Wintereinbrüche nach dem warmen März gefährden Obst und Sommergerste.
Der warme März sorgte für einen frühen Vegetationsbeginn. Doch jetzt der Einschnitt: Frost und sogar Schneefälle in Teilen Deutschlands. Schnee im April ist zwar nicht ungewöhnlich. Doch die ungewöhnliche Folge der Kältewelle auf die für den März ungewöhnlich warmen Temperaturen lässt Obstbauern und Winzer zittern.
Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen tagsüber im einstelligen Bereich liegen, für die Nächte sind sogar Minusgrade angesagt. „Wenn die Nächte klar sind und das Thermometer auf -4 bis -6 Grad fällt, dann schädigt der Frost die Obstblüte“, sagt Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes e.V.. Derzeit blühen in den Obstanbaugebieten Apfel-, Birnen- und Kirschbäume sowie teilweise die Erdbeeren. „Wir können die Erdbeerpflanzen mit Abdeckungen schützen, aber ab -2 Grad ist auch hier das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt Jäger.
Neue Aussaat notwendig
Ähnliche Sorgen haben auch die Ackerbauern, die in den vergangenen Wochen bereits Rüben und Sommergerste ausgesät haben und bei denen die ersten Pflänzchen „aufgelaufen“ sind, das heißt wenn der junge Keim den Boden durchstoßen hat und das erste Grün auf dem Feld sichtbar ist. „Vor allem die jungen Rübenpflanzen sind sehr empfindlich“, sagt Johann Graf, Ackerbaureferent beim Bayerischen Bauernverband. Wenn die Jungpflanzen erfrieren, bleibt den Bauern nur eines: neu aussäen.
Weniger Probleme beim Spargel
Auch der Spargel war dieses Jahr früher dran. Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband (BBV) sieht aber derzeit noch keine größeren Probleme: „Die Vegetation ist heuer circa zwei Wochen früher dran. In den vergangenen Wochen war es für die Jahreszeit eher etwas zu warm – hier tritt jetzt eine Normalisierung ein“. Der Spargel wachse bei kühleren Temperaturen weiter, nur eben langsamer.