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Berlin macht Wetter

Brandenburger Tor: Berlin ist Namensgeber für das Phänomen der plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre. Foto: Brigitte Werner/pixabay.com

Brandenburger Tor: Berlin ist Namensgeber für das Phänomen der plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre. Foto: Brigitte Werner/pixabay.com

Dass Berlin in Europa eine gewisse Rolle spielt, weiß man. Aber ist die Stadt an der Spree sogar für das Wetter verantwortlich? Nicht ganz. Nur ein Wetterereignis, das erst seit den 1950er Jahren bekannt ist, trägt den Namen der Hauptstadt.

Das „Berliner Phänomen“ ist ein spezielles Ereignis, welches das Wettergeschehen auf der Nordhalbkugel entscheidend beeinflusst. Entdeckt hat es Prof. Richhard Scherhagen, damaliger Chef des Meteorologischen Instituts der Freien Universität Berlin, als er am 23. Februar 1952 die Messergebnisse der Berliner Stratosphären-Radiosonde auswertete. Zuerst dachte er an einen Übertragungsfehler, denn in einer Höhe von 30 Kilometer wurden an diesem Tag nach Temperaturen von minus 48 Grad Celsius plötzlich deutlich wärmere Temperaturen gemessen. Sie kletterten plötzlich um 36 Grad nach oben. Im Glauben, dass ein Irrtum vorliegt, änderten die Berliner zuerst die Messwerte von minus 12 auf minus 62 Grad ab. Doch überregionale Messungen in Dänemark, England und den USA bestätigten, dass alles seine Richtigkeit hat. In der Stratosphäre wurde eine Warmluftblase entdeckt, deren Vorkommen man sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war.

Frost trotz Erwärmung
Der Grund, warum die Wissenschaftler damals nicht so Recht an die Richtigkeit der Messwerte glaubten, ist die Tatsache, dass die Erwärmung der Stratosphäre mit extrem frostigen Wintern auf der Erde einhergeht. Das plötzliche „Aufheizen“ der Stratosphäre über dem Atlantik wirbelt die atmosphärische Zirkulation durcheinander und sorgt dafür, dass sich die Windverhältnisse über der Nordhalbkugel teilweise umkehren. Statt der üblicherweise vorherrschenden milden Westwinde, die in einen regelrechten Strudel geraten, bestimmen dann Ostwinde aus Russland die Wettersituation.

Hinzu kommt, dass die Westwinde quasi aus dem Strudel ausbrechen, eine Luftsäule entsteht, und die warme Luft in Richtung Äquator „flüchtet“. Was bleibt, sind die sprichwörtlichen ”sibirischen Temperaturen“ auf der Erdoberfläche. Das Phänomen tritt im Schnitt alle zwei Jahre auf, wobei es sich im vergangenen Jahrzehnt gehäuft hat. Den strengen Winter 2010 beispielsweise führen Meteorologen auch auf eine Erwärmung der Stratosphäre zurück.

Immer noch höchste Waldbrandgefahr

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Der Sommer hat in den vergangenen Wochen bundesweit Einzug gehalten. Bis auf einzelne Gewitter und Regenschauer erfreuen sich Sonnenhungrige über Sonne pur mit Temperaturen bis zu 37 Grad.

Was allerdings bei Baderatten und Eisliebhaber Wohlbefinden auslöst, kann für Waldbesitzer zur Tragödie werden. Die Waldbrandgefahr bewegt sich in weiten Teilen Deutschlands seit Tagen auf der höchsten Warnstufe (Stufe 5). Wenn Wälder aufgrund der anhaltenden Hitze in Flammen aufgehen, entsteht für die Forstwirte nicht nur erheblicher Schaden, auch Erholungssuchende und Tiere des Waldes sind in Gefahr.

Am stärksten betroffen sind vor allem die nordöstlichen Bundesländer, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie die östlichen Regionen Niedersachsens und Teile Sachsens. In Deutschland beobachtet man die lauernde Gefahr mit Argusaugen, zu größeren Schäden kam es aber noch nicht. Anders sieht es in anderen europäischen Regionen aus. In Spanien kam es vor wenigen Tagen zu einem Flächenbrand, der über 100 Häuser nahezu dem Erdboden gleich machte.

