Kategorie: Lasst uns übers Wetter reden!

Wenn die Sonne an die Wand fährt

Solaranlagen müssen nicht immer horizontal ausgerichtet sein. Vertikale Kollektoren bieten einige Vorteile.

Foto: Meyer Burger Technology AG

Foto: Meyer Burger Technology AG

Solaranlagen auf dem Dach kennt man, Kollektoren auf der Wiese auch. Seit einiger Zeit gibt es auch die Möglichkeit, Photovoltaikanlagen an der Hauswand zu installieren –  Solarfassaden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Wand bei Sonnenschein nicht im Schatten steht.

Die Hauptargumente der Entwickler und Unternehmen sind nicht nur die moderne Anmutung, sondern auch die Einfachheit der Installation. Während man bei der Befestigung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach auf die Statik achten muss und bei Flachdächern auch auf Gegengewichte, fallen bei Solarfassaden diese Umstände weg. Auf manchen Dächern, wie Reetdächern, ist eine Installation gar nicht möglich.

Die vertikalen Kollektoren haben auch noch den Vorteil, dass sie dämmend wirken. So spart man Heizkosten. Bei Regen kann gelüftet werden, weil sie auch Wind und Wetter abhalten. Farben und Design können dem Haus angepasst werden.

Weitere Informationen zu den noch wenig verbreiteten Solarfassaden findet man zum Beispiel auf der Internetseite solarserver.de.

Rukwied: „Klimawandel erfordert mehr Risikoabsicherung“

Bauernpräsident Joachim Rukwied rät Landwirten und Winzern zu aktivem Risikomanagement.

Fotos: DWI, DBV; Composing

Fotos: DWI, DBV; Composing

Angesichts der durch den Klimawandel vermehrten Extremwetterereignisse hat DBV-Präsident Joachim Rukwied Landwirte dazu aufgerufen, sich aktiv mit Risikomanagement zu beschäftigen.

Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Weinbauverbandes in Karlsruhe sagte er: „Die extreme Witterung in diesem Frühjahr mit erheblichen Frostschäden bei den Sonderkulturen hat erneut gezeigt, dass der Klimawandel und die Zunahme von Extremwetterereignissen ein wirksameres und besseres Risikomanagement erfordern.“

Um das Risiko für die Betriebe zu reduzieren, seien Instrumente wie steuerliche Risikorückstellungen, Versicherungslösungen und Investitionsförderung für Frostberegnung zu implementieren, so Rukwied. Darüber hinaus seien für stark betroffene Betriebe Entschädigungszahlungen erforderlich, sagte der Bauernpräsident.

Er unterstrich erneut seinen Vorschlag, auch Investitionen für Anlagen zur Frostschutzberegnung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zu fördern: „Nach den Erfahrungen dieses Jahres ist die Frostschutzberegnung die wirksamste der ergreifbaren Schutzmaßnahmen.“

Die Frostnächte im April hatten im Wein- und Obstbau in einigen Regionen zu Schäden mit existenzgefährdenden Auswirkungen geführt. Besonders stark betroffen waren Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg wurde die Situation als „Naturkatastrophe“ eingestuft.

Genauere Wetterdaten machen Stromnetz zuverlässiger

Neue Prognosemodelle sollen die Einspeisung von Strom aus alternativen Energiequellen sicherer machen.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Möglichst exakte Wetterdaten sind nicht nur für die Landwirtschaft wichtig. Auch für die Stromversorgung durch alternative Energien sichern genaue Vorhersagen die Qualität des Netzes. Der Grund: Je genauer die Prognose, desto zuverlässiger können die Energieversorger die Einspeisung planen. Denn Wind- und Solarenergie sind natürlich in hohem Maße von dem abhängig, was die Natur bietet.

Diese Notwendigkeit hat das Fraunhofer IWES in Kassel zum Anlass genommen, mathematische Modelle zu erstellen, anhand derer bessere Prognosen möglich sind. Das Projekt EWeLiNE hat das Institut gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) umgesetzt.

