Kategorie: Lasst uns übers Wetter reden!

Waldbrandgefahr steigt enorm

Wissenschaftler des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien warnen in einer kürzlich erschienenen Studie vor einem enormen Anstieg der Gefahr von Waldbränden. Die Forscher um den Autor der Studie, Nikolay Khabarov, führen dies auf den Klimawandel zurück. Durch längere Trockenperioden würden die Wälder einfach anfälliger für Brände werden. In der Studie, die im renommierten Fachjournal „Regional Environmental Change“ erschien, ist von einer Verdreifachung der Anzahl der Brände bis zum Jahr 2090 die Rede.

Alleine in den am stärksten betroffenen europäischen Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland wurden 2012 etwa 520.000 Hektar Wald durch Feuer zerstört, wie aus der jährlich vom Joint Research Center (JRC) der EU herausgegebenen Waldbrandstatistik hervorgeht. In den Jahren 1980 bis 2008 sei die in Europa verbrannte Waldfläche jährlich zwischen 200.000 und einer Mio. Hektar gelegen, so Khabarov.

Gegenmaßnahmen
Durch bessere Waldbewirtschaftung könne das Problem abgefedert werden, schreiben die Wissenschaftler. Dabei empfehlen die Forscher „den Gaul von hinten aufzuzäumen“, indem man durch kontrollierte Feuer den natürlich entstehenden Bränden zuvorkommt. Der Anstieg der Schäden könne so bis 2090 sogar um 50 Prozent reduziert werden. Der ideale Zeitraum, um diese Brände zu legen, seien die Wintermonate. Dabei soll leicht brennbares Totholz aus den Wälder entfernt werden. „Es gibt immer noch eine große Debatte über die Wirksamkeit kontrollierter Feuer. Unsere Studie zeigt, dass es sich dabei um eine vielversprechende Option handelt, die europäischen Wälder vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen“, erklärt Khabarov in einer Pressemitteilung des IIASA.

Gleichzeitig weisen die Forscher aber auf die althergebrachte Gefahrenquelle, den Menschen selbst, hin. 95 Prozent aller Waldbrände in Europa würden durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit, aber auch durch Brandstiftungen entstehen. Viele dieser Feuer könnten durch verantwortungsvolles Handeln vermieden werden, betonen die Forscher.

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Wenn Regen zum Wunder wird

Ascheschleuder: Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull „regnete“ es auf dem gesamten Erdball Staubpartikel. Foto: ESA

Ascheschleuder: Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull „regnete“ es auf dem gesamten Erdball Staubpartikel. Foto: ESA

Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 wurde die Erde von einer dichten Aschewolke umhüllt. Flugzeuge mussten am Boden bleiben, es regnete Staubpartikel. Im April diesen Jahres kam, wie es in unregelmäßigen Abständen geschieht, wieder Wüstensand aus Nordafrika nach Mitteleuropa und bedeckte Gartenstühle und Autos.

Bei Phänomenen, die alles auf die Erde schleudern außer Wasser, spricht man von „Wunderregen“. Dazu zählen auch „kosmischer Regen“, bei dem Partikel aus dem Weltraum in die Erdumlaufbahn geraten und dann in Richtung Erde prasseln, sowie Getreideregen, bei dem Getreidehalme durch etwa einen Wirbelsturm in die Luft geschleudert werden und an anderer Stille wieder zu Boden sinken. Beim Staubregen geschieht das selbe mit Bodenpartikel. Bei letzterem spricht man auch von „Blutregen“, da die Staubpartikel meist durch hohen Kieselsäure-, Eisen- und Kupferoxydgehalt rötlich gefärbt sind.

Im Aberglauben der Antike und des Mittelalters verband man die rötlichen Partikel mit wirklichem Blut und zog daraus drohende Unglücke wie Krieg oder Seuchen. Man verstand das Phänomen als Zeichen göttlichen Zorns. „Erschreckliche zaichen sind in welsche land (Italien, Anm. d. Red.) nach gepurt des herrn 570. Jahr bey nacht gesehen worden. Dann fewrig Straln erschine am himel un pluot tropfet von wolcken, was menschlichs pluot bedeutete, das darnach vergoßen wardt. nachfolgend regnet es vil tag aneinander und mehret sich die Tyber (Fluss Tiber, Italien, Anm. d. Red.) mit gewalt der wasser, also das sie an nidern enden (im unteren Flusslauf, Anm. d. Red.) vil volcks ertrencket. deßgleichen geschahe auch in andern stetten und gegenten.“, schrieb der Nürnberger Arzt und Humanist in seiner 1493 verfassten Weltchronik.