Wichtiges Farbenspiel
Seit Kurzem sind die Gefahrestufen für Waldbrände bundesweit einheitlich. Brandenburg hatte bisher vier Abstufungen und hat diese jetzt den deutschlandweit gültigen fünf angepasst. 1 wird auf der Karte der Warnzentralen mit grün dargestellt und bedeutet „sehr geringe Gefahr“, 2  ist gelb und sagt uns, dass eine „geringe Gefahr“ besteht, orange sind die Gebiete markiert, in denen „mittlere Gefahr“ besteht, das ist die Stufe 3. Bei rot wirds brenzlich, denn mit dieser Farbe sind Regionen, in denen „hohe Gefahr“ besteht, eingefärbt. Die Gefahrenstufe 5 – „sehr hohe Gefahr“ ist violett und bedeutet für Wetter- und Katastrophenexperten eine Situation, bei der es gilt, extrem wachsam zu sein.

Zu Rauchen und offenes Feuer zu entfachen ist natürlich auch nur in der Nähe des Waldes streng verboten. Weiterhin wird dazu geraten, auf Waldwegen keinerlei Fahrzeuge abzustellen, denn beim Starten kann der Motor schonmal mehrere hundert Grad Celsius entwickeln. Es genüge schon ein Funkenflug über trockenem Gras, um einen Flächenbrand, der sich schnell auf einen angrenzenden Wald ausbreiten kann, zu entfachen, heißt es vom ADAC.

Wer zahlt Waldbrandschäden?
Waldbesitzer haben die Möglichkeit, neben einer Versicherung gegen beispielsweise Sturmschäden, auch eine Waldbrandversicherung abzuschließen. In der Regel gilt diese für stehende Bäume, als auch geschlagenes Holz sowie Aufräum- und Feuerlöschkosten. Wurde das Feuer allerdings fahrlässig, zum Beispiel durch eine weggeworfene Zigarette entfacht und der „Täter“ ist den Behörden bekannt, haftet alleine dieser. Die Schadenswiedergutmachung kann wegen einer Sekunde „Dummheit“ die finanzielle Existenz kosten.

Weitere Infos:
Auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann man die aktuellen Gefahrenentwicklungen miterfolgen.

Warum wird das Wetter immer am Wochenende schlecht?

Verregneter Biergartenbesuch: Warum uns das Wetter das Wochenende oft vermiest, hat seine Gründe. Foto: fotolia.com

Verregneter Biergartenbesuch: Warum uns das Wetter das Wochenende oft vermiest, hat seine Gründe. Foto: fotolia.com

Es ist Sommer, abertausende Menschen schwitzen in Deutschlands Büros. Der Freitag naht und die Vorfreude aufs Wochenende steigt. Man will raus in die Natur, sich im Biergarten mit Freunden treffen. Doch dann, pünktlich am Freitag gegen Abend, ziehen Wolken am Himmel auf. Der Blick auf die Wettervorschau verheißt für genau drei Tage nichts Gutes, vereinzelt Regenschauer in der Nacht auf Samstag, Gewitter bis Sonntagabend, der mit einzelnen Sonnenstrahlen Hoffnung aufkommen lässt. Einen Lichtblick lässt der Blick auf den Montag zu, 35 Grad! Doch dann war’s das mit einem schönen Wochenende. Wird das Wetter immer zum Wochenende schlecht oder bilden wir uns das nur ein?

Experten sagen nach Auswertungen von Wetterstatistiken „Ja, das stimmt!“ und haben auch gleich die Gründe parat, warum uns das Wetter immer einen Strich durch unsere Freizeitpläne macht. Das Überraschende an den Erkenntnissen ist, dass wir selbst schuld sind an der wöchentlichen Misere. Der Grund sei bei den Abgasen zu suchen, die werktags in die Luft geblasen werden, wie das Wissenschaftsmagazin “Spektrum” die Meterologen Dominique Bäumer und Bernhard Vogel vom Karlsruher Institut für Technologie zitiert.

Die sogenannten Aerosole, die in der Woche von Fabriken und Autos in die Luft entlassen werden, sind die Keimzellen der Wolkenbildung. Wasserdampf lagert sich an dem Gemisch aus flüssigen oder festen Schwebeteilchen und Gas ab, bis sich immer größere Tröpfchen bilden, die irgendwann der Schwerkraft nicht mehr standhalten und aus den Wolken fallen – es regnet. Nämlich genau dann, wenn die Fabriken am Samstag die Produktionen runterfahren und keine berufstätigen Autofahrer Deutschlands Straßen verstopfen und kaum LKW unterwegs sind.

