Kategorie: Wetter extrem

Klimamigration – die neue Völkerwanderung

Wenn man „Völkerwanderung“ hört, denkt man zu allererst an historische Karten aus den Geschichtsbüchern, die darstellen, wie sich die Menschen im Laufe der Jahrtausende über die Kontinente ausgebreitet haben. Aus verschiedensten Gründen verließen ganze Völker ihr angestammtes Gebiet, ihre Heimat.

Man glaubt zu wissen, dass der Homo Sapiens zur Ruhe gekommen ist, dass der Mensch am Ziel angekommen ist, doch wie Wissenschaftler schon seit einigen Jahren beobachten, ist das keineswegs so. Der Mensch ist erneut unterwegs, auf der Flucht vor dem Klima, beziehungsweise auf der Suche nach neuen Heimaten, wo er das findet, was ihm der vermeintliche Klimawandel weggenommen hat: fruchtbares Land, das genug an Nahrung bietet, um überleben zu können.

Zum ersten Mal wurde von Völkerwanderung aufgrund der Klima- und Umweltsituation im Bericht des Weltklimarats 1990 gesprochen. Als Gründe für die Flucht aus der eigenen Region in Zusammenhang mit dem Klima gelten vor allem Ernteausfälle und der Anstieg des Meeresspiegels.

Foto: ADH/Trappe

Foto: ADH/Trappe

Das Augenmerk liegt dabei auf Afrika. Da sich Forscher anfangs nur schleppend mit dem Thema befassten, liegen noch keine konkreten Zahlen vor. Man geht allerdings davon aus, dass in den nächsten Jahren bis zu 330

Millionen Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.Mit dem Anstieg des Meeresspiegels haben auch die Einwohner Ozeaniens zu kämpfen. Die Inseln und Atolle in der Südsee liegen nur knapp über dem Meeresspiegel. Das Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ spricht unter Berufung auf Informationen der Vereinten Nationen von bis zu einer Milliarde Menschen, die bis 2050 ihr Land verlassen müssen.

Politisch gesehen befinden sich die Umweltflüchtlinge in Niemandsland, denn Menschen, die aufgrund von langfristigen Klima- und Umweltereignissen ihr Land verlassen müssen, um Überlebenschancen zu haben, sind im Gegensatz zu Kriegsflüchtlingen nicht von der Genfer Flüchtlingskonvention geschützt.

In der Schweiz hat sich inzwischen eine Initiative gegründet, die sich für die Flüchtlinge stark macht. „Als Flüchtling gilt nur, wer politisch verfolgt wird. Wir müssen für Umweltflüchtlinge zusätzliche Schutzmaßnahmen entwickeln.“, so der Schweizer Manuel Bessler, der nach 20 Jahren Auslandseinsätzen 2011 wieder in die Alpenrepublik zurück gekehrt ist und zum Delegierten für Humanitäre Hilfe des eidgenössischen Bundesrates bestellt wurde. Bessler ist auch davon überzeugt, dass die Genfer Flüchtlingskonvention, die aus dem Jahr 1951 stammt, völlig veraltet sei und einer dringenden Überarbeitung bedürfe, um auch die Menschen, die der Natur hilflos ausgesetzt sind, zu schützen.

 

Schneekatastrophe in Österreich: „Mit jeder Schneeflocke kam ein schlechteres Gefühl“

Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel haben sich Österreichs Skiliftbetreiber und Hoteliers nichts sehnlicher gewünscht als Schnee. Jetzt ist er da, und wie.

Unaufhörliche Schneefälle haben weite Teile der Alpenrepublik lahmgelegt. Tausende Haushalte sind ohne Strom, offizielle Stellen sprechen von 17.000, Züge fallen aus. Nach inoffiziellen Angaben forderte das massive Winterwetter bereits vier Todesopfer, direkt und indirekt. Ein älterer Mann beispielsweise verstarb nach einem Herzinfarkt, den er durch die Anstrengung während des Schneeschippens erlitt.

Betroffen sind vor allem die Bundesländer Steiermark, Kärnten und das zu Tirol gehörende, aber geographisch exponiert liegende, Osttirol. Österreichische Medien berichten von 1,5 Metern Neuschnee in 48 Stunden, der sich inzwischen in bis zu fünf Metern hohen weißen Wänden aufgetürmt hat. Dächer drohen aufgrund der Last einzustürzen. Dazu kommen Lawinenabgänge. In einigen Regionen konnte die Lawinenwarnstufe inzwischen gesenkt werden, wie das Österreichische Fernsehen ORF berichtet. Doch vielerorts gilt noch immer die höchste Warnstufe auf der fünfteiligen Skala.

