Beiträge des Autors

Spinnen gegen Schädlinge: Nützlich nur bei diesem Wetter

Spinnen sind von manchen Menschen gefürchtet, sie werden als ekelig empfunden. Trotzdem sind sie nützlich. Die krabbeligen Vielbeiner helfen Landwirten bis zu einem gewissen Maße bei der Schädlingsbekämpfung, und das auf natürlichem Weg. Doch auch die Spinnen sind empfindlich, sie fliegen nur auf die Felder, wann sie das wollen, das Wetter muss passen. Spinnen richten sich beim Fliegen wie Hobbypiloten auch nach dem optimalen Flugwetter.

Spinnen warten aufs optimale Flugwetter, bis sie sich auf große Reise begeben. Foto: Kurt F. Domnik/pixelio.de

Spinnen warten aufs optimale Flugwetter, bis sie sich auf große Reise begeben. Foto: Kurt F. Domnik/pixelio.de

Das Wissen um das verständliche Verhalten der Tiere basiert auf einer Studie britischer Forscher. Optimal sei eine Kombination mäßig starker horizontaler und vertikaler Strömungen, schrieben bereits vor einigen Jahren Andy Reynolds vom Forschungsinstitut Rothamsted Research und seine Kollegen im naturwissenschaftlichen Fachmagazin „Biology Letters“. Diese Bedingungen herrschten an nicht allzu warmen, leicht bewölkten Tagen mit einer leichten Brise – typisch für das Frühjahr und Ende August, den man im Volksmund gerne als Altweibersommer bezeichnet. Die im Spätsommer durch die Luft schwebenden Spinnenfäden sind bekannt und mit bloßem Auge zu sehen. Die silbernen Fäden erinnern an graues Haar und geben deshalb dem Altweibersommer seinen Namen.

Die Spinnen legen dabei einige hundert Meter zurück, bevor sie wieder aufsetzen, um nach Insekten zu suchen. Das fanden die Forscher mithilfe eines Rechenmodells heraus, in dem sie die Flugbahnen von 100.000 Spinnen simulierten. Einige schafften es sogar, sich bei den richtigen Windbedingungen, einige hundert Kilometer weit tragen zu lassen, schreiben die Wissenschaftler. Das Forscherteam glaubt sogar an einen praktischen Wert seiner Studie für die Landwirtschaft: „In der Anbausaison landen jeden Tag etwa 1.800 Spinnen auf jedem einzelnen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Wenn Landwirte den Import an Spinnen vorhersagen können, können sie den Einsatz an Pestiziden entsprechend verringern.”

Naturkatastrophen: Deutschland eines der sichersten Länder

Waldbrände, Überschwemmungen, Orkane, Erdbeben – die Menschheit ist der Gewalt der Natur ausgesetzt. Die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde haben immer noch die Oberhand und das wird auch immer so bleiben. Manche Regionen trifft es stärker, mit manchen Teilen der Welt hat die Natur ein „Einsehen“. Der vom Bündnis „Entwicklung hilft“ in Zusammenarbeit mit der United Nations Universität Bonn erstellte Weltrisikobericht 2014 bezieht das Risiko für die Bevölkerung von 171 Ländern ein.

Trügerische Ruhe: Vanuatu ist, was Naturkatastrophen betrifft, das unsicherste Land der Welt. Foto: Phillip Capper
Trügerische Ruhe: Vanuatu ist, was Naturkatastrophen betrifft, das unsicherste Land der Welt. Foto: Phillip Capper

Als gefährdetstes Land ist auf Platz eins die südpazifische Inselrepublik Vanuatu zu finden, gefolgt von den Philippinen und Tonga. In diesen Ländern lässt zum Beispiel der vehemente Anstieg des Meeresspiegels das Risiko steigen. In die Berechnungen werden aber nicht nur die drohenden Naturgewalten selbst miteinbezogen, sondern die gesellschaftlichen Zustände. Die USA beispielsweise zählen auch zu den gefährdeten Ländern: Die Westküste ist ständig von Erdbeben bedroht, die Ostküste von Wirbelstürmen. Sie kann aber als reiches Land besser für den Fall des Falles vorsorgen.