Schwüle ist nicht messbar

Der Sommer ist dieses Jahr durchwachsen, gerade im Juli kletterten die Temperaturen auf für die meisten Menschen unangenehme Höhen. „Das ist aber wieder schwül heute“, sind bei Wetterlagen solcher Art gängige Kommentare. „Ich empfinde es gar nicht so“ kann aber durchaus als Antwort kommen.

„Empfinden“ ist das Stichwort. Denn ob man das Wetter als schwül oder angenehm wertet, ist ein rein subjektives Empfinden, das nicht messbar ist. Eine eindeutige meteorologische Definition gibt es nicht. Schwüle ist neben der hohen Lufttemperatur und der Höhe der Luftfeuchtigkeit einerseits auch von der körperlichen Verfassung des Einzelnen abhängig.

Viel zu trinken, kühlt den Körper auch bei Schwüle von Innen. Foto: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)

Viel zu trinken, kühlt den Körper auch bei Schwüle von Innen. Foto: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)

Der Körper tut sich bei hoher Luftfeuchtigkeit schwer, selbst Feuchtigkeit abzugeben, da die Luft in solchen Fällen keine Flüssigkeit mehr aufnehmen kann. Deshalb schwitzt man bei Schwüle nicht oder weniger. Und die Aufgabe des Schweißes ist ja, den Körper durch Verdunstung zu kühlen.

Welche Probleme der einzelne Mensch nun mit der inneren Körperhitze hat, ist zum Beispiel von der Stabilität des Blutkreislaufes abhängig. Die Wärme, die bei trockener Außenhitze die Möglichkeit hat, dem Körper über den Schweiß zu entweichen, erweitert die Blutgefäße, woraufhin der Blutdruck sinkt. Bei Menschen mit von Haus aus niedrigem Blutdruck können also bei schwülem Wetter schnell Schwindel und Übelkeit auftreten. Der Körper warnt dann mit Unwohlsein, um Schlimmeres, wie sogar einen unter Umständen tödlichen Hitzeschlag, zu vermeiden. Menschen mit derlei Problemen klagen dann über das „schwüle Wetter“.

Sommer der Extreme

Der Sommer 2014 befindet sich in der Zielgerade. In etwas mehr als einem Monat, nämlich am 23. September, beginnt der Herbst. Wenn man die sogenannte „warme Jahreszeit“ rückblickend betrachtet, war es ein Sommer der Extreme, kaum auszuhaltende Hitzewellen mit Temperaturen nicht mehr weit weg von der 40 Grad-Marke wechselten sich mit tagelangen Regengüssen, grauen endlos erscheinenden Wolkendecken und sogar extremen Unwettern mit hohen Sachschäden, Verletzten und sogar Todesopfern, ab.

Das wechselhafte Wetter ist in unseren Breitengraden allerdings nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil: Eigentlich müssten die Wechsel zwischen Kalt- und Warmfronten noch öfter stattfinden. „So beständige Wetterlagen wie in den vergangenen Wochen sind nicht üblich in Mitteleuropa“, sagt Meteorologe Bernhard Mühr gegenüber der WAZ.

Aprilwetter „Extrem“ im Sommer: Schuld ist der fehlende Wind, der regionale Tiefdruckgebiete vertreiben könnte. Foto: Cornelia Gatz/pixabay.com

Aprilwetter „Extrem“ im Sommer: Schuld ist der fehlende Wind, der regionale Tiefdruckgebiete vertreiben könnte. Foto: Cornelia Gatz/pixabay.com

Hochdruckgebiet bringt Regen
Mühr weiß auch den Grund, warum der Sommer dieses Jahr so ist, wie er ist. Das Wetter in Deutschland wird seit Juni von einer Hochdruck-Großwetterlage, die über Nord- und Nordosteuropa liegt, geprägt. „Bei uns lagerte warme und sehr feuchte Luft. Dazu kam Tiefdruckeinfluss, der die Bildung von Gewitterwolken erst möglich machte“, erklärt Mühr. Die Wolken entluden sich, angetrieben durch die Sommer-Sonne, dann in örtlich heftigen Gewittern. Dabei kam es zu extrem starkem Regen, weil sich die Gewitter mangels Wind kaum von der Stelle bewegten.“, erklärt der Karlsruher der Zeitung. Das Hochdruckgebiet bringt mit sich, dass wenig bis gar kein Wind weht, der die Wolken „weiterschieben“ könnte, was dann dem Tiefdruckeinfluss mehr oder wenig freien Lauf lässt und er den Kampf zwischen schönem und schlechten Wetter gewinnt. Und Tiefdruckeinflüsse gibt es immer.