Am Sonntagabend ist die „Entladung“ der Wolken meist vorbei und ab Montag können Fabriken und Autofahrer wieder erneut „Regen-Nachschub“ in den Himmel blasen, der sich die ganze Woche über ansammelt, um uns das nächste Wochenende zu vermiesen.

 

Muh! – Das Wetter morgen

Zu der Tatsache, dass manche Tierarten, viele davon in anderen Teilen der Erde, auf Wetter und nahende Umweltkatastrophen reagieren (die-wetterversicherung.de berichtete), gibt es einige Studien. Dass gerade Landwirte vom Wetter abhängig sind, ist hinlänglich bekannt. Was liegt also näher, sich für die Wettervorhersage nicht nur auf die Fernsehnachrichten zu verlassen, sondern auch die heimischen Haustiere zu beobachten.

Eine alte Weisheit besagt, dass Regen im Anmarsch ist, wenn Kühe sich hinlegen. US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die überlieferte Annahme gar nicht so falsch ist. Die Erklärung ist einfach: Wenn es heiß ist, stehen die Tiere, damit sie durch mehr freigelegte Körperfläche mehr Hitze in die Luft abgeben können. Wenn es kälter wird, legen sich die Tiere hin, damit eben keine Körperwärme freigesetzt wird und sie diese für kältere Tage konservieren können. Da mit Kälte oft Regen einhergeht, ist die alte Wetterregel gar nicht so verkehrt.

Stehen Kühe, bleibt es warm. Wissenschaftler erklären in einer Studie die alte Weisheit. Foto: pixabay

Stehen Kühe, bleibt es warm. Wissenschaftler erklären in einer Studie die alte Weisheit. Foto: pixabay

Bei genauerem Hinsehen und mit etwas Geduld kann man auch aufgrund der Atmung der Kühe auf das anstehende Wetter schließen. Bahnt sich Regen an, fällt der Luftdruck (Tiefdruckgebiet), was den Tieren das Atmen erschwert. Damit sie trotzdem genug Luft bekommen, setzen sie zusätzlich mit der Maulatmung ein. Auch durch lautes Gebrüll machen sie ihrem Unmut über die Beschwerden Luft.

 

Wein an der Ostsee, Olivenbäume am Neckar

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Dass sich das Klima im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, ja sogar in den letzten Jahrzehnten, ständig verändert hat, ist bekannt. Weniger im Bewusstsein sind die Auswirkungen der Veränderungen in der Vergangenheit und auch in der Zukunft.

Biologen beobachten schon heute eine Verschiebung von Vegetationszonen bis zu 400 Kilometer in Richtung Norden. In alpenländischen Gipfelregionen, die bis vor einigen Jahren noch von Steinen und Flechten dominiert waren, siedeln sich Pflanzen und Tiere an, die man bis jetzt dort nicht vermutet hätte.

Ähnlich verhält es sich mit Kulturpflanzen. Sie gedeihen in Regionen, in denen man nie daran gedacht hätte, sie dort zu kultivieren. Findige Landwirte bauen in Großbritannien bereits Olivenbäume an. Auch in Deutschland läuft bereits ein entsprechendes Experiment. In der Region Kraichgau in Baden-Württemberg wachsen auf einem 1.600 Quadratmeter großen Olivenhain zehn Fruchtsorten, die aus Italien, Frankreich, Kroatien und Griechenland an den Neckar übersiedelt worden sind. An der Ostsee gibt es bereits ein Weingut. Der Ingenhof baut in Malkwitz in Schleswig-Holstein auf drei Hektar Trauben an, und das erfolgreich.

Wenn man geschichtlich ins Mittelalter zurück blickt, hatten damals Ölbäume auf den Britischen Inseln schon eine lange Tradition hinter sich. Genauso, wie zu jener Zeit am Alpennordrand, inmitten der bei Kulturtouristen und Naturgenießer beliebten Region um Salzburg in Österreich, Wein wuchs. Alles wiederholt sich, ob mit oder ohne industriebedingtem Klimawandel.

Doch, was für die meisten Menschen nach Urlaubsgefühl in den heimischen Breiten klingt, ist für die Landwirtschaft keineswegs positiv. Eine nur vier bis fünf Grad höhere Durchschnittstemperatur würde Wasserknappheit ins Land bringen, die Waldbrandgefahr würde steigen und könnte griechische und süditalienische Dimensionen annehmen. Mit der nach Norden ziehenden Tierwelt würden sich auch nicht nur gerne gesehene Arten ansiedeln. Auch Schädlinge, die bis jetzt südlich der Alpen zu finden sind, kämen ins Land.

