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Klimaerwärmung zerstört Weizen, aber Eis dehnt sich aus

Ende des Jahres sind zwei Studien über Auswirkungen des Klimawandels erschienen, die auf den ersten Blick etwas verunsichern. Die Universität Bonn hat herausgefunden, dass die globale Erwärmung massive Verluste in der Weizenproduktion zur Folge hat, das Max-Planck-Institut für Meteorologie sagt, die Antarktis sei mit mehr Eis bedeckt als je zuvor.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Klimaerwärmung offenbar die weltweite Weizenproduktion beeinträchtigt. Foto: pixabay.com

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Klimaerwärmung offenbar die weltweite Weizenproduktion beeinträchtigt. Foto: pixabay.com

Jedes zusätzliche Grad Celsius verringere die Weizenproduktion im Schnitt um sechs Prozent, so das internationale Forscherteam der Uni Bonn. Weltweit seien das 42 Millionen Tonnen an Ertragseinbußen. Die Wissenschaftler verglichen in der Studie verschiedene Ertragsmodelle für Weizen mit Experimentaldaten und nutzten die Modelle für die Ertragsabschätzung unter steigenden Temperaturen. Wie viel eine Weizenpflanze an Getreidekörnern produziert, hänge neben der Nährstoffversorgung insbesondere auch vom Klima ab: Trockenheit und hohe Temperaturen führten in der Regel zu Ertragseinbußen.

Der Weltklimarat (IPCC) gehe von einer möglichen Erwärmung der durchschnittlichen Lufttemperatur von 1,1 bis 6,4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 aus, heißt es in dem Bericht, der im Fachjournal „Nature Climate Change“ erschienen ist. Damit nehme neben dem Trockenstress auch der Hitzestress für die Pflanzen absehbar zu. Wie sich das auf die Ernten auswirkt, untersuchten die Wissenschaftler mithilfe von Wachstumsmodellen und verglichen 30 solcher Computersimulationstmodelle miteinander. „Mit steigenden Lufttemperaturen nehmen die Unsicherheiten bei allen Modellen zu. Aber gerade diese Daten werden für Klimafolgeabschätzungen zu den Weizenerträgen dringend gebraucht“,  so Prof. Dr. Frank Ewert vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn.

Eis-Zunahme irritiert Wissenschaftler
Das Max-Planck-Institut für Meteorologie rudert bei ihrer Forschungstätigkeit in eine ganz andere Richtung. Forscher des Hamburger Instituts haben in einer Studie festgestellt, dass sich das Meereis um die Antarktis in den letzten Jahrzehnten ausgedehnt hat. Es gibt offenbar so viel eisige Masse wie seit dem Beginn der kontinuierlichen Satellitenmessungen 1979 nicht.

Die 20 Millionen Quadratkilometer große Fläche bilde den vorläufigen Höhepunkt einer langsamen Zunahme des antarktischen Meereises, schreiben die hanseatischen Forscher in dem Artikel. Diese Entwicklung irritiere zunächst, weil die fortschreitende globale Erwärmung gleichzeitig in der Antarktis zum Abschmelzen des Meereises führe, so die Wissenschaftler.

Der Hauptautor der Studie, Alexander Haumann, erklärt, warum das Phänomen in anderen Klimaberichten nicht auftaucht: „Um die Entwicklung des Meereises in der Antarktis im Modell nachvollziehen zu können, müssen wir insbesondere die bodennahen Winde gut simulieren. Es geht hier in erster Linie um Regionen mit Wintertemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, so dass es auch bei einer Erwärmung noch viel Eisbildung im Ozean rund um die Antarktis gibt. Angetrieben durch starke Winde wird dieses Eis manchmal über mehr als tausend Kilometer transportiert. Wenn man wissen will, wohin das Eis treibt und welche Gebiete es bedeckt, muss man verstehen, wie es durch die Winde verschoben wird.“

