Kategorie: Lasst uns übers Wetter reden!

Wein an der Ostsee, Olivenbäume am Neckar

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Dass sich das Klima im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, ja sogar in den letzten Jahrzehnten, ständig verändert hat, ist bekannt. Weniger im Bewusstsein sind die Auswirkungen der Veränderungen in der Vergangenheit und auch in der Zukunft.

Biologen beobachten schon heute eine Verschiebung von Vegetationszonen bis zu 400 Kilometer in Richtung Norden. In alpenländischen Gipfelregionen, die bis vor einigen Jahren noch von Steinen und Flechten dominiert waren, siedeln sich Pflanzen und Tiere an, die man bis jetzt dort nicht vermutet hätte.

Ähnlich verhält es sich mit Kulturpflanzen. Sie gedeihen in Regionen, in denen man nie daran gedacht hätte, sie dort zu kultivieren. Findige Landwirte bauen in Großbritannien bereits Olivenbäume an. Auch in Deutschland läuft bereits ein entsprechendes Experiment. In der Region Kraichgau in Baden-Württemberg wachsen auf einem 1.600 Quadratmeter großen Olivenhain zehn Fruchtsorten, die aus Italien, Frankreich, Kroatien und Griechenland an den Neckar übersiedelt worden sind. An der Ostsee gibt es bereits ein Weingut. Der Ingenhof baut in Malkwitz in Schleswig-Holstein auf drei Hektar Trauben an, und das erfolgreich.

Wenn man geschichtlich ins Mittelalter zurück blickt, hatten damals Ölbäume auf den Britischen Inseln schon eine lange Tradition hinter sich. Genauso, wie zu jener Zeit am Alpennordrand, inmitten der bei Kulturtouristen und Naturgenießer beliebten Region um Salzburg in Österreich, Wein wuchs. Alles wiederholt sich, ob mit oder ohne industriebedingtem Klimawandel.

Doch, was für die meisten Menschen nach Urlaubsgefühl in den heimischen Breiten klingt, ist für die Landwirtschaft keineswegs positiv. Eine nur vier bis fünf Grad höhere Durchschnittstemperatur würde Wasserknappheit ins Land bringen, die Waldbrandgefahr würde steigen und könnte griechische und süditalienische Dimensionen annehmen. Mit der nach Norden ziehenden Tierwelt würden sich auch nicht nur gerne gesehene Arten ansiedeln. Auch Schädlinge, die bis jetzt südlich der Alpen zu finden sind, kämen ins Land.

Wirbelstürme im Anmarsch?

Berichte über Hurrikankatastrophen nehmen Mitteleuropäer meist mit Entsetzen wahr, fühlen sich aber heimelig sicher. „Die Menschen in den betroffenen Gebieten sind arm dran, aber alles soooo weit weg“. Von wegen!

Forscher haben herausgefunden, dass die Wirbelstürme aus ihren Stammregionen rund um den Äquator abwandern und zwar nach Norden und Süden in Richtung der Pole.

Die Wissenschaftler um den US-amerikanischen Meteorologen James Kossin veröffentlichten in der Fachzeitschrift „Nature“ Berechnungen, denen zufolge sich die unheilbringenden Naturgewalten in den letzten 30 Jahren um mehr als 50 Kilometer in Richtung der Erdkuppeln bewegt haben.

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Die Forschergruppe nennt sogar konkrete Zahlen. Der „Wanderweg“ auf der Nordhalbkugel wurde mit bisher 53 Kilometern festgelegt, für die Südhalbkugel wurde eine Strecke von gar 62 Kilometern errechnet, welche die Stürme bisher zurücklegten. Besonders deutlich sei der Trend im Pazifik und im Indischen Ozean bemerkbar, schreiben die Autoren. Auf eine andere Studie des „National Climatic Data Center“ (NOAA), für das James Kossin übrigens arbeitet und die beinhaltet, dass die Anzahl der Wirbelstürme im Nordatlantik seit den 1990er Jahre erheblich angestiegen sei, geht der Meteorologe in dem Artikel nicht ein. Wenn sich die Stürme zwischen Amerika und Europa ebenfalls ausbreiten, müsste sich auch Deutschland über kurz oder lang auf Hurrikans vorbereiten.