Da die Temperaturen statistisch in Mitteleuropa momentan steigen, häufen sich die Hochdruckgebiete, die windlos über Europa schweben und den kleineren Tiefdruckausläufern die Chance geben, sich kurz- und mittelfristig zu entladen. Also müssen wir auch in den nächsten Jahren mit extrem abwechslungsreichen Sommermonaten rechnen.

Kann das Wetter unsere Sinne täuschen?

Auch in Deutschland können sich Objekte in Bodennähe spiegeln. Foto: Anghi/Wikimedia.com

Auch in Deutschland können sich Objekte in Bodennähe spiegeln. Foto: Anghi/Wikimedia.com

Verschiedene Wetterlagen vermitteln uns beziehungsweise unserem Gehirn immer wieder Dinge, die das Auge zwar wahrnimmt, die aber so nicht existieren würden, wie man glauben mag – Realität oder Illusion? Der bekannteste vermeintliche Streich, den uns die Atmosphäre spielt, ist die Fata Morgana. Wenn man an die Luftspiegelungen denkt, fühlt man sich in die nordafrikanische Wüste versetzt, arabische, verschleierte Schönheiten kommen einem in den Sinn. Was nicht von ungefähr kommt, denn das „Fata“ heißt auf italienisch „Fee“. Die Fee Morgana ist eine Sagengestalt aus einem arabischen Märchen, die ihre Macht besonders in Luftspiegelungen zeigte.

Fata Morganas sind aber nichts anderes als ein optischer Effekt, der durch das Brechen des Lichtes an zwei unterschiedlich warmen Luftschichten auftritt. Diese Luftspiegelungen sind somit keine Sinnestäuschungen im Sinne von Illusion sondern eine echte Spiegelung. Die unteren Luftschichten werden von der Sonne aufgeheizt. Dabei dehnen sie sich aus und die Luft wird dünner. Die oberen Luftschichten darüber sind kühler und deshalb dichter. Sie wirken wie ein Spiegel, der das Bild von weit entfernten Objekten widerspiegeln kann. In gemäßigten Klimaregionen tritt eine Fata Morgana oft über Asphalt auf, da sich dieser bei Sonneneinstrahlung extrem aufheizen kann.

Ein anderes Phänomen, dem die Sonne zugrunde liegt und eine Sinnestäuschung vermuten lässt, sind die Polarlichter. Die schleier- oder girlandenförmigen Himmelserscheinungen treten vor allem in den skandinavischen Ländern auf, aber auch in Norddeutschland wurden sie schon gesichtet. Das Phänomen entsteht, wenn durch die Sonne immer wieder starke Ladungen elektrischer Teilchen ausstößt, der sogenannte Sonnenwind. Kommen die Teilchen in Erdnähe, werden sie zum Teil vom Erdmagnetfeld eingefangen und zu den Polen abgelenkt. Sie stoßen mit Luftteilchen zusammen und bringen diese zum Leuchten. Das Ganze spielt sich in einer Höhe von 70 bis 400 Kilometern ab. Je näher man sich am Polarkreis befindet, desto öfter kann man den Horizont leuchten sehen.

Mit Mysterium und Illusion haben also weder Fata Morgana, noch Polarlichter zu tun – alles ist physikalisch erklärbar.

Schwüles Wetter: Droht eine Borkenkäferinvasion?

Förster und Waldverbände schlagen Alarm. Die östlichen Bundesländer, aber auch südwestliche Regionen wie Baden-Württemberg, stehen vor einer regelrechten Borkenkäfer-Schwemme. Grund dafür ist der vergangene milde Winter, das darauffolgende trockene Frühjahr und das sommerlich-schwüle Wetter in den vergangenen Wochen.

