Wetterrückblick 2014 (Teil 2): Wo war der Sommer?

Auch in der zweiten Jahreshälfte setzte das Wetter fort, was es bereits im Januar begonnen hatte. Ein Tief jagte das nächste und brachte Stark- und Dauerregen, Hagel und sogar zahlreiche Tornados nach Deutschland. Im zweiten Teil unseres großen Wetter-Jahresrückblicks blicken wir auf die Monate Juli bis Dezember.

Alleine im August wurden bundesweit neun Tornados gezählt. Foto: Sunrea/pixabay.com

Alleine im August wurden bundesweit neun Tornados gezählt. Foto: Sunrea/pixabay.com

Juli: Elf Schafe verenden nach Blitzeinschlag
Der Juli war einfach nur nass, von Sommerfeeling weit und breit keine Spur. Abgedeckte Dächer und Überschwemmungen, die teilweise ganze Straßenzüge unter Wasser setzten, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume waren die Folge. Am 5. Juli flogen im Binnenhafen in Mainz aufgrund starker Windböen ganze Container durch die Luft. Im Kreis Esslingen stürzten Felsbrocken auf eine Straße, bei Notzingen starben elf Schafe nach Blitzschlag. In Bodenkirchen (Bayern) starb ein Mann nach einem Blitzeinschlag. Am 28. Juli prasselten extrem hohe Regenmengen aufs Münsterland, so dass ein Mann in Münster nach Wassereinbruch in seinem Keller sowie der Fahrer eines Pick-Up in einem Graben bei der Ausfahrt Münster-Nord (A1) ertranken.

August: 70 Boote kentern, Bayern von Gurken „erschlagen“
Im August war das Tief „Susanne“ für den miesen Sommer verantwortlich. Heftige Gewitter und Überflutungen waren an der Tagesordnung. In Leipzig und Greifswald standen Unterführungen bis zu einem Meter tief unter Wasser. Die Cottbuser Innenstadt stand nahezu vollständig unter Wasser, bei Schweinfurt liefen über 90 Keller voll. In Essen stürzte durch erhebliche Wassermassen das Dach eines Baumarktes ein. Am Abend des 10. August kenterten im Raum Berlin bei Sturm mehr als 70 Boote, etwa 100 Menschen mussten gerettet werden. Im bayerischen Plattenberg wuchsen Gurken so rasch, dass die Fabriken nicht mit der Verarbeitung nachkamen. Teile der Ernte mussten sogar vernichtet werden. Insegesamt neun Tornados fegten über Deutschland, davon sechs über See.

September: 600 Strohballen brennen, Frankfurt Airport macht dicht
Mehrere Gemeinden in Sachsen und Thüringen wurden nahezu komplett mit Schlamm bedeckt. Am 7. September wüteten Gewitter in Sachsen-Anhalt. Schlamm und Geröll blockierten die B180 bei Rositz und in Weimar wurden zwei Personen durch einen Blitz verletzt. Auch in Hessen wüteten Gewitter mit Starkregen. In Sulzbach am Taunus entwickelte sich der gleichnamige Bach zu einem reißenden Strom und überflutete Keller und Straßen. Die Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen musste zeitweise eingestellt werden. Bei Blankenhain (Landkreis Weimarer Land) entzündete ein Blitz 600 Strohballen.

Oktober: Bächlein spült ganzen Biergarten weg
Im sprichwörtlichen „goldenen Oktober“ machte sich Ex-Hurrikan „Gonzalo“ vor allem in West- und Süddeutschland breit. Bei Köln mussten sechs Menschen aus Gondeln einer Seilbahn, die über den Rhein verläuft, gerettet werden. Bei Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) wurde ein Radfahrer von einem umstürzenden Baum fast erschlagen. In Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) wurde aus dem Anbau einer Kirche ein 50 Quadratmeter großes Teil heraus gerissen. Südlich von Stuttgart wurde ein ganzer Biergarten durch einen plötzlich über die Ufer tretenden Bach förmlich weggespült, der angrenzende Kinderspielplatz und das Untergeschoss eines Museums wurden ebenfalls überflutet. Im Allgäu war man mit dem Beseitigen von Schneemassen beschäftigt, in Ostfriesland wurde der Fährverkehr wegen heftigen Stürmen eingestellt. Im ganzen Bundesgebiet wechselten sich Hagel und Tornados ab.

November: Föhnsturm in den Alpen, im Hamburger Hafen geht nichts mehr
Anfang November verursachte der für die Region typische Föhn nicht nur Kopfschmerzen, sondern entwickelte sich zu einem Föhnsturm. Am Arlberg wurde ein Mann durch ein herabstürzendes Wellblechdach schwer verletzt und im selben Ort ein Feuerwehrmann bei Aufräumarbeiten von einem Baum erschlagen. Auch der Norden blieb von ungemütlicher Wetterlage nicht verschont. Wegen dichten Nebels musste der Hamburger Hafen die Containerentladung einstellen. Beim Einlaufen in den Hafen kollidierte ein Schiff mit der Spundwand der Uferbefestigung. Es wurde auf der Steuerbordseite auf einer Länge von vier Metern eingedrückt. Im ganzen Bundesgebiet kam es zu schweren Verkehrsunfällen aufgrund von starken Nebels und Glatteis. Am 30. November kam es auf der A2 zwischen an der Grenze zu den Niederlanden zu einem Massenunfall mit mindestens 15  Fahrzeugen, darunter einige Reisebusse. Auch hier war der Grund Glatteis.

Dezember: Stürme und wenig Schnee, dafür Glatteis
Der Dezember wurde von einem Sturmtief mit Kern über dem Nordmeer dominiert. Mitte Dezember gaben die Wetterdienststellen mehrmals Sturmwarnungen heraus. Auf den Nordseeinseln kam es zu Böen mit einer Geschwindigkeit bis zu 100 km/h. Vom Winter war bis auf stellenweises Glatteis noch nicht viel zu merken. Nur in höheren Lagen kam es vereinzelt zu Schneefällen. In Bayern wurde eine Fahranfängerin bei einem Glatteisunfall schwer verletzt. Auch in den Weihnachtsfeiertagen musste man in Deutschland auf ein herbeigesehntes Winter Wonderland verzichten.

Hier lesen Sie den ersten Teil unseres Wetter-Jahresrückblickes 2014.

Ein gesundes und erfolgreiches, wettertechnisch hoffentlich besseres, Jahr 2015 wünscht das Team von die-wetterversicherung.de.

 

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