In einem Punkt sind sich die Wissenschaftler einig: Die Ausbreitung der Wirbelstürme sei menschengemacht. Eine globale Erderwärmung habe dafür gesorgt, dass sich die Luftzirkulation verändert habe. Die Entstehung der Wirbelstürme sei von speziellen Winden abhängig, die in Äquatornähe abgenommen und am Tropenrand zugenommen hätten und so das Hurrikanrisiko an den Rand der bisherigen Hotspots gewandert sei, glauben die Forscher zu wissen.

 

Frühzeitige Hagelwarnung per App

Hagelschäden sind nicht nur für Haus- und Autobesitzer ärgerlich, Hagel ist auch einer der größten Feinde der Landwirtschaft. Das

Kommt er oder kommt er nicht? Eine neue App soll frühzeitig vor Hagel warnen und gleichzeitig das Haus dicht machen. Foto: digitalStrom

Kommt er oder kommt er nicht? Eine neue App soll frühzeitig vor Hagel warnen und gleichzeitig das Haus dicht machen. Foto: digitalStrom

Unternehmen digitalStrom, das sich mit der Komplettvernetzung von allen in einem Haushalt befindenden Geräten beschäftigt, und die MeteoGroup haben den „Smart Home Hagelwarner Service“ entwickelt, der „das Heim vor Hagelschäden schützen soll“, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung wissen lassen. Für den Hagelwarner Service liefert die MeteoGroup Hagelwarnungen, so dass die mit digitalStrom vernetzten Häuser und Wohnungen automatisch geschützt werden.

Im Gegensatz zu handelsüblichen Wetterstationen soll das System so frühzeitig warnen, dass rechtzeitig Präventivmaßnahmen getroffen werden können. Der Clou an der Sache ist, dass nicht nur gewarnt wird, sondern bei vernetzten Haushalten auch gleichzeitig Rolläden geschlossen und Markisen eingefahren werden.

„Auf Basis unseres gemeinsamen Know-hows und dank der Kombination von Wetterdaten mit dem intelligenten Smart Home System von digitalStrom haben wir einen Service realisiert, der einen hohen Mehrwert darstellt: den Schutz von Wohneigentum.“, freut sich Michael Behm von der MeteoGroup.

digitalStrom-Kunden können die Warnapp einfach abonnieren.

 

Heißer Angriff

Nicht enden wollende Wolkendecken und für den Frühling ungewöhnlich niedrige Temperaturen haben vielen die Laune vermiest. „Jetzt darf es aber schön langsam mal schöner werden“, hörte man vielerorts. Die warme Jahreszeit ließ warten. Allerdings war das Frühjahr zwar kühl, Niederschläge blieben aber in weiten Teilen aus.

Gegen die Hitze hilft oft nur abzutauchen, für Landwirte kann sie wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Foto: Alfred Heiler/pixelio.de

Gegen die Hitze hilft oft nur abzutauchen, für Landwirte kann sie wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Foto: Alfred Heiler/pixelio.de

Zu Pfingsten war es endlich so weit – und wie. Der nahende Sommer kündigte sich mit einem Rekordwochenende im wahrsten Sinne des Wortes an. Meteorologen kolportieren das heißeste Pfingstwochenende seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Wetterdienste meldeten an zahlreichen Messstellen Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke. Am wärmsten war es im badischen Städtchen Rheinau mit exakt 37,7 Grad Celsius. Die heiße Luft aus Afrika, die zum Teil sogar Saharasand nach Deutschland brachte, bescherte uns am Wochenende überfüllte Strandbäder und gut besuchte Eiscafes.

Sommermärchen mit Beigeschmack
So sehr sich Fußballfans auf eine Neuauflage des WM-Sommermärchens 2006 freuen, hält sich in Teilen der Bundesrepublik, vor allem in Nordrhein-Westfalen, die Biergarten- und Eisdielenlaune in Grenzen. Das Aufeinandertreffen der tropischen Temperaturen mit einer Kaltfront aus Frankreich brachte Unwetter mit Sturm, starkem Regen und sogar Hagel nach Westdeutschland – Bäume knickten, der Bahnverkehr musste teilweise eingestellt werden. Das Unwetter forderte sogar sechs Menschenleben.

