Wetterextreme machen die Weizenpreise

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Rohstoff-Spekulation nicht der Hauptfaktor für die weltweiten Weizenpreise sind.

Foto: WLV

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Preisspitzen beim Weizen-Welthandel werden hauptsächlich von Ernte-Schocks, wie Dürren, verursacht. Diese Schocks werden verstärkt wenn die Lagerbestände des Getreides gering sind oder eine Handelspolitik der Abschottung betrieben wird. Das zeigt eine Analyse von globalen Daten des US-Landwirtschaftsministerium.

Die Autoren der Studie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass hinsichtlich der jährlichen Weizenpreise in den vergangenen vier Jahrzehnten weder Rohstoff-Spekulation noch die Nutzung von Land für die Biosprit-Produktion entscheidend war. Diese Erkenntnis erlaube eine bessere Abschätzung von Risiken, so das Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) ein. Explodierende Getreidepreise können in manchen Jahren zu regionalen Ernährungskrisen beitragen. Denn mit dem Klimawandel nehmen Wetterschwankungen sowie entsprechende Risiken für die Getreideproduktion zu.

„Ernährungssicherheit ist zum großen Teil eine Frage von Preisen. Deshalb wollten wir die Treiber der Preisschwankungen von einem Jahr zum anderen besser verstehen.“, sagt Leit-Autor und PIK-Forscher Jacob Schewe.

„Diese Preisspitzen sind nach schweren Dürren aufgetreten, die natürlich die Ernteerträge verringert haben. Wir können jetzt zeigen, dass solche vom Wetter ausgelösten Schocks tatsächlich starke Preisanstiege auslösen können.“, ist sich Schewe sicher. Zusätzlich können Exportstopps und Handelspolitik, bei der Staaten ausländische Unternehmen benachteiligen, die weltweiten Effekte verstärken.

„Während die Spekulation auf den Märkten das Problem vorübergehend durchaus noch verstärkt haben mag, zeigen die Daten dass für die Jahrespreise diese Spekulation nur ein kleiner Faktor war.“, so Ko-Autor Christian Otto.

Deshalb ist das Fazit der Wissenschaftler, dass man für die Ernährungssicherung hauptsächlich den Klimawandel sowie die Handelspolitik verschiedener Länder im Blick haben sollte.

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