Kategorie: Lasst uns übers Wetter reden!

So beeinflusste das Wetter die Weltgeschichte

Wir ärgern uns über Regen, freuen uns über Sonnenschein, können uns aber auf Wettersituationen einstellen. Doch wie „mächtig“ das Wetter wirklich ist und sogar die heutige Weltordnung strukturierte, zeigen vier Beispiele aus den vergangenen 2000 Jahren.
Teutoburger Wald: Sandalen-Römer scheitern an germanischem Klima

Bergsteiger und Wanderer weisen immer wieder darauf hin, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gebe. Als der römische Feldherr Varius im Herbst des Jahres 9 nach Christus aus seinem Winterlager links des Rheins in Richtung des heute niedersächsischen Mittelgebirges aufgebrochen ist, um die Germanen zu verdrängen und das Römische Reich weiter in Richtung Norden zu erweitern, war ihm offenbar nicht bewusst, dass das Klima in diesen Breitengraden etwas rauher ist als in seiner Heimat Rom. Dauerregen, Kälte und Nebel verhinderten ein Übersetzen der Römer auf die andere Seite des Rheins. Die Schlacht war für Varius’ Armee verloren.

Ardennenoffensive: Dichter Nebel über Belgien verhinderte den Sieg Hitlers und somit wohl einen Atomangriff der Alliierten auf Deutschland. Foto: Bundesarchiv/CC

Ardennenoffensive: Dichter Nebel über Belgien verhinderte den Sieg Hitlers und somit wohl einen Atomangriff der Alliierten auf Deutschland. Foto: Bundesarchiv/CC

Napoleons Russland-Feldzug: Franzosen heiß-kalt erwischt

Auch Napoleons Schicksal hat das Wetter entschieden. In den Jahren von 1812 bis 1815 verlor der französische Feldherr drei für ihn wichtige Feldzüge aufgrund von extremen Wettersituationen. Vorallem kam es den eher moderates Klima gewohnten Franzosen 1812 beim Vorstoß gegen Russland in die Quere. Als Napoleon im September Moskau erreichte, war seine Armee schon um 75 Prozent reduziert. Grund dafür war ein heißer Spätsommer jenes Jahres. Bei der Ankunft in Moskau hingegen waren die Temperaturen auf zweistellige Minusgrade gesunken. Der plötzliche Wintereinbruch gab Napoleons Armee dann den Rest.

Zweiter Weltkrieg: Dichter Nebel verhindert Atombombe auf Deutschland

Auch Hitler wurde während des zweiten Weltkrieges immer wieder durch Wettersituationen zurückgeschlagen und die Wehrmacht so immer mehr geschwächt. Die bekannteste wetterbedingte Niederlage ist wohl die Schlacht um Stalingrad. Der Feldzug, der am 7. Juli 1942 begonnen hatte und am 2. Februar 1943 mit 150.000 toten deutschen Soldaten endete, gilt als Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Ziel Hitlers war es, Ölfelder im Kaukasus einzunehmen. Doch das für Mitteleuropäer ungewohnte kontinentale Steppenklima ist von extremen Temperaturschwankungen geprägt. Während im September 1942 noch Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius gemessen wurden, setzten im Oktober Schneestürme ein und die Temperatur sank rapide auf bis zu minus 30 Grad, was die Wende in der Schlacht brachte. Der Schiffsverkehr auf der Wolga wurde durch Eisschollen behindert, die deutschen Infanteristen waren auf diese Temperaturen kleidungsmäßig nicht vorbereitet. Die Wehrmacht verlor die Schlacht – der Anfang des Endes des Dritten Reiches. Wie würde wohl die Welt heute aussehen, wenn es das Wetter damals mit Hitlers Vorhaben „gut gemeint“ hätte?

Auch beim Vorstoß gegen Westen machte das Wetter Hitler einen Strich durch die Rechnung. Im Rahmen der sogenannten „Ardennenoffensive“ sollten im Herbst 1944 in Belgien die westlichen Alliierten geschwächt und der Hafen Antwerpen zurückerobert werden. Der Angriff gilt als letztes Aufbäumen Hitlers und als „Privatschlacht“ des Diktators. Er hatte die Operation nur mit seinem engsten Generalstab geplant und die Wehrmacht außen vor gelassen. In „weiser Vorraussicht“ nannten die deutschen Kriegstreiber die Aktion schonmal „Unternehmen Herbstnebel“. Der Name sollte tatsächlich Programm werden. Als am 16. Dezember 1944 der wahnwitzige Schlag gegen die US-Armee losging, war Belgien von einer dichten Nebenhülle bedeckt. Sichtweiten unter 50 Meter verhinderten ein Aufsteigen deutscher Kampfflugzeuge. Der Zweite Weltkrieg war somit endgültig entschieden. Wenn Hitler die Schlacht gewonnen hätte, hätte das bedeutet, dass die erste Atombombe nicht Hiroshima getroffen hätte, sondern eine deutsche Stadt. Dieser Überzeugung ist der Historiker Karl-Heinz Frieser in einem Interview, das kürzlich in der „Welt“ erschien.