Kein Supersommer für Landwirtschaft
Experten trauen sich zwar noch nicht ganz, sich auf die Wettersituation in den Sommermonaten festzulegen, die langfristigen Prognosen stimmen aber mit dem Hundertjährigen Kalender überein. Das Thermometer klettert etwas nach unten, der Sommer bleibt aber. Begleitet werden die Sonnenstunden von einzelnen Gewittern, die aber aus Sicht der Landwirtschaft trotzdem zu wenig Niederschlag für eine optimale Vegetation bringen werden.

Auch Tiere können schwer mit hohen Temperaturen umgehen. Vorallem bei Hochleistungskühen schwindet bei anhaltenden hohen Temperaturen die Leistung. Je größer die Milchleistung ist, desto mehr Körperwärme produzieren die Tiere. Gelingt es den Tieren nicht, die Wärme abzugeben, verschlechtert das die Milchleistung. Auch die Gesundheit kann beeinträchtigt werden.

Sport bei jedem Wetter?

Wird unsere National-Elf bei der WM trotz der brasilianischen Temperaturen die von den Fans erwarteten Leistungen bringen? Foto: obs/Lindner Hotels & Resorts/SFM

Wird unsere National-Elf bei der WM trotz der brasilianischen Temperaturen die von den Fans erwarteten Leistungen bringen? Foto: obs/Lindner Hotels & Resorts/SFM

„Die Vergabe an der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar war ein Riesenfehler“, gestand der Präsident der FIFA, Sepp Blatter (78), jetzt ein. Neben politischen und menschenrechtlichen Querelen war es wohl auch ein Fehler, das regionale Klima in der Monarchie am Persischen Golf bei der Entscheidung außen vor zu lassen.

In Katar sind Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius tagsüber und um die 30 Grad nachts keine Seltenheit. Das Gleiche gilt für Brasilien, wohin sich die deutsche National-Elf kommenden Samstag zur diesjährigen WM auf den Weg macht. Sogar FC Bayern München-Spieler Dante (29), selbst Brasilianer, warnt in einem Interview mit der BILD: „Es weht kaum ein Wind, die Atmung wird dadurch erschwert.“

Die Profisportler haben wohl keine andere Wahl, als die Entscheidungen der Organisatoren von internationalen Bewerbern zu akzeptieren. Doch Hobbysportler, die lediglich nach Bewegung und einigermaßen Fitness für ihren Körper suchen, haben die Wahl, die eine oder andere Trainingsrunde ausfallen zu lassen, um wetter- beziehungsweise temperaturbedingt das eigene Kreislaufsystem zu schonen.

Was passiert bei Hitze?
„Sport ist Mord“, meinte einst der einstige englische Premierminister Winston Churchill (1874 – 1965). Ganz so drastisch sollte man es sicher nicht sehen, für seinen Körper etwas zu tun. Doch Ärzte warnen davor, es zu übertreiben und bei hohen Temperaturen zum Beispiel joggen zu gehen.

Ein gefährliches Symptom von körperlicher Anstrengung bei hohen Temperaturen ist die Erweiterung der Blutgefäße, die der Haut Blut abzieht, um für die beanspruchten Muskeln zu verwenden. Die Folge ist Atemnot.

Auch der Schutzmechanismus des Schwitzens versagt bei sehr hohen Temperaturen. Der Schweiß verdunstet, bevor er den kühlenden Mantel überhaupt über die Haut legen kann. Wenn ein Flüssigkeitsverlust von 2 Prozent des Körpergewichts beträgt, tritt schon eine Leistungsminderung ein. Beim Marathonlauf zum Beispiel kann der Flüssigkeitsverlust schon 5 bis 6 Prozent des Körpergewichts betragen, wenn man nicht genug trinkt. Die Folge ist, dass auch dem Blut Wasser entzogen wird und der rote Lebenssaft dickflüssiger wird. Sogar die Versorgung der Organe mit dem lebenswichtigen Blut kann darunter leiden. Nieren und der Magen-Darm-Trakt können dauerhaft beschädigt werden. Durch Hitzestaus aufgrund von Flüssigkeitsentzug verlieren auch die Muskeln an „Geschmeidigkeit“ und Verletzungsgefahr steigt.

