Eisschmelze in der Arktis: Wolkenbildung führt zu „Teufelskreis“

US-Forscher haben ein Phänomen entdeckt, das die Eisschmelze in der Arktis noch weiter vorantreibt.

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Foto: pixabay.com (Symbolbild)

Das Meereis in der Arktis schmilzt stetig. Jetzt haben Wissenschaftler des Langley Research Center der NASA ein Phänomen entdeckt, das Hoffnungen schwinden lässt. Wie das Wissensmagazin Scinexx berichtet, haben die Forscher ein 17.000 Quadratkilometer großes Loch im Meereis, das häufiger im Winter zwischen Kanada und Grönland aufreißt, genauer untersucht. Anhand der sogenannten Polynia, wie das Loch wissenschaftlich heißt, haben sie festgestellt, dass die Eisschmelze einem Kreislauf unterliegt.

Wasserdampf führt in Arktis zu Wolkenbildung

Durch das Eisloch kommt der wärmere Ozean in direkten Kontakt mit der Atmosphäre. Die Folge: Wärme und Wasserdampf steigen auf, was wiederum zu einer Wolkenbildung führt. „Der Wolkenanteil ist um bis zu 30 Prozent höher, der Wasseranteil in diesen Wolken ist zudem um 50 bis 350 Prozent erhöht“, werden die Forscher von Scinexx zitiert.

Wärmedecke bremst erneutes Zufrieren

Laut der US-Studie legen sich die über dem Meer entstehenden Wolken wie eine Wärmedecke über die Region und heizen wiederum die Eis- und Meeresoberfläche weiter auf. Das erschwere die Neubildung von Meereis und das Wiederzufrieren der Polynia, berichtet Scinexx weiter. „Die vermehrte Wärme trägt dazu bei, dass die Wasseroberfläche in der Polynia ein wenig wärmer bleibt, und verlängert so die Phase des offenen Wassers“, zitiert das Internetportal den US-Wissenschaftler Patrick Taylor. Hinzu komme, dass das unter der Wolkendecke neu gebildete Meereis weniger haltbar ist – ein Teufelskreis.

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