DWD-Experte: „Tschechischer Tornado hätte auch Deutschland treffen können“

Nach dem verheerenden Tornado in Tschechien warnt ein DWD-Experte davor, dass es reiner Zufall war, dass er Tschechien getroffen hat.

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Foto: Tadeáš Bednarz/CC BY-SA 4.0

Obwohl in Europa regelmäßig Tornados auftreten – in Deutschland schätzen Experten 20 bis 60 Jährlich – kennt man Verwüstungen bislang nur aus Amerika. Vergangene Woche hat es Mitteleuropa getroffen. Bei einem Tornado in Südmähren in Tschechien sind vergangene Woche mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt. Dazu kommen Schäden in Millionenhöhe. Ein DWD-Experte sagt, dass es reiner Zufall ist, dass es nicht Deutschland oder Österreich getroffen hat.

DWD-Experte sieht ähnliche Voraussetzungen

Der Tornadobeauftragte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Andreas Friedrich, gab in einem Interview mit dem Spiegel zu bedenken, dass der Tornado auch weiter im Süden hätte wüten können. Er sieht die für einen Wirbelsturm notwendigen Bedingungen auch im Süden gegeben. „Es war reiner Zufall, dass es nicht München oder Wien getroffen hat“, so Friedrich. „Möglicherweise wären die Schäden in den Metropolen noch größer ausgefallen als in der eher dünn besiedelten Region um Hodonin.“

Voraussetzung ist schwüles Wetter

Wie der Spiegel weiter schreibt, ist schwüles Wetter die Grundvoraussetzung für die Entstehung von Tornados. Unter einer Schicht aus aufgetürmten Schauer- und Gewitterwolken liegt aufsteigende, feuchte Luft. Durch unterschiedliche Windgeschwindigkeiten oder Windrichtungsänderungen in einem kleinen Gebiet entstehen Verwirbelungen des Wasserdampfes. Daraus wird schließlich ein rotierender Luftschlauch, der die Wolke zu Boden zieht – ein Tornado.

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