Die Modelle ermöglichen nicht nur die Windverhältnisse in Höhe der Windrad-Narben zu berechnen. Auch die Auswirkungen der Sonnenstrahlen durch Hochnebel können analysiert werden. Das ist für Photovoltaikanlagen wichtig. Neben den Wettermodellen haben die Forscher auch die Leistungsprognosen für Windenergie- und Solaranlagen weiterentwickelt, unter anderem durch eine höhere räumliche Auflösung bei der Photovoltaik. Die neuen Modelle verwenden selbstlernende Algorithmen, die Echtzeit- und historische Daten verbinden. Im Zusammenspiel mit den Wetterprognosen gewinnen die Netzbetreiber so wertvolle Informationen für die Steuerung der Netze sowie den Stromhandel. Im Rahmen des Fortsetzungsprojektes „Gridcast“ sollen auch Daten von Wettersatelliten in die Modelle integriert werden.

Genaue Wetterdaten für die Landwirtschaft

Ob die Daten in Zukunft auch für die Landwirtschaft genutzt werden können, bleibt vorerst offen. Für die Agrarwirtschaft sind exakte Wetterdaten ebenso das A und O. Mit der gruuna-Wetterstation hat der Chemnitzer Agrarprofi gruuna eine spezielle Wetterstation für Landwirte entwickelt. Da die Wetterdaten im direkten Umfeld des Betrieben erhoben werden, bekommt der Landwirt die Daten punktgenau. Mittels der dazugehörigen kostenlosen App (für Android und iOS) und der Browseranwendung kann man von überall auf die Daten zugreifen. Die persönliche Wetterstation informiert in Echtzeit über Daten zu Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und mehr. Nähere Informationen dazu finden Sie auf gruuna.com.

Frostschäden: Zuwendungen lindern nur erste Not

Baden-Württemberg stuft Frost als Naturkatastrophe ein. Auch Berlin und Brandenburg sind betroffen.

frostscha%cc%88denAuch wenn Mitte dieser Woche vereinzelte Sonnenstunden den Frühling zum Frühling machen, kann es nachts noch immer zu Frost kommen. Gerade in Süd- und Südwestdeutschland hatten Obstbauern und Winzer mit enormen Frostschäden zu kämpfen. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk macht die Lage zur Chefsache.

„Die verheerenden Frostschäden im Land erfordern ein umfassendes Verwaltungshandeln. Der Beschluss der Landesregierung, den geschädigten Betrieben zu helfen, ist uns ein klarer politischer Auftrag, den wir Zug um Zug abarbeiten“, sagte der Minister vergangenen Montag. Hauptaufgabe neben der Erhebung der Schäden sei es nun, ein Verwaltungsverfahren auf den Weg zu bringen, das die für die Gewährung von Hilfen maßgebliche Rahmenrichtlinie des Bundes auf die Verhältnisse vor Ort herunterbreche.

Auch die Obstbauern in Berlin und Brandenburg müssen sich mit Frostschäden auseinandersetzen, allerdings nicht in dem Ausmaß wie im Südwesten.

Betriebe selbst verantwortlich

Obwohl die Landesregierung Baden-Württemberg den Frost offiziell zur Naturkatastrophe erklärt hat, lenkte Hauk aber auch ein: „Grundsätzlich liegt die Verantwortung für die Bewältigung von Schäden in der Landwirtschaft, wie im übrigen Wirtschaftsleben auch, beim jeweiligen Unternehmer selbst. Staatliche Zuwendungen unterstützen das Krisenmanagement geschädigter Betriebe. Uns geht es darum, die größte Not abzumildern“, erklärte der Minister. Die Gespräche, die er bislang mit der Branche geführt habe, würden dieses Bild bestätigen.

Betriebswirtschaftliche Absicherung

Mit einer hundertprozentigen Entschädigung kann man nur mit einer privaten Versicherung rechnen.  Betriebe, die eine Versicherung gegen Elementarschäden haben, sind auch gegen Frostschäden versichert. Die gvf VersicherungsMakler AG etwa bietet auf Betriebe zugeschnittene Pakete an. Die Wetterversicherung der Chemnitzer Agrarprofis glättet durch finanzielle Entschädigung bei Ernteertragsverlusten die Einnahmesituation und das Jahresergebnis bleibt kalkulierbar.

Wetterextreme machen die Weizenpreise

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Rohstoff-Spekulation nicht der Hauptfaktor für die weltweiten Weizenpreise sind.

Foto: WLV

Foto: WLV

Preisspitzen beim Weizen-Welthandel werden hauptsächlich von Ernte-Schocks, wie Dürren, verursacht. Diese Schocks werden verstärkt wenn die Lagerbestände des Getreides gering sind oder eine Handelspolitik der Abschottung betrieben wird. Das zeigt eine Analyse von globalen Daten des US-Landwirtschaftsministerium.

