Pflanzen: Künftig erhöhte Spätfrostgefahr

Wissenschaftler gehen von einer erhöhten Spätfrostgefahr für Pflanzen aus. Grund ist der frühere Vegetationsbeginn.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Milde Winter und später Vegetationsbeginn haben zugenommen. Auch dieses Jahr führten vergleichsweise hohe Temperaturen zu einer beschleunigten Pflanzenentwicklung. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrum Geesthacht haben die Entwicklung in Norddeutschland untersucht. Der Beginn der Vegetation hat sich in der untersuchten Region Norddeutschland in den vergangenen Jahrzehnten von Ende März auf Ende Februar verschoben. Die Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Pflanzen nach milden Wintern besonders frostempfindlich sind

Zunehmende Spätfrostgefahr für Pflanzen

Das Problem ist, dass anders als der Vegetationsbeginn, der letzte Frosttag kaum früher auftritt. An vielen Messstationen Norddeutschlands ist dieser Termin im langjährigen Mittel nach wie vor Mitte April. Auch in diesem Jahr war der 14. April vielerorts der bisher letzte Frosttag. Innerhalb der nächsten 30 Jahre kann laut der Wissenschaftler die Anzahl der Frosttage im Frühjahr zwar deutlich zurückgehen, der Letzte kann jedoch noch immer relativ spät, Ende März bis Anfang April, auftreten – also während der fortgeschrittenen Vegetation.

Forscher untersuchten auch Trockenphasen

Auch die Trockenheit nimmt im Frühjahr zu. Die Dauer längster Trockenperioden in den vergangenen Jahrzehnten habe sich um etwa zehn bis zwanzig Prozent verlängert, so die Wissenschaftler. Die aktuelle Trockenphase dauert in Norddeutschland größtenteils schon seit Ende März an und ist somit schon jetzt an vielen Stationen um 30 bis 50 Prozent länger als die längsten Frühlings-Trockenphasen in der Referenzperiode 1961 – 1990. Die Niederschlagsmenge hat sich um fünf Prozent im Vergleich zur Referenzperiode verringert. 

Künftige Niederschlagsentwicklung nicht eindeutig

Für die Zukunft lässt sich aus den regionalen Klimaszenarien jedoch keine eindeutige Niederschlagsentwicklung für das Frühjahr ableiten. Keines der 120 ausgewerteten Szenarien deutet darauf hin, dass sich die bisherige Niederschlagsabnahme im Frühjahr künftig in der gleichen Intensität fortsetzt. Einige Klimaszenarien weisen auf eine weitere Abnahme des Frühlings-Niederschlages hin. Laut der Helmholtz-Forscher könnte der Niederschlag im Frühjahr bis Ende des Jahrhunderts um elf Prozent zurückgehen. „Aus heutiger Sicht genauso plausibel ist jedoch auch eine deutliche Niederschlagszunahme im norddeutschen Frühling von bis zu 40 Prozent zum Ende des Jahrhunderts“, so Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Küsten- und Klimabüros im Helmholtz-Zentrum. „Für langfristige Planungen ist daher ein fortlaufendes Monitoring aktueller Entwicklungen unerlässlich.“

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