Kategorie: Lasst uns übers Wetter reden!

Für wen zahlt sich eine Solarstromanlage aus?

Eine Solarstromanlage auf dem eigenen Hausdach schützt nicht nur das Klima, sondern kann sich auch rechnen.

Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Umweltschutz ist in aller Munde. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, sollte man auf regenerative Energien setzen. Dazu zählen Strom aus Windenergie und Biomasse oder auch Solarstrom. Dieser empfiehlt sich für Eigenheimbesitzer. Doch unter welchen Voraussetzungen zahlt sich aus, Energie aus der Sonne selbst zu erzeugen?

Nicht nur für Top-Verdiener

Dass eine Solarstromanlage nicht nur etwas für Top-Verdiener ist, darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Photovoltaikanlagen kommen auch für kühle Rechner in Frage, denen etwa ein Förderkredit die Investition ermöglicht. Der eigene Solarstrom könne sich langfristig nicht nur für das Klima, sondern auch finanziell lohnen.

Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen

Himmelsrichtung: Optimal sind Süddächer, aber auch auf Ost- und Westdächern können Anlagen wirtschaftlich sein. Wichtig ist, dass möglichst kein Schatten auf die Module fällt und das für die Laufzeit der Anlage auch so bleibt.

Beschaffenheit des Daches: Flachdächer sind ebenso geeignet wie Dächer mit Neigung. An Fläche benötigt eine Photovoltaikanlage rund acht Quadratmeter pro Kilowatt Nennleistung. Wichtig ist, dass eine eventuell nötige Dachsanierung vorab erledigt wird. Ist die Anlage einmal montiert, werden solche Arbeiten aufwändiger und teurer.

Größe und Kosten: Für je 1.000 Kilowattstunden Strom, die ein Haushalt pro Jahr verbraucht, sollte mindestens ein Kilowatt Nennleistung (kWp, Kilowatt Peak) eingeplant werden. Das kostet inklusive Installation jeweils etwa 1.200 bis 1.600 Euro netto. Mehr als 10 kWp sollten Privatleute nicht einplanen. Jenseits dieser Grenze gelten andere Vorgaben,  die den Betrieb komplizierter und weniger wirtschaftlich machen. Für die Anlage können staatliche Förderkredite der KfW genutzt werden.

Strommenge: Wie viel Strom vom Dach fließt, hängt unter anderem von Standort, Neigung und Ausrichtung der Anlage ab. Für erste Abschätzungen sind in Nordrhein-Westfalen auf einem optimalen Süddach jährlich 850 bis 950 Kilowattstunden pro Kilowatt Nennleistung zu veranschlagen.

Energie zu Geld machen: Finanzielle Erträge entstehen auf zwei Wegen: Durch den Verbrauch des Solarstroms im eigenen Haushalt und durch die Einspeisung in das Netz. Die Einspeisung einer Kilowattstunde bringt bei Neuanlagen derzeit etwas mehr als 12 Cent, garantiert für 20 Jahre. Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet mindestens 25 Cent. Der Direktverbrauch spart also deutlich mehr ein, als der Verkauf einbringt.

Selbstverbrauch: Die nächtliche Stromversorgung wird durch einen Batteriespeicher sichergestellt. Eine attraktive Förderung bietet hierfür vor allem das Land Nordrhein-Westfalen mit einem Zuschuss aus dem progres.nrw-Programm. Dieser ist auch mit weiteren Förderkrediten kombinierbar.

Elektro-Auto selbst versorgen: Auch ein Elektroauto kann den kann den Anteil des Direktverbrauchs erhöhen, wenn die Photovoltaikanlage eine Ladestation speist. Dafür gibt es Fördermittel.

Bürokratie: Eine Solarstromanlage muss beim örtlichen Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Für ersteres ist der Installationsbetrieb zuständig. In der Folgezeit müssen Anlagenbetreiber ihre Werte zur Erzeugung und Einspeisung regelmäßig an den Netzbetreiber melden, sofern dieser nicht ohnehin die Zähler betreibt und die Abrechnung übernimmt. Weil es steuerlich einige Möglichkeiten gibt, ist vor der Investition eine Steuerberatung zu empfehlen.