Eine wichtige Erkenntnis für die weiteren Forschungen sei, dass sich die Winde in den letzten Jahrzehnten verändert haben, weiß auch Haumanns Kollege Dirk Notz, der die Forschungsgruppe „Meereis im Erdsystem“ am Institut leitet . „Wir beobachten eine Verstärkung der Windfelder vor den Küsten, insbesondere im Rossmeer. In diesem zum Pazifik weisenden Sektor des Südpolarmeeres haben sich die Winde in letzter Zeit so verändert, dass sie das Eis stärker von der Küste wegschieben, wo sich das Eis dann kontinuierlich neu bildet“, so Notz. Während dies auch in früheren Studien bereits vermutet worden war, unterstreiche die neue Studie, dass dieser Mechanismus bis heute die Hauptrolle für die Eisbedeckung spielt. „Dort wo die Winde stärker vom antarktischen Kontinent weg wehen, nimmt die Eisbedeckung zu, weil das Eis weiter nach Norden getrieben wird und der Ozean südlich davon wieder zufriert. So einfach ist das.“, erläutert der Wissenschaftler.

Die Klimaforschung bleibt in jedem Fall ein spannendes Feld, das wohl noch ganz am Anfang steht.

Schwüle ist nicht messbar

Der Sommer ist dieses Jahr durchwachsen, gerade im Juli kletterten die Temperaturen auf für die meisten Menschen unangenehme Höhen. „Das ist aber wieder schwül heute“, sind bei Wetterlagen solcher Art gängige Kommentare. „Ich empfinde es gar nicht so“ kann aber durchaus als Antwort kommen.

„Empfinden“ ist das Stichwort. Denn ob man das Wetter als schwül oder angenehm wertet, ist ein rein subjektives Empfinden, das nicht messbar ist. Eine eindeutige meteorologische Definition gibt es nicht. Schwüle ist neben der hohen Lufttemperatur und der Höhe der Luftfeuchtigkeit einerseits auch von der körperlichen Verfassung des Einzelnen abhängig.

Viel zu trinken, kühlt den Körper auch bei Schwüle von Innen. Foto: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)

Viel zu trinken, kühlt den Körper auch bei Schwüle von Innen. Foto: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)

Der Körper tut sich bei hoher Luftfeuchtigkeit schwer, selbst Feuchtigkeit abzugeben, da die Luft in solchen Fällen keine Flüssigkeit mehr aufnehmen kann. Deshalb schwitzt man bei Schwüle nicht oder weniger. Und die Aufgabe des Schweißes ist ja, den Körper durch Verdunstung zu kühlen.

Welche Probleme der einzelne Mensch nun mit der inneren Körperhitze hat, ist zum Beispiel von der Stabilität des Blutkreislaufes abhängig. Die Wärme, die bei trockener Außenhitze die Möglichkeit hat, dem Körper über den Schweiß zu entweichen, erweitert die Blutgefäße, woraufhin der Blutdruck sinkt. Bei Menschen mit von Haus aus niedrigem Blutdruck können also bei schwülem Wetter schnell Schwindel und Übelkeit auftreten. Der Körper warnt dann mit Unwohlsein, um Schlimmeres, wie sogar einen unter Umständen tödlichen Hitzeschlag, zu vermeiden. Menschen mit derlei Problemen klagen dann über das „schwüle Wetter“.

Sommer der Extreme

Der Sommer 2014 befindet sich in der Zielgerade. In etwas mehr als einem Monat, nämlich am 23. September, beginnt der Herbst. Wenn man die sogenannte „warme Jahreszeit“ rückblickend betrachtet, war es ein Sommer der Extreme, kaum auszuhaltende Hitzewellen mit Temperaturen nicht mehr weit weg von der 40 Grad-Marke wechselten sich mit tagelangen Regengüssen, grauen endlos erscheinenden Wolkendecken und sogar extremen Unwettern mit hohen Sachschäden, Verletzten und sogar Todesopfern, ab.

Das wechselhafte Wetter ist in unseren Breitengraden allerdings nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil: Eigentlich müssten die Wechsel zwischen Kalt- und Warmfronten noch öfter stattfinden. „So beständige Wetterlagen wie in den vergangenen Wochen sind nicht üblich in Mitteleuropa“, sagt Meteorologe Bernhard Mühr gegenüber der WAZ.