Kostenlose Publikation über Naturgefahrenforschung

Experten informieren in einer kostenlosen Broschüre über den aktuellen Stand der Forschung über Naturgefahren.

Extremwettersituationen scheinen in den letzten Jahren auch in Deutschland mehr geworden zu sein. Wissenschaftler beschäftigen sich intensiv mit den Gefahren, die von der Natur ausgehen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nun zusammen mit dem Deutschen GeoForschungsinstitut (GFZ) eine Publikation herausgegeben, die über den aktuellen Stand der Forschung informiert.

In dem PDF-Buch „Forschungsfeld Naturgefahren“ werden naheliegende Ereignisse, wie Stürme, Hochwasser, Dürre und Schneefall genauso beleuchtet, wie extraterrestrische  Naturgefahren, wie etwa Meteoriten oder Sonnenstürme. Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Wissenschaftlicher Vorstand des GFZ, umreißt die Motivation für die Herausgabe des Buches: „Unsere gemeinsame Publikation will nicht nur Naturgefahren beschreiben, sondern eben zeigen, wie durch weitere Forschungen die Risiken für die Bevölkerung vermindert werden können. Ich hoffe, dass wir dadurch weitere Unterstützung aus Politik und Gesellschaft für dieses wichtige Forschungsfeld erhalten.“

Das Buch kann auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes, entweder im Ganzen oder als einzelne Kapitel, als PDF-Dateien heruntergeladen werden.

Fotos: TzTproduction/pixabay.com, DWD; Composing: gruuna.com

Fotos: TzTproduction/pixabay.com, DWD; Composing: gruuna.com

Seltenes Wetterphänomen: Wenn das Wasser die Hosen an hat

Die beiden Wasserhosen waren von der Küste aus gut sichtbar. Foto: Youtube/nachrichten-tag.com

Die beiden Wasserhosen waren von der Küste aus gut sichtbar. Foto: Youtube/nachrichten-tag.com

Anfang Februar ist es an der italienischen Mittelmeerküste vor Castagnette Carducci, einem 9.000-Seelen-Dorf in der Toskana, zu einem in Europa seltenen Wetterphänomen gekommen. Zwei sogenannte Wasserhosen schienen regelrecht über den Meeresspiegel zu tanzen.

Ursprung für das Schauspiel seien kleine Tornados, weiß Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des Deutschen Wetterdienstes (dwd) auf Anfrage von die-wetterversicherung.de. Sie entstehen, wenn kalte Luft über die Wasseroberfläche weht. Nach der Bildung einer Gewitterwolke bringen seitliche Winde die aufsteigenden Luftmassen zum Drehen. Die Luft saugt das Wasser mit einer Geschwindigkeit bis zu 120 Stundenkilometern nach oben. Im Gegensatz zu Windhosen an Land sind die Wasserhosen ungefährlich. Lediglich Fische können nach oben gezogen werden. Wenn allerdings ein Flugzeug in das hochgewirbelte Wasser gerät, kann das für Piloten und Passagiere brenzlig werden.

Auch in deutschen Binnenseen kann das Phänomen auftreten. „Im Bodensee beispielsweise kommen solche Wasserhosen in unregelmäßigen Abständen immer wieder vor.“, berichtet Friedrich. „In Europa sind die maritimen Minitornados aber eher selten, weil für die Entstehung das Wetterverhältnis, wie etwa der Unterschied von Wasser- und Lufttemperatur, genau stimmen muss.“, so der Tornadoexperte weiter. „In den USA zum Beispiel, wo die Wetterverhältnisse viel extremer sind als bei uns, sind Tornados an Land und über dem Meer an der Tagesordnung“, weiß Andreas Friedrich.

Schauen Sie sich die Wasserhosen im Video auf YouTube an.

Wetterbedingter Charakter: Bestimmt der Zeitpunkt der Geburt unser Wesen?

Sag mir, wann du geboren bist, und ich sage dir, wie du bist! Dass Sommerkinder temperamentvoller sein sollen als Winterkinder, macht schon lange die Runde unter Astrologiefans. Doch dass das Wetter bei der Geburt wirklich Einfluss auf den Charakter haben soll, wollen ungarische Wissenschaftler herausgefunden haben.

