Bäume können „Sonnenbrand“ bekommen

Durch Sonneneinstrahlung entstehen unter der Rinde der Bäume hohe Temperaturen. Die Folge ist Fäulepilz.

bäume
Foto: Tama66/pixabay.com (Symbolbild)

Schon vergleichsweise geringe Hochsommertemperaturen können die Holztemperatur unter einer durchschnittlich dicken Rinde auf 45 Grad Celsius ansteigen lassen. Die Folge ist ein regelrechter „Sonnenbrand“ des Baumes. Es kommt zum Absterben von Stammteilen.  Ausgerechnet die beiden häufigsten Baumarten, die Fichte und die Buche, sind durch ihre vergleichsweise dünne Rinde sonnenbrandgefährdet. Besonders kritisch ist dies, wenn bisher beschatteten Bäume durch Sturmwurf oder Borkenkäferbefall in der Baumnachbarschaft plötzlich schutzlos frei stehen. Oft folgt Fäulepilz.

Ursache ist Klimawandel

Der Klimawandel ist die wichtigste Ursache für thermische Rindenschäden. „Die steigenden Sommerhöchsttemperaturen lassen die temperaturbedingten Rindenschäden an unseren Hauptbaumarten stetig steigen“, so Jörn Ripken, Vorstand von ThüringenForst. Forschungen zeigen, dass selbst bei moderaten 26 Grad Celsius Tageshöchsttemperatur unter der dünnen Rinde einer Buche 50 Grad Celsius auftreten können. Da direkt unter der Rinde das Kambium des Baumes liegt, welches das Zellwachstum im Stamm steuert, sind Schäden durch Sonnenbrand unvermeidbar. 

Schutz der Bäume

Einzelbäume, wie in Parks, können mittels Weißanstrich oder Schilfmatte vor Sonnenbrand geschützt werden. Waldbesitzer haben mehrere Optionen: Vorsorgend kann durch regelmäßige Waldpflege hin zu gemischten, naturnahen und stabilen Wäldern das Sonnenbrandrisiko gesenkt werden, ebenso durch Verzicht auf das plötzliche Freistellen einzelner Bäume. Breite Waldränder verhindern, dass zu viel Sonnenlicht ins Waldinnere dringt. Auch mit schnellwachsenden Pionierbaumarten, wie etwa der Birke, kann für zusätzliche Beschattung gesorgt werden. Die Birke selbst benötigt nur einen geringen Sonnenschutz: Sie verfügt über eine weißlich-silbrige Rinde, die sich unter Sonneneinstrahlung, ähnlich einem weißen Autolack, nicht so stark erwärmt.

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.