abspielen, wirklich chaotische Zustände abspielen. Eine hundertprozentige Vorhersage werde es nie geben, so Brigitte Klante, stellvertretende Leiterin der agrarmeteorologischen Beratungsstelle in Geisenheim (Hessen).

Es gibt zwar 7- und 14-Tagetrends, das sind aber, wie die Formulierung schon sagt, nur Trends. Ab 7 Tagen werde eine Vorhersage schon sehr schwammig, so Klante weiter. Eine genaue Analyse ließe sich nur machen, wenn man den Ausgangspunkt exakt kennt. Das sei aber niemals der Fall, weil man nie wisse, wie das Wetter auf der gesamten Erde ist. Das sei aber die Grundlage der Prognose.

Das atmosphärische Chaos besteht aus sehr vielen physikalischen Prozessen. Diese könne man modellmäßig gar nicht erfassen. Die Störungen der Atmosphäre, die ständig stattfinden, seien nicht vorhersehbar. Deswegen werde die Fehlerhaftigkeit mit zunehmender Vorhersage immer größer, weiß Klante.

Gesund durch den Winter

Es hat etwas gedauert, aber jetzt hat uns die kalte Jahreszeit voll im Griff. Wer in den Weihnachtsfeiertagen nicht mit Grippe im Bett verbringen will, sollte sich einige Präventionstipps zu Herzen nehmen.

Ausreichend schlafen
Ausreichend schlafen ist die Grundlage, um auch in der Zeit von Influenza und Grippeviren fit zu bleiben. Ständiger Schlafmangel erhöhe das Schnupfenrisiko um das Dreifache, wissen die Experten des Arzneimittelunternehmens Truw. Menschen, die zwar im Bett liegen, aber schlecht schlafen, haben auch ein erhöhtes Risiko, krank zu werden.

Mit einfachen Tricks kann man Erkältungen vermeiden. Foto: pixabay.com

Mit einfachen Tricks kann man Erkältungen vermeiden. Foto: pixabay.com

Gesunde Ernährung
Vitamine und Spurenelemente stärken die Immunabwehr. Auf dem Speiseplan sollte abwechslungsreiche Ernährung mit frischem Gemüse sowie Obst, Nüssen und Vollkornprodukten stehen. Auch Fisch ist nahezu ein „Allheilmittel“ fürs Wohlbefinden. Täglich ein Bio-Naturjoghurt kann ebenfalls Wunder wirken.

Hände waschen
Sei es am Einkaufswagen, in der Bahn oder beim Händeschütteln: Überall kommt man mit fremden Viren in Berührung. Deshalb ist eine sorgfältige Handhygiene extrem wichtig. Auch wenn es übertrieben scheinen mag, sich mehrmals täglich mit heißem Wasser und Seife die Hände zu waschen, senkt es die Ansteckungsgefahr erheblich.

Ab in die Sauna
Saunagänge und Wechselduschen verbessern die Temperaturregulation und senken so das Erkältungsrisiko erheblich. Der Wechsel zwischen heiß und kalt sollte dabei moderat und gezielt herbeigeführt werden.

Hat man sich trotz aller Maßnahmen eine Erkältung eingefangen, kann man die Selbstheilungsprozesse des Körpers fördern, indem man beispielsweise viel trinkt. Bestens dafür geeignet sind Kräutertee, Hühnerbrühe oder heißes Ingwerwasser. Husten lässt sich am besten mit Pflanzenextrakten, wie die vom Spitzwegerich, stoppen. Er enthält Schleimstoffe, die sich schützend über entzündete Schleimhäute legen und Gerbstoffe, welche die Haut und Schleimhäute zum Zusammenziehen anregen. Außerdem sind im Spitzwegerich auch Stoffe enthalten, die antibakteriell wirken. Wenn man das Extrakt im Tee zubereitet, können die Wirkstoffe allerdings zerstört werden. Deshalb empfehlen Ärzte Spitzwegerichsäfte, welche in der Apotheke oder im Reformhaus erhältlich sind.

Mediterranes „Land unter“

Seit Monaten schwappen Horrormeldungen über kaum zu bändigende Wassermassen in mediterranen Regionen zu uns. Schuld ist offenbar das viel zu warme Mittelmeer.

Begonnen hatten die heftigen Niederschläge bereits im Mai in Bosnien-Herzogowina. Über den Sommer war es verhältnismäßig ruhig. Erst im Herbst ist es rund um das Mittelmeer wieder zu verheerenden Überschwemmungen mit dutzenden Toten gekommen. Betroffen sind vor allem Italien, Frankreich und sogar die Schweiz. Diese Woche hat es Marokko getroffen.