Dem Forschteam rund um Xenia Gonda von der Semmelweis Universität Budapest zufolge sei die Jahreszeit, in der ein Mensch geboren wird, tatsächlich mitverantwortlich für sein Wesen. Menschen, die im Winter geboren wurden, sind den Ergebnissen der Studie zufolge ruhig und ausgeglichen, haben aber eine Tendenz zur Depression.

Menschen, die im Sommer das Licht der Welt erblickt haben, sind hingegen exaltiert und lebensfroh, neigen aber zu starken Stimmungsschwankungen. In den Herbstgeborenen sehen die Wissenschaftler irgendwo zwischen Sommer- und Wintertypen. Am unkompliziertesten sind offenbar Frühlingskinder. Sie sind gut gelaunt und haben kaum Stimmungsschwankungen.

Die Studie, die vergangenen Herbst auf dem europäischen Kongress für Neuropsychopharmakologie in Berlin vorgestellt wurde, basiert auf biochemischen Untersuchungen bei 400 Personen. „Diese haben gezeigt, dass die Jahreszeit, in der jemand geboren wird, einen Einfluss auf bestimmte Hirnbotenstoffe – etwa Dopamin und Serotonin – hat. Das kann man sogar bei Erwachsenen noch nachweisen“, sagt Gonda. „Deshalb glauben wir, dass der Geburtsmonat einen langandauernden Effekt hat.“

Baby: Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass die Jahreszeit zur Geburt wirklich den Charakter bestimmt. Foto: insperedimages/pixabay.com

Baby: Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass die Jahreszeit der Geburt wirklich den Charakter bestimmt. Foto: insperedimages/pixabay.com

Gegen Kälte: Wolle oder teure Funktionskleidung?

Laut Wetterdiensten soll sich der Winter in den nächsten Wochen nocheinmal so richtig aufbäumen. Raus bei jeder Temperatur – doch was hilft gegen Frieren oder gar Erfrierungen? Sich von innen mit etwa Tee aufzuwärmen reicht bei zweistelligen Minustemperaturen nicht mehr, da geht es an die Auswahl der richtigen Kleidung. Doch was ist besser: Naturfaser oder teure Funktionsbekleidung aus Kunstfaser? Das TV-Magazin „Welt der Wunder“ hat die Unterschiede im gewohnten Boulevardstil getestet. Das Ergebnis aber wird Schafzüchter freuen.

Der komplette Beitrag im Video:

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Eigene Wetterstation: Das Wetter punktgenau
Das landwirtschaftliche Handelsportal gruuna.com hat die Wichtigkeit einer exakten Wetteranalyse erkannt und eine „Wetterstation für Zuhause“ entwickelt – inklusive Rundumservice. „Warum sollte ein landwirtschaftlicher Betrieb auf die Daten einer Wetterstation zurückgreifen, die 50 km weiter weg steht, wenn dieser sich eine eigene Messstation auf das Grundstück stellen und per Browser oder Handy-App abfragen kann?“, erklärt Benjamin Schwabe von gruuna.com die Motivation des Chemnitzer Unternehmens.
Mithilfe der Station können alle wichtigen Daten, wie natürlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, abgerufen werden. Aber etwa auch Taupunkt und UV-Intensität gehören zu den Features. Wer vorhat, die Station abseits des Betriebes auf dem Feld zu installieren, muss nichteinmal Angst vor Langfingern haben, denn sie ist mit einer künstlicher DNA versehen. Sowohl Soft- als auch Hardware sind Entwicklungen aus dem Hause gruuna. Die Stationen werden auch individuell in Chemnitz zusammengebaut.

Wie das Wetter die Kauflust beeinflusst

„Gehen Sie mit der Konjunktur“ heißt es in einem alten Schlager des legendären Hazy-Osterwald-Sextetts. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan. Denn in Wirklichkeit wird die Kauflust vom Wetter bestimmt.

Dass das jährliche Weihnachtsgeschäft, vorallem was Lebkuchen und Glühwein betrifft, unter einem zu warmen Dezember leiden kann, leuchtet ein, doch das Wetter beflusst das Kaufverhalten der Konsumenten auch bei anderen Produkten. So belegen Zahlen des Autohandels, dass zum Beispiel schlechtes Wetter die Lust dämpft, ein Fahrzeug, ob neu oder gebraucht, zu kaufen.