Aprilwetter „Extrem“ im Sommer: Schuld ist der fehlende Wind, der regionale Tiefdruckgebiete vertreiben könnte. Foto: Cornelia Gatz/pixabay.com

Aprilwetter „Extrem“ im Sommer: Schuld ist der fehlende Wind, der regionale Tiefdruckgebiete vertreiben könnte. Foto: Cornelia Gatz/pixabay.com

Hochdruckgebiet bringt Regen
Mühr weiß auch den Grund, warum der Sommer dieses Jahr so ist, wie er ist. Das Wetter in Deutschland wird seit Juni von einer Hochdruck-Großwetterlage, die über Nord- und Nordosteuropa liegt, geprägt. „Bei uns lagerte warme und sehr feuchte Luft. Dazu kam Tiefdruckeinfluss, der die Bildung von Gewitterwolken erst möglich machte“, erklärt Mühr. Die Wolken entluden sich, angetrieben durch die Sommer-Sonne, dann in örtlich heftigen Gewittern. Dabei kam es zu extrem starkem Regen, weil sich die Gewitter mangels Wind kaum von der Stelle bewegten.“, erklärt der Karlsruher der Zeitung. Das Hochdruckgebiet bringt mit sich, dass wenig bis gar kein Wind weht, der die Wolken „weiterschieben“ könnte, was dann dem Tiefdruckeinfluss mehr oder wenig freien Lauf lässt und er den Kampf zwischen schönem und schlechten Wetter gewinnt. Und Tiefdruckeinflüsse gibt es immer.

Da die Temperaturen statistisch in Mitteleuropa momentan steigen, häufen sich die Hochdruckgebiete, die windlos über Europa schweben und den kleineren Tiefdruckausläufern die Chance geben, sich kurz- und mittelfristig zu entladen. Also müssen wir auch in den nächsten Jahren mit extrem abwechslungsreichen Sommermonaten rechnen.

Immer noch höchste Waldbrandgefahr

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Der Sommer hat in den vergangenen Wochen bundesweit Einzug gehalten. Bis auf einzelne Gewitter und Regenschauer erfreuen sich Sonnenhungrige über Sonne pur mit Temperaturen bis zu 37 Grad.

Was allerdings bei Baderatten und Eisliebhaber Wohlbefinden auslöst, kann für Waldbesitzer zur Tragödie werden. Die Waldbrandgefahr bewegt sich in weiten Teilen Deutschlands seit Tagen auf der höchsten Warnstufe (Stufe 5). Wenn Wälder aufgrund der anhaltenden Hitze in Flammen aufgehen, entsteht für die Forstwirte nicht nur erheblicher Schaden, auch Erholungssuchende und Tiere des Waldes sind in Gefahr.

Am stärksten betroffen sind vor allem die nordöstlichen Bundesländer, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie die östlichen Regionen Niedersachsens und Teile Sachsens. In Deutschland beobachtet man die lauernde Gefahr mit Argusaugen, zu größeren Schäden kam es aber noch nicht. Anders sieht es in anderen europäischen Regionen aus. In Spanien kam es vor wenigen Tagen zu einem Flächenbrand, der über 100 Häuser nahezu dem Erdboden gleich machte.

Wichtiges Farbenspiel
Seit Kurzem sind die Gefahrestufen für Waldbrände bundesweit einheitlich. Brandenburg hatte bisher vier Abstufungen und hat diese jetzt den deutschlandweit gültigen fünf angepasst. 1 wird auf der Karte der Warnzentralen mit grün dargestellt und bedeutet „sehr geringe Gefahr“, 2  ist gelb und sagt uns, dass eine „geringe Gefahr“ besteht, orange sind die Gebiete markiert, in denen „mittlere Gefahr“ besteht, das ist die Stufe 3. Bei rot wirds brenzlich, denn mit dieser Farbe sind Regionen, in denen „hohe Gefahr“ besteht, eingefärbt. Die Gefahrenstufe 5 – „sehr hohe Gefahr“ ist violett und bedeutet für Wetter- und Katastrophenexperten eine Situation, bei der es gilt, extrem wachsam zu sein.