Trotz wiederkehrender Katastrophen wie Waldbrände in Griechenland und Überflutungen in Deutschland ist Europa eine „Insel der Seligen“, wenn man den Vergleich zu anderen Kontinenten zieht. Innerhalb der Europäischen Union ist die Niederlande das gefährdetste Land (Platz 51). Deutschland gehört mit Rang 147 von 171 berücksichtigten Ländern zu den sichersten Ländern der Welt, gefolgt von der Mongolei und Dänemark. Am allerwenigsten gefährdet sind laut des Weltrisikoberichtes Saudi-Arabien, Malta und Katar.

Wärmster August seit 1880

1998 versucht das 80er-Popduo Modern Talking ein Comeback zu starten, Frankreich wird im eigenen Land 3:0 gegen Brasilien Fußballweltmeister und der August dieses Jahres galt als wärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880 – bis 2014!

Denn der diesjährige August lief dem gleichen Zeitraum 16 Jahre zuvor den Rang ab. Nie war dieser Monat wärmer. In Deutschland war er zwar durchwachsen und wurde von einigen Kaltfronten durchquert, der globale Mittelwert verhilft ihm aber zu diesem Rekord. Die weltweite Durchschnittstemperatur der Erd- und Meeresoberflächen lag bei 16,35 Grad Celsius und damit 0,75 Grad höher als im langfristigen Mittel. Auch Mai, Juni und Juli waren global überdurchschnittlich warm, wie die US-Klimabehörde NOAA in ihrem Bericht schreibt.

Goldener Oktober
Nach diesem Rekordsommer, wenn auch nur theoretisch, und einem teils ungemütlichen Septemberende dürfen sich Wanderer und Spaziergänger auf einen schönen Oktober freuen. Über 20 Grad und viele Sonnentage kündigen die Meteorologen an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) traut sich zwar noch keine endgültigen Prognosen abzugeben, allen Anzeichen nach dürfen wir uns aber auf einen sprichwörtlichen „goldenen Oktober“ freuen, auch wenn es nicht der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen ist.

Der August war global der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, auch wenn uns in Deutschland so manche Kaltwetterfront einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Foto: Sabine Fischer/pixabay.com

Der August war global der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, auch wenn uns in Deutschland so manche Kaltwetterfront einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Foto: Sabine Fischer/pixabay.com

Experten reden übers Extremwetter

die-wetterversicherung.de redet übers Wetter. In Hamburg reden Experten von 6. bis 10. Oktober übers Extremwetter. Der ExtremWetterKongress findet bereits zum 9. Mal statt.

Schwere Unwetter in weiten Teilen Deutschlands und immer neue Rekordtemperaturen machen Fachleuten und Wissenschaftlern Kopfzerbrechen. Der aktuelle Stand der Wissenschaft zur Entwicklung von Extremwetterlagen wird in den fünf Tagen in der HafenCity Hamburg in Vorträgen und Symposien behandelt. Über 3.000 Experten werden in dieser Woche an der Elbe erwartet.

Ausgetrocknete Alster: Mit einer Fotomontage versuchen die Veranstalter des ExtremWetterKongresses ein Zukunftsszenario zu zeichnen. Foto: IWK

Ausgetrocknete Alster: Mit einer Fotomontage versuchen die Veranstalter des ExtremWetterKongresses ein Zukunftsszenario zu zeichnen. Foto: IWK

Neben der Präsentation von etwa Langzeitstudien wird auch über spezifische Themen, wie „Auswirkungen des Extremwetters auf den Straßenverkehr“ diskutiert werden. Ein eigenes Symposium ist dem Regenwasser gewidmet. Unter dem Motto „Wohin mit dem Wasser?“ wird über Regenwassermanagement als Herausforderung referiert.