Einkaufsstraße: Die Lust zu Shoppen ist wetterabhängig. Foto: Moerschy/pixabay.com

Einkaufsstraße: Die Lust zu Shoppen ist wetterabhängig. Foto: Moerschy/pixabay.com

Auch die Schlussverkäufe des Textilhandels sind schwer wetterabhängig. So sinkt im Winterschlussverkauf die Lust auf Winterklamotten, wenn die Wintermonate so gar nicht winterlich sind. Eigentlich ist der Ausverkauf der Winterkollektionen ja dazu gedacht, dass man sich günstig für die mehr oder weniger kalte Jahreszeit des folgenden Jahres rüstet. Beim Sommerschlussverkauf verhält es sich genau umgekehrt, ein schlechter Sommer beschert dem Modehandel mehr Umsatz, was wohl damit zu erklären ist, dass man bei fehlenden Badetemperaturen lieber eine Shoppingtour plant, als an den See zu fahren. Schuhe hingegen werden eher bei schönem Wetter gekauft.

Veranstalter von Events wie etwa verkaufsoffenen Sonntagen melden hingegen, dass die Kauflust an diesen Tagen bei schönem Wetter höher ist als bei Regenwetter. Was nicht zuletzt an der ausgelassenen Volksfeststimmung liegt, mit der die Macher ihre Kunden locken.

Der Onlinebuchhandel scheint übrigens seine eigenen Gesetzmäßigkeiten zu haben. Laut einer Eigenstudie des Onlinehändlers lehmanns.de liegen die optimalen Temperaturen für den Onlineumsatz von Druckwerken bei etwa 0 bis 5 Grad Celsius. Wenn es zu warm ist, gehen die Menschen lieber in die Nautur, warum die Kauflust aber bei Minusgraden sinkt, da sind die Experten allerdings noch nicht dahinter gekommen.

Bleibt stürmisch: Felix löst Elon ab

Nach einem wettermäßig sehr unruhigen Jahr 2014 geht es nach der Jahreswende stürmisch weiter. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Sturmflut im norddeutschen Butjadingen: Dank Küstenschutzmaßnahmen werden Schäden immer geringer, bewegen sich aber immer noch in Millionenhöhe. Foto: J. Bredehorn/pixelio.de

Sturmflut im norddeutschen Butjadingen: Dank Küstenschutzmaßnahmen werden Schäden immer geringer, bewegen sich aber immer noch in Millionenhöhe. Foto: J. Bredehorn/pixelio.de

Zu Jahresbeginn ist Sturm „Elon“ über die Bundesrepublik gefegt und gab nun „Felix“ direkt die Klinke in die Hand. Umgeknickte Bäume und Behinderungen im Bahnverkehr sind mittlerweile schon zur Normalität geworden. Betroffen sind zurzeit vor allem Nord- und Westdeutschland. Sachsen, Sachsen Anhalt und der Berliner Raum blieben bislang weitgehend verschont.

Die Warnmeldungen der Wetterdienste überschlugen sich die letzten Tage fast stündlich. So fegten zu Wochenbeginn über das Küstengebiet Orkanböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde, Dauerregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmetern inklusive. In Hamburg mussten aufgrund der Sturmflut Häuserbewohner evakuiert und im Vorfeld der berühmte Fischmarkt abgesagt werden.

Millionenschäden im Norden
Während es an der Ost-West-Achse und im Süden Deutschlands momentan bei Böen bleibt, meldeten die norddeutschen Regionen bereits konkrete Zahlen, was die Anzahl der Schäden, die beide Sturmtiefs bereits angerichtet haben, betrifft – und die gehen wohl wiedereinmal in die Millionen.

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein meldete bereits am Montag 10.000 bis 12.000 Schäden, wie die „Schleswig-Holsteinische Zeitung“ (SHZ) unter Berufung auf Informationen eines norddeutschen Versicherungsunternehmens berichtet. Das ist etwa die Hälfte der Schäden, die Sturm „Xaver“ im Vorjahr hinterlassen hat. Wenn man die damalige Gesamtschadenssumme von 20 Millionen Euro runterrechnet, würden diesesmal immer noch 10 Millionen Euro bleiben. Sturm „Christian“, der Ende 2013 über die Bundesrepublik gefegt ist, hinterließ im Norden noch 100 Millionen Euro Miese.

Dass die Schadenssummen sinken, haben die Küstenregion wohl den 2014 umgesetzten Küstenschutzregionen zu verdanken. „Schleswig-Holstein ist sturmerprobt. Die Deichsicherheit war in keinem Ort und zu keinem Zeitpunkt gefährdet und ist auch jetzt im vollen Umfang gegeben. Die 2014 durchgeführten Küstenschutzmaßnahmen haben sich ohne Ausnahme bewährt“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) zur SHZ.