Zu Rauchen und offenes Feuer zu entfachen ist natürlich auch nur in der Nähe des Waldes streng verboten. Weiterhin wird dazu geraten, auf Waldwegen keinerlei Fahrzeuge abzustellen, denn beim Starten kann der Motor schonmal mehrere hundert Grad Celsius entwickeln. Es genüge schon ein Funkenflug über trockenem Gras, um einen Flächenbrand, der sich schnell auf einen angrenzenden Wald ausbreiten kann, zu entfachen, heißt es vom ADAC.

Wer zahlt Waldbrandschäden?
Waldbesitzer haben die Möglichkeit, neben einer Versicherung gegen beispielsweise Sturmschäden, auch eine Waldbrandversicherung abzuschließen. In der Regel gilt diese für stehende Bäume, als auch geschlagenes Holz sowie Aufräum- und Feuerlöschkosten. Wurde das Feuer allerdings fahrlässig, zum Beispiel durch eine weggeworfene Zigarette entfacht und der „Täter“ ist den Behörden bekannt, haftet alleine dieser. Die Schadenswiedergutmachung kann wegen einer Sekunde „Dummheit“ die finanzielle Existenz kosten.

Weitere Infos:
Auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann man die aktuellen Gefahrenentwicklungen miterfolgen.

Muh! – Das Wetter morgen

Zu der Tatsache, dass manche Tierarten, viele davon in anderen Teilen der Erde, auf Wetter und nahende Umweltkatastrophen reagieren (die-wetterversicherung.de berichtete), gibt es einige Studien. Dass gerade Landwirte vom Wetter abhängig sind, ist hinlänglich bekannt. Was liegt also näher, sich für die Wettervorhersage nicht nur auf die Fernsehnachrichten zu verlassen, sondern auch die heimischen Haustiere zu beobachten.

Eine alte Weisheit besagt, dass Regen im Anmarsch ist, wenn Kühe sich hinlegen. US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die überlieferte Annahme gar nicht so falsch ist. Die Erklärung ist einfach: Wenn es heiß ist, stehen die Tiere, damit sie durch mehr freigelegte Körperfläche mehr Hitze in die Luft abgeben können. Wenn es kälter wird, legen sich die Tiere hin, damit eben keine Körperwärme freigesetzt wird und sie diese für kältere Tage konservieren können. Da mit Kälte oft Regen einhergeht, ist die alte Wetterregel gar nicht so verkehrt.

Stehen Kühe, bleibt es warm. Wissenschaftler erklären in einer Studie die alte Weisheit. Foto: pixabay

Stehen Kühe, bleibt es warm. Wissenschaftler erklären in einer Studie die alte Weisheit. Foto: pixabay

Bei genauerem Hinsehen und mit etwas Geduld kann man auch aufgrund der Atmung der Kühe auf das anstehende Wetter schließen. Bahnt sich Regen an, fällt der Luftdruck (Tiefdruckgebiet), was den Tieren das Atmen erschwert. Damit sie trotzdem genug Luft bekommen, setzen sie zusätzlich mit der Maulatmung ein. Auch durch lautes Gebrüll machen sie ihrem Unmut über die Beschwerden Luft.

 

Heißer Angriff

Nicht enden wollende Wolkendecken und für den Frühling ungewöhnlich niedrige Temperaturen haben vielen die Laune vermiest. „Jetzt darf es aber schön langsam mal schöner werden“, hörte man vielerorts. Die warme Jahreszeit ließ warten. Allerdings war das Frühjahr zwar kühl, Niederschläge blieben aber in weiten Teilen aus.

Gegen die Hitze hilft oft nur abzutauchen, für Landwirte kann sie wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Foto: Alfred Heiler/pixelio.de

Gegen die Hitze hilft oft nur abzutauchen, für Landwirte kann sie wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Foto: Alfred Heiler/pixelio.de

Zu Pfingsten war es endlich so weit – und wie. Der nahende Sommer kündigte sich mit einem Rekordwochenende im wahrsten Sinne des Wortes an. Meteorologen kolportieren das heißeste Pfingstwochenende seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Wetterdienste meldeten an zahlreichen Messstellen Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke. Am wärmsten war es im badischen Städtchen Rheinau mit exakt 37,7 Grad Celsius. Die heiße Luft aus Afrika, die zum Teil sogar Saharasand nach Deutschland brachte, bescherte uns am Wochenende überfüllte Strandbäder und gut besuchte Eiscafes.