Die Autoren der Studie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass hinsichtlich der jährlichen Weizenpreise in den vergangenen vier Jahrzehnten weder Rohstoff-Spekulation noch die Nutzung von Land für die Biosprit-Produktion entscheidend war. Diese Erkenntnis erlaube eine bessere Abschätzung von Risiken, so das Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) ein. Explodierende Getreidepreise können in manchen Jahren zu regionalen Ernährungskrisen beitragen. Denn mit dem Klimawandel nehmen Wetterschwankungen sowie entsprechende Risiken für die Getreideproduktion zu.

„Ernährungssicherheit ist zum großen Teil eine Frage von Preisen. Deshalb wollten wir die Treiber der Preisschwankungen von einem Jahr zum anderen besser verstehen.“, sagt Leit-Autor und PIK-Forscher Jacob Schewe.

„Diese Preisspitzen sind nach schweren Dürren aufgetreten, die natürlich die Ernteerträge verringert haben. Wir können jetzt zeigen, dass solche vom Wetter ausgelösten Schocks tatsächlich starke Preisanstiege auslösen können.“, ist sich Schewe sicher. Zusätzlich können Exportstopps und Handelspolitik, bei der Staaten ausländische Unternehmen benachteiligen, die weltweiten Effekte verstärken.

„Während die Spekulation auf den Märkten das Problem vorübergehend durchaus noch verstärkt haben mag, zeigen die Daten dass für die Jahrespreise diese Spekulation nur ein kleiner Faktor war.“, so Ko-Autor Christian Otto.

Deshalb ist das Fazit der Wissenschaftler, dass man für die Ernährungssicherung hauptsächlich den Klimawandel sowie die Handelspolitik verschiedener Länder im Blick haben sollte.

Geniales Video fast aus dem Inneren eines Tornados

Unerschrockene Sturmjäger wagen sich immer wieder in die Nähe von Tornados. Manchmal sogar sehr gefährlich nahe, wie das Video zeigt.

(Quelle: Youtube/accuweather.com)

„Ist das ein Tornado?“ „Klar! Fahren wir mal näher dran!“, hört man aufgeregte Stimmen. Gesagt getan! Vergangenes Jahr sind in der Nähe der Kleinstadt Wray im US-Bundesstaat Colorado unerschrockene „Storm Chasers“ – Sturmjäger – direkt an einen wütenden Tornado gefahren. Das Ergebnis: Ein beeindruckendes Video – bereits über 13 Millionen Mal angeklickt.

Wer macht denn sowas?

Sturmjäger nähern sich Tornados und anderen Unwettern und dokumentieren das Gesehene mit Foto- und Videokameras. Natürlich steckt hinter dem nicht ungefährlichen Hobby Abenteuerlust. Sie arbeiten aber auch mit Wetterdiensten zusammen. Videos werden oft auf Kongressen ausgewertet. In Deutschland erreichen Tornados zwar nicht die Stärke wie in Nordamerika, Sturmjäger gibt es aber auch hier. Laut Focus Online, sind etwa 300 Unerschrockene unterwegs, die sich Unwetter gefährlich nähern.

Der Ausflug an den Tornado in Colorado hätte auch schlimm ausgehen können. Auch für die Bewohner der Region ging es glimpflich aus. „Nur“ fünf Menschen wurden damals verletzt.

Wer Näheres zum Thema „Storm Chasing“ erfahren möchte, ist auf der Internetseite des deutschen Sturmjägers Martin Zoidl richtig.

Frostschäden drohen

Wintereinbrüche nach dem warmen März gefährden Obst und Sommergerste.

apfelba%cc%88ume-winterDer warme März sorgte für einen frühen Vegetationsbeginn. Doch jetzt der Einschnitt: Frost und sogar Schneefälle in Teilen Deutschlands. Schnee im April ist zwar nicht ungewöhnlich. Doch die ungewöhnliche Folge der Kältewelle auf die für den März ungewöhnlich warmen Temperaturen lässt Obstbauern und Winzer zittern.

Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen tagsüber im einstelligen Bereich liegen, für die Nächte sind sogar Minusgrade angesagt. „Wenn die Nächte klar sind und das Thermometer auf -4 bis -6 Grad fällt, dann schädigt der Frost die Obstblüte“, sagt Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes e.V.. Derzeit blühen in den Obstanbaugebieten Apfel-, Birnen- und Kirschbäume sowie teilweise die Erdbeeren. „Wir können die Erdbeerpflanzen mit Abdeckungen schützen, aber ab -2 Grad ist auch hier das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt Jäger.

