Kategorie: Lasst uns übers Wetter reden!

Landwirte investieren mehr in Solar- und Windenergie

Landwirte setzen mehr auf Wind- und Sonnenenergie als auf Biogas.

Foto: pixabay

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Die Investitionen von Landwirten in regenerative Energien bewegen sich nach einem Tiefpunkt wieder aus der Talsohle. Das teilt die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) mit. Für dieses Jahr wird demnach ein Investitionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro erwartet, das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 31 Prozent.

Wie aus einer Erhebung des Forschungsinstituts Produkt+Markt weiter hervorgeht, sind 2017 insbesondere die geplanten landwirtschaftlichen Investitionen in Photovoltaik- und Windkraftanlagen gestiegen. In dem leichten Aufschwung sieht AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer einen Hoffnungsschimmer für die Energie- und Klimaziele, also den Umweltschutz. „Die dezentralen Akteure im ländlichen Raum wie auch in den Städten müssen zu weiteren Investitionen in die Erneuerbaren ermutigt werden – mit den richtigen Rahmenbedingungen“, erklärt Vohrer.

Solarstrom und Windenergie überholen Biogas

Die Nachfrage der Landwirte nach Erneuerbare-Energien-Anlagen zur Stromerzeugung wächst insbesondere bei Windkraft und Photovoltaik. Im Vergleich zu 2016 hat sich das Investitionsvolumen in die Windenergie verdoppelt. Die geplanten Investitionen in Photovoltaikanlagen sollen in ähnlicher Größenordnung bei 291 Millionen Euro liegen. Damit wird annähernd wieder so viel investiert wie im Jahr 2013, als Solarstromanlagen noch nicht so günstig waren wie heute. Während die Landwirte zu Zeiten höherer Anschaffungskosten und Einspeisevergütungen insbesondere auf die Netzeinspeisung setzten, nutzen viele die Sonnenenergie nun vermehrt für den Eigenverbrauch.

Das verstärkte Interesse an der Photovoltaik geht häufig einher mit Investitionen in artgerechtere Viehwirtschaft. So eignen sich beispielsweise die großflächigen Dächer moderner Rinder-Laufställe ausgezeichnet für die Installation von Solaranlagen. Die Investitionen im ländlichen Raum in die Gewinnung von Energie aus Biomasse hingegen konnten sich 2017 gegenüber dem Vorjahr nur knapp behaupten.

Niedersachsen genehmigt Gülleausbringung außerhalb der Sperrfrist

Wegen anhaltender Regenfälle im Norden dürfen niedersächsische Landwirte die Gülle vor Ablauf der Sperrfrist ausbringen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Das Land Niedersachsen genehmigte die Ausbringung von Wirtschaftsdünger außerhalb der vorgesehenen Sperrfristen. Der Grund: Wegen häufigem Starkregen in den vergangenen Wochen waren landwirtschaftliche Flächen nicht befahrbar. Die Güllelager in vielen Betrieben sind dadurch so gut wie voll. Laut Düngeverordnung wäre eine Ausbringung erst wieder ab 1. Februar 2018 möglich.

„Die Lage ist angespannt, es kann zu sogenannten Havariefällen kommen, bei denen Gülle unkontrolliert ins Erdreich abfließt. Das muss auf jeden Fall verhindert werden.“, so Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies. Das Grundwasser würde verunreinigt werden. Die Ausnahmegenehmigung basiert auf einem Erlass der Ministerien für die Wasserbehörden und die Düngebehörde. Grundlage dafür ist das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), wie Umweltminister Lies erklärt: „Danach ist in einem akuten Notfall das Ausbringen von Gülle auch in der Sperrfrist zu dulden, um größeren Schaden zu verhindern, etwa den Eintrag ins Grundwasser, in Oberflächengewässer oder in die Kanalisation.“

Zuerst Alternativen prüfen

Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass die Betriebe nachweislich alle Alternativen geprüft haben, etwa die Lagerung der Gülle in Nachbarbetrieben oder die Aufnahme bei einer Güllebörse oder Biogasanlage. Die Notfall-Maßnahmen dürfen nur nach einzelbetrieblicher Abstimmung mit den Wasserbehörden und der Düngebehörde erfolgen. Hierzu gehört:

  • Es kommen nur durchgängig bewachsene, ebene Flächen für die Ausbringung in Betracht. Dazu zählen Winterraps, Feldgras, Zwischenfrüchte und Grünland.
  • Eine Ausnahmegenehmigung für Trinkwassergewinnungs- und Überschwemmungsgebiete ist nicht möglich.
  • Es dürfen maximal zehn Kubikmeter pro Hektar bodennah ausgebracht werden.
  • Ein Mindestabstand von zehn Metern zu Gewässern ist einzuhalten.