Fotos (2): Sebastian Mahler

Fotos (2): Sebastian Mahler

Sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte, Feuerwehren, Rettung, Polizei und sogar Soldaten des Österreichischen Bundesheeres sind im Dauereinsatz, um die Situation in Griff zu bekommen. Doch das Wetter kennt keine Gnade. Am Mittwoch fiel erneut Schnee. Erneut fiel in ganzen Orten der Strom aus. „Wir arbeiten unter Hochdruck, die Infrastrukturen wieder herzustellen, doch können wir nicht abschätzen, wie lange es dauert“, so ein Einsatzleiter am Mittwoch in einem Gespräch mit Radio Steiermark.

Angst statt Aprés-Ski und Pulverschnee
Tausende Touristen sind immer noch in der Schneehölle eingeschlossen und können nur nach und nach rausgebracht werden.

Der Produktmanager der Wetterversicherung, Sebastian Mahler, ist gerade aus dem osttirolerischen Defereggental, wo er eigentlich einen entspannten Skiurlaub verbringen wollte, zurück nach Deutschland gekommen. Er hatte Glück und konnte am Montag mit anderen Touristen das Gebiet verlassen.

„Es war schon beängstigend, welche irrwitzige Schneemenge dort innerhalb von drei Tagen gefallen ist. Am Anfang wirkte alles noch recht spannend und einfach schön, weil wir hier ja so viel Schnee nicht kennen und fasziniert davon sind“, beschreibt Mahler seine Erlebnisse in Österreich.

„Dann kommen die ersten Lawinenwarnungen und -abgänge und schlagartig überkommt einen mit jeder Schneeflocke mehr, die vom Himmel fällt, ein schlechteres Gefühl.“ Der Thüringer wird die Erlebnisse lange nicht vergessen. Er musste die Abreise immer und immer wieder verschieben, da das komplette Tal von der Außenwelt abgschnitten war. Der 28-Jährige berichtete weiter: „In unmittelbarer Nähe kam der Fahrer eines Räumfahrzeuges ums Leben, als er von einer Lawine begraben wurde.“

Großräumige Schneehölle
Auch jenseits der österreichischen Grenze in den südlichen Nachbarländern tobt das Schneechaos. In Slowenien ist die Hälfte aller Haushalte ohne Strom. Auch hier sind die Einsatzkräfte rund um die Uhr im Einsatz. In Serbien mussten Panzer der Armee anrücken, um der Bevölkerung des Balkanlandes, die Schnee nicht gewöhnt ist, zu helfen. Die Lawinenwarnungen im italienischen Südtirol schwanken noch immer zischen den Stufen 3 und vier.

Wie lange die Situation noch anhält, trauen sich nicht einmal Meteorologen voraussagen. Aber eins ist sicher: Es wird noch eine Weile so bleiben, die nächste Schneefront ist im Anmarsch.

radlader

Wo herrscht das schlechteste Wetter der Welt?

Die dampfbetriebene Zahnradbahn auf den unwirtlichen Mount Washington ist die zweitsteilste Bahn der Welt. Foto: pixabay

Die dampfbetriebene Zahnradbahn auf den unwirtlichen Mount Washington ist die zweitsteilste Bahn der Welt. Foto: pixabay

Alle reden übers Wetter und die meisten jammern darüber. Dabei leben wir in Deutschland in einer gemäßigten und sehr abwechslungsreichen Klimazone. Die Menschen, die sich auf dem Mount Washington im US-Bundesstaat New Hampshire aufhalten, sind nicht so gut dran. Denn auf dem nur knapp 1917 Meter hohen Berg herrscht das schlechteste Wetter der Welt.

Die Erhebung im Nordosten der USA, die etwas höher ist als der Feldberg im Schwarzwald, gehört zum Mittelgebirge der Appalachen, das sich von den USA bis nach Kanada zieht. Trotz der vergleichsweise geringen Höhe hat es der Berg allerdings in sich. Auch der Breitengrad, auf dem die Gegend liegt, deutet nicht auf Wetterextreme hin. Die italienische Hafenstadt Genua beispielsweise liegt auf der selben geographischen Breite.

