Schnee im Frühjahr: Die Ursache ist weit weg

Finnische Wissenschaftler haben herausgefunden, warum in Mitteleuropa immer öfter im Frühjahr Schnee fällt.

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Foto: Bruno/pixabay.com (Symbolbild)

Anfang April kam in einigen Regionen in Deutschland der Winter zurück, Schnee fiel bis in die Niederungen. Der eine oder andere wird sich fragen: Trotz Klimawandel? Ein Forschungsteam der Universität Oslo hat in einer Studie herausgefunden: Genau deswegen! 

Eisschmelze in der Arktis bringt Schnee nach Europa

Wie das Team rund um die Wissenschaftlerin Hannah Bailey im Fachmagazin „Nature Geoscience“ schreibt, ist die Ursache für die Kältewelle in Europa in der Arktis zu suchen. Durch den Klimawandel schmilzt dort das Meereis. Dadurch verdunstet mehr Feuchtigkeit. Das kalte Nass wird mit Luftströmungen nach Europa transportiert und fällt bei uns als Schnee. Den „Import“ lässt der schwächere Temperaturgegensatz zwischen Arktis und mittleren Breiten zu. Die Forscher prognostizieren, dass der Effekt mit zunehmendem Klimawandel noch häufiger vorkommen wird.

Proben aus dem schneereichen Jahr 2018 untersucht

Die Studie basiert auf Untersuchungen des Schnee- und Kälteeinbruchs im Februar 2018. Damals kam es in halb Westeuropa zu Blizzards und Frost. Anhand des Anteils des Wasserstoff-Isotops Deuterium in damals gesammelten Proben und meteorologischen Daten konnten die Forscher die Herkunft der Feuchtigkeit rekonstruieren.

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