Falls eine Befahrbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen weiterhin nicht möglich ist, stelle auch der Bau von provisorischen Güllelagunen eine Möglichkeit dar, Havarien zu verhindern, so die Minister weiter. Güllelagunen sind Erdbecken, die mit Spezialfolie abgedichtet werden. Die Landkreise können diese Maßnahme zur unmittelbaren Gefahrenabwehr in Notfallsituationen dulden. Niedersächsische Betriebe, bei denen eine Notsituation eintritt, sollten sich unverzüglich mit den Wasserbehörden in den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie mit der Düngebehörde in Verbindung setzen.

Könnten Kohlekraftwerke bald Geschichte sein?

Unterirdische Wärmespeicher könnten mittelfristig fossile Energie teilweise ersetzen.

Foto: Fernwärme-Verbund Saar

Foto: Fernwärme-Verbund Saar

Bis 2050 soll die Energieversorgung in Deutschland zu 60 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt werden – eine Herausforderung für Politik und Wissenschaft im Kampf gegen den Klimawandel. 100 Experten aus ganz Deutschland haben sich Ende November in Kiel getroffen, um den Status Quo eines einzigartigen Projektes zu erörtern: Städte als Quelle erneuerbarer Energie.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Angus+“ wollen Wissenschaftler herausfinden, ob es möglich ist, urbane und industrielle Wärme in unterirdischen Wärmespeichern zu sammeln und gezielt für die Energieerzeugung zu nutzen. Dazu zählen zum Beispiel Ab- und Prozesswärme aus Gebäudeklimatisierung. Besonders die Auswirkungen auf die Energiewende durch die Nutzung des geologischen Untergrundes als thermischer, elektrischer und stofflicher Speicher werden untersucht. Aber auch Risiken und Auswirkungsprognosen als Grundlagen einer zukünftigen Raumplanung des Untergrundes werden thematisiert.

Städte geben Wärme ab

„Die regenerative Wärme- und Kälteversorgung von Städten ist auch international einer der bedeutendsten Hebel für die Energiewende und einer der Schlüssel für den Kohleausstieg.“, sagte Professor Andreas Dahmke von der Kieler Christian-Albrechts-Universität auf dem Symposium. Die Nutzung saisonaler unterirdischer Wärmespeicher eröffne dabei die Möglichkeit, Kohlekraftwerke sogar schon mittelfristig teilweise ersetzen zu können, prognostiziert Dahmke. Sebastian Bauer, ebenfalls von der CAU, ergänzte: „Es existieren in Städten gerade in den Sommermonaten eine Reihe potenzieller Wärmequellen, deren Einbindung in die städtische Wärmeversorgung möglich wird, wenn saisonale Wärmespeicher verfügbar sind.“ Die Wissenschaftler sehen sich bereits in der Lage, bei relativ geringer Raumbeanspruchung von weniger als 10 Prozent der oberen 200 Meter des geologischen Untergrunds Wärme- und Kältespeicher mit den entsprechend großen Kapazitäten zu errichten.

Das Projekt „Angus+” wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bis Ende 2020 mit 6,6 Millionen Euro gefördert.

Wetterphänomen könnte Lebensmittelpreise in die Höhe treiben

Experten rechnen mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit, dass diesen Winter „La Niña“ auftritt. Ein Analyst warnt vor dem Anstieg der Lebensmittelpreise.