Eisige Kälte, Nässe, Nebel und Unmengen an Schnee sind an der Tagesordnung. Das Wetter kann in dem bei Winter- und Sommertouristen beliebten Ziel von einer Minute auf die andere umschlagen. Hartgesottene bringt seit 1869 die „Mount Washington Cog Railway“ auf den Gipfel. Die Zahnradbahn ist nach der Schweizer Pilatusbahn die zweitsteilste Bahn der Welt.

Auf dem Mount Washington, der von den Indianern Agiocochook („Das Zuhause des großen Geistes“) genannt wurde, entstand 1870 die erste Wetterstation der Welt. Das hat seinen Grund. Denn es gibt auf dem Planeten wohl kaum eine Gegend mit mehr Wetterrekorden. Am 12. April 1934 wurde auf dem Gipfel mit 372 km/h die bis 1996 weltweit höchste Windgeschwindigkeit gemessen. Der Rekord wurde am 10. April 1996 vom Wirbelsturm „Olivia“ in Australien eingestellt.

An 110 Tagen im Jahr übersteigen die Windgeschwindigkeiten über 120 km/h und somit Hurrikanstärke. Die Wintertemperaturen sind ebenfalls nicht einladend. Schon im Herbst, wenn es im Tal noch weit über 0 Grad hat, werden nicht selten auf dem Gipfel bis zu minus 40 Grad Celsius gemessen, die in Kombination mit den harschen Winden gefühlte minus 70 Grad ergeben können. Die Windgeschwindigkeit im Jahresdurchschnitt beträgt 56 km/h, die Durchschnittstemperatur minus 2,7 Grad Celsius.

Auch bei den Niederschlägen lässt sich das Wetter auf dem Berg nicht lumpen. Durchschnittlich regnet es im Jahr 2500 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich, in Deutschland liegen die jährlichen Durchschnittswerte, abhängig von der Region, bei etwa 600 bis 950 Liter pro Quadratmeter. Im Winter 1968/1969 fielen 14 Meter Schnee auf die Region herab.

Der Grund für die ständigen Wetterextreme ist die geografische Lage des Gebietes. Die Region liegt im Einflussbereich der sogenannten Polaren Frontalzone, in der sich tropische und polare Luftmassen treffen. Alle speziellen Lagebedingungen zusammen sind die Ursache für die extremen Witterungsverhältnisse.

Hier geht’s zum aktuellen Wetter auf dem Mount Washington.

 

Können Tiere Naturkatastrophen vorhersagen?

Dass Tiere sensibler sind als Menschen, ist hinlänglich bekannt. Dass Schwalben, die hoch fliegen, schönes

Foto: pixabay

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Wetter ankündigen, weiß man auch seit Jahrhunderten. Doch Tiere können, wenn auch ungewollt, dem Menschen dabei helfen, Naturkatastrophen langfristig vorauszusagen.

Die Tsunamis, also Flutwellen aufgrund von Erdbeben auf dem Grund der Ozeane, sind mitunter die unvorhersehbarste Ursache für Naturkatastrophen. Da diese Beben in einigen tausend Metern unter der Wasseroberfläche stattfinden, ist es meistens schon zu spät, wenn Seismographen anschlagen und die Flutwellen, die sie auslösen, zerstören unerbittlich ganze Landstriche, ja ganze Staaten.

Momentan studieren chinesische Forscher das Verhalten von Wellensittichen im Vorfeld von Erdbeben. Man nimmt an, dass die Vögel Unruhen in den Erdplatten weit vor den technischen Möglichkeiten der Wissenschaft spüren. Die Tiere können scheinbar mit Sinneszellen in ihren Beinen Schallwellen im Infraschallbereich wahrnehmen. Bei Unruhen in der Erde hüpfen die Vögel auf und ab. Nun wird mit Bewegungssensoren gezählt, wie oft sie das machen. Endgültige Beweise haben die Wissenschaftler natürlich erst, wenn man die Aktiviät der tierischen Probanden mit Auswertungen aus Seismographen vergleicht.

Altes Wissen, neue Forschung

Schon aus der Antike sind ähnliche Berichte bekannt. Der griechische Naturforscher Plinius, der beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 ums Leben kam, berichtete Tage vor der Katastrophe von einer Unruhe, die unter Tieren herrschte. Auch in der Neuzeit konnten bereits entsprechende Verhaltensmuster beobachtet werden. Vor dem Erdbeben 1976 im norditalienischen Friaul sollen Mäuse aus dem Boden gekrochen sein und Stalltiere sich unruhig verhalten haben.

