Trockenheit: Sulfat gefährdet Trinkwasser

Die Trockenheit führt in Brandenburg dazu, dass zu wenig Wasser vorhanden ist, das in normalen Jahren das sulfathaltige Wasser aus dem Bergbau verdünnt.
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Foto: pixabay (Symbolbild)

Aufgrund der Trockenheit besteht nicht nur in vielen Regionen Deutschlands Wasserknappheit. In Brandenburg gibt es aufgrund der trockenen Witterung noch ein anderes Problem: Zu hohe Sulfatwerte gefährden die Qualität des Trinkwassers. Darauf macht der Umweltverband „Grüne Liga“ aufmerksam. Eine Lösung scheint es noch nicht zu geben. Denn Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel bestätigte, dass es immer noch keine Notfallpläne zum Schutz des Trinkwassers im Großraum Frankfurt (Oder) für die immer weiter ansteigenden Sulfatwerte in der Spree gibt. Ursache für die hohen Sulfateinträge ist das Wasser, das aus dem Tagebergbau kommt. Dem entgegen ist das Wasser, das in normalen Jahren das Grubenwasser verdünnt, zu wenig.

Umweltschützer weisen auf anhaltende Trockenheit hin

Angesichts des drohenden dritten Trockenjahres in Folge fordert „Grüne Liga“ den Bergbaubetreiber LEAG dazu auf, Maßnahmen zur Reduzierung von Sulfateinträgen zu ergreifen. „Es ist der betroffenen Region überhaupt nicht mehr zu vermitteln, warum der Verursacher schadlos gehalten wird und die Allgemeinheit womöglich für die Kosten aufkommen muss“, so Rene Schuster von der Bundeskontaktstelle Braunkohle des Umweltverbandes. 

Sulfatwerte wurden bereits überstiegen

Laut dem „Bewirtschaftungserlass Sulfat“ des Landes Brandenburg sollten Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung greifen, wenn der Sulfatwert am Pegel Neubrück über 37 Tage im Jahr über 280 mg/l übersteigt. Schuster weist darauf hin, dass letzte öffentlich zugängliche Sulfatwerte bis Ende April eine „dramatische Entwicklung“ zeigen. Demnach ist der Zielwert alleine von Februar bis April an 39 Tagen überschritten worden. „Im Prinzip müsste das Land Brandenburg aktiv werden, ansonsten ist Bewirtschaftungserlass nichts wert“, meint Schuster. Eine Lösung der Trinkwassersituationen im Raum Frankfurt (Oder) könne die Reaktivierung eines alten Wasserkraftwerkes sein. Das Land wolle dafür jedoch noch eine Gefahrenanalyse abwarten. 

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