Sommermärchen mit Beigeschmack
So sehr sich Fußballfans auf eine Neuauflage des WM-Sommermärchens 2006 freuen, hält sich in Teilen der Bundesrepublik, vor allem in Nordrhein-Westfalen, die Biergarten- und Eisdielenlaune in Grenzen. Das Aufeinandertreffen der tropischen Temperaturen mit einer Kaltfront aus Frankreich brachte Unwetter mit Sturm, starkem Regen und sogar Hagel nach Westdeutschland – Bäume knickten, der Bahnverkehr musste teilweise eingestellt werden. Das Unwetter forderte sogar sechs Menschenleben.

Kein Supersommer für Landwirtschaft
Experten trauen sich zwar noch nicht ganz, sich auf die Wettersituation in den Sommermonaten festzulegen, die langfristigen Prognosen stimmen aber mit dem Hundertjährigen Kalender überein. Das Thermometer klettert etwas nach unten, der Sommer bleibt aber. Begleitet werden die Sonnenstunden von einzelnen Gewittern, die aber aus Sicht der Landwirtschaft trotzdem zu wenig Niederschlag für eine optimale Vegetation bringen werden.

Auch Tiere können schwer mit hohen Temperaturen umgehen. Vorallem bei Hochleistungskühen schwindet bei anhaltenden hohen Temperaturen die Leistung. Je größer die Milchleistung ist, desto mehr Körperwärme produzieren die Tiere. Gelingt es den Tieren nicht, die Wärme abzugeben, verschlechtert das die Milchleistung. Auch die Gesundheit kann beeinträchtigt werden.

Sport bei jedem Wetter?

Wird unsere National-Elf bei der WM trotz der brasilianischen Temperaturen die von den Fans erwarteten Leistungen bringen? Foto: obs/Lindner Hotels & Resorts/SFM

Wird unsere National-Elf bei der WM trotz der brasilianischen Temperaturen die von den Fans erwarteten Leistungen bringen? Foto: obs/Lindner Hotels & Resorts/SFM

„Die Vergabe an der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar war ein Riesenfehler“, gestand der Präsident der FIFA, Sepp Blatter (78), jetzt ein. Neben politischen und menschenrechtlichen Querelen war es wohl auch ein Fehler, das regionale Klima in der Monarchie am Persischen Golf bei der Entscheidung außen vor zu lassen.

In Katar sind Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius tagsüber und um die 30 Grad nachts keine Seltenheit. Das Gleiche gilt für Brasilien, wohin sich die deutsche National-Elf kommenden Samstag zur diesjährigen WM auf den Weg macht. Sogar FC Bayern München-Spieler Dante (29), selbst Brasilianer, warnt in einem Interview mit der BILD: „Es weht kaum ein Wind, die Atmung wird dadurch erschwert.“

Die Profisportler haben wohl keine andere Wahl, als die Entscheidungen der Organisatoren von internationalen Bewerbern zu akzeptieren. Doch Hobbysportler, die lediglich nach Bewegung und einigermaßen Fitness für ihren Körper suchen, haben die Wahl, die eine oder andere Trainingsrunde ausfallen zu lassen, um wetter- beziehungsweise temperaturbedingt das eigene Kreislaufsystem zu schonen.

Was passiert bei Hitze?
„Sport ist Mord“, meinte einst der einstige englische Premierminister Winston Churchill (1874 – 1965). Ganz so drastisch sollte man es sicher nicht sehen, für seinen Körper etwas zu tun. Doch Ärzte warnen davor, es zu übertreiben und bei hohen Temperaturen zum Beispiel joggen zu gehen.

Ein gefährliches Symptom von körperlicher Anstrengung bei hohen Temperaturen ist die Erweiterung der Blutgefäße, die der Haut Blut abzieht, um für die beanspruchten Muskeln zu verwenden. Die Folge ist Atemnot.