Der Glauben an Tiere

Gerade in der chinesischen Kultur spielen Tiere eine große Rolle, wie man beispielsweise am chinesischen Horoskop sieht. So glaubt man im „Reich der Mitte“ fest daran, dass bei einem Erdbeben 1975 in Haicheng 150.000 Menschen Tieren das Leben zu verdanken hatten. Es wird überliefert, dass bei eisigen Temperaturen massenhaft Schlangen aus ihren Löchern krochen und auf dem verschneiten Boden erfroren sind. Die Stadt reagierte und ließ die Gegend evakuieren. Einen Tag später zerstörte ein verheerendes Erdbeben unzählige Häuser.

Tsunami 2004: Elefanten flüchteten, der Mensch blieb

Auch aus dem Vorfeld des todbringenden Tsunami Weihnachten 2004 sind tierische Verhaltensmuster bekannt. Doch in diesem Fall nahmen die Menschen die Tiere nicht ernst und kamen in den Fluten ums Leben. Im Nachhinein sind sich Wissenschaftler sicher, dass die Elefanten, die einen Tag vor der Flutwelle, die durch ein Beben in 40 Kilometer Tiefe vor der Küste Indonesiens ausgelöst wurde, vom Küstenbereich Sri Lankas in das Landesinnere aufbrachen. Die Dickhäuter spürten das Beben, flüchteten und entkamen so der Flutwelle.

Man vermutet, dass Tiere sensorisch viel mehr mit dem Erdboden verbunden sind, als der Mensch und die Übertragung der Wellen im Infraschallbereich, die sich im Gestein schneller ausbreiten als im Wasser, zu einem Zeitpunkt spüren, zu dem weder die menschlichen Sinne, noch technische Geräte auf die Erdunruhen reagieren.

 

Kugelblitze: Mythos oder Wahrheit?

Wenn Kugelblitze angesprochen werden, gefriert so manchem das Blut in den Adern. Legenden und Geheimnisse ranken sich um die Horrorvision von Blitzen, die durch das Fenster und Steckdosen, ja sogar durch die Mauer  in die heimische Stube kommen sollen. Berichte über die Feuerballen, die etwa 20 Zentimeter groß sein sollen, sind nahezu so alt, wie das menschliche Bewußtsein. Doch gibt es die Phänomene in Wirklichkeit oder nur in den Hirngespinsten von Mythosanhängern?

Tatsache ist, dass es Berichte um Erscheinungen dieser Art gibt. Wissenschaftler mutmaßen allerdings, dass es sich um optische Täuschungen am Rande von Gewittern handelt, bei denen man durch die Blitze geblendet werden würde und das Gehirn beim Bewegen der Augen, also wenn man danach wegschaut, eine Kugel erzeugen würde.

Obwohl von Kugelblitzen keine Fotos existieren, halten die, die daran glauben, an der Existenz fest. Geschürt wird der Mythos, nicht nur von Beschreibungen in diversen Internetforen, sondern auch von Medienberichten, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder auftauchten. Das „Südeländer Tageblatt“ zum Beispiel berichtete am 9. Juli 1952, dass ein Kugelblitz in einem Freibad im nordrhein-westfälischen Plettenberg in eine Gruppe Jugendlicher eingeschlagen und einer der Badenden sogar dabei getötet worden sei. Der Blitz wäre kugelförmig gewesen und wäre mit einem ohrenbetäubenden Knall zerplatzt, hieß es weiter in dem Artikel.

Den Mythos von sich spontan selbst entzündenen Menschen, die völlig verbrannt in unverbrannter Umgebung aufgefunden werden würden, von denen immer wieder berichtet wird, führen die Mythiker ebenfalls auf Kugelblitze zurück.

Obwohl Wissenschaftler dem Kugelblitz die Existenz eindeutig absprechen, werden trotzdem Experimente in diese Richtung gemacht, um herauszufinden, ob ein derartiges Phänomen vielleicht doch durch chemische Reaktionen entstehen kann.