Die faktenlastige Veranstaltungswoche wird durch eine große Fotoausstellung abgerundet. Die Ausstellung zeigt 50 großformatige Bilder von Tieren, die dem „Sturm ins Auge schauen“, sich also im übertragenen Sinne mit den Widrigkeiten von Wetter und Klima zurechtfinden müssen.

Der Kongress ist eines der größten jährlichen Treffen von Wissenschaftlern aus Wetter- und Klimaforschung, Wetter-Moderatoren, Wissenschaftsredakteuren, Dienstleistern und interessierten Laien zum Thema extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel.

Alle Infos zum ExtremWetterKongress gibt’s hier.

Waldbrandgefahr steigt enorm

Wissenschaftler des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien warnen in einer kürzlich erschienenen Studie vor einem enormen Anstieg der Gefahr von Waldbränden. Die Forscher um den Autor der Studie, Nikolay Khabarov, führen dies auf den Klimawandel zurück. Durch längere Trockenperioden würden die Wälder einfach anfälliger für Brände werden. In der Studie, die im renommierten Fachjournal „Regional Environmental Change“ erschien, ist von einer Verdreifachung der Anzahl der Brände bis zum Jahr 2090 die Rede.

Alleine in den am stärksten betroffenen europäischen Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland wurden 2012 etwa 520.000 Hektar Wald durch Feuer zerstört, wie aus der jährlich vom Joint Research Center (JRC) der EU herausgegebenen Waldbrandstatistik hervorgeht. In den Jahren 1980 bis 2008 sei die in Europa verbrannte Waldfläche jährlich zwischen 200.000 und einer Mio. Hektar gelegen, so Khabarov.

Gegenmaßnahmen
Durch bessere Waldbewirtschaftung könne das Problem abgefedert werden, schreiben die Wissenschaftler. Dabei empfehlen die Forscher „den Gaul von hinten aufzuzäumen“, indem man durch kontrollierte Feuer den natürlich entstehenden Bränden zuvorkommt. Der Anstieg der Schäden könne so bis 2090 sogar um 50 Prozent reduziert werden. Der ideale Zeitraum, um diese Brände zu legen, seien die Wintermonate. Dabei soll leicht brennbares Totholz aus den Wälder entfernt werden. „Es gibt immer noch eine große Debatte über die Wirksamkeit kontrollierter Feuer. Unsere Studie zeigt, dass es sich dabei um eine vielversprechende Option handelt, die europäischen Wälder vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen“, erklärt Khabarov in einer Pressemitteilung des IIASA.

Gleichzeitig weisen die Forscher aber auf die althergebrachte Gefahrenquelle, den Menschen selbst, hin. 95 Prozent aller Waldbrände in Europa würden durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit, aber auch durch Brandstiftungen entstehen. Viele dieser Feuer könnten durch verantwortungsvolles Handeln vermieden werden, betonen die Forscher.

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Wenn Regen zum Wunder wird

Ascheschleuder: Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull „regnete“ es auf dem gesamten Erdball Staubpartikel. Foto: ESA

Ascheschleuder: Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull „regnete“ es auf dem gesamten Erdball Staubpartikel. Foto: ESA

Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 wurde die Erde von einer dichten Aschewolke umhüllt. Flugzeuge mussten am Boden bleiben, es regnete Staubpartikel. Im April diesen Jahres kam, wie es in unregelmäßigen Abständen geschieht, wieder Wüstensand aus Nordafrika nach Mitteleuropa und bedeckte Gartenstühle und Autos.

Bei Phänomenen, die alles auf die Erde schleudern außer Wasser, spricht man von „Wunderregen“. Dazu zählen auch „kosmischer Regen“, bei dem Partikel aus dem Weltraum in die Erdumlaufbahn geraten und dann in Richtung Erde prasseln, sowie Getreideregen, bei dem Getreidehalme durch etwa einen Wirbelsturm in die Luft geschleudert werden und an anderer Stille wieder zu Boden sinken. Beim Staubregen geschieht das selbe mit Bodenpartikel. Bei letzterem spricht man auch von „Blutregen“, da die Staubpartikel meist durch hohen Kieselsäure-, Eisen- und Kupferoxydgehalt rötlich gefärbt sind.