Sport ist gesund, doch wer bei jedem Wetter, auch bei großer Hitze, durch Wald und Flur joggen will, sollte sich sportmedizinisch untersuchen lassen und nicht vergessen, während des Fitnessprogramms genügend Wasser zu trinken.

Wettervorhersagen durch Klimawandel schwieriger?

„Wie wird denn das Wetter morgen?“ ist eine der zentralen Fragen des Alltags. Meteorologen, wie die des Deutschen Wetterdienstes (DWD) arbeiten rund um die Uhr und unerlässlich, um diese zu beantworten.

„Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“, zitiert der DWD den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain (1835 – 1910) in einer Broschüre fast schon entschuldigend. Denn Wetterprognosen waren schon immer eine Gradwanderung zwischen wissenschaftlichen Fakten, Zufall und der Eigenmächtigkeit der Natur.

1993 lag die die Genauigkeit der Wetterprognosen bei 20 bis 25 Prozent, im Winter 2006 – 2007 lag der Genauigkeitswert nach Angaben des DWD bei 50 Prozent. In der Relation gesehen, muss man auch einkalkulieren, dass die Technik der Meteorologen immer besser wird. Ein Vergleich ist also kaum herzustellen.

In den letzten Jahrzehnten ist aber eine Herausforderung für die Wetterforscher dazu gekommen: Der vermeintliche Klimawandel. Wobei noch nicht klar ist, welchen Einfluss er auf die Prognosegenauigkeit nimmt. Experten zufolge hat die Veränderung des Klimas kaum etwas mit der Voraussagequalität des „normalen“ Wetters zu tun.

Anders sieht es schon bei Wetterextremen, wie starken Gewittern oder Hagel aus. Da kommt allerdings die Tatsache zum Tragen, dass Gewitter, unabhängig vom Klimawandel, schwer vorauszusehen sind.

Foto: DWD

Foto: DWD

Das hat den Grund, dass Unwetter Ereignisse sind, die sich in regionalen Bereichen abspielen. „Schauer und Gewitter sind kleinräumige Ereignisse. Dementsprechend sind sie schwierig zu prognostizieren. Dafür fehlt es an Rechenkapazität. Zudem lassen sich Unwetter für einen Ort immer erst kurz vorher vorhersagen“, so DWD-Experte Malte Witt in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Die Aufzeichnungen sagen, dass seit dem Zeitpunkt, seit dem ein Klimawandel, dessen Ursache immer noch Streitpunkt zwischen Wissenschaft und Politik ist, beobachtet wird, verstärkt Unwetter in Mitteleuropa auftreten. Und diese sind eben schwer voraussehbar. So nimmt die Veränderung des Klimas Einfluss auf die Genauigkeit der Wetterprognosen – indirekt.

 

Länderübergreifende Entschädigungen für Überschwemmungsflächen

Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern machen sich für länderübergreifende Entschädigungen für Landwirte, die ihre Felder als Überschwemmungsflächen bei Hochwasser zur Verfügung stellen, stark. Bei der Umweltministerkonferenz in Konstanz Anfang Mai brachten die vom Hochwasser 2013 betroffenen Länder einen entsprechenden Antrag zum Nationalen Hochwasserschutzprogramm

Hochwasser 2013: Wenn Flüsse über die Ufer treten, werden Felder als Rückhalteflächen genutzt. In Zukunft sollen Landwirte entschädigt werden. Foto: GDV – Die deutschen Versicherer

Hochwasser 2013: Wenn Flüsse über die Ufer treten, werden Felder als Rückhalteflächen genutzt. In Zukunft sollen Landwirte entschädigt werden. Foto: GDV – Die deutschen Versicherer

(NHWSP) ein.

„Das Nationale Hochwasserschutzprogramm ist insbesondere für Hochwasserschutzprojekte mit länderübergreifender Bedeutung enorm wichtig. Die Schaffung von Poldern kann nicht allein Aufgabe der Oberlieger an den Gewässern sein, die selbst keinen Vorteil von diesen Maßnahmen haben“, so der sächsische Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer (CDU).