Diese Theorie unterstützt auch eine von den Neuseeländern John Abrahamson und James Dinniss im Jahr 2000 veröffentliche Hypothese. Dabei werde beim Einschlag Sand oder Kiesel in Silicium und Sauerstoff zerlegt. Während der Sauerstoff im Erdreich mit Kohlenstoff reagiere, trete das Silicium als Dampf aus dem Blitzkanal aus und werde durch Luftsauerstoff langsam oxidiert und so zum leuchten gebracht. Die Siliciumpartikelwolke dabei eine kugelähnliche Form annehmen.

Laut Forschern sind Kugelblitze mehr optische Täuschung, als gefährliche Naturphänomene.

Laut Forschern sind Kugelblitze mehr optische Täuschung, als gefährliche Naturphänomene.

An den Universitäten werden immer wieder Experimente durchgeführt, bei denen künstlich Kugelblitze oder zumindest kugelblitzähnliche Erscheinungen hergestellt werden. Doch, ob die Natur das Phänomen, dessen Existenz sich die Mythiker so sehr wünschen, erzeugen und jene lebensgefährlichen Kugeln auf Felder und in Häuser schicken kann, ist mehr als zweifelhaft. Es darf also weiter spekuliert, geforscht und geschrieben werden.

 

Forscher warnen: Wirbelstürme werden heftiger

Täglich, schon fast stündlich erreichen uns neue Horrorbilder und erschütternde Szenarien von den Philippinen über die Medien. Der Supertaifun, dem die Meteorologen den unschuldigen Namen „Haiyan“ gaben, fegte mit bis zu 380 km/h über den Inselstaat. Es ist die höchste Windgeschwindigkeit, die je gemessen wurde.

Es ist von 10.000 und mehr Toten die Rede. Wieviele es genau sind, weiß niemand. Tausende Häuser und ganze Landstriche sind zerstört und somit die Existenzen der Überlebenden, die zum großen Teil schwer verletzt und ohne Nahrung und Wasser auf Hilfe warten. Das Wasser ist durch die vielen Toten verunreinigt. Helfer vor Ort berichten von Leichengeruch, der sich über das ganze Land legen würde.

Inzwischen sind auch Plünderungen an der Tagesordnung. Beim Ansturm auf ein Lebensmittellager starben mehrere Menschen. Trotz laufender Hilfsmaßnahmen aus aller Welt, auch aus Deutschland, scheint ein Ende der Not, welche die Natur auf die Insel gebracht hat, nicht in Sicht zu sein.

Stürme werden heftiger
Gegenüber dem ZDF stellt der renommierte Klimaforscher Stefan Rahmstorf einen direkten Zusammenhang zwischen dem jüngsten Taifun und dem Klimawandel her. Die Erwärmung der Meere würde Wirbelstürme begünstigen, ist sich der Wissenschaftler, der im Potsdam-Institut tätig ist, sicher. Rahmstorf erinnert auch an „eine Häufung von Wetterextremen allgemein“ in den vergangenen Jahren. „Diese Extreme werden leider weiter zunehmen“, prophezeit der Forscher.

Morris A. Bender von der US-Wetterbehörde NOAA hingegen stellte vor einigen Jahren schon in einem Artikel für das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ eine abgewandelte Theorie auf. Laut dem Wetterexperten würden die Wirbelstürme zwar weniger, aber dafür heftiger werden.

Die Wissenschaft ist offensichtlich noch nicht so weit, um genaue Prognosen, was die langfristige Entwicklung von Wetterextremen betrifft, abgeben zu können. Aber man ist sich einig, dass wir gerade eine Veränderung des globalen Wetters erleben.

Nationale und internationale Hilfsorganisationen rufen in Zusammenhang mit der Katastrophe auf den Philippinen zur Mithilfe auf. Infos dazu erhält man unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz und bei der UNICEF.

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

 

Beginnt in drei Monaten die nächste Eiszeit?

Erdgeschichtlich gesehen endete die letzte Kältewelle im 19. Jahrhundert. Die sogenannte „Kleine Eiszeit“ begann im 15. Jahrhundert und ging hinein bis ins vorletzte Jahrhundert. Diese paar hundert Jahre waren geprägt von langen, harten Wintern.

Russische Forscher sind sich entgegen der Klimaerwärmungs-Theorien sicher, dass mit kommenden Wintern, welche laut den Wissenschaftlern europaweit sehr kalt werden sollen, eine nächste Eiszeit beginnt. Die Sonne werde in den nächsten Jahren weniger Aktivität an den Tag legen und somit eine schwächere Einstrahlung auf die Erde haben, was kältere Temperaturen zur Folge hätte, weiß Chabibullo Abdussamatow, Leiter des Labors für Raumforschung in St. Petersburg. Das sei dann eine kleine Eiszeit, wie sie bis Ende des 19. Jahrhunderts stattfand.