Im Aberglauben der Antike und des Mittelalters verband man die rötlichen Partikel mit wirklichem Blut und zog daraus drohende Unglücke wie Krieg oder Seuchen. Man verstand das Phänomen als Zeichen göttlichen Zorns. „Erschreckliche zaichen sind in welsche land (Italien, Anm. d. Red.) nach gepurt des herrn 570. Jahr bey nacht gesehen worden. Dann fewrig Straln erschine am himel un pluot tropfet von wolcken, was menschlichs pluot bedeutete, das darnach vergoßen wardt. nachfolgend regnet es vil tag aneinander und mehret sich die Tyber (Fluss Tiber, Italien, Anm. d. Red.) mit gewalt der wasser, also das sie an nidern enden (im unteren Flusslauf, Anm. d. Red.) vil volcks ertrencket. deßgleichen geschahe auch in andern stetten und gegenten.“, schrieb der Nürnberger Arzt und Humanist in seiner 1493 verfassten Weltchronik.

Schwüle ist nicht messbar

Der Sommer ist dieses Jahr durchwachsen, gerade im Juli kletterten die Temperaturen auf für die meisten Menschen unangenehme Höhen. „Das ist aber wieder schwül heute“, sind bei Wetterlagen solcher Art gängige Kommentare. „Ich empfinde es gar nicht so“ kann aber durchaus als Antwort kommen.

„Empfinden“ ist das Stichwort. Denn ob man das Wetter als schwül oder angenehm wertet, ist ein rein subjektives Empfinden, das nicht messbar ist. Eine eindeutige meteorologische Definition gibt es nicht. Schwüle ist neben der hohen Lufttemperatur und der Höhe der Luftfeuchtigkeit einerseits auch von der körperlichen Verfassung des Einzelnen abhängig.

Viel zu trinken, kühlt den Körper auch bei Schwüle von Innen. Foto: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)

Viel zu trinken, kühlt den Körper auch bei Schwüle von Innen. Foto: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)

Der Körper tut sich bei hoher Luftfeuchtigkeit schwer, selbst Feuchtigkeit abzugeben, da die Luft in solchen Fällen keine Flüssigkeit mehr aufnehmen kann. Deshalb schwitzt man bei Schwüle nicht oder weniger. Und die Aufgabe des Schweißes ist ja, den Körper durch Verdunstung zu kühlen.

Welche Probleme der einzelne Mensch nun mit der inneren Körperhitze hat, ist zum Beispiel von der Stabilität des Blutkreislaufes abhängig. Die Wärme, die bei trockener Außenhitze die Möglichkeit hat, dem Körper über den Schweiß zu entweichen, erweitert die Blutgefäße, woraufhin der Blutdruck sinkt. Bei Menschen mit von Haus aus niedrigem Blutdruck können also bei schwülem Wetter schnell Schwindel und Übelkeit auftreten. Der Körper warnt dann mit Unwohlsein, um Schlimmeres, wie sogar einen unter Umständen tödlichen Hitzeschlag, zu vermeiden. Menschen mit derlei Problemen klagen dann über das „schwüle Wetter“.

Sommer der Extreme

Der Sommer 2014 befindet sich in der Zielgerade. In etwas mehr als einem Monat, nämlich am 23. September, beginnt der Herbst. Wenn man die sogenannte „warme Jahreszeit“ rückblickend betrachtet, war es ein Sommer der Extreme, kaum auszuhaltende Hitzewellen mit Temperaturen nicht mehr weit weg von der 40 Grad-Marke wechselten sich mit tagelangen Regengüssen, grauen endlos erscheinenden Wolkendecken und sogar extremen Unwettern mit hohen Sachschäden, Verletzten und sogar Todesopfern, ab.