Neben der finanziellen Sicherstellung eines solchen Programms müssen auch länderübergreifende Regelungen für den Fall getroffen werden, dass bei Hochwassern landwirtschaftliche Flächen als Rückhalteraum genutzt werden, sind sich die Initiatoren des Anliegens einig. „Die betroffenen Landwirte müssen in diesen Fällen Einbußen an ihren Erträgen bis hin zum Totalverlust hinnehmen. Es ist selbstverständlich, dass sie nicht allein gelassen werden dürfen, wenn durch ihre Mithilfe Schäden an Hab und Gut der Menschen in Ortschaften vermieden werden. Dazu sollte der Bund gemeinsam mit den Ländern verbindliche Regelungen erarbeiten“, so Kupfer weiter.

Die Erarbeitung eines nationalen Hochwasserschutzprogrammes haben die Umweltminister der Länder als Konsequenz aus dem Juni-Hochwasser 2013 bereits im September beschlossen. Momentan wird über die Finanzierung verhandelt und bis kommenden Herbst sollen die überregional wirksamen Maßnahmen als Programmvorschlag der Umweltministerkonferenz vorgelegt werden.

 

Lautes Wetter

Wetter kann kalt sein, es kann heiß sein oder nass. Man hört es auch, wenn der Wind pfeift oder der Donner grollt. Aber das Wetter kann auch mit Lärm belästigen, für dessen Ursache es gar nicht verantwortlich ist. Neben Faktoren wie die Form des Geländes, die Bodenbeschaffenheit und die Bebauung nehmen vor allem meteorologische Faktoren Einfluss auf die Schallausbreitung.

Am naheliegendsten ist die Ausbreitung durch die Windrichtung, allerdings verhält sich das nicht so einfach, wie es scheint. Entscheidend, ob man den Verkehr der kilometerweit entfernten Autobahn hört oder nicht, ist die Höhe des Windes, die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur.

Die allgemeine Meinung, dass sich Schall in Windrichtung besser ausbreitet als gegen den Wind, stimmt. Das trifft aber nur auf kurze Distanzen zu. Wenn der Wind gegen die Schallquelle strömt, hört man auf große Distanzen besser. Das hat ein physikalischen Grund, die sogenannte Restriktion. Dabei stoßen die Schallwellen auf die ankommende Luftwand und werden nach oben getrieben. Hier kommt die Lufttemperatur ins Spiel.

Kalte Luft überträgt besser als warme. Herrschen in der Höhe, in welche die Schallwellen durch die Luftwand aufsteigen, warme Temperaturen, wird der Schall über eine entsprechende Distanz „runtergedrückt“. Der Bogen, in dem die Schallwellen auf die Erde zurückkehren, hat einen kleineren Radius. Ist es in den luftigen Höhen kalt, hat der Schall „freie Bahn“ und wandert über größere Distanzen.

Foto: Techniker Krankenkasse

Foto: Techniker Krankenkasse

Wer neben einem Konzertgelände wohnt und sich wundert, dass der Bekannte, der in selber Richtung zehn Kilometer weiter weg wohnt, mehr vom Konzert mitbekam, befand sich zum Zeitpunkt des Konzertes ganz einfach im Windschatten. Der Wind strömte in Richtung des Veranstaltungsortes, der Schall hatte keine Möglichkeit, sich in unmittelbarer Umgebung auszubreiten, sondern wurde eben in die Höhe getrieben und prallte weiter weg wieder auf die Erde. Die Leute, die auf der anderen Seite gleich neben dem Konzertgelände wohnen, haben die Musik uneingeschränkt genießen können. Denn der Wind wehte ja über das Gelände hinweg in Richtung der gegenüberliegenden Anwohnern.

Feuchte Luft verlängert die Distanzen zusätzlich noch, da die Schallgeschwindigkeit bei den in Relation schweren Wassermolekülen erhöht wird. Auf diesem Prinzip beruht auch die Tatsache, dass Wale im Wasser über unglaubliche Distanzen kommunizieren können.