Borkenkäfer: Unscheinbar und penetrant. Foto: FVA/R. Petercord

Borkenkäfer: Unscheinbar und penetrant. Foto: FVA/R. Petercord

Vor allem auf Fichten haben es die Schädlinge abgesehen, wie Klaus Dittrich, Referatsleiter Forst und Jagd beim Landratsamt im sächsischen Freiberg, gegenüber der „Freien Presse“ (FP) bestätigt. Revierförster Michael Kisiel zieht in dem FP-Bericht einen Vergleich zum Vorjahr: Im vergangenen Jahr um diese Zeit seien es 22 Herde mit 258 Kubikmeter Schadeholz gewesen, dieses Jahr habe er bereits 95 Borkenkäfer-Herde an 350 Bäumen und 300 Kubikmeter Schadeholz festgestellt. Ähnlich sehe es auch in anderen Regionen aus, machen sich die Forstexperten Sorgen.

In Thüringen waren die Käfer schon vor Ostern zugange. Allerdings sieht das Forstamtsleiter Gerhard Struck aus Finsterbergen in dem von Mittelgebirgen geprägten Freistaat nicht ganz so dramatisch. „In den Höhenlagen profitieren die Fichten von einer guten Wasserversorgung und Temperaturen, die dem Borkenkäfer nicht gefallen. Trotzdem müssen wir natürlich die Augen offen halten und in befallenen Regionen sofort reagieren“, wie er gegenüber der „Thüringischen Landeszeitung“ besänftigt.

Der Borkenkäfer gilt als einer der gefährlichsten Baumschädlinge. Selbst ihre natürlichen Feinde Spechte und Wespen kommen nur schwer gegen das massive Auftreten der Käfer an. Normalerweise können sich Bäume gegen die Eindringlinge selbst mit dem Ausstoß von Harz, der die Käfer im Idealfall verklebt und tötet, zu Wehr setzen. Der in vielen Regionen fehlende Regen führt aber dazu, dass der Druck im Baum nicht groß genug ist, um genügend Harz auszustoßen. Den Einsatz von Insektiziden empfehlen Fachleute nur als allerletzten Ausweg. Das sofortige Abholzen der betroffenen Bäume soll im Vordergrund stehen.

Weitere Infos:
Artikel des Helmholtz-Zentrums München zur Borkenkäfer-Bekämpfung

Berlin macht Wetter

Brandenburger Tor: Berlin ist Namensgeber für das Phänomen der plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre. Foto: Brigitte Werner/pixabay.com

Brandenburger Tor: Berlin ist Namensgeber für das Phänomen der plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre. Foto: Brigitte Werner/pixabay.com

Dass Berlin in Europa eine gewisse Rolle spielt, weiß man. Aber ist die Stadt an der Spree sogar für das Wetter verantwortlich? Nicht ganz. Nur ein Wetterereignis, das erst seit den 1950er Jahren bekannt ist, trägt den Namen der Hauptstadt.

Das „Berliner Phänomen“ ist ein spezielles Ereignis, welches das Wettergeschehen auf der Nordhalbkugel entscheidend beeinflusst. Entdeckt hat es Prof. Richhard Scherhagen, damaliger Chef des Meteorologischen Instituts der Freien Universität Berlin, als er am 23. Februar 1952 die Messergebnisse der Berliner Stratosphären-Radiosonde auswertete. Zuerst dachte er an einen Übertragungsfehler, denn in einer Höhe von 30 Kilometer wurden an diesem Tag nach Temperaturen von minus 48 Grad Celsius plötzlich deutlich wärmere Temperaturen gemessen. Sie kletterten plötzlich um 36 Grad nach oben. Im Glauben, dass ein Irrtum vorliegt, änderten die Berliner zuerst die Messwerte von minus 12 auf minus 62 Grad ab. Doch überregionale Messungen in Dänemark, England und den USA bestätigten, dass alles seine Richtigkeit hat. In der Stratosphäre wurde eine Warmluftblase entdeckt, deren Vorkommen man sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war.

Frost trotz Erwärmung
Der Grund, warum die Wissenschaftler damals nicht so Recht an die Richtigkeit der Messwerte glaubten, ist die Tatsache, dass die Erwärmung der Stratosphäre mit extrem frostigen Wintern auf der Erde einhergeht. Das plötzliche „Aufheizen“ der Stratosphäre über dem Atlantik wirbelt die atmosphärische Zirkulation durcheinander und sorgt dafür, dass sich die Windverhältnisse über der Nordhalbkugel teilweise umkehren. Statt der üblicherweise vorherrschenden milden Westwinde, die in einen regelrechten Strudel geraten, bestimmen dann Ostwinde aus Russland die Wettersituation.