HochwasserBosnien©THW-Frank Winterfeldt

Hochwasser in Bosnien-Herzogowina: Im Mai war das deutsche Technische Hilfswerk am Balkan im Einsatz. THW/Frank Winterfeldt

Dass die Niederschläge in der warmen Jahreszeit eine Pause eingelegt haben, hat einen Grund. Im Sommer ist der Temperaturunterschied zwischen den oberen Luftschichten und dem Meereswasser nicht so groß, im Herbst allerdings geht die Spanne wieder auseinander. Das Mittelmeer bleibt warm, die Luft kühlt der Jahreszeit entsprechend ab. Dieser Temperaturkontrast ermöglicht es der vom Meer mit reichlich Wasser angereicherten bodennahen Luft, schnell aufzusteigen. Hinzu kommt der Staueffekt zwischen dem italienischen Appenin-Gebirge und den Alpen. Die wasserreiche Luft kann nicht entweichen und entleert sich punktuell.

Da das Mittelmeer laut Wissenschaftlern immer wärmer wird, befürchten die Experten, dass in den nächsten Jahren im mediterranen Raum Unwetter dieser Art zum winterlichen „Jour Fix“ werden könnten.

Schneebedingtes Tempolimit gilt auch ohne Schnee

Die Frage vieler Autofahrer, ob das Zusatzschild mit dem berühmten Schneekristall unter Geschwindigkeitsbegrenzungen auch gilt, wenn weit und breit kein Schnee zu sehen ist, hat im September das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil (Az. 1 RBs 125/14) beantwortet.

Das Zusatzschild „Schneeflocke“ zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung erlaube auch bei nichtwinterlichen Straßenverhältnissen keine höhere als die angeordnete Geschwindigkeit, urteilte der Richter. Im konkreten Fall hat ein 23-Jähriger aus Rennerod (Rheinland-Pfalz) eine Rechtsbeschwerde gegen ein vom Amtsgericht Siegen verhängtes Bußgeld von 160 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot eingelegt. Der junge Mann war im Januar auf einer Bundesstraße, auf der im Normalfall 100 Stundenkilometer erlaubt sind, mit 125 Stundenkilometern geblitzt worden. Eine elektronische Verkehrstafel hatte aber angezeigt, dass bei winterlichen Fahrverhältnissen nur 80 erlaubt sind.

Die „Schneeflocke“ gilt auch, wenn keine winterlichen Fahrverhältnisse herrschen. Illustration: gruuna.com

Die „Schneeflocke“ gilt auch, wenn keine winterlichen Fahrverhältnisse herrschen. Illustration: gruuna.com

Die „um 45 zu schnell“ hat das Amtsgericht nach dem Bußgeldkatalog eben mit 160 Euro und dem entsprechenden Fahrverbot geahndet. Das hat der Autofahrer aber nicht akzeptiert, weil er ja nur um 25 Stundenkilometer zu schnell gewesen sei. Er legte Rechtsbeschwerde beim 1. Senat für Bußgeldsachen beim Oberlandesgericht Hamm ein. Seine Begründung: Das Schneeflockensymbol sei seiner Meinung außer Kraft, wenn gar kein Schnee auf der Straße liegt. Das Urteil des Amtsgerichtes, dass der Mann aufgrund des Hinweises nur 80 Stundenkilometer hätte fahren dürfen, wurde vom Senat bestätigt und ist somit rechtskräftig.

Der Konter des Gerichts liest sich aus Sicht von Autofahrern allerdings etwas schwammig: Das Zusatzschild mit der Schneeflocke weise lediglich darauf hin, dass das Tempolimit Gefahren im Winter bannen soll. Mit dem Hinweis solle die Akzeptanz der angeordneten Höchstgeschwindigkeit erhöht werden.

Bei dem Zusatzschild „bei Nässe“ verhält es sich übrigens nachwievor anders. Hier ist die angegebene Geschwindigkeit wirklich nur einzuhalten, wenn die Fahrbahn nass ist.

Klimawandel: Warum der Winter extrem streng werden soll

Haben wir nun eine Erderwärmung oder nicht? Die unterschiedlichsten Meldungen über das Klima geistern durch die Medien. Ein Experte sagt jetzt, die Pole würden zwar schmelzen, uns werde das aber einen extrem kalten Winter bescheren.