In NRW bietet die Verbraucherzentrale 90-minütige Beratungsgespräche für Eigenheimbesitzer an (60 Euro, Tel. 0211 / 33 996 555). Mehr Informationen und eine Broschüre zum Download gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonne-im-tank.

Deutschland bei Reise-CO2-Ausstoß ganz vorne

Flugreisen sind für den Klimaschutz eine große Belastung. In einem Projekt sollen deshalb regionale Reiseziele in Deutschland bekannter gemacht werden

Foto: pixabay

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Kaum ein Land verursacht mehr CO2-Emissionen durch das Reisen als Deutschland. Nach den USA und China liegt das vergleichsweise kleine Deutschland beim CO2-Ausstoß durch reisen an dritter Stelle. Das ergab eine Studie der Universität Sydney. Als Gründe nennen die Autoren Wohlstand, Reisefreude und günstige Flugreisen. Und sie befürchten eine weitere Zunahme der Umweltverschmutzung durch den Tourismus. Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse“ möchte im Kampf gegen den Klimawandel nun diesem Trend mit spannenden Ideen für Reisen in die Nähe entgegenwirken.

Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Menschen wissen um den Treibhauseffekt. Laut einer Umfrage des Bundesumweltministeriums (BMUB) legen die Deutschen dennoch auf Nachhaltigkeit wert und würden gerne klimaschonend Urlaub machen. Doch die Ideen fehlen. Das Projekt “Katzensprung” sei angetreten, um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu verringern, heißt es von den Verantwortlichen.

Das Projektteam hat in einem Wettbewerb spannende Reisebeispiele in Deutschland gesucht. Initiatoren sind der Verband deutscher Naturparke, die Unternehmen Compass, der fairkehr Verlag und die tippingpoints Agentur. Die Ideen werden derzeit über Social Media, die Website und das Katzensprung-Reisemagazin aufbereitet. „Es gibt beim Reisen ein über Jahrzehnte eingeübtes Verhalten, das von der Reiseindustrie durch ganz viel Werbung immer wieder untermauert und von den Verbrauchern kaum hinterfragt wird“, so Regine Gwinner, Chefredakteurin des neuen Reisemagazins “Katzensprung”.

„Wir zeigen, dass besondere Reiseerlebnisse auch in der Nähe zu haben sind und nicht nur in Verbindung mit einer Flugreise.“ Denn in der BMUB-Umfrage sagen die Befragten, dass es wenig Angebote auf dem regionalen Reisemarkt gäbe, beziehungsweise diese schwer zu finden seien. “Katzensprung” will gerade junge Leute mit Reiseideen in Deutschland versorgen.

Klimawandel: Persönlichen Klimaschutz online planen

Ein neues Internetportal des Bundesumweltministeriums hilft beim privaten Klimaschutz.

Jeder einzelne kann helfen, den Klimawandel zu stoppen, ob durch den bewussten Einsatz des Autos oder durch die Nutzung regenerativer Energien. Das neue Internetportal www.mein-klimaschutz.de des Bundesumweltministeriums beantwortet ab sofort Fragen zum Klimaschutz zu Hause und unterwegs. Verbraucher finden Tipps und Beispiele, wie sie wirksam CO2 vermeiden und so etwas gegen die Klimaerwärmung tun können. Das Portal ist Teil der Mitmachkampagne „Mein Klimaschutz“, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums von co2online durchgeführt wird.

“Klimaschutz ist dann erfolgreich, wenn er die Bürgerinnen und Bürger einbezieht und sie beim Mitmachen unterstützt. Denn privat gibt es viele Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern”,  so Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Ziel der Mitmachkampagne und der neuen Internetseite ist es, Verbrauchern dabei zu helfen, ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß abzuschätzen und ihr individuelles Sparpotenzial zu erkennen. Auf der Internetseite finden sich Antworten auf die häufigsten Fragen rund um privat machbaren Klimaschutz und Tipps für die Umsetzung.

