Milder Herbst: Zecken bleiben

Der Begriff der sogenannten Frühsommer-FSME ist irreführend. Denn Zecken lauern bei entsprechend milden Temperaturen auch im Herbst und sogar im Winter.

Laut Wetterprognosen werden sich die milden Temperaturen des Spätsommers bis in den Herbst fortsetzen. Die Folge ist, dass Zecken auch bei Spaziergängen in den herbstlich bunten Laubwäldern zur Gefahr werden. Sogar im Winter können die Blutsauger aktiv sein. Liegt kein Schnee und ist es an mehreren aufeinander folgenden Tagen sehr mild, etwa 10 ° C, dann können sie sich sogar in der vermeintlich kalten Jahreszeit auf Wirtssuche begeben. Die Parasiten können Borreliose und Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

In den deutschen FSME-Risikogebieten sind zwischen 0,1 bis 5 Prozent der Zecken mit den Viren infiziert. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, liegt bei etwa 1:150. Zecken lauern auf Grashalmen, in Büschen und Unterholz sowie in Wäldern, Stadtparks und Gärten. Die Spinnentiere können bis zu einer Höhe von 1,50 Meter klettern – eine ideale Höhe, um unbemerkt im Vorübergehen abgestreift zu werden. Dass Zecken nur in natürlicher Umgebung, wie dichten Wäldern zu finden sind, ist ein Gerücht. Denn eine Studie der Universität Hohenheim hat gezeigt, dass die Tiere auch in gepflegten Gärten weit verbreitet sind.

Abgesehen davon, dass auch schon das Tragen von langer und geschlossener Kleidung und das Tragen der Socken über der Hose vor dem Kontakt mit Zecken schützt, empfehlen Experten für den Herbst eine Schnellimmunisierung, falls keine langfristige Schutzimpfung gemacht wurde. Je nach Impfstoff lässt sich dabei der Schutz mit zwei oder drei Impfungen innerhalb weniger Wochen aufbauen. Auskünfte dazu erteilt der Hausarzt.

Aber auch die Grundimmunisierung gegen FSME für das kommende Frühjahr sollte jetzt schon begonnen werden. Für einen mehrjährigen Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von ein bis drei Monate und eine dritte – je nach Impfstoff – nach fünf, neun oder zwölf Monaten nötig.

Foto: André Hirtz/www.zecken.de

Foto: André Hirtz/www.zecken.de

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