Getreideerträge: Nicht nur Wasser und Temperatur spielen eine Rolle

Forscher haben den Einfluss der veränderten Witterung im Winter und in Übergangszeiten auf Getreideerträge untersucht.

getreideerträge
Foto: Tama66/pixabay.com (Symbolbild)

Witterungsbedingungen im Winter sowie in den Übergangsphasen von Herbst zu Winter und von Winter zu Frühjahr beeinflussen die Getreideerträge. Das ist das Ergebnis der Forschungsarbeit eines Wissenschaftsteams am Lehrstuhl für Pflanzenernährung an der Technischen Universität München (TUM). Die Forscher haben die Auswirkungen verschiedener Witterungsparameter auf die langfristigen Erträge von Wintergerste untersucht. Demnach spielen nicht nur die Wasserversorgung und die Temperatur eine Rolle. Auch Frostwechseltage, Temperaturschwellen und Niederschlagsintensität nehmen laut der Wissenschaftler Einfluss auf das Wachstum. Die Feldstudie wurde in Dürnast bei Freising in Bayern durchgeführt. 

Dünger kann negativen Einfluss nehmen

In Zusammenhang mit Spätfrost hat das Forschungsteam auch die Auswirkungen von Dünger untersucht. „Spätfröste treten bei uns zeitweise sogar noch im Mai auf“, erklärt Erstautor Dr. Kurz Heil. Da Winterperioden im mehrjährigen Mittel heute früher enden, üben solche Spätfröste einen deutlichen Einfluss auf die Pflanzengesundheit aus. Die Pflanze beginnt bereits bei wenigen Plusgraden zu wachsen. Die jungen Triebe werden dann von Spätfrösten beschädigt. Mit höherer Stickstoff-Düngung wird aber auch das Witterungsgeschehen während der Vegetationsperioden des Getreides zunehmend bedeutsamer. Es führt dazu, dass die Pflanzen auch empfindlicher auf Witterungsextreme reagieren. Wenn mehr gedüngt wird, wachsen die Pflanzen stärker, verbrauchen deshalb mehr Wasser und werden bei fehlendem Niederschlag stärker von Trockenheit getroffen als bei weniger starkem Wachstum.

Getreideerträge von Witterung im Winter abhängig

Die jährlichen Schwankungen der Ernteerträge wurden hauptsächlich durch die vorherrschenden klimatischen Bedingungen im Winter sowie durch die Übergangszeiten von der wärmeren Jahreszeit zum Winter und umgekehrt bestimmt. „Diese Ergebnisse können auf die hohe verfügbare nutzbare Feldwasserkapazität dieses Standorts zurückgeführt werden, die den Bedarf an Sommerniederschlägen deutlich reduziert, wenn die Bodenwasserspeicher im Winter wieder aufgefüllt werden“, sagt Heil.

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