Wirbelstürme im Anmarsch?

Berichte über Hurrikankatastrophen nehmen Mitteleuropäer meist mit Entsetzen wahr, fühlen sich aber heimelig sicher. „Die Menschen in den betroffenen Gebieten sind arm dran, aber alles soooo weit weg“. Von wegen!

Forscher haben herausgefunden, dass die Wirbelstürme aus ihren Stammregionen rund um den Äquator abwandern und zwar nach Norden und Süden in Richtung der Pole.

Die Wissenschaftler um den US-amerikanischen Meteorologen James Kossin veröffentlichten in der Fachzeitschrift „Nature“ Berechnungen, denen zufolge sich die unheilbringenden Naturgewalten in den letzten 30 Jahren um mehr als 50 Kilometer in Richtung der Erdkuppeln bewegt haben.

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Die Forschergruppe nennt sogar konkrete Zahlen. Der „Wanderweg“ auf der Nordhalbkugel wurde mit bisher 53 Kilometern festgelegt, für die Südhalbkugel wurde eine Strecke von gar 62 Kilometern errechnet, welche die Stürme bisher zurücklegten. Besonders deutlich sei der Trend im Pazifik und im Indischen Ozean bemerkbar, schreiben die Autoren. Auf eine andere Studie des „National Climatic Data Center“ (NOAA), für das James Kossin übrigens arbeitet und die beinhaltet, dass die Anzahl der Wirbelstürme im Nordatlantik seit den 1990er Jahre erheblich angestiegen sei, geht der Meteorologe in dem Artikel nicht ein. Wenn sich die Stürme zwischen Amerika und Europa ebenfalls ausbreiten, müsste sich auch Deutschland über kurz oder lang auf Hurrikans vorbereiten.

In einem Punkt sind sich die Wissenschaftler einig: Die Ausbreitung der Wirbelstürme sei menschengemacht. Eine globale Erderwärmung habe dafür gesorgt, dass sich die Luftzirkulation verändert habe. Die Entstehung der Wirbelstürme sei von speziellen Winden abhängig, die in Äquatornähe abgenommen und am Tropenrand zugenommen hätten und so das Hurrikanrisiko an den Rand der bisherigen Hotspots gewandert sei, glauben die Forscher zu wissen.

 

Frühzeitige Hagelwarnung per App

Hagelschäden sind nicht nur für Haus- und Autobesitzer ärgerlich, Hagel ist auch einer der größten Feinde der Landwirtschaft. Das

Kommt er oder kommt er nicht? Eine neue App soll frühzeitig vor Hagel warnen und gleichzeitig das Haus dicht machen. Foto: digitalStrom

Kommt er oder kommt er nicht? Eine neue App soll frühzeitig vor Hagel warnen und gleichzeitig das Haus dicht machen. Foto: digitalStrom

Unternehmen digitalStrom, das sich mit der Komplettvernetzung von allen in einem Haushalt befindenden Geräten beschäftigt, und die MeteoGroup haben den „Smart Home Hagelwarner Service“ entwickelt, der „das Heim vor Hagelschäden schützen soll“, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung wissen lassen. Für den Hagelwarner Service liefert die MeteoGroup Hagelwarnungen, so dass die mit digitalStrom vernetzten Häuser und Wohnungen automatisch geschützt werden.

Im Gegensatz zu handelsüblichen Wetterstationen soll das System so frühzeitig warnen, dass rechtzeitig Präventivmaßnahmen getroffen werden können. Der Clou an der Sache ist, dass nicht nur gewarnt wird, sondern bei vernetzten Haushalten auch gleichzeitig Rolläden geschlossen und Markisen eingefahren werden.

„Auf Basis unseres gemeinsamen Know-hows und dank der Kombination von Wetterdaten mit dem intelligenten Smart Home System von digitalStrom haben wir einen Service realisiert, der einen hohen Mehrwert darstellt: den Schutz von Wohneigentum.“, freut sich Michael Behm von der MeteoGroup.

digitalStrom-Kunden können die Warnapp einfach abonnieren.