Foto: pixabay

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Für Ende Dezember rechnen Experten mit dem Wetterphänomen „La Niña“, das traditionellerweise nach „El Nino“ ebenfalls im pazifischen Raum auftritt – mit Folgen für den globalen Lebensmittelmarkt. Stefan Vogel, Analyst bei der Rabobank, sagte der britischen Zeitung „Guardian“: „Wir sehen eine deutliche Gefahr am Horizont, was die globalen Lebensmittelpreise im Jahr 2018 betrifft”. Durch zerstörte Ernten könnte die relativ hohe Stabilität des Lebensmittelmarktes der vergangenen Jahre kippen.

Wetterphänomene zerstören Ernten

„La Niña“ für ist das Gegenstück zu „El Niño“ und Teil einer Wetterschaukel, die sich alle paar Jahre zwischen Asien und dem amerikanischen Kontinent hin- und her bewegt. Während durch „El Niño“ Lateinamerika mit katastrophalen Dürren zu kämpfen hat, werden asiatische Regionen von Taifunen und Hurrikans heimgesucht. Bei „La Niña“ ist es umgekehrt: Dürre in Asien, Stürme und Überflutungen an der Pazifikküste Lateinamerikas.

Der Grund sind überdurchschnittlich hohe Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien. Dadurch werden die Passatwinde verstärkt. Diese treiben das warme Oberflächenwasser des Pazifiks nach Südostasien. Vor der Küste Perus hingegen strömt als Folge mehr kaltes Wasser aus der Tiefe nach. In Südamerika regnet es weniger, in Nordamerika ist mit dem vermehrten Auftreten von Hurrikans zu rechnen – und in Südostasien vertrocknen die Äcker. „La Niña“ trat zwar 2016 auch auf, nach Einschätzung von Experten der US-Behörde „National Oceanic and Atmospheric Administration“ (NOAA) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Wetterereignis diesen Winter wiederholt, bei 65 bis 75 Prozent.

 

Den Wald für den Klimawandel fit machen

 

Der Wald in Deutschland erholt sich, Mischwälder könnten aber dafür sorgen, dass es auch so bleibt.

Foto: pixabay

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Der Klimawandel hat bereits Auswirkungen auf das Ökosystem Wald. Das zeigt unter anderem der Waldzustandsbericht 2017 des Landes Sachsen-Anhalt. Vor allem Unwetter, Stürme, Trockenheit und Hitze sind es, die den Bäumen zu schaffen machen. „Dennoch ist der Zustand unserer Wälder stabil“, sagte Umweltministerin Claudia Dalbert bei der Vorstellung des Berichtes.

Wälder dem Klimawandel anpassen

Die Folgen des Klimawandels machen die Wälder auch anfällig für biotische Schaderreger wie zum Beispiel den Buchdrucker. Eine Lösung sind Mischwälder. Das Land Sachsen-Anhalt fördert deswegen den Waldumbau mit dem Aufbau von Mischwaldbeständen. „Wir erhoffen uns davon die Erhöhung der Stabilität und Vitalität unserer Wälder. Gegenüber Gefährdungen werden sie dann besser gewappnet sein“, so Dalbert.

Buchen geht es besser

Ein wichtiger Indikator für den Waldzustand ist der Kronenzustand. Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Sachsen-Anhalt beträgt in diesem Jahr 17 Prozent und liegt damit seit 2005 stabil auf einem relativ geringen Niveau zwischen 14 und 17 Prozent. Beim „Sorgenkind“ Buche ist die mittlere Kronenverlichtung auf 33 Prozent gesunken. Grund dafür sind die Niederschlagsmengen in dieser Vegetationsperiode. Höchstwerte für die mittlere Kronenverlichtung der Buche wurden 2004 mit 43 Prozent und 2016 mit 39 Prozent erreicht.

Wald erholt sich auch im Westen

Auch im Westen Deutschlands hat sich der Waldzustand leicht verbessert, wie der Waldzustandsbericht Nordrhein-Westfalen zeigt. Bei den Laubbäumen haben sich besonders die Buchen im zurückliegenden Jahr wieder erholt. Der Anteil der Eichen hat sich allerdings der Anteil der gut belaubten Bäume im Vergleich zu 2016 leicht verringert. Bei den Nadelbäumen haben sich die Nadelverluste bei den Fichten verringert, während die Kiefern eine stärkere Kronenverlichtung zeigen.

Ein Drittel der Fläche von Deutschland besteht aus Wald (11,4 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (26 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent).