Neue Aussaat notwendig

Ähnliche Sorgen haben auch die Ackerbauern, die in den vergangenen Wochen bereits Rüben und Sommergerste ausgesät haben und bei denen die ersten Pflänzchen „aufgelaufen“ sind, das heißt wenn der junge Keim den Boden durchstoßen hat und das erste Grün auf dem Feld sichtbar ist. „Vor allem die jungen Rübenpflanzen sind sehr empfindlich“, sagt Johann Graf, Ackerbaureferent beim Bayerischen Bauernverband. Wenn die Jungpflanzen erfrieren, bleibt den Bauern nur eines: neu aussäen.

Weniger Probleme beim Spargel

Auch der Spargel war dieses Jahr früher dran. Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband (BBV) sieht aber derzeit noch keine größeren Probleme: „Die Vegetation ist heuer circa zwei Wochen früher dran. In den vergangenen Wochen war es für die Jahreszeit eher etwas zu warm – hier tritt jetzt eine Normalisierung ein“. Der Spargel wachse bei kühleren Temperaturen weiter, nur eben langsamer.

Österreicherin filmt seltenen Staubteufel

Staub- und Heuteufel sind trotz ihres Namens mehr Physik als Mystik.

Im österreichischen Bundesland Kärnten gelang es vergangene Woche einer Frau, einen sogenannten Staubteufel zu filmen. Die seltene Aufnahme zeigt ein Phänomen, das vor allem aus Nordamerika bekannt ist, aber auch in unseren Breitengraden auftritt. Was mystisch klingt, ist nichts anderes als ein kleinräumiger Tornado. Der Fachbegriff ist Kleintrombe.

Während allerdings Großtromben, also Tornados und Wirbelstürme, ein gewisses Wolkenbild voraussetzen, entstehen Kleintromben durch eine bodennahe Überhitzung der Atmosphäre. Durch die unterschiedlichen Temperaturen in verschiedenen Höhen steigt eine Thermikblase auf und beginnt zu rotieren.

Der Name „Staubteufel“ leitet sich aus der Bodenvoraussetzung ab. Sie entstehen meist über dunklen, der Sonne leicht zugeneigten Ackerflächen. Das Erdreich wird aufgewirbelt und als Staub wahrgenommen. Wenn, was seltener der Fall ist, Heu aufgewirbelt wird, spricht man von einem Heuteufel. Auch auf dunklen Flächen, wie Park- oder Sportplätzen kann das Phänomen entstehen. In seltenen Fällen kommt es auch zu Schneeteufeln. Das geschieht dann, wenn Berghänge unterschiedlichen Sonneneinstrahlungen ausgesetzt sind. So geschehen diese Woche in Lake Louise in Kanada.

Kleintromben können in Extremfällen orkanähnliche Geschwindigkeiten erreichen und mehrere hundert Meter hoch werden. Die „Lebensdauer“ reicht von wenigen Sekunden bis zu einer halben Stunde. Auch beim Durchmesser sind die „Teufel“ äußerst flexibel. Dieser kann von einem halben bis zu 200 Meter betragen.

Der österreichische Staubteufel im Video

 

Hochwasserschutz nicht zu Lasten der Landwirte

Der Deutsche Bauernverband fordert, beim Hochwasserschutz nicht das „Augenmaß“ zu verlieren.

hochwasserDass Hochwasserschutz wichtig ist, sind sich Bundesregierung und Verbände einig. Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert, dass das neue Hochwasserschutzgesetz vor allem zu Lasten der Landwirte geht. DBV-Umweltbeauftragter Steffen Pingen: „Kommunen sollten stärker verpflichtet werden, geeignete technische Maßnahmen umzusetzen.“ Der schadlose Rückhalt von anfallendem Niederschlagswasser von versiegelten Flächen müsse verbessert werden, so der Fachbereichsleiter.