Wie die Bild den Meteorologen Donald Bäcker zitiert, liege der Grund für eine Kältepeitsche darin, dass es dieses Jahr sehr wenig Schnee und Eis am Nordpol gäbe. Der ARD-Wetterexperte erklärte das im ZDF-Morgenmagazin so: Normalerweise würde ein Azoren-Hoch und ein Island-Tief, dazwischen milde Meeresluft, nach Deutschland ziehen. Die Folge: mehr oder weniger milde Winter. Doch in diesem Jahr sei es anders, sagte Bäcker. Das Nordpol-Eis sei stark geschmolzen. Über Island könne sich deshalb ein Hoch ausbilden, über den Azoren ein Tief. Die Zirkulation werde sich ändern und bringe uns statt der milden Meeresluft die kalte Luft aus Nordosten. Denn entscheidend für unser Winterwetter sei der Luftdruck-Gegensatz zwischen Arktis und unseren Breiten. Ist die Differenz hoch, entstehe ein starker Westwind (Jetstream), der warme und feuchte Atlantik-Luft nach Europa schaufle. Ist der Gegensatz gering, könne sehr kalte Arktis-Luft bis nach Europa vordringen.

Der Deutsche Wetterdienst sieht das Ganze mit gemischten Gefühlen. „Es wird wohl meistens einen Schmuddelwinter mit viel Niederschlag geben.“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung zur Bild. Doch auf ein erneutes Extremereignis wie die russischen Kältepeitschen im vergangenen Winter mit europaweit über 600 Kältetoten angesprochen, fügt Jung zu seiner Prognose hinzu: „Ja das ist möglich.“ Er rechnet schon für Ende November mit dem ersten Schnee in tiefen Lagen.

Nordpol: Trotz Eisschmelze in der Arktis soll der diesjährige Winter in Europa extrem kalt werden. Foto: LittlieVisuals/pixabay.com

Nordpol: Trotz Eisschmelze in der Arktis soll der diesjährige Winter in Europa extrem kalt werden. Foto: LittlieVisuals/pixabay.com

Brandrodungen etwa gut fürs globale Klima?

Die Rodung der brasilianischen Regenwälder vernichtet nicht nur den Lebensraum von Fauna und Flora, es wird auch jede Menge Kohlendioxid in die globale Atmosphäre geblasen, was der Ozonschicht der Erde bekanntlich nicht gut tut. Wissenschaftler haben allerdings heraus gefunden, dass das Kohlendioxid Dunstwolken produziert, welche die Erdoberfläche vor weiterer Erwärmung schützen. Denn diese Gewitterwolken reflektieren Sonnenlicht, ähnlich wie Schnee- und Eisfelder, und verändern so die Wärmezirkulation und entschleunigen so die Erderwärmung – eine gewagte These, die einer näheren Betrachtung bedarf.

Dem Himmel ganz nah sammelten die Forscher Daten über Brasiliens „künstliche“ Wolken. Foto: Acridicon-Chuva Projekt

Dem Himmel ganz nah sammelten die Forscher Daten über Brasiliens „künstliche“ Wolken. Foto: Acridicon-Chuva Projekt

Um die Theorie zu manifestieren und der Entstehung der Wolkentürme genauer auf den Grund zu gehen, gingen 60 Wissenschaftler eine wagemutige Mission ein. September und Oktober dieses Jahres erforschten Experten des Max-Planck-Instituts für Chemie (MPIC) und der Uni Leipzig die Wolken über dem brasilianischen Regenwald. Im vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen Forschungsflugzeug HALO hoben sie über dem Amazonasgebiet ab, um die Wolken aus nächster Nähe zu analysieren.

Ziel dieser Messkampagne war es, herauszufinden, wie Gase und Aerosolpartikel, Wolkentropfen und Eiskristalle, Wind und Sonnenstrahlung in der Atmosphäre wechselwirken und die Gebilde entstehen lassen. Die gesammelten Daten sind inzwischen wohlbehalten auf der Erde gelandet. Für Piloten und Forscher waren die Flüge nicht ganz ungefährlich. Forschungsflüge nahe großer Gewitterzellen, die in größere Wolkenformationen hineinführen, sind für die DLR-Piloten  ein nicht ganz alltägliches Handwerk. „Die Messflüge waren die bisher komplexesten Flugabläufe für HALO.“, so Pilot Steffen Gemsa. Auf die Ergebnisse der Auswertung darf man gespannt sein, vielleicht ist dies ein weiterer Schritt, mehr über die Klimaveränderungen zu erfahren.