Von Verbrauchern für Verbraucher

Verknüpft werden die Antworten mit persönlichen Erfahrungen und Empfehlungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wer sich bereits mit einer konkreten Maßnahme für den Klimaschutz engagiert oder dies plant, kann sich auf einer interaktiven Deutschlandkarte eintragen. Eingebunden sind auch weiterführende Angebote Dritter wie Online-Ratgeber oder ausführliche Themen-Dossiers. In Verbindung mit verschiedenen Angeboten zum Dialog, sollen so auch Wissensaustausch und regionale Netzwerke gestärkt werden.

Private Haushalte in Deutschland verbrauchen gut ein Viertel der Energie. Oft sind Maßnahmen, die den CO2-Ausstoß mindern, nicht nur gut für das Klima. Sie führen häufig auch zu Kosteneinsparungen, mehr Komfort oder sogar zu besserer Gesundheit.

Wetterphänomen: Was ist ein Funnel?

Die sogenannten Trichterwolken machen einen Tornado erst sichtbar.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Ein 15-Jähriger hat im April in Niederwiesa bei Chemnitz während eines aufziehenden Unwetters vom Balkon aus eine Wolkenform fotografiert, die stark an einen Tornado erinnert. Das berichtet die “Freie Presse”. Doch das sei kein Tornado gewesen, sondern ein sogenannter “Funnel”.

Sichtbarer Tornado

Funnel heißt aus dem Englischen übersetzt “Trichter”. In Zusammenhang mit dem Wetterphänomen sprechen Experten von einer “Funnelcloud”, also einer Trichterwolke. Diese kann während der Entstehung eines Tornados entstehen.

Oft wird die Trichterwolke als Vorstufe zum Tornado bezeichnet. Die Funnelcloud ist aber vielmehr der sichtbare Teil eines Tornados. Den Luftwirbel während der Tornadowanderung selbst kann man nicht sehen, da ja Luft unsichtbar ist.

Ein Funnel reicht von der Wolkenbasis nach unten. Durch stark absinkenden Luftdruck entsteht die Wolke durch vom Boden aufgewirbelten Staub. Aber auch Wasser kann in den Wirbel gelangen, bei starker Rotation sogar Gegenstände. Erst wenn der Wirbel Bodenkontakt hat, spricht man von einem Tornado. Ein Tornado muss aber nicht unbedingt durch einen Funnel sichtbar sein. Die Funnelcloud ist also eine Wolke. Als Tornado bezeichnet man den gesamten Wirbel bei Bodenkontakt

Tornados kommen in Deutschland gar nicht so selten vor. Laut der Internetseite tornadoliste.de wurden 2017 225 registriert, dieses Jahr bereits 15. Tornadowarnungen können unter anderem auf der Internetseite des Wetterexperten Jörg Kachelmann abgerufen werden.

Agrarminister fordert besseren Versicherungsschutz für Obstbauern

Der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk schlägt eine staatliche Unterstützung für Agrarversicherungen vor.

Foto: Adobe Stock (Symbolbild)

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Landwirte sind ständig vom Agrarwetter abhängig. Für Obstbauern kann Hagel existenzbedrohend sein. Auch mit der Frostgefahr müssen sie leben. Agrarminister Peter Hauk will sich beim Treffen der Landes-Agrarminister, das heute in Münster beginnt für eine staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung einsetzen. Das sagte er im Vorfeld der Deutschen Presse-Agentur dpa. In Österreich gibt es bereits ein solches Modell. 50 Prozent der Prämien werden von den Landwirten bezahlt, je 25 Prozent vom Bund und von den Ländern. “So etwas könnte ich mir auch für Deutschland vorstellen”, sagte Hauk.

Sonderhilfen würden womöglich entfallen

Hauk sieht in dem von ihm vorgeschlagenen Modell auch einen Vorteil für die Länder. Im April des vergangenen Jahres entstand innerhalb von vier Tagen ein Schaden von 130 Millionen Euro durch Frost. Das Land bezahlte an Landwirte 50 Millionen Euro an Sonderhilfen. Staatliche Zuschüsse würden Landwirte dazu animieren, Versicherungen abzuschließen. Hauk kann sich vorstellen, dass dadurch Sonderhilfen entfallen könnten. Die Bundesländer nördlich des Mains konnte er aber von der Idee noch nicht begeistern, will aber nicht aufgeben, wie er sagt: “Steter Tropfen höhlt den Stein.”