Hinzu kommt, dass die Westwinde quasi aus dem Strudel ausbrechen, eine Luftsäule entsteht, und die warme Luft in Richtung Äquator „flüchtet“. Was bleibt, sind die sprichwörtlichen ”sibirischen Temperaturen“ auf der Erdoberfläche. Das Phänomen tritt im Schnitt alle zwei Jahre auf, wobei es sich im vergangenen Jahrzehnt gehäuft hat. Den strengen Winter 2010 beispielsweise führen Meteorologen auch auf eine Erwärmung der Stratosphäre zurück.

Immer noch höchste Waldbrandgefahr

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Der Sommer hat in den vergangenen Wochen bundesweit Einzug gehalten. Bis auf einzelne Gewitter und Regenschauer erfreuen sich Sonnenhungrige über Sonne pur mit Temperaturen bis zu 37 Grad.

Was allerdings bei Baderatten und Eisliebhaber Wohlbefinden auslöst, kann für Waldbesitzer zur Tragödie werden. Die Waldbrandgefahr bewegt sich in weiten Teilen Deutschlands seit Tagen auf der höchsten Warnstufe (Stufe 5). Wenn Wälder aufgrund der anhaltenden Hitze in Flammen aufgehen, entsteht für die Forstwirte nicht nur erheblicher Schaden, auch Erholungssuchende und Tiere des Waldes sind in Gefahr.

Am stärksten betroffen sind vor allem die nordöstlichen Bundesländer, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie die östlichen Regionen Niedersachsens und Teile Sachsens. In Deutschland beobachtet man die lauernde Gefahr mit Argusaugen, zu größeren Schäden kam es aber noch nicht. Anders sieht es in anderen europäischen Regionen aus. In Spanien kam es vor wenigen Tagen zu einem Flächenbrand, der über 100 Häuser nahezu dem Erdboden gleich machte.

Wichtiges Farbenspiel
Seit Kurzem sind die Gefahrestufen für Waldbrände bundesweit einheitlich. Brandenburg hatte bisher vier Abstufungen und hat diese jetzt den deutschlandweit gültigen fünf angepasst. 1 wird auf der Karte der Warnzentralen mit grün dargestellt und bedeutet „sehr geringe Gefahr“, 2  ist gelb und sagt uns, dass eine „geringe Gefahr“ besteht, orange sind die Gebiete markiert, in denen „mittlere Gefahr“ besteht, das ist die Stufe 3. Bei rot wirds brenzlich, denn mit dieser Farbe sind Regionen, in denen „hohe Gefahr“ besteht, eingefärbt. Die Gefahrenstufe 5 – „sehr hohe Gefahr“ ist violett und bedeutet für Wetter- und Katastrophenexperten eine Situation, bei der es gilt, extrem wachsam zu sein.

Zu Rauchen und offenes Feuer zu entfachen ist natürlich auch nur in der Nähe des Waldes streng verboten. Weiterhin wird dazu geraten, auf Waldwegen keinerlei Fahrzeuge abzustellen, denn beim Starten kann der Motor schonmal mehrere hundert Grad Celsius entwickeln. Es genüge schon ein Funkenflug über trockenem Gras, um einen Flächenbrand, der sich schnell auf einen angrenzenden Wald ausbreiten kann, zu entfachen, heißt es vom ADAC.

Wer zahlt Waldbrandschäden?
Waldbesitzer haben die Möglichkeit, neben einer Versicherung gegen beispielsweise Sturmschäden, auch eine Waldbrandversicherung abzuschließen. In der Regel gilt diese für stehende Bäume, als auch geschlagenes Holz sowie Aufräum- und Feuerlöschkosten. Wurde das Feuer allerdings fahrlässig, zum Beispiel durch eine weggeworfene Zigarette entfacht und der „Täter“ ist den Behörden bekannt, haftet alleine dieser. Die Schadenswiedergutmachung kann wegen einer Sekunde „Dummheit“ die finanzielle Existenz kosten.

Weitere Infos:
Auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann man die aktuellen Gefahrenentwicklungen miterfolgen.

Warum wird das Wetter immer am Wochenende schlecht?