Bild: 1Zoom.net

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Laut dem Russen habe die Erde bereits seit 1990 ein negatives Energiesaldo. Das heißt, dass bisher die Weltmeere die fehlende Wärme durch gespeicherte Energie ausgeglichen hätten, diese wäre aber jetzt aufgebraucht. Ab 2014 soll laut dem Forscher die globale Temperatur anfangen zu sinken und bis etwa 2050 mit 1,5 Grad weniger Durchschnittstemperatur der Höhepunkt dieser Kältewelle erreicht sein. Dies mag wenig klingen, hätte aber auf Fauna und Flora sehr wohl Auswirkungen. „Ab 2015 werde der Temperaturabfall immer schneller vorangehen“, erklärt Abdussamatow. Dieser Temperaturabfall reiche auch aus, um neue Gletscher entstehen zu lassen.

Alles halb so schlimm?

Der Leiter des Zentrums für Russland-Forschung Andrej Fursow lenkt indessen ein und warnt vor einer Überbewertung der Theorien seines Landmanns. Er vertritt nach wie vor die These der globalen Erwärmung. Wobei Fursow der Meinung ist, dass das Wegschmelzen der Pole, das ja offensichtlich stattfindet, nicht so sehr mit dem Ozonloch zu tun habe, sondern mit gewaltigen Vorgängen im Erdinneren.

Forscher sind sich sicher: Hitzeperioden werden mehr und heftiger

Wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK) gemeinsam mit spanischen Kollegen herausfanden und jüngst in einer Studie veröffentlichten, sollen sich extreme Hitzewellen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verdoppeln und bis 2040 sogar vervierfachen. Grundlage für die beängstigenden Ergebnisse waren verschiedene Klimamodelle, um eine möglichst breite Basis für eine repräsentative Studie zu haben. Die Zunahme betrifft die ganze Welt, nicht nur Regionen um den Äquator, auch Deutschland. Im landläufigen Sinn versteht man in Mitteleuropa unter einer Hitzewelle Temperaturen ab 35, die 40-Grad-Marke wurde dieses Jahr in Deutschland einige Male erreicht.

Eine wissenschaftliche Definition für „Hitzewelle“ gibt es nicht. Das Typische solcher Wallungen ist aber, dass die hohen Temperaturen nicht über Wochen anhalten, sondern im Laufe einer bestimmten Zeit, in Mitteleuropa ist es immer noch der Sommer, mehrmals auftreten, dazwischen aber das Wetter umschlägt, oft zu Gewittern.

Die Potsdamer Wissenschaftler beobachteten Monats-Mittelwerte der Temperaturen, definierten eine Obergrenze und die Abweichungen nach oben wurden dann als Hitzewelle gezählt. Miteinbezogen in der Spanne nach oben wurden auch die Örtlichkeiten, da die Temperaturschwankungen von Region zu Region unterschiedlich sind. In den Tropen beispielsweise wurden sehr geringe Abweichungen gezählt, weil diese Regionen als sehr empfindlich gelten. Schon kleine Abweichungen vom Durchschnitt können für das Ökosystem schwere Folgen haben.

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Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet mithilfe von Computermodellen Klimatrends. „Unsere Projektionen zeigen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr Wetterextreme, sowohl Hochwasser als auch Hitze- und Dürreperioden“, so DWD-Sprecher Gerhard Lux. Der Trend zu sommerlicher Hitze zeichne sich bereits, weiß Lux. Der Juli 2013 war mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad Celsius der wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen 1881. Die wärmste Jahresmitte wurde mit 22 Grad Celsius 2006, im Jahr des Fußball WM-Sommermärchens, registriert. Die Folgen von immer wieder kehrenden hohen Temperaturen sind allerdings alles andere als märchenhaft. Besonders schlimm von dieser Entwicklung des Klimas betroffen sind Landwirte. Wassermangel, Trockenheit und Waldbrände führen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Momentan seien solche Hitzewellen noch die Ausnahme. Wenn man den Trend beobachtet, müsse man sich in Zukunft an dieses veränderte Klima gewöhnen, bestätigt auch ein Sprecher des Max-Planck-Instituts in Hamburg nach dem Studium des Potsdamer Forschungsergebnisses. Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist die errechnete Zunahme von Hitzewellen bis 2040 nicht mehr zu verhindern, weil dazu schon zu viel Treibhausgas in der Atmosphäre läge. Retten könne man allerdings die zweite Hälfte des Jahrhunderts durch mehr Klimaschutz. Sollte der Treibhausgas-Ausstoß weiter steigen, könnten bis zum Jahr 2100 bis zu 85 Prozent und nicht wie heute 5 Prozent der Erdfläche unter Hitzeextremen leiden, befürchten die Forscher.

