Wissenschaftler gingen dem Grund für zeitliche Begrenzungen bei Wettervorhersagen auf den Grund.

- Genaue Wettervorhersage nur 7 bis 10 Tage möglich
- Je länger der Zeitraum, desto geringer ist die Qualität
- Atmosphäre hat eine natürliche Zeitgrenze für Vorhersagen
Hochwasser und Überflutungen, aber auch Hitzewellen und Dürren: Unwetterkatastrophen und Klimaextreme fordern nicht nur Menschenleben, sondern verursachen Jahr für Jahr Sachschäden in Milliardenhöhe. Wettervorhersagen und Schutzvorkehrungen haben daher für die Gesellschaft eine enorme Bedeutung und werden in Zukunft noch wichtiger werden. Allerdings gelangt die Vorhersagbarkeit des Wetters an eine natürliche Grenze – die ist allerdings bisher nicht erreicht. Wie viel Spielraum für zuverlässige Vorhersagen noch nach vorne ist, haben jetzt Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz untersucht. Sie sehen ein Zeitpotenzial von fünf bis sieben Tage länger.
Genaue Wettervorhersage nur 7 bis 10 Tage möglich
In unseren mittleren Breiten kann die allgemeine Wetterlage derzeit für sieben bis zehn Tage im Voraus gut vorhergesagt werden. Das war nicht immer so. Die Qualität der Prognosen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich verbessert: Heute ist eine 7-Tage-Vorhersage in etwa genauso gut wie eine Vorhersage für vier Tage vor 30 Jahren. Höhere Computerleistungen und neue Beobachtungen haben in der Vergangenheit zu der verbesserten Vorhersage beigetragen, aber trotzdem sind die Prognosen in manchen Fällen noch ausgesprochen schlecht. Dies liegt nicht nur an Schwächen der Vorhersagemethoden, sondern weil in einer chaotischen Atmosphäre manche Wetterlagen schwer vorhersagbar sind. Großräumige Sturmtiefs lassen sich zum Beispiel etwa sieben Tage im Voraus feststellen, bei Gewittern ist der Zeitraum wesentlich kürzer. Und je weiter die Prognosen nach vorne blicken, desto größer sind die Vorhersagefehler.
Atmosphäre hat eine natürliche Zeitgrenze
Im Gegensatz zu den Gezeiten oder der Bahn von Planeten hat das System Atmosphäre ein sogenanntes intrinsisches Limit, eine natürliche, ultimative Grenze der Vorhersagbarkeit. Diese liegt bei zwei Wochen. Zusammen mit Kollegen der Ludwig-Maximilian-Universität München haben die Mainzer Wissenschaftler nun die Existenz der Grenze bestätigt. Maßgebend für die Erforschung der Atmosphäre sind die sogenannten Anfangsbedingungen. Das ist ein Begriff aus der Chaosforschung. Er beschreibt den derzeitigen Zustand der Atmosphäre im Kontext mit vergangenen Wetterlagen. Je mehr Daten einfließen, desto genauer sind die Anfangsbedingungen und somit die Genauigkeit der Wettervorhersagen. Computermodelle sollen in Zukunft mit mehr Daten versorgt werden, um die Prognosen zu verbessern und längerfristig durchführen zu können.