Vorfrühling im Oktober und Blumenwiesen zu Weihnachten.
Der vergangene Winter war in Deutschland einer der mildesten eit Aufzeichnungsbeginn 1881. Einen entscheidenden Einfluss dabei hatte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) der Dezember, der im Durchschnitt um 5,6 Grad wärmer war als das langjährige Mittel.
Die warmen Wintermonate hatten natürlich auch Einfluss auf die Pflanzenentwicklung. „Bei vielen Pflanzen stellte sich zunächst keine Vegetationsruhe ein.“, erklären die Agrarmeteorologen des DWD. Aber nicht nur der warme Winter ist verantwortlich für die frühe Pflanzenentwicklung. Manche Pflanzen brauchen Kältereize zur Bildung der Blüten. Anstatt im Dezember traten bereits im Oktober Nachtfröste auf, die diese Kältereize auslösten. In Kombination mit dem darauffolgenden milden Winter hat sich die Entwicklung vorverlagert.
Das Ergebnis waren zum Beispiel ein außergewöhnlicher Blühbeginn der Hasel. In begünstigten Regionen trieben zu Weihnachten sogar Gänseblümchen, Löwenzahn und Schneeglöckchen aus. Auch Mandelbäume und Erlen trugen bereits Mitte Januar Blüten. Der Vegetationsvorsprung betrug am Anfang des Jahres etwa vier Wochen. Durch Frosttage im Laufe des Januars reduzierte sich der Vorsprung auf zwei bis drei Wochen.

Am „Pfälzer Mandelpfad“ blühten Mitte Januar schon zehn Prozent der Bäume. Foto: Pedelec