Das wechselhafte Wetter ist in unseren Breitengraden allerdings nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil: Eigentlich müssten die Wechsel zwischen Kalt- und Warmfronten noch öfter stattfinden. „So beständige Wetterlagen wie in den vergangenen Wochen sind nicht üblich in Mitteleuropa“, sagt Meteorologe Bernhard Mühr gegenüber der WAZ.

Aprilwetter „Extrem“ im Sommer: Schuld ist der fehlende Wind, der regionale Tiefdruckgebiete vertreiben könnte. Foto: Cornelia Gatz/pixabay.com

Aprilwetter „Extrem“ im Sommer: Schuld ist der fehlende Wind, der regionale Tiefdruckgebiete vertreiben könnte. Foto: Cornelia Gatz/pixabay.com

Hochdruckgebiet bringt Regen
Mühr weiß auch den Grund, warum der Sommer dieses Jahr so ist, wie er ist. Das Wetter in Deutschland wird seit Juni von einer Hochdruck-Großwetterlage, die über Nord- und Nordosteuropa liegt, geprägt. „Bei uns lagerte warme und sehr feuchte Luft. Dazu kam Tiefdruckeinfluss, der die Bildung von Gewitterwolken erst möglich machte“, erklärt Mühr. Die Wolken entluden sich, angetrieben durch die Sommer-Sonne, dann in örtlich heftigen Gewittern. Dabei kam es zu extrem starkem Regen, weil sich die Gewitter mangels Wind kaum von der Stelle bewegten.“, erklärt der Karlsruher der Zeitung. Das Hochdruckgebiet bringt mit sich, dass wenig bis gar kein Wind weht, der die Wolken „weiterschieben“ könnte, was dann dem Tiefdruckeinfluss mehr oder wenig freien Lauf lässt und er den Kampf zwischen schönem und schlechten Wetter gewinnt. Und Tiefdruckeinflüsse gibt es immer.

Da die Temperaturen statistisch in Mitteleuropa momentan steigen, häufen sich die Hochdruckgebiete, die windlos über Europa schweben und den kleineren Tiefdruckausläufern die Chance geben, sich kurz- und mittelfristig zu entladen. Also müssen wir auch in den nächsten Jahren mit extrem abwechslungsreichen Sommermonaten rechnen.

Kann das Wetter unsere Sinne täuschen?

Auch in Deutschland können sich Objekte in Bodennähe spiegeln. Foto: Anghi/Wikimedia.com

Auch in Deutschland können sich Objekte in Bodennähe spiegeln. Foto: Anghi/Wikimedia.com

Verschiedene Wetterlagen vermitteln uns beziehungsweise unserem Gehirn immer wieder Dinge, die das Auge zwar wahrnimmt, die aber so nicht existieren würden, wie man glauben mag – Realität oder Illusion? Der bekannteste vermeintliche Streich, den uns die Atmosphäre spielt, ist die Fata Morgana. Wenn man an die Luftspiegelungen denkt, fühlt man sich in die nordafrikanische Wüste versetzt, arabische, verschleierte Schönheiten kommen einem in den Sinn. Was nicht von ungefähr kommt, denn das „Fata“ heißt auf italienisch „Fee“. Die Fee Morgana ist eine Sagengestalt aus einem arabischen Märchen, die ihre Macht besonders in Luftspiegelungen zeigte.

Fata Morganas sind aber nichts anderes als ein optischer Effekt, der durch das Brechen des Lichtes an zwei unterschiedlich warmen Luftschichten auftritt. Diese Luftspiegelungen sind somit keine Sinnestäuschungen im Sinne von Illusion sondern eine echte Spiegelung. Die unteren Luftschichten werden von der Sonne aufgeheizt. Dabei dehnen sie sich aus und die Luft wird dünner. Die oberen Luftschichten darüber sind kühler und deshalb dichter. Sie wirken wie ein Spiegel, der das Bild von weit entfernten Objekten widerspiegeln kann. In gemäßigten Klimaregionen tritt eine Fata Morgana oft über Asphalt auf, da sich dieser bei Sonneneinstrahlung extrem aufheizen kann.

