Je weiter die Temperatur sinkt, desto gefährdeter sind Menschen mit schwachem Herz.
Kanadische Mediziner haben herausgefunden, dass bei niedrigen Temperaturen das Herzinfarktrisiko steigt. Je zehn Grad Celsius Temperaturabfall steige das Risiko, einen Infarkt zu erleiden, um sieben Prozent, schreiben die Forscher der Universität von Manitoba, Winnipeg, in ihrer Studie. Betroffen sei der sogenannte ST-Hebungsinfarkt (STEMI). Von diesem Infarkt spricht man, wenn ein bestimmter Abschnitt der EKG-Kurzv, die sogenannte ST-Strecke angehoben ist. Es ist die schwerwiegendste Form des Herzinfarktes und wird meist durch einen akuten Riss in Ablagerungen in einer Koronararterie und dem daraus resultierenden Gefäßverschluss verursacht.

- Foto: UniversitätsSpital Zürich
„Wir konnten zeigen, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen den Außentemperaturen und dem STEMI-Risiko gibt. Dieses Risiko kann bis zu zwei Tage vor dem Herzinfarkt vorhergesagt werden.“, sagte die Studienautorin Dr. Shuangbo Liu auf dem Kongress der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC) in London. Wenn es dafür ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit und ausreichende Ressourcen gebe, könnte man in Zukunft dieses vorhersehbare saisonale Herzinfarkt-Risiko besser managen, so Liu weiter.
Kanada ist aufgrund seiner sehr heißen Sommer und extrem kalten Winter prädestiniert für diese Studie. Das Forscherteam analysierte die Daten über alle ST-Hebungsinfarkte der vergangenen sechs Jahre. Diese wurden dann mit Wetterdaten verglichen. Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob sich die Außentemperaturen als Faktor in Behandlungsstrategien integrieren lassen.