Naturschutzziele statt echter Hochwasserschutz

Pingen betonte bei der Bundestagsanhörung zu dem Thema, dass die Landwirtschaft Maßnahmen zum Hochwasserschutz unterstütze, wenn hiermit gezielt Hochwasserschutz betrieben werde. Den Naturschutz in den Vordergrund zu rücken, akzeptiere man nicht. Pingen forderte, dass die Landwirte in alle Planungen einbezogen und entschädigt werden. Flächen in Hochwasserschutzpoldern zum Beispiel sollten weiter uneingeschränkt nutzbar sein.

Kein echter Schutz durch „Hochwasserentstehungsgebiete“

Pingen betrachtet auch die neue Kategorie im Hochwasserschutzgesetz „Hochwasserentstehungsgebiete“ kritisch. Wenn eine Fläche als solches kategorisiert wird, müssen Landwirte mit verschiedenen Maßnahmen ins Land eingreifen – etwa durch das Anlegen von Abflüssen.

Die neue Kategorie für Hochwasserschutz sei kein geeignetes Instrument, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Starkregenereignisse lassen sich, wie Pingen klarstellte, nicht auf eine Gebietskategorie reduzieren. Man könne Starkregen auch nicht mit der Steigerung der Versickerungsfähigkeit begegnen. Die Vorbeugung sei besser durch Regenwasserrückhaltmaßnahmen in Kommunen zu erreichen.

„Risikogebiete“ behindern Entwicklung der Betriebe

Als besonders problematisch sieht der Fachbereichsleiter die geplante Gebietskategorie „Risikogebiete außerhalb von Überschwemmungsgebieten“. Diese sind von den Ländern auf Basis eines hundert- oder zweihundertjährigen Hochwassers festzulegen. Die Berücksichtigung von Hochwasserschutzmaßnahmen wie Deichen ist dabei nicht vorgesehen.

Für die Landwirtschaft sei es laut Pingen nicht hinnehmbar, auch in von Deichen geschützten Bereichen hochwassersicher zu bauen. Es sei weder möglich noch verhältnismäßig, hier Fahrsilos und Ställe hochwassersicher auszugestalten. Ferner sei das vorgesehene Vorkaufsrecht etwa für Gewässerränder und Maßnahmen des Hochwasser- und Küstenschutzes zu weitreichend.

Zielführender sei es, kooperativ mit den Landwirten an Gewässern freiwillig Randstreifen zu bewirtschaften, so Pingen. Für den DBV sei es nachvollziehbar, dass in Überschwemmungsgebieten keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden dürfen. Unbegreiflich ist für den Verband aber, vorhandene bauliche Anlagen nicht erweitern zu dürfen. Denn die Zukunftsfähigkeit der Betriebe hänge auch davon ab, sich weiterentwickeln und Anforderungen des Tierwohls oder des Emissionsschutzes umsetzen zu können, sagte Pingen.

Fahrzeuge frühlingsfit machen

Sowohl PKW als auch Nutzfahrzeuge sollten jetzt Fit für das Frühjahr gemacht werden.

Foto: osb/ADAC

Foto: osb/ADAC

Streusalz, Splitt, Schneematsch und Schmutz machen dem Auto im Winter mächtig zu schaffen. Das Fahrzeug deshalb innen und außen einem ordentlichen Frühjahrsputz zu unterziehen, sorge nicht nur für mehr Fahrgefühl, sondern auch für den Werterhalt, erklärt Steffen Mißbach vom TÜV Rheinland.

Politur gegen aggressiven Vogeldreck

Bevor das Auto in die Waschstraße gefahren wird, sollten Felgen, Radkästen, Seitenschweller und Unterboden mit dem Dampfstrahler gereinigt werden. Um den Lack nicht zu beschädigen ist ein ausreichender Abstand zu empfehlen. Den Schmutz an Türfalzen und Karosserie-Ritzen entfernt man am besten mit einem weichen Schwamm. Steinschlagschäden sollte man mit einem Lackstift ausbessern, damit sich keine Rostnester bilden. Auch auf eine Politur soll man nicht verzichten. Diese schützt die Autohaut gegen aggressiven Vogelkot und Baumharz.

Kaffee gegen unangenehmen Geruch

Gründliches Lüften sorgt dafür, dass im Innenraum keine Korrosion entsteht. Alte Zeitungen unter der Fußmatte ziehen Feuchtigkeit aus den Bodenteppichen. Muffigen Gerüchen wird man mit Kaffeepulver im Fußraum Herr. Dieses lässt sich anschließend einfach absaugen. Eine Zahnbürste oder Wattestäbchen eignen sich hervorragend dazu, schwer zugängliche Stellen und Lüftungsgitter zu reinigen.