Klimaerwärmung zerstört Weizen, aber Eis dehnt sich aus

Ende des Jahres sind zwei Studien über Auswirkungen des Klimawandels erschienen, die auf den ersten Blick etwas verunsichern. Die Universität Bonn hat herausgefunden, dass die globale Erwärmung massive Verluste in der Weizenproduktion zur Folge hat, das Max-Planck-Institut für Meteorologie sagt, die Antarktis sei mit mehr Eis bedeckt als je zuvor.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Klimaerwärmung offenbar die weltweite Weizenproduktion beeinträchtigt. Foto: pixabay.com

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Klimaerwärmung offenbar die weltweite Weizenproduktion beeinträchtigt. Foto: pixabay.com

Jedes zusätzliche Grad Celsius verringere die Weizenproduktion im Schnitt um sechs Prozent, so das internationale Forscherteam der Uni Bonn. Weltweit seien das 42 Millionen Tonnen an Ertragseinbußen. Die Wissenschaftler verglichen in der Studie verschiedene Ertragsmodelle für Weizen mit Experimentaldaten und nutzten die Modelle für die Ertragsabschätzung unter steigenden Temperaturen. Wie viel eine Weizenpflanze an Getreidekörnern produziert, hänge neben der Nährstoffversorgung insbesondere auch vom Klima ab: Trockenheit und hohe Temperaturen führten in der Regel zu Ertragseinbußen.

Der Weltklimarat (IPCC) gehe von einer möglichen Erwärmung der durchschnittlichen Lufttemperatur von 1,1 bis 6,4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 aus, heißt es in dem Bericht, der im Fachjournal „Nature Climate Change“ erschienen ist. Damit nehme neben dem Trockenstress auch der Hitzestress für die Pflanzen absehbar zu. Wie sich das auf die Ernten auswirkt, untersuchten die Wissenschaftler mithilfe von Wachstumsmodellen und verglichen 30 solcher Computersimulationstmodelle miteinander. „Mit steigenden Lufttemperaturen nehmen die Unsicherheiten bei allen Modellen zu. Aber gerade diese Daten werden für Klimafolgeabschätzungen zu den Weizenerträgen dringend gebraucht“,  so Prof. Dr. Frank Ewert vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn.

Eis-Zunahme irritiert Wissenschaftler
Das Max-Planck-Institut für Meteorologie rudert bei ihrer Forschungstätigkeit in eine ganz andere Richtung. Forscher des Hamburger Instituts haben in einer Studie festgestellt, dass sich das Meereis um die Antarktis in den letzten Jahrzehnten ausgedehnt hat. Es gibt offenbar so viel eisige Masse wie seit dem Beginn der kontinuierlichen Satellitenmessungen 1979 nicht.

Die 20 Millionen Quadratkilometer große Fläche bilde den vorläufigen Höhepunkt einer langsamen Zunahme des antarktischen Meereises, schreiben die hanseatischen Forscher in dem Artikel. Diese Entwicklung irritiere zunächst, weil die fortschreitende globale Erwärmung gleichzeitig in der Antarktis zum Abschmelzen des Meereises führe, so die Wissenschaftler.

Der Hauptautor der Studie, Alexander Haumann, erklärt, warum das Phänomen in anderen Klimaberichten nicht auftaucht: „Um die Entwicklung des Meereises in der Antarktis im Modell nachvollziehen zu können, müssen wir insbesondere die bodennahen Winde gut simulieren. Es geht hier in erster Linie um Regionen mit Wintertemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, so dass es auch bei einer Erwärmung noch viel Eisbildung im Ozean rund um die Antarktis gibt. Angetrieben durch starke Winde wird dieses Eis manchmal über mehr als tausend Kilometer transportiert. Wenn man wissen will, wohin das Eis treibt und welche Gebiete es bedeckt, muss man verstehen, wie es durch die Winde verschoben wird.“

Eine wichtige Erkenntnis für die weiteren Forschungen sei, dass sich die Winde in den letzten Jahrzehnten verändert haben, weiß auch Haumanns Kollege Dirk Notz, der die Forschungsgruppe „Meereis im Erdsystem“ am Institut leitet . „Wir beobachten eine Verstärkung der Windfelder vor den Küsten, insbesondere im Rossmeer. In diesem zum Pazifik weisenden Sektor des Südpolarmeeres haben sich die Winde in letzter Zeit so verändert, dass sie das Eis stärker von der Küste wegschieben, wo sich das Eis dann kontinuierlich neu bildet“, so Notz. Während dies auch in früheren Studien bereits vermutet worden war, unterstreiche die neue Studie, dass dieser Mechanismus bis heute die Hauptrolle für die Eisbedeckung spielt. „Dort wo die Winde stärker vom antarktischen Kontinent weg wehen, nimmt die Eisbedeckung zu, weil das Eis weiter nach Norden getrieben wird und der Ozean südlich davon wieder zufriert. So einfach ist das.“, erläutert der Wissenschaftler.