Heiß, kalt, heiß: Dreht das Wetter jetzt durch?

Der Winter war dunkel und kalt, der Frühling war gezeichnet von Dauerregen, zwischendrin ein paar heiße Tage, dann kam die Jahrhundertflut, darauf Temperaturen, die an eher an die Karibik erinnern, als an Deutschland. Momentan wütet über Mitteleuropa wieder ein Tief namens Antonia, Hitze ist allerdings schon wieder in Aussicht gestellt. Was ist nur mit dem Wetter los? Ist es Zufall, gabs solche Mixphasen immer schon oder hat es gar mit dem Klimawandel zu tun?

Eine Erwärmung des Klimas, aus welchen Gründen auch immer, ist nicht ganz unschuldig am „Verhalten“ des Wetters, sind die Experten der Meinung.

Icebergs in Surf by Jokulsarlon, Iceland

Luftströme aus der Arktis sind für das Wetter in Europa verantwortlich.

Um es zu konkretisieren, hinter alles Wetterereignissen weltweit, gibt es eine gemeinsame physikalische Ursache, wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) herausgefunden haben. Der Klimawandel stört die Muster der Luftbewegungen auf der nördlichen Halbkugel, und zwar durch einen Resonanz-Mechanismus, wie es die Forscher ausdrücken. Die Forschungsergebnisse aus Deutschland haben es sogar bis in ein US-amerikanisches Wissenschaftsmagazin geschafft.

„Ein wichtiger Teil der globalen Luftströme in den mittleren Breiten der Erde hat normalerweise die Form von großen Wellen, die um den Planeten wandern und dabei zwischen den Tropen und der Arktis oszillieren“, erklären die Wissenschaftler. „Wenn sie hinauf schwingen, so saugen diese Wellen warme Luft aus den Tropen nach Europa, Russland oder die USA; und wenn sie hinab schwingen, tun sie das Gleiche mit kalter Luft aus der Arktis.“

Was heißt das nun?

Der Klimawandel, der durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und die dabei entstehenden Treibhausgase entsteht, bedeutet entgegen der allgemeinen Meinung keine globale gleichmäßige Erwärmung. Am stärksten bekommt die Temperaturveränderung die Arktis, also der Nordpol, zu spüren, stärker als der weltweite Durchschnitt. Das reduziert den Temperaturunterschied zwischen dem nördlichsten Punkt der Erde und zum Beispiel Europa. Unterschiede in der Temperatur sind aber ein wesentlicher Treiber für Luftströmen. Des weiteren sind die Kontinente als Landmasse stärker der Erwärmung ausgesetzt, als Wasser, also den Ozeanen. Diese zwei Faktoren ergeben den Mechanismus, den eben die Potsdamer Forscher jüngst entdeckten. Das ganze führt zu einem unnatürlichem Muster der Luftbewegungen. Das Wetter, das sich quasi in diesem Erdmantel aus Luftströmen abspielt, ist mehr oder weniger „verwirrt“. Also der Titel „Spielt das Wetter verrückt?“ ist gar nicht so weit hergeholt.

Zum Beispiel in einer Phase, die wir als extreme Hitze empfinden, finden kühle Luftmassen vom Nordpol, die der Kraft der Sonne entgegen wirken könnten, den Weg in unsere Breitengrade nicht und wir leiden wochenlang unter Tropenhitze. Irgendwann bricht die kalte Luft und es kommt auf einen Schlag zu Unwettern. Das ist aber eher Zufall, es gibt keine Schemen, keine geregelten Bahnen mehr. Deshalb wird es für die Meteorologen, die Ihre Vorhersagen im Prinzip aus den gewohnten Bewegungen der Luftmassen berechnen, immer schwieriger das Wetter einzuschätzen.

 

Wie viel Wetter hält ein Mensch aus?