Agrarversicherungen kommen dabei am besten vom Spezialisten.

Dieses Brandereignis verdunkelte 2017 die Sonne über Europa

Die Auswirkung großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher überschätzt. Die brennenden kanadische Wälder hatten 2017 eine größere Auswirkung als der Ausbruch des Vulkans Pinatubos 1991.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Waldbrände können die Sonneneinstrahlung in der oberen Atmosphäre noch stärker trüben als Vulkanausbrüche. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler des Leibniz-Insituts für Troposphärenforschung (TROPOS) nach Messungen gekommen. So haben die Waldbrände in Kanada im September des vergangenen Jahres das Sonnenlicht über Europa viel stärker abgeschwächt als der Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo 1991.

Waldbrände bisher unterschätzt

Der Ausbruch des Pinatubos galt bisher als größtes Einzelereignis der letzten Jahrzehnte mit Wirkung auf das globale Klima. Damals wurden Gase und Partikel in die obere Erdatmosphäre geblasen, die rund um den Globus das Sonnenlicht trübten. Dadurch sank die Durchschnittstemperatur weltweit um rund ein halbes Grad.

Die Auswirkungen großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher offenbar unterschätzt. Experten haben lange angenommen, dass der Rauch nicht weit genug aufsteigt, um sich über die Stratosphäre weltweit ausbreiten zu können. Die Rekordwaldbrände in Kanada und verbesserte Methoden zur Fernerkundung der Atmosphäre haben jetzt dafür gesorgt, dass dieser Zusammenhang deutlicher wurde.

Partikel würden bodennahe Feinstaubwerte übersteigen

Der vergangene ungewöhnlich trockene Sommer sorgte für hohe Waldbrandgefahr in vielen Regionen. Auch durch das Wetter in Kanada war es trocken. Im Nordwesten brannten Wälder wochenlang. 2017 war in der Provinz British Columbia die verheerendste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt brannten dabei über 900.000 Hektar Wald. Die große Menge an Holz, die dabei in Flammen aufging, sorgte für extreme Hitze und starke Aufwinde. Dabei kam es zu Feuerwolken, die wie bei Gewitterwolken bis in große Höhen reichen und wie ein Staubsauger Material von den unteren Schichten der Atmosphäre nach oben saugen.

Nachdem der Rauch in die Stratosphäre gelangt war, bewegte er sich über mehrere Klimazonen ostwärts nach Europa und Nordasien und verteilte sich innerhalb von 20 Tagen über die nördliche Hemisphäre. Die TROPOS-Forscher konnten mit Hilfe von Lichtradaren per Laser den Rauch über Leipzig messen. Mehrere Tage lang war eine Rauchschicht wahrnehmbar, die ihr Maximum am 22. August in 14 bis 16 Kilometern Höhe erreichte. Diese zwei Kilometer dicke Schicht schluckte rund die Hälfte des Sonnenlichts. Die Dämpfung des Lichts war dabei in Leipzig rund 20-mal stärker als beim Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo. Die Partikel würden auf dem Boden die zulässigen Feinstaubwerte um das Doppelte übersteigen. Bis Ende Januar dieses Jahren konnten sie gemessen werden.

Gesundheitsschäden durch Klimawandel

Mediziner warnen vor drastischen gesundheitlichen Schäden durch die Erderwärmung.

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veröffentlichte das Netzwerk Kritische MedizinerInnen das Positionspapier “Gesundheit braucht Klimaschutz“. Beteiligt waren auch andere Verbände. In dem Manifest wird die neue Bundesregierung aufgefordert, die Gesundheit der Bevölkerung als höchste Priorität anzusehen und globale Verantwortung zu übernehmen.