In luftleerem Raum gibt es übrigens keinen Schall, da dieser immer ein Medium, wie eben Luft oder Wasser, braucht, um sich auszubreiten. Wenn sich zum Beispiel Astronauten auf dem Mond ohne Schutzanzug bewegen könnten, würden sie gar nichts hören, wenn sie miteinander sprechen.

 

Gefährliche Jagd

Gewitter haben etwas Bedrohliches und sind für die meisten Menschen angsteinflößend. Doch es gibt einige Mutige und Hartgesottene, die den Gewittern sogar hinterherlaufen bzw. -fahren – die sogenannten Gewitterjäger. Sie leben ihren Jagdtrieb aus, sind allerdings nicht mit Gewehren bewaffnet, sondern mit Kameras und Schreibblock.

Die umtriebigen Wetterfreaks, die sich selbst als „Spotter“ bezeichnen, bekommen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit kein Geld, sind nicht beauftragt, dafür ist es ihre Leidenschaft, ihr Streben danach, Unbegreifliches, Gewaltiges zu erleben und das Erlebte für die, die sich nicht trauen, dem „Zorn des Himmels“ in die Augen zu schauen, festzuhalten.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Im „Skywarn“-Verein haben sich Gewitter- und Sturmjäger sogar überregional zusammengeschlossen, um dem ungewöhnlichen Hobby zu fröhnen und sich auszutauschen. Die Spotter haben es sich aber auch zur Aufgabe gemacht, ihre Beobachtungen und ihr Wissen weiterzugeben. So heißt es, Skywarn hat sich zur Aufgabe gemacht, kritische Unwetterlagen vor Ort möglichst genau zu melden. Dabei stellen sie sich die Anforderung, schneller als Technik wie Radar, Blitzortung und Satelliten zu sein. Das Ausgespähte wird dann an regionale Medien und Rettungsleitstellen gemeldet.

Der Verein Skywarn Deutschland e.V. sieht sich aber nicht als Konkurrenz für die zahlreichen Wetterdienstleister, sondern als naturnahe Ergänzung. Allerdings will man sich von sensationslüsternen „Himmelsguckern“ distanzieren. „Wir wollen keinen Katastrophenfanatismus“, sagte Ansgar Berling, 2. Vorsitzender von Skywarn, in einem Interview mit der „Zeit“. Inzwischen hat der Verein sogar Prüfungen eingeführt, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Weitere Infos: www.skywarn.de

Pollenallergie: Auch Bergsteigen hilft nichts

Mit „Pollenfallen“, wie hier an der Forschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze, sollen die Pollen „abgefangen“ werden. Foto: Susanne Jochner/TUM

Mit „Pollenfallen“, wie hier an der Forschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze, sollen die Pollen „abgefangen“ werden. Foto: Susanne Jochner/TUM

Die Frühlingssonne streichelt nicht nur die Seele. Die warmen Temperaturen, beziehungsweise das was sie mitbringen, spüren auch Nase und Augen – die Pollen sind da. Menschen, die auf den Blütenstaub allergisch reagieren, finden oft nur Hoffnung auf Linderung in Hausmitteln und allenmöglichen Tipps.

Einer dieser Tipps, was Allergiker gegen ihre Plage tun sollten, ist, in die Berge zu flüchten. Denn bisher war die gängige Meinung, Pollen verirren sich nicht in hochgelegene Regionen. Die Ökoklimatologie-Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben allerdings jetzt herausgefunden, dass eine zünftige Bergtour auch nicht hilft, dem gefürchteten Staub zu entkommen.

Pollen sind demnach Flugmeister und schaffen es, aus dem Umland bis in enorme Höhen. Um diesen Umstand genau zu erforschen, haben die bayerischen Wissenschaftler pünktlich zur Pollensaison ein Forschungsprojekt gestartet, bei dem Pollen mit speziellen „Fallen“ sowie mit Probanden, die Pollenzähler am Körper tragen, dingfest gemacht werden. Das Ziel des Projektes ist, die Pollen zu zählen, deren Herkunft zu bestimmen und Prognosen abzugeben.

Das Forschungsprojekt ist dem virtuellen Alpenobservatorium (VAO) zugeordnet und wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert.

 

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