Wetterfrösche feiern sich selbst

Ihre tägliche Zeit im Fernsehen ist begrenzt, sie werden aber jeden Tag aufs Neue sehnsüchtig erwartet – die Wettermoderatoren! Vergangene Woche trafen sich die „Wetterfrösche“ aus sieben europäischen Ländern im österreichischen Sölden (Tirol) um – ja genau, übers Wetter zu reden.

Mehr als 30 Moderatorinnen und Moderatoren von 25 TV-Stationen sind zum 8. Internationalen Wettergipfel in die Ötztaler Alpen angereist, um die medialen Wettervorhersagen und vor allem sich selbst in die Öffentlichkeit zu rücken. Das taten sie, indem sie eine Woche vor dem FIS Ski Weltcup Opening zwischen Preisverleihungen und Partys spektakuläre Bilder aus den Alpen in ihre Länder lieferten.

Ausgezeichnete Wettermoderatoren: Kai Zorn (SAT.1), Anna Dec (TVN Meteo) und Verena Schneider (PULS 4). Foto: Jan Hetfleisch/APA

Ausgezeichnete Wettermoderatoren: Kai Zorn (SAT.1), Anna Dec (TVN Meteo) und Verena Schneider (PULS 4). Foto: Jan Hetfleisch/APA

Initiator Thomas Weninger sieht in dem Treffen eine gute Möglichkeit für die „Wetterladys und -gentlemen“, sich über ihre Arbeit auszutauschen, Tourismusmanager Oliver Schwarz hingegen bringt es aus Sicht der Region auf den Punkt: „Für uns ist der Wettergipfel kurz vor dem Start der Saison der ideale Weg, unsere Gäste auf den Winterbeginn einzustimmen. Gerade der ungebrochene Trend zur kurzfristigen Urlaubsentscheidung hänge untrennbar mit dem Wetter zusammen. Daher würden genaue Wetterprognosen für Tourismusziele immer wichtiger, so der Tiroler Werbetrommler weiter.

Natürlich gibt es keinen Branchentreff ohne Preisverleihung. Die diesjährigen Wettergipfel-Awards für die besten Wetter-Beiträge des vergangenen Jahres gingen an Anna Dec vom polnischen Sender TVN Meteo (Platz 1), über den zweiten Platz kann sich Kai Zorn von SAT.1 freuen und der dritte Platz bleibt in Österreich. Er ging an Verena Schneider, Moderatorin beim österreichischen Privatsender PULS 4. Ob die TV-Zuschauer die Beiträge auch als „beste Aussichten“ bewerteten, ist nicht bekannt.

Bannerwolken: Harmlose Fahnen

Am Schweizer Matterhorn kleben regelmäßig Bannerwolken. Foto: Tower of Orthanc/Wikimedia, CC

Am Schweizer Matterhorn kleben regelmäßig Bannerwolken. Foto: Tower of Orthanc/Wikimedia, CC

Zum landwirtschaftlichen Alltag gehört es, von Zeit zu Zeit einen Blick in den Himmel zu riskieren. Neben modernen Wettervorhersagen ist es von Vorteil, sich auch auf seine Erfahrungen, was Wolkenbilder betrifft, zu verlassen. Doch eine Wolkenform sagt weder Schlimmes noch Gutes voraus. Man bekommt sie in flachen Regionen nicht einmal zu sehen, sie hängt einfach: Die Bannerwolke.

Die beeindruckende Wolkenform gehört zu den sogenannten „orographischen Wolken“. Das ist der Sammelbegriff für Wolken, die in der Nähe von Gebirgen auftreten. Voraussetzung für die Bildung der Bannerwolken ist ein markanter Berg, der ein Hindernis für die Luftströme darstellt. Die Wolken hängen sich entgegen der Windrichtung an die Bergspitze und wehen so im Stand mit dem Wind. Die Anmutung einer Fahne verleiht ihnen den Begriff „Bannerwolken“.

Die „Fahnen“ treten dann auf, wenn über den Berg starke, kalt-trockene Luft weht und diese warmfeuchte Luft der unteren Schicht an den Berg drückt. Im Idealfall wehen die warmen Luftmassen im rechten Winkel an die Bergwand. Eine wirkliche Erklärung für das Phänomen oder gar Erkenntnisse über die Auswirkungen auf das regionale Wetter haben Wissenschaftler allerdings noch nicht gefunden.

So entstehen Bannerwolken. Quelle: Prof. Volkmar Wirth, Universität Mainz

So entstehen Bannerwolken. Quelle: Prof. Volkmar Wirth, Universität Mainz

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