 

Heißer Angriff

Nicht enden wollende Wolkendecken und für den Frühling ungewöhnlich niedrige Temperaturen haben vielen die Laune vermiest. „Jetzt darf es aber schön langsam mal schöner werden“, hörte man vielerorts. Die warme Jahreszeit ließ warten. Allerdings war das Frühjahr zwar kühl, Niederschläge blieben aber in weiten Teilen aus.

Gegen die Hitze hilft oft nur abzutauchen, für Landwirte kann sie wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Foto: Alfred Heiler/pixelio.de

Gegen die Hitze hilft oft nur abzutauchen, für Landwirte kann sie wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Foto: Alfred Heiler/pixelio.de

Zu Pfingsten war es endlich so weit – und wie. Der nahende Sommer kündigte sich mit einem Rekordwochenende im wahrsten Sinne des Wortes an. Meteorologen kolportieren das heißeste Pfingstwochenende seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Wetterdienste meldeten an zahlreichen Messstellen Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke. Am wärmsten war es im badischen Städtchen Rheinau mit exakt 37,7 Grad Celsius. Die heiße Luft aus Afrika, die zum Teil sogar Saharasand nach Deutschland brachte, bescherte uns am Wochenende überfüllte Strandbäder und gut besuchte Eiscafes.

Sommermärchen mit Beigeschmack
So sehr sich Fußballfans auf eine Neuauflage des WM-Sommermärchens 2006 freuen, hält sich in Teilen der Bundesrepublik, vor allem in Nordrhein-Westfalen, die Biergarten- und Eisdielenlaune in Grenzen. Das Aufeinandertreffen der tropischen Temperaturen mit einer Kaltfront aus Frankreich brachte Unwetter mit Sturm, starkem Regen und sogar Hagel nach Westdeutschland – Bäume knickten, der Bahnverkehr musste teilweise eingestellt werden. Das Unwetter forderte sogar sechs Menschenleben.

Kein Supersommer für Landwirtschaft
Experten trauen sich zwar noch nicht ganz, sich auf die Wettersituation in den Sommermonaten festzulegen, die langfristigen Prognosen stimmen aber mit dem Hundertjährigen Kalender überein. Das Thermometer klettert etwas nach unten, der Sommer bleibt aber. Begleitet werden die Sonnenstunden von einzelnen Gewittern, die aber aus Sicht der Landwirtschaft trotzdem zu wenig Niederschlag für eine optimale Vegetation bringen werden.

Auch Tiere können schwer mit hohen Temperaturen umgehen. Vorallem bei Hochleistungskühen schwindet bei anhaltenden hohen Temperaturen die Leistung. Je größer die Milchleistung ist, desto mehr Körperwärme produzieren die Tiere. Gelingt es den Tieren nicht, die Wärme abzugeben, verschlechtert das die Milchleistung. Auch die Gesundheit kann beeinträchtigt werden.

Sport bei jedem Wetter?

Wird unsere National-Elf bei der WM trotz der brasilianischen Temperaturen die von den Fans erwarteten Leistungen bringen? Foto: obs/Lindner Hotels & Resorts/SFM

Wird unsere National-Elf bei der WM trotz der brasilianischen Temperaturen die von den Fans erwarteten Leistungen bringen? Foto: obs/Lindner Hotels & Resorts/SFM

„Die Vergabe an der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar war ein Riesenfehler“, gestand der Präsident der FIFA, Sepp Blatter (78), jetzt ein. Neben politischen und menschenrechtlichen Querelen war es wohl auch ein Fehler, das regionale Klima in der Monarchie am Persischen Golf bei der Entscheidung außen vor zu lassen.

In Katar sind Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius tagsüber und um die 30 Grad nachts keine Seltenheit. Das Gleiche gilt für Brasilien, wohin sich die deutsche National-Elf kommenden Samstag zur diesjährigen WM auf den Weg macht. Sogar FC Bayern München-Spieler Dante (29), selbst Brasilianer, warnt in einem Interview mit der BILD: „Es weht kaum ein Wind, die Atmung wird dadurch erschwert.“

Die Profisportler haben wohl keine andere Wahl, als die Entscheidungen der Organisatoren von internationalen Bewerbern zu akzeptieren. Doch Hobbysportler, die lediglich nach Bewegung und einigermaßen Fitness für ihren Körper suchen, haben die Wahl, die eine oder andere Trainingsrunde ausfallen zu lassen, um wetter- beziehungsweise temperaturbedingt das eigene Kreislaufsystem zu schonen.