Die Klimaforschung bleibt in jedem Fall ein spannendes Feld, das wohl noch ganz am Anfang steht.

Wetterrückblick 2014 (Teil 2): Wo war der Sommer?

Auch in der zweiten Jahreshälfte setzte das Wetter fort, was es bereits im Januar begonnen hatte. Ein Tief jagte das nächste und brachte Stark- und Dauerregen, Hagel und sogar zahlreiche Tornados nach Deutschland. Im zweiten Teil unseres großen Wetter-Jahresrückblicks blicken wir auf die Monate Juli bis Dezember.

Alleine im August wurden bundesweit neun Tornados gezählt. Foto: Sunrea/pixabay.com

Alleine im August wurden bundesweit neun Tornados gezählt. Foto: Sunrea/pixabay.com

Juli: Elf Schafe verenden nach Blitzeinschlag
Der Juli war einfach nur nass, von Sommerfeeling weit und breit keine Spur. Abgedeckte Dächer und Überschwemmungen, die teilweise ganze Straßenzüge unter Wasser setzten, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume waren die Folge. Am 5. Juli flogen im Binnenhafen in Mainz aufgrund starker Windböen ganze Container durch die Luft. Im Kreis Esslingen stürzten Felsbrocken auf eine Straße, bei Notzingen starben elf Schafe nach Blitzschlag. In Bodenkirchen (Bayern) starb ein Mann nach einem Blitzeinschlag. Am 28. Juli prasselten extrem hohe Regenmengen aufs Münsterland, so dass ein Mann in Münster nach Wassereinbruch in seinem Keller sowie der Fahrer eines Pick-Up in einem Graben bei der Ausfahrt Münster-Nord (A1) ertranken.

August: 70 Boote kentern, Bayern von Gurken „erschlagen“
Im August war das Tief „Susanne“ für den miesen Sommer verantwortlich. Heftige Gewitter und Überflutungen waren an der Tagesordnung. In Leipzig und Greifswald standen Unterführungen bis zu einem Meter tief unter Wasser. Die Cottbuser Innenstadt stand nahezu vollständig unter Wasser, bei Schweinfurt liefen über 90 Keller voll. In Essen stürzte durch erhebliche Wassermassen das Dach eines Baumarktes ein. Am Abend des 10. August kenterten im Raum Berlin bei Sturm mehr als 70 Boote, etwa 100 Menschen mussten gerettet werden. Im bayerischen Plattenberg wuchsen Gurken so rasch, dass die Fabriken nicht mit der Verarbeitung nachkamen. Teile der Ernte mussten sogar vernichtet werden. Insegesamt neun Tornados fegten über Deutschland, davon sechs über See.

September: 600 Strohballen brennen, Frankfurt Airport macht dicht
Mehrere Gemeinden in Sachsen und Thüringen wurden nahezu komplett mit Schlamm bedeckt. Am 7. September wüteten Gewitter in Sachsen-Anhalt. Schlamm und Geröll blockierten die B180 bei Rositz und in Weimar wurden zwei Personen durch einen Blitz verletzt. Auch in Hessen wüteten Gewitter mit Starkregen. In Sulzbach am Taunus entwickelte sich der gleichnamige Bach zu einem reißenden Strom und überflutete Keller und Straßen. Die Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen musste zeitweise eingestellt werden. Bei Blankenhain (Landkreis Weimarer Land) entzündete ein Blitz 600 Strohballen.

Oktober: Bächlein spült ganzen Biergarten weg
Im sprichwörtlichen „goldenen Oktober“ machte sich Ex-Hurrikan „Gonzalo“ vor allem in West- und Süddeutschland breit. Bei Köln mussten sechs Menschen aus Gondeln einer Seilbahn, die über den Rhein verläuft, gerettet werden. Bei Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) wurde ein Radfahrer von einem umstürzenden Baum fast erschlagen. In Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) wurde aus dem Anbau einer Kirche ein 50 Quadratmeter großes Teil heraus gerissen. Südlich von Stuttgart wurde ein ganzer Biergarten durch einen plötzlich über die Ufer tretenden Bach förmlich weggespült, der angrenzende Kinderspielplatz und das Untergeschoss eines Museums wurden ebenfalls überflutet. Im Allgäu war man mit dem Beseitigen von Schneemassen beschäftigt, in Ostfriesland wurde der Fährverkehr wegen heftigen Stürmen eingestellt. Im ganzen Bundesgebiet wechselten sich Hagel und Tornados ab.

