Rückblick: So viel Unheil brachte das Wetter 2014 (Teil 1)

Sonnenanbeter hatten 2014 nicht viele schöne Stunden. Das Jahr war geprägt von Starkniederschlägen, Hagel und sogar zahlreichen Tornados. Wir haben die Wetterereignisse des zu Ende gehenden Jahres und ihre oft fatalen Folgen im Überblick zusammengefasst.

Januar: Ausnahmezustand in Berlin
Kaum hatte man sich vom Orkantief „Xaver“, das Ende 2013 über Deutschland fegte und durch Starkniederschläge und Hagel erhebliche Schäden hinterlassen hatte, erholt, rollte das nächste Tiefdruckgebiet an. Das Sturmtief „Anna“ ließ im Januar seine Muskeln vor allem im Nordwesten der Bundesrepublik spielen. Dachstühle schwebten von den Dächern, die Züge der Deutschen Bahn kamen noch später als sonst. Es gab sogar Verletzte und eine Tote. Die Frau wurde in der Nähe von Mönchen-Gladbach (NRW) von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Es kam aufgrund von Glätte und überfrierender Nässe zu schweren Unfällen und mehreren Massenkarambolagen mit Schwerverletzten und sogar Toten fast im gesamten Bundesgebiet. In Berlin stürzten zahlreiche Fußgänger auf dem Glatteis und mussten mit Knochenbrücken in die Klinik. Die Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser waren nahezu erschöpft, die Berliner Feuerwehr verhängte mehrmals den Ausnahmezustand.

Februar: Massenkarambolage mit 51 Fahrzeugen
Der Feburar wurde gleich von zwei Tiefs dominiert. Das Sturmtief „Qumaira“ setzte fort, was „Anna“ im Januar begonnen hatte: Durch heftige Sturmböen wurden Dächer weggerissen, so zum Beispiel am 7. Februar das 500 m2 große Dach eines Elektromarktes in Hannover. Teilweise kam durch umgestürzte Bäume der Bahnverkehr zum Erliegen. In Koblenz kollidierte ein ICE mit einem Baum, verletzt wurde bei dem Crash zum Glück niemand. Abgerissene Stromleitungen bescherten vielen Haushalten gemütliche Abende bei Kerzenschein. Mitte des Monats übernahm das Tief „Tini“. Die Wetterlage mit dem niedlichen Namen hatte es aber auch in sich: Es kam zu zahlreichen schweren Unfällen. Am 16. Februar kam es auf der A67 bei Rüsselsheim zu einer Massenkarambolage, bei der 51 Fahrzeuge beteiligt waren.

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

März: Hagel und Nebel
Der März zeigte noch keine Vorboten des anstehenden Frühlings. Er war geprägt von Kälteeinbrüchen, Graupelschauern und sogar Schneefall. Die schlechten Straßenverhältnisse hatten auch zahlreiche Unfälle und Massenkarambolagen zur Folge. In Franken kam es auf der A9 und der A93 innerhalb von zwei Tagen zu zehn schweren Unfällen mit insgesamt sieben Verletzten. Die Küstenregionen waren teilweise in dichten Nebel gehüllt. Bei Bremerhaven forderte ein Unfall aufgrund des Nebels zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten. Auf Passau und Berlin, Brandenburg und die Eifel prasselten Hagelkörner nieder.

April: Flugzeugabstürze und schlammbedeckter Ort
In Erinnerung blieben auf alle Fälle die zwei Flugzeugabstürze innerhalb von 14 Tagen. Beide Piloten haben offensichtlich den dichten Nebel falsch eingeschätzt. Am 2. April stürzte eine Kleinmaschine nach dem Start vom Flugplatz der friesischen Insel Norderney ins Wattenmeer, der Pilot kam dabei ums Leben. Am 14. April prallte ein Flugzeug gegen die Spitze des 27 Meter hohen Mastes der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Brocken. Die Maschine stürzte ab und brannte aus. Auch hier starb der Pilot sowie ein weiterer Insasse. Bundesweit kam es im April immer wieder zu heftigen Gewittern und Graupelschauern. Der Ort Raschau-Markersbach bei Aue (Sachsen) wurde teilweise von einer Schlammlawine bedeckt. Es gab in ganz Deutschland mehrere Tote durch Blitzeinschläge und umstürzende Bäume. Im hessischen Kirchhain deckte ein Sturm das Kirchendach ab. Über ganz Deutschland verteilt kam es zu mehreren Hagelniederschlägen, teilweise mit Körnern bis zu 3 Zentimetern Durchmesser.

Mai: Tornados und Überflutungen
Auch der April brachte Nässe und Sturm in allen Varianten – Regen, Gewitter, Hagelschauer. Vorallem im Osten der Bundesrepublik mussten zahlreiche Straßen wegen Überflutungen und Schlamm gesperrt werden. Im Leipziger Zoo wurden zwei Menschen durch einen Blitzeinschlag verletzt. Das Erzgebirge war von heftigen Hagelschauern betroffen. Im Westen tobten hingegen Stürme. So wurden im Ruhrgebiet zahlreiche Autos und Gebäude durch umstürzende Bäume und herabfallende Dachziegel beschädigt. Am 13. Mai fegte ein Tornado über den Landkreis Viersen (NRW) und deckte Dächer ab. Ein weiterer Wirbelsturm wurde am 24. des Wonnemonats über einem Getreidefeld im niedersächsischen Lindhorst beobachtet.

Juni: Gekenterte Boote und tote Kühe
Auch im Juni hielten die Gewitter mit Hagel und Starkregen an. Es kam zu zahlreichen Dachstuhlbränden durch Blitzeinschläge. Auf dem Schweriner See mussten Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) neun Menschen von einer Insel und zwei Segler von gekenterten Booten retten. Durch umfallende Bäume starben im Juni insgesamt fünf Menschen, über 30 wurden schwer verletzt. Alleine in Düsseldorf stürzten 20.000 (!) Bäume um. Der Düsseldorfer Flughafen musste aufgrund starker Orkanböen den Flugbetrieb vorübergehend einstellen. Bei Wittlich (Rheinland-Pfalz) wurden fünf Kühe durch Blitzeinschlag getötet, nachdem sie unter einem Baum Schutz gesucht hatten. Hagelkörner nahmen Ausmaße von bis zu fast sieben Zentimetern an. Über der Nord- und der Ostsee tobten Tornados.

Den zweiten Teil lesen Sie nächsten Mittwoch, den 31. Dezember, auf die-wetterversicherung.de.

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