Wie Grünland auf den Klimawandel reagiert

Anhand eines alten wissenschaftlichen Biomasse-Bestandes haben Forscher untersucht, wie Gräser auf den Klimawandel reagieren.

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Foto: analogicus/pixabay.com (Symbolbild)

Der Klimawandel und steigende Temperaturen verändern landwirtschaftliche Kulturen, wie Obst, Gemüse oder Getreide. Doch wie reagiert Grünland auf den Klimawandel? Damit haben sich Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) zusammen mit englischen Forschern jetzt in einer Studie beschäftigt. Die Erkenntnis: Wiesen verändern sich nicht erst seit ein paar Jahren. Steigendes CO2 in der Luft hat schon im vorigen Jahrhundert zu Mindererträgen in grasdominierten Flächen geführt. 

Studie basiert auf uraltem Testbestand

Die Studie basiert auf dem Park Grass Experiment im englischen Rothamsted, anhand dessen schon seit 1856 die Wirkungen unterschiedlicher Dünger auf die Ertragsleistung und die botanische Zusammensetzung von Heuwiesen geprüft werden. Geerntetes Material wurde seit Versuchsbeginn archiviert. Es stand nun für Untersuchungen der Biomasse zur Verfügung.

Pflanzen reagieren auf den CO2-Anstieg durch den Klimawandel

„Der Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration wirkt sich auch auf die Kohlenstoff-, Wasser- und Stickstoffkreisläufe in Grasland wie auch in anderen Biomen aus“, erklärt Prof. Hans Schnyder von der TUM. Pflanzen kontrollieren durch einen Spalt in der Pflanzenhaut den Gasaustausch mit der Umgebungsluft. Sie optimieren das Gleichgewicht zwischen Kohlendioxidaufnahme und Wasserverlust. Bei erhöhtem Kontakt mit CO2 verkleinert sich die Spalte und die Pflanzen sparen so Wasser, ein Effekt der besonders bei Gräsern sehr ausgeprägt ist. Die geminderte Transpiration kann jedoch die Stickstoffaufnahme reduzieren, sich auf die photosynthetische Kapazität schwächend auswirken und so im Endeffekt den Ertrag mindern.

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