November: Föhnsturm in den Alpen, im Hamburger Hafen geht nichts mehr
Anfang November verursachte der für die Region typische Föhn nicht nur Kopfschmerzen, sondern entwickelte sich zu einem Föhnsturm. Am Arlberg wurde ein Mann durch ein herabstürzendes Wellblechdach schwer verletzt und im selben Ort ein Feuerwehrmann bei Aufräumarbeiten von einem Baum erschlagen. Auch der Norden blieb von ungemütlicher Wetterlage nicht verschont. Wegen dichten Nebels musste der Hamburger Hafen die Containerentladung einstellen. Beim Einlaufen in den Hafen kollidierte ein Schiff mit der Spundwand der Uferbefestigung. Es wurde auf der Steuerbordseite auf einer Länge von vier Metern eingedrückt. Im ganzen Bundesgebiet kam es zu schweren Verkehrsunfällen aufgrund von starken Nebels und Glatteis. Am 30. November kam es auf der A2 zwischen an der Grenze zu den Niederlanden zu einem Massenunfall mit mindestens 15  Fahrzeugen, darunter einige Reisebusse. Auch hier war der Grund Glatteis.

Dezember: Stürme und wenig Schnee, dafür Glatteis
Der Dezember wurde von einem Sturmtief mit Kern über dem Nordmeer dominiert. Mitte Dezember gaben die Wetterdienststellen mehrmals Sturmwarnungen heraus. Auf den Nordseeinseln kam es zu Böen mit einer Geschwindigkeit bis zu 100 km/h. Vom Winter war bis auf stellenweises Glatteis noch nicht viel zu merken. Nur in höheren Lagen kam es vereinzelt zu Schneefällen. In Bayern wurde eine Fahranfängerin bei einem Glatteisunfall schwer verletzt. Auch in den Weihnachtsfeiertagen musste man in Deutschland auf ein herbeigesehntes Winter Wonderland verzichten.

Hier lesen Sie den ersten Teil unseres Wetter-Jahresrückblickes 2014.

Ein gesundes und erfolgreiches, wettertechnisch hoffentlich besseres, Jahr 2015 wünscht das Team von die-wetterversicherung.de.

 

Rückblick: So viel Unheil brachte das Wetter 2014 (Teil 1)

Sonnenanbeter hatten 2014 nicht viele schöne Stunden. Das Jahr war geprägt von Starkniederschlägen, Hagel und sogar zahlreichen Tornados. Wir haben die Wetterereignisse des zu Ende gehenden Jahres und ihre oft fatalen Folgen im Überblick zusammengefasst.

Januar: Ausnahmezustand in Berlin
Kaum hatte man sich vom Orkantief „Xaver“, das Ende 2013 über Deutschland fegte und durch Starkniederschläge und Hagel erhebliche Schäden hinterlassen hatte, erholt, rollte das nächste Tiefdruckgebiet an. Das Sturmtief „Anna“ ließ im Januar seine Muskeln vor allem im Nordwesten der Bundesrepublik spielen. Dachstühle schwebten von den Dächern, die Züge der Deutschen Bahn kamen noch später als sonst. Es gab sogar Verletzte und eine Tote. Die Frau wurde in der Nähe von Mönchen-Gladbach (NRW) von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Es kam aufgrund von Glätte und überfrierender Nässe zu schweren Unfällen und mehreren Massenkarambolagen mit Schwerverletzten und sogar Toten fast im gesamten Bundesgebiet. In Berlin stürzten zahlreiche Fußgänger auf dem Glatteis und mussten mit Knochenbrücken in die Klinik. Die Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser waren nahezu erschöpft, die Berliner Feuerwehr verhängte mehrmals den Ausnahmezustand.