Kohleausstieg bis 2030

Unabdingbar sei es, so die Initiatoren, alles Notwendige für einen schnellstmöglichen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun und diesen auf spätestens 2030 verbindlich festzulegen. „Die katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Kohleverstromung sind viel zu lange ignoriert worden”, sagt Dr. Alex Rosen, Vorsitzender des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW Deutschland). Es gebe heute Alternativen in Form der Erneuerbaren Energien und damit keine Rechtfertigung für CO2-Ausstoß mehr. Umwelt und Gesundheit durch Kohleabbau und -verbrennung müsse nicht weiter gefährdet werden, so Rosen. In der Energiewende sieht der Mediziner nicht nur den Atomausstieg, sondern auch den Kohleausstieg.

Physische und psychische Gesundheit gefährdet

Die Verbände sehen die Gefahren nicht nur in Erkrankungen von Herz und Lunge durch Emissionen durch Kohleverbrennung. Auch die Bedrohung der physischen und psychischen Unversehrtheit durch zunehmende Extremwetterereignisse sei ein Thema. “Die drastischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels wie die Zunahme von Malaria und Denguefieber oder Nahrungsmittelmangel durch Dürren treffen vor allem arme Menschen im Globalen Süden”, so Dr. Andreas Wulf von medico international. Die historisch Verantwortlichen seien aber die Industriestaaten. “Diese Ungerechtigkeit gilt es abzuschaffen“, betont Wulf. Mit der Forderung nach  Klimagerechtigkeit solidarisiert sich das Netzwerk mit den Hauptbetroffenen des Klimawandels. Dazu zählen die Initiatoren den globalen Süden genauso wie die Kohleabbauregionen der Welt, vom Hambacher Forst über die Appalachen bis Nordkolumbien und Südafrika.

Klima-Abkommen zu ungenau?

Das Klima-Abkommen sieht eine Erderwärmung von maximal 1,5 bis 2 Grad Celsius vor. Forscher haben nun festgestellt, dass die 0,5 Grad Unterschied eine extreme Auswirkung auf die Arktis hätten.

Foto: pixabay

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Der Klimawandel ist in vollem Gange. Die Energiewende, zum Beispiel Energiegewinnung aus Solarthermie, wirkt wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zu lange ist nichts gemacht worden. Um den Klimaschutz voranzutreiben, haben die 195 Mitgliedstaaten der Klimakonvention der Vereinten Nationen 2015 in Paris das Klima-Abkommen unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist, dass die Erderwärmung an 2020 auf 2 Grad Celsius begrenzt wird und möglichst unter 1,5 Grad bleibt.

0,5 Grad machen viel aus

Wissenschaftler der University of Colorado Boulder haben festgestellt, dass die 0,5 Grad, die sich die Staaten als “Spielraum” gegeben haben, eine Menge ausmachen könnten. Im Fachmagazin Nature Climate Change schreiben die Forscher, dass der arktische Ozean bei einer Erderwärmung von 2 Grad alle vier Jahre im Sommer eisfrei bliebe, bei einer Erwärmung von 1,5 Grad allerdings alle 40 Jahre. “Eisfrei” bedeutet für die Wissenschaftler, wenn eine Fläche von weniger als einer Million Quadratkilometern mit Eis bedeckt ist. 2012 waren es drei Millionen Quadratkilometer – der bisher schlimmste Sommer. Experten gehen inzwischen nicht mehr davon aus, dass das 1,5-Grad-Klimaziel eingehalten werden kann.

Kalter Frühling: Dieses seltene Wetterphänomen steckt dahinter

Die Stratosphäre erwärmt sich stark und bringt den Polarwirbel aus dem Gleichgewicht, wodurch kalte Luftmassen aus nördlichen und östlichen Regionen nach Mitteleuropa kommen.

Foto: pixabay

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Obwohl bereits Frühling ist, müssen wir uns nachwievor mit Temperaturen um den Gefrierpunkt abfinden. Trotz zeitweisem Sonnenschein bibberte Europa die vergangenen Wochen. Verantwortlich für den eisigen Spätwinter ist ein seltenes Wetterphänomen, das sich über der Erdatmosphäre in der Stratosphäre abspielt.