Auch der Schutzmechanismus des Schwitzens versagt bei sehr hohen Temperaturen. Der Schweiß verdunstet, bevor er den kühlenden Mantel überhaupt über die Haut legen kann. Wenn ein Flüssigkeitsverlust von 2 Prozent des Körpergewichts beträgt, tritt schon eine Leistungsminderung ein. Beim Marathonlauf zum Beispiel kann der Flüssigkeitsverlust schon 5 bis 6 Prozent des Körpergewichts betragen, wenn man nicht genug trinkt. Die Folge ist, dass auch dem Blut Wasser entzogen wird und der rote Lebenssaft dickflüssiger wird. Sogar die Versorgung der Organe mit dem lebenswichtigen Blut kann darunter leiden. Nieren und der Magen-Darm-Trakt können dauerhaft beschädigt werden. Durch Hitzestaus aufgrund von Flüssigkeitsentzug verlieren auch die Muskeln an „Geschmeidigkeit“ und Verletzungsgefahr steigt.

Sport ist gesund, doch wer bei jedem Wetter, auch bei großer Hitze, durch Wald und Flur joggen will, sollte sich sportmedizinisch untersuchen lassen und nicht vergessen, während des Fitnessprogramms genügend Wasser zu trinken.

„Agrarrelevanten Extremwetterlagen“ auf der Spur

Extreme Wetterlagen, wie Hitze, Dürre, Sturm und Überschwemmungen, aber auch Hagel und Frost, sind die schlimmsten Feinde der Land- und Forstwirtschaft. Das Bundeslandwirtschaftministerium (BMEL) hat sich in einem Projekt dem Thema angenommen und erforscht gemeinsam mit dem bundeseigenen Thünen-Institut Auswirkungen des Klimawandels auf Extremwetterlagen und wie man durch optimales Risikomanagement Schäden mindern kann. Beteiligt sind auch das Julius Kühn-Institut (JKI), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie verschiedene externe Forschungseinheiten. In einem Workshop am Thünen-Institut in Braunschweig wurden nun die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutiert.

„Nach ersten Auswertungen der derzeit vorliegenden Klimaprojektionen durch den Deutschen Wetterdienst nehmen Hitzetage in der Vegetationsperiode zukünftig zu. Diese Tendenz war bereits in den letzten 50 Jahren zu beobachten“, weiß Cathleen Frühauf vom DWD. „Dies geht einher mit einer Zunahme der Trockenheitsphasen. Kein eindeutiger Trend ist dagegen bei Starkregenereignissen zu erkennen“.

Eine vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Julius Kühn-Institut durchgeführte Expertenbefragung lieferte wichtige Informationen. Die Experten gehen davon aus, dass Hagel, Spätfröste, Trockenheit und Staunässe für die Betriebe mit Gemüse-, Obst-, Wein- und Hopfenanbau die größten Herausforderungen darstellen. „Die Relevanz von Extremereignissen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und muss zudem kulturartenspezifisch differenziert werden“, so Holger Lilienthal vom Julius-Kühn-Institut.

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Im Gegensatz zu den Gefahren für die Landwirtschaft und dem Sonderkulturanbau seien für die Forstwirtschaft und den Wald in erster Linie Sturm, extreme Hitze und extreme Trockenheit relevant, differenziert Andreas Bolte vom Thünen-Institut.

Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse werden im Projektverlauf die Auswirkungen der Extremwetterlagen abgeschätzt und für wichtige Extremereignisse jeweils die Möglichkeiten des Risikomanagements untersucht. Der Endbericht soll im Frühjahr 2015 vorliegen.

Weitere Infos: www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de

Städter bekommen Klimaveränderung mehr ab

In den Anfängen des Tourismus, Anfang des 20. Jahrhunderts, sprach man nicht von Urlaub, sondern von Sommerfrische. Man meinte damit, raus aus der Stadt, Landluft schnuppern. Es hatte bereits damals Bewandtnis, dass man außerhalb der Städte freier durchatmen kann.

Auf wissenschaftliche Ebene gehoben wurde das Thema allerdings erst mit Beginn der Forschungen und Diskussionen rund um eine Veränderung des globalen Klimas aufgrund der Industrialisierung.