Ein anderes Phänomen, dem die Sonne zugrunde liegt und eine Sinnestäuschung vermuten lässt, sind die Polarlichter. Die schleier- oder girlandenförmigen Himmelserscheinungen treten vor allem in den skandinavischen Ländern auf, aber auch in Norddeutschland wurden sie schon gesichtet. Das Phänomen entsteht, wenn durch die Sonne immer wieder starke Ladungen elektrischer Teilchen ausstößt, der sogenannte Sonnenwind. Kommen die Teilchen in Erdnähe, werden sie zum Teil vom Erdmagnetfeld eingefangen und zu den Polen abgelenkt. Sie stoßen mit Luftteilchen zusammen und bringen diese zum Leuchten. Das Ganze spielt sich in einer Höhe von 70 bis 400 Kilometern ab. Je näher man sich am Polarkreis befindet, desto öfter kann man den Horizont leuchten sehen.

Mit Mysterium und Illusion haben also weder Fata Morgana, noch Polarlichter zu tun – alles ist physikalisch erklärbar.

Schwüles Wetter: Droht eine Borkenkäferinvasion?

Förster und Waldverbände schlagen Alarm. Die östlichen Bundesländer, aber auch südwestliche Regionen wie Baden-Württemberg, stehen vor einer regelrechten Borkenkäfer-Schwemme. Grund dafür ist der vergangene milde Winter, das darauffolgende trockene Frühjahr und das sommerlich-schwüle Wetter in den vergangenen Wochen.

Borkenkäfer: Unscheinbar und penetrant. Foto: FVA/R. Petercord

Borkenkäfer: Unscheinbar und penetrant. Foto: FVA/R. Petercord

Vor allem auf Fichten haben es die Schädlinge abgesehen, wie Klaus Dittrich, Referatsleiter Forst und Jagd beim Landratsamt im sächsischen Freiberg, gegenüber der „Freien Presse“ (FP) bestätigt. Revierförster Michael Kisiel zieht in dem FP-Bericht einen Vergleich zum Vorjahr: Im vergangenen Jahr um diese Zeit seien es 22 Herde mit 258 Kubikmeter Schadeholz gewesen, dieses Jahr habe er bereits 95 Borkenkäfer-Herde an 350 Bäumen und 300 Kubikmeter Schadeholz festgestellt. Ähnlich sehe es auch in anderen Regionen aus, machen sich die Forstexperten Sorgen.

In Thüringen waren die Käfer schon vor Ostern zugange. Allerdings sieht das Forstamtsleiter Gerhard Struck aus Finsterbergen in dem von Mittelgebirgen geprägten Freistaat nicht ganz so dramatisch. „In den Höhenlagen profitieren die Fichten von einer guten Wasserversorgung und Temperaturen, die dem Borkenkäfer nicht gefallen. Trotzdem müssen wir natürlich die Augen offen halten und in befallenen Regionen sofort reagieren“, wie er gegenüber der „Thüringischen Landeszeitung“ besänftigt.

Der Borkenkäfer gilt als einer der gefährlichsten Baumschädlinge. Selbst ihre natürlichen Feinde Spechte und Wespen kommen nur schwer gegen das massive Auftreten der Käfer an. Normalerweise können sich Bäume gegen die Eindringlinge selbst mit dem Ausstoß von Harz, der die Käfer im Idealfall verklebt und tötet, zu Wehr setzen. Der in vielen Regionen fehlende Regen führt aber dazu, dass der Druck im Baum nicht groß genug ist, um genügend Harz auszustoßen. Den Einsatz von Insektiziden empfehlen Fachleute nur als allerletzten Ausweg. Das sofortige Abholzen der betroffenen Bäume soll im Vordergrund stehen.

Weitere Infos:
Artikel des Helmholtz-Zentrums München zur Borkenkäfer-Bekämpfung

Cookie Consent mit Real Cookie Banner