Studie: Holzbauweise gut fürs Klima

In einer internationalen Studie haben Wissenschaftler belegt, dass neue Häuser aus Holz klimaschonend sind – vorausgesetzt der Wald wird nachhaltig bewirtschaftet und es wird Holz aus Abrisshäusern verwendet.
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Foto: paulbr75/pixabay.com (Symbolbild)

Eine Materialrevolution, die im Städtebau Zement und Stahl durch Holz ersetzt, kann doppelten Nutzen für die Klimastabilisierung haben. Das zeigt eine Studie eines internationalen Forscherteams, dem auch Wissenschaftler des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) angehören. Erstens kann sie Treibhausgasemissionen aus der Zement- und Stahlproduktion vermeiden. Zweitens kann sie Gebäude in eine Kohlenstoffsenke verwandeln. Denn im Bauholz wird das von den Bäumen zuvor aus der Luft aufgenommene CO2 gespeichert. Obwohl die erforderliche Menge an Holz theoretisch verfügbar ist, würde eine solche Ausweitung allerdings eine sehr sorgfältige nachhaltige Waldbewirtschaftung erfordern, betonen die Autoren.

Bevölkerungswachstum verlangt neue Ideen

„Verstädterung und Bevölkerungswachstum werden eine enorme Nachfrage nach dem Bau neuer Gebäude für Wohnen und Gewerbe schaffen. Daher wird die Produktion von Zement und Stahl eine Hauptquelle von Treibhausgasen bleiben, wenn wir nicht handeln“, sagt die Hauptautorin der Studie, Galina Churkina. „Diese Risiken für das globale Klimasystem können aber in ein wirksames Mittel zur Eindämmung des Klimawandels verwandelt werden.” Voraussetzung sei, dass wir den Einsatz von technisch verarbeitetem Holz – engineered wood – im weltweiten Bausektor stark steigern, so die Wissenschaftlerin. Die Analyse zeigt, dass dieses Potenzial unter zwei Bedingungen realisiert werden kann. Erstens: Die geernteten Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet. Zweitens: Das Holz aus dem Abriss von Gebäuden wird weiterverwendet.

Holzbauweise spart eine Menge CO2

Vier Szenarien wurden von den Wissenschaftlern für die nächsten dreißig Jahre berechnet: Geht man von einem „business as usual“ aus, werden bis 2050 nur 0,5 Prozent der Neubauten mit Holz gebaut. Dieser Anteil könnte auf 10 Prozent oder 50 Prozent steigen, wenn die Massen-Holzproduktion entsprechend zunimmt. Wenn auch Länder mit einer derzeit geringen Industrialisierung den Übergang schaffen, sind laut der Studie sogar 90 Prozent Holz im Bau denkbar. Dies könnte dazu führen, dass zwischen 10 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr im niedrigsten Szenario und fast 700 Millionen Tonnen im höchsten Szenario gespeichert werden. Darüber hinaus reduziert der Bau von Holzgebäuden die kumulierten Emissionen von Treibhausgasen aus der Stahl- und Zementherstellung.

Ein fünfstöckiges Wohngebäude aus Brettschichtholz kann bis zu 180 Kilogramm Kohlenstoff pro Quadratmeter speichern, das ist dreimal mehr als in der oberirdischen Biomasse natürlicher Wälder mit hoher Kohlenstoffdichte. Dennoch würde selbst im 90-Prozent-Holz-Szenario der in Holzstädten über dreißig Jahre hinweg angesammelte Kohlenstoff weniger als ein Zehntel der Gesamtmenge des oberirdisch in Wäldern weltweit gespeicherten Kohlenstoffs betragen.

Studie basiert auf mehreren Grundlagen

„Wenn der Einsatz von Bauholz stark gesteigert werden soll, ist der Schutz der Wälder vor nicht nachhaltiger Abholzung und einer Vielzahl anderer Bedrohungen entscheidend wichtig“, betont Co-Autor Christopher Reyer vom PIK. „Unsere Vision für eine nachhaltige Bewirtschaftung und Regulierung könnte aber die Situation der Wälder weltweit tatsächlich sogar verbessern, da diesen dann ein höherer Wert beigemessen wird“, so Reyer.

Der Studie liegen mehrere Belegketten zugrunde, von der offiziellen Statistik zu Holzernten bis zu komplexen Simulationsmodellen.

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