Bei den hochsommerlichen Temperaturen, die wir derzeit in Deutschland haben, freuen sich die einen und stöhnen die anderen, dies ist Geschmacksache und hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Doch eines haben alle Menschen gemeinsam: eine Obergrenze an Hitzebeständigkeit aus medizinischer Sicht. Ausgetestet bis zum Anschlag hat es noch niemand, es gibt aber die verschiedensten Schauergeschichten über Versuche, Selbstversuche und Rekorde. So verstarb 2010 ein Russe bei der Teilnahme an der Sauna-WM. Ein sechsminütiges Dampfbad bei 110 Grad Celsius schaffte sein Körper einfach nicht. Laut Ärzte gibt es eine Grundregel. Jede Außentemperatur, welche die Körperkerntemperatur übersteigt, diese liegt zwischen 35,8 und 37,2 Grad Celsius, kann gefährlich werden. Deshalb empfinden auch die meisten Menschen Temperaturen ab 35 Grad nicht mehr als angenehm.

Der Mensch

Hitze ist nicht gleich Hitze

Wer schon einmal Urlaub in einer tropischen Region gemacht hat, hat sich wahrscheinlich gefragt, wie man hohe Temperaturen am Palmenstrand besser aushält, als in gemäßigten Zonen, zu denen auch Mitteleuropa gehört. Der Körper hat sich ein komplexes Kühlsystem zurechtgelegt, besser bekannt als Schweiß. Zu schwitzen ist eine Schutzfunktion, bei der durch die Feuchtigkeit auf der Haut eine Art Kühlmantel den Körper umgibt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie am Meer zu finden ist, schwitzt man zwar nicht mehr, es entsteht aber durch die Flüssigkeit in der Luft ebenfalls ein feuchter Film auf der Haut, der dem Körperschweiß keine Chance gibt, zu verdunsten. Man befindet sich quasi in einem Dauerflüssigkeitsmantel und der kühlt.

Kälte: Ab wie viel Minusgraden erfriert man?

So, wie extreme Hitze regions- oder in Mitteleuropa jahreszeitenbedingt, auftreten kann, so kann das Thermometer in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen, weit unter den Nullpunkt.

Wie viel Kälte der menschliche Körper aushält, ist ebenfalls von der Körpertemperatur abhängig. Wenn die Außentemperatur so niedrig ist, dass der Körper unter 26 Grad Celsius abkühlt, wird es gefährlich und führt mit größter Wahrscheinlichkeit zum Tod. So, wie sich der Körper bei extremer Hitze kühlt, hat er auch wärme bildende Funktionen. Bei extremen Kältegraden wird zum Beispiel die Durchblutung langsamer, das Blut wärmt dann mehr. Eine weitere Funktion, die wahrscheinlich schon jeder erlebt hat, ist der sogenannte Schüttelfrost. Hier massiert sich der Körper quasi selbst, indem er die Muskeln zum Zittern bringt. Ab wie viel Minusgraden ein Mensch erfriert, lässt sich nicht festlegen, da dies eben von verschiedenen Faktoren abhängt. Wenn man bewusstlos ist und sich somit nicht bewegt, kann man schon bei Plusgraden erfrieren. Todesursache beim Erfrieren ist die Vereisung der Organe und in Folge die Zerstörung der Gewebe.

Kann ein Mensch bei Sturm abheben?

Aus Kindertagen hat man noch Wilhelm Buschs Geschichte vom „fliegenden Robert“ vor Augen, der mitsamt seinem Regenschirm abhebt und in die Wolken entgleitet. Aber gibt es so etwas wirklich? Bei einem Herbststurm, wie er auf den Bildern im Kinderbucht dargestellt ist, wohl nicht. Es ist aber ein Irrglaube, dass um „fliegen“ zu können eine bestimmte Körperform oder eine Spannfläche notwendig ist. Immer wieder sind in den Medien Bilder zu sehen, auf denen bei Hurricans, Dächer und tonnenschwere Autos wie Papier durch die Landschaft fliegen. Genauso kann es einen Menschen auch gehen, der bei einer solchen Wetterlage keinen Schutz sucht und sich auf freiem Gelände bewegt. Tests im Windkanal ergaben, dass ein Mensch mit einem durchschnittlichen Körpergewicht bei etwa 230 km/h, das ist Windstärke 17, die auf der Beaufortskala bei 202 km/h beginnt, abheben kann. Die Testpersonen waren natürlich dabei gesichert.

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