Durch den Ständigen Betrieb von Heizung und Gebläse im Winter entstehen Schlieren an den Scheiben. Die eingeschränkte Sicht kann, vor allem bei tiefstehender Sonne, zur Gefahr werden. Deshalb reinigt man die Scheiben am besten mit einem fettlösenden Haushaltsreiniger. „Wenn zudem die Scheibenwischer Schlieren auf der Windschutzscheibe hinterlassen, müssen sie unbedingt ersetzt werden“, rät Kraftfahrtexperte Mißbach.

Nutzfahrzeuge kontrollieren

Für LKW gilt das Gleiche wie für PKW. Nur mit dem Unterschied, dass ein Austausch von Teilen erheblich teurer ist, wenn man die Pflege verabsäumt. So ist unmittelbar nach dem Winterwetter zum Beispiel die Kontrolle der Frontscheibe auf unabdingbar. Frühzeitig erkannt, lassen sich kleinere Beschädigungen oft für wenig Geld reparieren. Wer dagegen den richtigen Zeitpunkt verpasst, muss bis zu 1000 Euro für eine neue Frontscheibe einkalkulieren, bei Bussen sogar deutlich mehr.

Teuer werden können auch kaputte Dichtungen an Türen, Stoßdämpfern oder Scheinwerfern. Beim Lkw-Frühjahrs-Check ist deshalb ein gutes Auge gefragt, wenn Gehäuse und Scheinwerferdichtungen geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Denn wenn sie defekt sind, kann Feuchtigkeit eindringen. Die Folge: Streuscheiben beschlagen und Reflektoren erblinden. Die Lichtleistung kann sich so um bis zu zwei Drittel vermindern. Ein neuer Scheinwerfer ist mit rund 900 Euro nicht nur teuer, richtig gefährlich wird es, wenn die Feuchtigkeit einen Kurzschluss auslöst und zum Ausfall der Beleuchtung führt.

Acht-Punkte-Checkliste

Der ADAC TruckService hat eine Checkliste für LKW-Inhaber und -Fahrer zusammengestellt:

  1. Bremsen: Sichtprüfung oder Kontrolle auf dem Bremsenprüfstand durchführen.
  2. Reifen: Druck checken und auf Beschädigungen und Verschleiß kontrollieren.
  3. Reinigung: Fahrzeug von Salz reinigen und auf Roststellen überprüfen. Lackschäden mit einem Lackstift versiegeln.
  4. Konservierung und Dichtungen: Fahrzeugkonservierung, vor allem am Unterboden, Kanten, Türen und in Hohlräumen prüfen.
  5. Scheinwerfer: Leuchtmittel auf Wassereintritt prüfen. Dichtungen an Scheinwerfern prüfen, trocknen, gegebenenfalls  erneuern.
  6. Scheiben: Frontscheibe auf Risse und Steinschläge untersuchen. Wischerblätter gegebenenfalls erneuern und Wischwasser nachfüllen. Kleine Einschläge sofort ausbessern lassen.
  7. Fahrerhaus: Funktionsfähigkeit der Klimaanlage prüfen und Innenraumfilter tauschen.
  8. Pannenhotline notieren: Sollte es trotz vorbeugender Maßnahmen zu einer Panne kommen, ist der TruckService rund um die Uhr unter der Hotline 0800 5248000 zu erreichen.

Reifenschäden absichern

Die Reifen von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen sind ständiger Belastung im Gelände ausgesetzt. Gerade nach dem Winter treten oft Schäden auf. Die Chemnitzer gvf VersicherungsMakler AG hat speziell für Landwirte eine Reifenkasko entwickelt, mit dem sowohl Reifen als auch Laufbänder abgesichert sind. Schon ein kleiner Schaden kann schnell zu einem großen Problem werden. Das Finden eines neuen Reifens, dessen Montage und Entsorgung des Altreifens – all das kostet Zeit und Geld.

Abgesichert sind die Reifen des pauschal erfassten kompletten Fuhrparks des Unternehmens – auch die der PKW. Dem Versicherten steht sogar achsweiser Ersatz zu, falls es notwendig ist. Auch bei Diebstahl, Schäden durch einen Unfall oder eine Panne ist die Reparatur oder der Ersatz gesichert.

Alle Informationen zur Reifenkasko: http://www.gvf.de/reifenkasko/

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