Münchener Professor hält Wetterfühligkeit nur für einen Ausdruck unserer Lebensweise.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allenbach leiden 35 Prozent der Bevölkerung an den Folgen von Wetterfühligkeit. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen, Blutdruckkapriolen, quälende alte Narben oder schmerzende Gelenke. Immerhin 19 Prozent der 500 Befragten über 16 Jahre haben angegeben, extrem unter bestimmten Wettersituationen zu leiden.
Sind die Schmerzen nur ausgedacht, alles Hypochonder? Denn Prof. Jürgen Kleinschmidt von der Ludwig-Maximilians-Universität München sagt in der November-Ausgabe der „Apotheken-Umschau“: „Das Wetter ist der ideale Sündenbock.“ Die Wetterfühligkeit spiele sich nur im Kopf ab. Erfasse man nämlich Tag für Tag das Befinden von Testpersonen, löse sich der Zusammenhang von Witterung und Wohlbefinden auf wie Nebel in der Morgensonne, so der Wissenschaftler, der schon jahrzehntelang die Wirkung des Wetters erforscht.
Die Beschwerden seien meist Ausdruck unserer Lebensweise, weiß Prof. Kleinschmidt. Der Körper verlerne durch Heizung und Klimaanlage, sich selbständig anzupassen. Diese Fähigkeit müsse er allerdings trainieren – immer wieder, zum Beispiel bei Spaziergängen in Schnee und Regen oder in der Sauna.

Foto: KKH/Kaufmännische Krankenkasse