Der Waldbericht der Bundesregierung kann auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftministeriums abgerufen werden.

Hurrikans: Nachhaltige Hilfe für Haiti

Für das zerstörte Haiti ist wichtig, dass die Eigenversorgung wieder aufgebaut wird.

Foto: nph deutschland e.v.

Foto: nph deutschland e.v.

Vergangenes Jahr wurde Haiti schwer von Hurrikan „Matthew“ getroffen. Noch nicht wieder aufgebaut, zogen dieses Jahr der Hurrikan „Irma“ und der Tropensturm „Maria“ über den Inselstaat. Jedes dieser Extremwetterereignisse zieht verunreinigtes Wasser, zerstörte Ernten sowie beschädigte Häuser und Straßen nach sich. Nachhaltig ist nur Hilfe gemeinsam mit den Bewohnern Haitis. Diese Maßnahmen organisieren der Verein nph haiti und die Fondation St. Luc.

Eigenversorgung sichern

Der Aufbau und der Erhalt von Existenzen sind besonders wichtig und fordern immer noch erhebliche Kraftanstrengungen, damit die Menschen langfristig ihre Lebensgrundlagen wieder aufbauen und absichern können. nph arbeitet gemeinsam mit der Fondation St. Luc im Bereich Ernährungssicherung und Landwirtschaft. Nicht nur sauberes Trinkwasser und Kleidung werden in die stark betroffenen Regionen gebracht, wie der Vorsitzende von nph Deutschland Heiko Seeger erklärt: „Die Kleinbauern werden mit Saatgut, Setzlingen und Vieh unterstützt, um ihren Lebensunterhalt wieder selbst erwirtschaften zu können.“ Die Fischer erhielten neu gebaute Fischerboote sowie neue Netze für den Fischfang. So wurde unmittelbar nach der Katastrophe dafür gesorgt, dass sie mit der Fischerei und dem Verkauf der Fische wieder für sich und ihre Familien sorgen können.

Zur wirtschaftlichen Not kommt HIV

Obwohl nph als christliches Kinderhilfswerk für Lateinamerika gegründet wurde, ist der Verein inzwischen in allen Hilfsbelangen auf dem Kontinent tätig. Die Hilfe erreicht pro Jahr rund 250.000 Notleidende Menschen in Haiti, davon 13.000 Kinder, die in Straßenschulen unterrichtet werden. In den medizinischen Einrichtungen werden über 120.000 Behandlungen pro Jahr durchgeführt. Im Rahmen eines öffentlichen Gesundheitsprogramms kümmern sich Ärzte um HIV-infizierte Kinder und werdende Mütter und bieten Impfkampagnen für Menschen in Armenvierteln.

Klimaschutz und Ernährungssicherheit in Einklang bringen

Um Klimaschutz und Ernährungssicherheit in einen fairen Ausgleich zu bringen, ist umfangreiches Wissen bei beiden Themen nötig. Das BMEL fördert den globalen Austausch.

Foto: Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe

Foto: Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe

Die Landwirtschaft steht in der Kritik, mit Treibhausgasemissionen, einen wesentlichen Teil zum Klimawandel beizutragen. Dabei ist der CO2-Ausstoß der Agrarwirtschaft, im Gegensatz zu den Emissionen etwa aus dem Verkehr, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Die Rolle der Landwirte für die globale Ernährungssicherheit bleibt innerhalb der Klimadebatte oft auf der Strecke. Im Fokus steht meist nur der Treibhauseffekt. Laut den Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 von derzeit rund 7,5 Millarden auf 10 Milliarden ansteigen.

Ziele mit Wissen erreichen

Grundlage, um gemeinsame Ziele zu erreichen, ist Wissen weiterzugeben und auszutauschen. Deshalb hat jetzt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein Projekt für den Wissenstransfer angestoßen. Von dem „Knowledge-hub“ sollen auch Entwicklungsländer profitieren. „Landwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage der weltweiten Ernährungssicherung“, sagte BMEL-Staatssekretär Peter Bleser bei der Eröffnung des FAO-Landwirtschaftstages im Rahmen der Weltklimakonferenz in Bonn.