Verregneter Biergartenbesuch: Warum uns das Wetter das Wochenende oft vermiest, hat seine Gründe. Foto: fotolia.com

Verregneter Biergartenbesuch: Warum uns das Wetter das Wochenende oft vermiest, hat seine Gründe. Foto: fotolia.com

Es ist Sommer, abertausende Menschen schwitzen in Deutschlands Büros. Der Freitag naht und die Vorfreude aufs Wochenende steigt. Man will raus in die Natur, sich im Biergarten mit Freunden treffen. Doch dann, pünktlich am Freitag gegen Abend, ziehen Wolken am Himmel auf. Der Blick auf die Wettervorschau verheißt für genau drei Tage nichts Gutes, vereinzelt Regenschauer in der Nacht auf Samstag, Gewitter bis Sonntagabend, der mit einzelnen Sonnenstrahlen Hoffnung aufkommen lässt. Einen Lichtblick lässt der Blick auf den Montag zu, 35 Grad! Doch dann war’s das mit einem schönen Wochenende. Wird das Wetter immer zum Wochenende schlecht oder bilden wir uns das nur ein?

Experten sagen nach Auswertungen von Wetterstatistiken „Ja, das stimmt!“ und haben auch gleich die Gründe parat, warum uns das Wetter immer einen Strich durch unsere Freizeitpläne macht. Das Überraschende an den Erkenntnissen ist, dass wir selbst schuld sind an der wöchentlichen Misere. Der Grund sei bei den Abgasen zu suchen, die werktags in die Luft geblasen werden, wie das Wissenschaftsmagazin “Spektrum” die Meterologen Dominique Bäumer und Bernhard Vogel vom Karlsruher Institut für Technologie zitiert.

Die sogenannten Aerosole, die in der Woche von Fabriken und Autos in die Luft entlassen werden, sind die Keimzellen der Wolkenbildung. Wasserdampf lagert sich an dem Gemisch aus flüssigen oder festen Schwebeteilchen und Gas ab, bis sich immer größere Tröpfchen bilden, die irgendwann der Schwerkraft nicht mehr standhalten und aus den Wolken fallen – es regnet. Nämlich genau dann, wenn die Fabriken am Samstag die Produktionen runterfahren und keine berufstätigen Autofahrer Deutschlands Straßen verstopfen und kaum LKW unterwegs sind.

Am Sonntagabend ist die „Entladung“ der Wolken meist vorbei und ab Montag können Fabriken und Autofahrer wieder erneut „Regen-Nachschub“ in den Himmel blasen, der sich die ganze Woche über ansammelt, um uns das nächste Wochenende zu vermiesen.

 

Muh! – Das Wetter morgen

Zu der Tatsache, dass manche Tierarten, viele davon in anderen Teilen der Erde, auf Wetter und nahende Umweltkatastrophen reagieren (die-wetterversicherung.de berichtete), gibt es einige Studien. Dass gerade Landwirte vom Wetter abhängig sind, ist hinlänglich bekannt. Was liegt also näher, sich für die Wettervorhersage nicht nur auf die Fernsehnachrichten zu verlassen, sondern auch die heimischen Haustiere zu beobachten.

Eine alte Weisheit besagt, dass Regen im Anmarsch ist, wenn Kühe sich hinlegen. US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die überlieferte Annahme gar nicht so falsch ist. Die Erklärung ist einfach: Wenn es heiß ist, stehen die Tiere, damit sie durch mehr freigelegte Körperfläche mehr Hitze in die Luft abgeben können. Wenn es kälter wird, legen sich die Tiere hin, damit eben keine Körperwärme freigesetzt wird und sie diese für kältere Tage konservieren können. Da mit Kälte oft Regen einhergeht, ist die alte Wetterregel gar nicht so verkehrt.

Stehen Kühe, bleibt es warm. Wissenschaftler erklären in einer Studie die alte Weisheit. Foto: pixabay

Stehen Kühe, bleibt es warm. Wissenschaftler erklären in einer Studie die alte Weisheit. Foto: pixabay

Bei genauerem Hinsehen und mit etwas Geduld kann man auch aufgrund der Atmung der Kühe auf das anstehende Wetter schließen. Bahnt sich Regen an, fällt der Luftdruck (Tiefdruckgebiet), was den Tieren das Atmen erschwert. Damit sie trotzdem genug Luft bekommen, setzen sie zusätzlich mit der Maulatmung ein. Auch durch lautes Gebrüll machen sie ihrem Unmut über die Beschwerden Luft.

 

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