Der Klimawandel nimmt Einfluss auf viele Pflanzenarten. Doch die sogenannte Krautschicht auf dem Boden unserer Wälder trotzt offenbar der Veränderung.
Dr. Markus Bernhardt-Römermann, Ökologe an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat in einer Studie festgestellt, dass entgegen bisheriger wissenschaftlicher Meinungen nicht alle Pflanzen auf den Klimawandel empfindlich reagieren. Auf die Krautschichten der Wälder nimmt die Veränderung offenbar wenig bis keinen Einfluss.

Foto: Markus Bernhardt-Römermann/FSU
Gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam aus ganz Europa hat Bernhardt-Römermann die Artenvielfalt in Wäldern der gemäßigten Zone Europas, von Ungarn bis Schweden, umfassend analysiert und dabei festgestellt, dass sich im Mittel die Pflanzenvielfalt in der Krautschicht in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht verändert hat.
Einen Grund für voreilige Freudensprünge sieht der Wissenschaftler aber nicht. Dieses zunächst überraschende Ergebnis bedeute nicht, dass in Sachen Biodiversität alles zum Besten stehe, macht der Ökologe deutlich. „Denn auf lokaler Ebene können die Veränderungen durchaus gravierend sein.“, so Bernhardt-Römermann. Es gebe Regionen, in denen die Artenvielfalt in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist, während sie in anderen Regionen aber zugenommen habe.
Als Ursache der unterschiedlichen Entwicklung der Biodiversität in verschiedenen Regionen sieht Bernhardt-Römermann neben lokalen Faktoren wie den Lichtverhältnissen, die wiederum in Folge menschlicher Nutzung variieren können, vor allem in der Stickstoffverfügbarkeit und in der Dichte des jeweiligen lokalen Wildbestandes.