Deutschland spielt tragende Rolle

Die Bekämpfung des Hungers sei die vorrangige Aufgabe der Landwirte, so Bleser, dabei müsse anerkannt werden, dass Lebensmittel nicht emissionsfrei erzeugt werden können. Er wies aber auch darauf hin, dass es auch darum geht, möglichst klimaschonend zu arbeiten. Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Klimaziele, da sie der einzige Sektor ist, der Treibhausgase speichern kann.

„Deutschland hat als Gunstregion die Verpflichtung, Flächen nachhaltig für die Ernährungssicherung zu nutzen“, betonte Bleser. Er fasste zusammen: „Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse müssen allen Akteuren, auch in Entwicklungsländern, zur Verfügung stehen. Die Klimaziele sind nur durch ein Miteinander von Landwirten, Wissenschaftlern, Politik und Zivilgesellschaft zu erreichen.“ Das BMEL fördert die Wissensplattform Landwirtschaft und Klima mit 500.000 Euro.

 

Klimagipfel: Landwirte tun etwas für den Klimaschutz

Landwirte kämpfen gegen den Klimawandel, weil sie selbst betroffen sind.

Foto: pixabay

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Vor dem Hintergrund des UN-Klimakonferenzgipfels COP23 in Bonn macht der Deutsche Bauernverband (DBV) erneut auf die Leistungen der Landwirtschaft für den Klimaschutz aufmerksam. Der Beitrag der deutschen Landwirte: Effiziente und klimaschonende Nahrungsmittelerzeugung, CO2-Speicherung im Boden und die Erzeugung von Bioenergie. „Eine produktiv ausgerichtete Landwirtschaft ist Teil der Lösung bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.“, so der Bauernverband. Diese Rolle müsse auch bei der Weltklimakonferenz in Bonn berücksichtigt und gestärkt werden.

„Deutschland als Co-Ausrichter der Klimakonferenz kann zeigen, wie eine nachhaltig effiziente Lebensmittelproduktion in Einklang mit der Bereitstellung von Bioenergie funktionieren kann.“, sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken im Vorfeld des Gipfels. Die Landwirtschaft in Deutschland sei sich ihrer Verantwortung bewusst, aber Klimaschutz ist eine globale Herausforderung, der sich einzelne Staaten nicht entziehen dürfen, so Krüsken weiter. „Beim Klimagipfel sollte nicht vergessen werden, dass es die Bauern sind, die mit den Folgen des Klimawandels umgehen und für unsere Ernährung sorgen müssen.“, mahnte Krüsken.

Treibhausgase aus Landwirtschaft stark verringert

In den letzten 15 Jahren hat sich der Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft um gut 16 Prozent verringert. Auch die Erträge auf den Feldern und in den Ställen konnten durch eine verbesserte, klimaeffizientere Produktion gesteigert werden. So stiegen die Raps- und Weizenerträge um circa ein Viertel. Die Milchleistung je Kuh nahm um knapp ein Drittel zu. „Das zeigt, dass die deutsche Landwirtschaft mit immer weniger Treibhausgasen immer mehr Lebensmittel erzeugt.“, erklärte der Generalsekretär. Zusätzlich helfe die Landwirtschaft anderen Wirtschaftsbereichen in Sachen Bioenergie beim Klimaschutz. „Ohne Biokraftstoffe hätten die Emissionen durch den Verkehr im Jahr 2016 um 7,3 Millionen Tonnen CO2 höher gelegen“, so Krüsken, „und damit den Emissionswert von 1990 nicht nur leicht, sondern deutlich übertroffen.“

Starkes Eigeninteresse der Landwirtschaft

Den weltweiten Klimaschutz in und mit der Landwirtschaft voranzubringen sei nur möglich, wenn in effizientere Produktionsmethoden investiert und die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an den Klimawandel gestärkt werde, fährt Krüsken fort. Der DBV-Generalsekretär weist auch auf das Eigeninteresse der Landwirte am Klimaschutz hin: „Wir spüren in der Landwirtschaft heute bereits die Auswirkungen des Klimawandels. Schädlinge aus anderen Klimazonen wie die Kirschessigfliege finden den Weg zu uns, können überwintern und bedrohen ganze Ernten. Wetterextreme erschweren das Wirtschaften und fordern die Züchtung neuer Sorten heraus.“ 2017 hatten besonders die Obstbauern und Winzer in Deutschland massive Frostschäden. Deshalb seien auch Beratung, Forschung sowie Vorsorge- und Versicherungslösungen notwendig, um die Landwirtschaft für die Herausforderungen des Klimawandels fit zu machen, resümiert Krüsken.