Was passiert bei Hitze?
„Sport ist Mord“, meinte einst der einstige englische Premierminister Winston Churchill (1874 – 1965). Ganz so drastisch sollte man es sicher nicht sehen, für seinen Körper etwas zu tun. Doch Ärzte warnen davor, es zu übertreiben und bei hohen Temperaturen zum Beispiel joggen zu gehen.

Ein gefährliches Symptom von körperlicher Anstrengung bei hohen Temperaturen ist die Erweiterung der Blutgefäße, die der Haut Blut abzieht, um für die beanspruchten Muskeln zu verwenden. Die Folge ist Atemnot.

Auch der Schutzmechanismus des Schwitzens versagt bei sehr hohen Temperaturen. Der Schweiß verdunstet, bevor er den kühlenden Mantel überhaupt über die Haut legen kann. Wenn ein Flüssigkeitsverlust von 2 Prozent des Körpergewichts beträgt, tritt schon eine Leistungsminderung ein. Beim Marathonlauf zum Beispiel kann der Flüssigkeitsverlust schon 5 bis 6 Prozent des Körpergewichts betragen, wenn man nicht genug trinkt. Die Folge ist, dass auch dem Blut Wasser entzogen wird und der rote Lebenssaft dickflüssiger wird. Sogar die Versorgung der Organe mit dem lebenswichtigen Blut kann darunter leiden. Nieren und der Magen-Darm-Trakt können dauerhaft beschädigt werden. Durch Hitzestaus aufgrund von Flüssigkeitsentzug verlieren auch die Muskeln an „Geschmeidigkeit“ und Verletzungsgefahr steigt.

Sport ist gesund, doch wer bei jedem Wetter, auch bei großer Hitze, durch Wald und Flur joggen will, sollte sich sportmedizinisch untersuchen lassen und nicht vergessen, während des Fitnessprogramms genügend Wasser zu trinken.

Wettervorhersagen durch Klimawandel schwieriger?

„Wie wird denn das Wetter morgen?“ ist eine der zentralen Fragen des Alltags. Meteorologen, wie die des Deutschen Wetterdienstes (DWD) arbeiten rund um die Uhr und unerlässlich, um diese zu beantworten.

„Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“, zitiert der DWD den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain (1835 – 1910) in einer Broschüre fast schon entschuldigend. Denn Wetterprognosen waren schon immer eine Gradwanderung zwischen wissenschaftlichen Fakten, Zufall und der Eigenmächtigkeit der Natur.

1993 lag die die Genauigkeit der Wetterprognosen bei 20 bis 25 Prozent, im Winter 2006 – 2007 lag der Genauigkeitswert nach Angaben des DWD bei 50 Prozent. In der Relation gesehen, muss man auch einkalkulieren, dass die Technik der Meteorologen immer besser wird. Ein Vergleich ist also kaum herzustellen.

In den letzten Jahrzehnten ist aber eine Herausforderung für die Wetterforscher dazu gekommen: Der vermeintliche Klimawandel. Wobei noch nicht klar ist, welchen Einfluss er auf die Prognosegenauigkeit nimmt. Experten zufolge hat die Veränderung des Klimas kaum etwas mit der Voraussagequalität des „normalen“ Wetters zu tun.

Anders sieht es schon bei Wetterextremen, wie starken Gewittern oder Hagel aus. Da kommt allerdings die Tatsache zum Tragen, dass Gewitter, unabhängig vom Klimawandel, schwer vorauszusehen sind.

Foto: DWD

Foto: DWD

Das hat den Grund, dass Unwetter Ereignisse sind, die sich in regionalen Bereichen abspielen. „Schauer und Gewitter sind kleinräumige Ereignisse. Dementsprechend sind sie schwierig zu prognostizieren. Dafür fehlt es an Rechenkapazität. Zudem lassen sich Unwetter für einen Ort immer erst kurz vorher vorhersagen“, so DWD-Experte Malte Witt in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Die Aufzeichnungen sagen, dass seit dem Zeitpunkt, seit dem ein Klimawandel, dessen Ursache immer noch Streitpunkt zwischen Wissenschaft und Politik ist, beobachtet wird, verstärkt Unwetter in Mitteleuropa auftreten. Und diese sind eben schwer voraussehbar. So nimmt die Veränderung des Klimas Einfluss auf die Genauigkeit der Wetterprognosen – indirekt.

 

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