Erwärmung der Stratosphäre

Meteorologie-Experten nennen die Vorgänge in 20 bis 25 Kilometer Höhe “Sudden Stratospheric Warming“, also “plötzliche Stratosphärenerwärmung”. Während im Winter in dieser Höhe die Temperaturen bis zu minus 70 Grad Celsius fallen und im Sommer immerhin noch minus 30 Grad vorherrschen, erwärmte sich die Stratosphäre in diesem Frühjahr. Zuletzt war dieses Phänomen zum Jahresbeginn 2013 zu beobachten. Die Temperaturen in der Stratosphäre steigen in solchen Fällen bis zu plus 24 Grad an. Als Ursache für die Erwärmung gilt die Wechselwirkung zwischen dem Nordatlantik, der Troposphäre und der Stratosphäre.

Abgeschwächter Polarwirbel bringt kalte Luft

“Erwärmt sich die Stratosphäre plötzlich sehr stark, wie im aktuellen Fall, schwächt sich der Polarwirbel ab”, erklärt Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Polarwirbel kann sich sogar umdrehen, komplett zusammenbrechen oder in zwei Äste spalten. Letzteres ist dieses Jahr der Fall. “Das Splitting oder der Zusammenbruch des Polarwirbels hat mit einer zeitlichen Verzögerung Auswirkungen auf die Verhältnisse in tieferen Luftschichten”, so Kirchhübel. Blockierende Wetterlagen sorgen für hohen Luftdruck vom Nordatlantik über Skandinavien bis nach Westrussland. Die über Europa vorherrschende westliche Strömung schwächt sich ab und dreht sich über Mitteleuropa auf östliche Richtungen. Die Temperaturen in Europa sinken. “Mit dieser östlichen Strömung gelangt die Kaltluft, die sich im Bereich der Hochdruckzone über Nord- und Osteuropa ansammelt, in abgeschwächter Form schließlich auch nach Deutschland”, erklärt der Diplom-Meteorologe.

Waldklimafonds: Lehrer sind jetzt “Klimakönner”

Bundesweite Fortbildungsveranstaltungen sensibilisierten Pädagogen für das Thema “Wald und Klima”.

Foto: pixabay

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Experten wissen: Der Wald ist gut fürs Klima. Er speichert CO2, mindert so den Treibhauseffekt und erhält die Biodiversität. Der Wald passt sich aber auch dem Klimawandel an. Im Projekt „Motivationswerkstatt Wald und Klima – Pädagogische Module für den Klimaschutz durch Wald und Holz“ wurden Lehrerinnen und Lehrer für das Thema sensibilisiert. Auch Erzieherinnen und Erzieher in Kitas haben teilgenommen. Die bundesweiten Fortbildungsveranstaltungen wurden vom Waldklimafonds getragen und von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) durchgeführt. Projektträger ist das Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Abschlussveranstaltung findet als Fachtagung „Wald Klima Bildung“ am 26. und 27. März in Würzburg statt.

„Durch den Waldklimafonds ist ein Instrument geschaffen worden, um der Gesellschaft die große Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz deutlich zu machen”, sagte SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann. Die Nutzung von Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft sei wichtig für den Klimaschutz, so Rullmann. Wald und Klima über Angebote für die Bildungslandschaft zu stärken, sieht er als kontinuierliche Aufgabe des Waldklimafonds.

Pädagogen interessiert

Die Nachfrage nach den Fortbildungsveranstaltungen war groß. „Ich habe Akteure der Umweltbildung kennengelernt, Erfahrungen zum Thema Wald und Klima ausgetauscht und traue mir jetzt zu, das Thema in meiner Kita anzugehen“, freut sich eine teilnehmende Erzieherin. Im Projekt ist ein breites Spektrum an Bildungsmaterialien entstanden, das die Themen adressatengerecht aufbereitet. Neben klassischen Lerneinheiten und Arbeitsaufträgen für die Schule gibt es Anregungen für Projekttage im Wald und eine sogenannte Klimakönner-App.

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