Februar: Massenkarambolage mit 51 Fahrzeugen
Der Feburar wurde gleich von zwei Tiefs dominiert. Das Sturmtief „Qumaira“ setzte fort, was „Anna“ im Januar begonnen hatte: Durch heftige Sturmböen wurden Dächer weggerissen, so zum Beispiel am 7. Februar das 500 m2 große Dach eines Elektromarktes in Hannover. Teilweise kam durch umgestürzte Bäume der Bahnverkehr zum Erliegen. In Koblenz kollidierte ein ICE mit einem Baum, verletzt wurde bei dem Crash zum Glück niemand. Abgerissene Stromleitungen bescherten vielen Haushalten gemütliche Abende bei Kerzenschein. Mitte des Monats übernahm das Tief „Tini“. Die Wetterlage mit dem niedlichen Namen hatte es aber auch in sich: Es kam zu zahlreichen schweren Unfällen. Am 16. Februar kam es auf der A67 bei Rüsselsheim zu einer Massenkarambolage, bei der 51 Fahrzeuge beteiligt waren.

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

März: Hagel und Nebel
Der März zeigte noch keine Vorboten des anstehenden Frühlings. Er war geprägt von Kälteeinbrüchen, Graupelschauern und sogar Schneefall. Die schlechten Straßenverhältnisse hatten auch zahlreiche Unfälle und Massenkarambolagen zur Folge. In Franken kam es auf der A9 und der A93 innerhalb von zwei Tagen zu zehn schweren Unfällen mit insgesamt sieben Verletzten. Die Küstenregionen waren teilweise in dichten Nebel gehüllt. Bei Bremerhaven forderte ein Unfall aufgrund des Nebels zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten. Auf Passau und Berlin, Brandenburg und die Eifel prasselten Hagelkörner nieder.

April: Flugzeugabstürze und schlammbedeckter Ort
In Erinnerung blieben auf alle Fälle die zwei Flugzeugabstürze innerhalb von 14 Tagen. Beide Piloten haben offensichtlich den dichten Nebel falsch eingeschätzt. Am 2. April stürzte eine Kleinmaschine nach dem Start vom Flugplatz der friesischen Insel Norderney ins Wattenmeer, der Pilot kam dabei ums Leben. Am 14. April prallte ein Flugzeug gegen die Spitze des 27 Meter hohen Mastes der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Brocken. Die Maschine stürzte ab und brannte aus. Auch hier starb der Pilot sowie ein weiterer Insasse. Bundesweit kam es im April immer wieder zu heftigen Gewittern und Graupelschauern. Der Ort Raschau-Markersbach bei Aue (Sachsen) wurde teilweise von einer Schlammlawine bedeckt. Es gab in ganz Deutschland mehrere Tote durch Blitzeinschläge und umstürzende Bäume. Im hessischen Kirchhain deckte ein Sturm das Kirchendach ab. Über ganz Deutschland verteilt kam es zu mehreren Hagelniederschlägen, teilweise mit Körnern bis zu 3 Zentimetern Durchmesser.

Mai: Tornados und Überflutungen
Auch der April brachte Nässe und Sturm in allen Varianten – Regen, Gewitter, Hagelschauer. Vorallem im Osten der Bundesrepublik mussten zahlreiche Straßen wegen Überflutungen und Schlamm gesperrt werden. Im Leipziger Zoo wurden zwei Menschen durch einen Blitzeinschlag verletzt. Das Erzgebirge war von heftigen Hagelschauern betroffen. Im Westen tobten hingegen Stürme. So wurden im Ruhrgebiet zahlreiche Autos und Gebäude durch umstürzende Bäume und herabfallende Dachziegel beschädigt. Am 13. Mai fegte ein Tornado über den Landkreis Viersen (NRW) und deckte Dächer ab. Ein weiterer Wirbelsturm wurde am 24. des Wonnemonats über einem Getreidefeld im niedersächsischen Lindhorst beobachtet.

Juni: Gekenterte Boote und tote Kühe
Auch im Juni hielten die Gewitter mit Hagel und Starkregen an. Es kam zu zahlreichen Dachstuhlbränden durch Blitzeinschläge. Auf dem Schweriner See mussten Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) neun Menschen von einer Insel und zwei Segler von gekenterten Booten retten. Durch umfallende Bäume starben im Juni insgesamt fünf Menschen, über 30 wurden schwer verletzt. Alleine in Düsseldorf stürzten 20.000 (!) Bäume um. Der Düsseldorfer Flughafen musste aufgrund starker Orkanböen den Flugbetrieb vorübergehend einstellen. Bei Wittlich (Rheinland-Pfalz) wurden fünf Kühe durch Blitzeinschlag getötet, nachdem sie unter einem Baum Schutz gesucht hatten. Hagelkörner nahmen Ausmaße von bis zu fast sieben Zentimetern an. Über der Nord- und der Ostsee tobten Tornados.

Den zweiten Teil lesen Sie nächsten Mittwoch, den 31. Dezember, auf die-wetterversicherung.de.

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