Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt, dass die Klimaanpassung von Tieren nichts mit deren Größe zu tun hat.
Seit sich Wissenschaftler vor etwa 60 Jahren zum ersten Mal mit der Temperaturanpassung von Tieren beschäftigt haben, war man der Meinung, dass vor allem kleine Tiere extreme Temperaturen leicht wegstecken würden. Wissenschaftler des „Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum“ in Frankfurt haben nun das Gegenteil bewiesen. Demnach haben auch große Tiere kein Problem mit hohen Temperaturen.
Dass sich die kleine Lapplandmeise in Skandinavien wohlfühlt und der Elefant in Afrika, dürfe es nach der alten Theorie eigentlich gar nicht geben, so Christian Hof vom Senckenberg-Institut. Mit neuen Erkenntnissen kann erklärt werden, wie bedeutend die großen Ohren für Elefanten sind, denn diese dienen der Wärmeleitung. Auch andere Faktoren können laut dem Biologen bei der Regulierung des Wärmehaushaltes eine Rolle spielen, etwa lange Beine oder ein dichter Pelz.
Um die alte These zu widerlegen, hat das internationale Wissenschaftlerteam 211 Vogel- und 178 Säugetierarten bezüglich ihrer Körpertemperatur und der Temperatur ihres Lebensraums untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich die Tiere sowohl durch die Anpassung ihres Stoffwechsels als auch der thermischen Leitfähigkeit, die sich in der Körperbeschaffenheit widerspiegelt, an die unterschiedlich temperierten Lebensräume einstellen konnten. Auf ähnliche Weise ist auch die Anpassung von Huskys in unseren Breitengraden, die schon länger hier leben und Rennen bestreiten können, auf dieses biologische Zusammenspiel und ihr Fell als Wärmeleiter zurückzuführen.
Die im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlichte Studie trägt dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt zu verstehen.