Heimischer Biodiesel am Ende?

EU-Parlament stimmt gegen Klimaschutz durch europäische Biokraftstoffe.

Foto: kelifamiliy/123rf.com

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Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat gegen die Zukunft der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse abgestimmt. Diese sollen bis 2030 zur Gänze auslaufen. Zugleich sollen ab 2021 sogenannte iLUC-Faktoren eingeführt werden.

iLUC steht für „Indirect Land Use Change“, also „indirekte Landnutzungsänderung“. Dabei fließen Treibhausgasemissionen aus dem Anbau der Pflanzen in die Klimabilanz der Biokraftstoffe ein. Die Emissionen entstehen aus den landwirtschaftlichen Bearbeitungsschritten, wie Aussaat oder Düngung. Die positive Klimabilanz der Produkte wird so getrübt. 2015 hatten sich das EU-Parlament und der EU-Rat noch gegen diese Berechnungen ausgesprochen. Der Fokus der EU-Parlamentarier liegt jetzt auf Elektromobiliät.

Ausschluss unberechtigt

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält einen faktischen Ausschluss von Biodiesel und Pflanzenölen infolge eines Malus aus indirekten Landnutzungsänderungen für unberechtigt. Die Forderung des EU-Umweltausschusses, Strom für Elektromobilität fünffach auf das Klimaziel anzurechnen, sei nur virtueller Klimaschutz, so der Bauernverband. Das sei im Sinne eines tatsächlichen Klimaschutzes nicht vertretbar.

Mit Palmöl in einem Topf

Laut der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sind die iLUC-Faktoren an die Palmöl-Problematik und der damit zusammenhängenden Rodungen des Regenwaldes adressiert. Die Union befürchtet aber, dass sie vor allem den europäischen

Extremer CO2-Anstieg durch El Niño

Durch das Klimaphänomen El Niño gelangen 8,8 Milliarden Tonnen mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Durch das pazifische Wetterphänomen El Niño kommt es nicht nur etwa alle zwei bis sieben Jahre zu Überschwemmungen und Dürrekatastrophen. „Das (Christ)-Kind“, wie es südamerikanische Fischer benannten, sorgt auch für erhöhte Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre und verstärkt dadurch den Treibhauseffekt. Das haben jetzt Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Chemie und für Biogeochemie anhand von Satellitendaten und Bodenmessstationen ermittelt. Zum Jahreswechsel 2015/2016, an dem El Niño wieder auftrat, gelangten 8,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) zusätzlich in die Atmosphäre. Das Gas wird hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich gemacht.

Geschwächte Vegetation

Während es durch El Niño im Nordwesten Südamerikas zu Überschwemmungen kommt, haben das Amazonasgebiet, Südostasien und Ostafrika mit Dürreperioden zu kämpfen. Diese haben nicht nur Hunger zur Folge. Die Vegetation wird geschwächt und kann weit weniger Photosynthese betreiben als gewöhnlich. Dieser Umstand ist Forschern schon seit längerer Zeit bekannt. Doch erst jetzt konnte der Kohlendioxidschub beziffert werden.

El Niño ist ein natürliches Warmwasserphänomen, das unregelmäßig die Wassertemperaturen und Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik durcheinanderbringt. Das hat enorme Auswirkungen auf das Wetter auf der gesamten Südhalbkugel. Während manche Gegenden mit massiven Niederschlägen zu kämpfen haben, leiden andere unter Dürre. Selbst das Wetter auf der Nordhalbkugel wird noch beeinflusst. Bedingt durch die chaotische Natur des Klimasystems, verläuft dieser Zyklus nicht streng periodisch und kann deshalb nur schwer vorhergesagt werden. El Niño beudeutet „das Kind“. Südamerikanische Fischer haben das Naturphänomen in Bezug auf „Christkind“ so genannt, weil es immer um die Weihnachtszeit auftritt.

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