Acht Millionen Menschen leben in Deutschland in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Gerade in Ballungsgebieten werden verstärkt durchgehende Hitzeperiode und sogenannte Starkregenereignisse, die zu Flusshochwässern und einen Anstieg der mittleren Grundwasserstände führe, beobachtet.

Der Grund dieses Phänomens ist der sogenannte Wärmeinseleffekt, bei dem die Wechselwirkung mehrerer unterschiedlicher Effekte zum Tragen kommt. Der naheliegendste Grund für die Unterschiede zwischen Stadt und Land ist wohl die Anhäufung von geheizten Gebäuden und auch beispielsweise Klimaanlagen, die ebenfalls nach außen Wärme abgeben.

Ein weiterer Effekt ist die Aufheizung der Betonfassaden, welche die Wärme durch die Sonneneinstrahlung speichern.

Auch der Mangel an Grün- und Waldflächen spielt eine Rolle. Stadtparks können die großen Flächen von bebauten Gebieten nicht genug bedienen, um einen Ersatz für ländliche Flächen darzustellen. Genügend „Durchzug“ ist ebenfalls Mangelware in Städten. Die Häuserschluchten halten den Wind schlichtweg ab.

Doch welche Gründe hat es, dass Starkregen und Gewitter häufig doppelt so lange anhalten, als in urbanen Regionen und dadurch zu verstärktem Hochwasser in Städten führen? Die Luftfeuchtigkeit ist in Städten zwar

Foto: pixabay

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geringer, doch die Ursache für dieses Phänomen liegt in der höheren Konzentration an Kondensationskernen, verursacht durch Industrie und Autoverkehr. Diese Kerne sind kleine Partikel in der Luft, die Feuchtigkeit anziehen und dabei tröpfchen- und wolkenbildend wirken. In reiner Luft sind etwa 1000, in verschmutzter Großstadtluft ungefähr 100.000 Kondensationskerne pro cm3 Luft.

 

Weiße Weihnachten? 100 Jahre Schmuddelwetter (Teil 2: Zweiter Weltkrieg bis in die 2000er)

Das diesjährige Weihnachtsfest fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Regen und Sturmböen dominierten den Heiligen Abend. Dabei sehnt man sich jedes Jahr aufs Neue nach langen Winterspaziergängen in trockenen Winterlandschaften und schneebedeckten Fensterbänken, die den Lichterglanz in der Stube doppelt so gemütlich erscheinen lassen.

Wir betrachteten das Winterwetter der letzten 100 Jahre. Nach dem ersten Teil, in dem wir die weihnachtlichen Wetterlagen von 1913 bis in die 30er Jahre unter die Lupe nahmen, haben wir uns die Launen der Natur vom Zweiten Weltkrieg bis heute angeschaut.

Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Winter kälter. Der Winter 1937/1938 war von einer extremen Kältewelle geprägt. In Deutschland wurden bis minus 30 Grad Celsius gemessen. Am 25. Januar waren Nordlichter, wie sie normalerweise nur in der Nähe des Polarkreises zu sehen sind, bis zu den Alpen deutlich zu erkennen. Der darauffolgende Sommer hingegen brachte Hitzerekorde. Die milden Temperaturen gingen bis hinein in den November, bevor die Wintertemperaturen die getrübte Stimmung der kriegsgebeutelten deutschen Bevölkerung erneut widerspiegelten. Weihnachten 1939 brachte weiße Weihnachten, von bis minus 12 Grad wird berichtet.

Das Wechselwetter zwischen heißen Sommern und kalten Wintern setzte sich während der Kriegsjahre fort. Januar und Februar 1940 kletterten die Temperaturen bis auf minus 40 Grad Celsius. Die Ostsee zwischen Deutschland und Skandinavien war zeitweise zugefroren. Das heißt, man hätte theoretisch zu Fuß über das Meer nach Schweden gehen können.

Jährliche Frage: Wird Weihnachten romantisch weiß? Foto: pixabay

Jährliche Frage: Wird Weihnachten romantisch weiß?
Foto: pixabay

Der Winter 1945/1946 brachte wieder mildere Temperaturen, Unwetter waren die Folge. Ab diesem Zeitpunkt scheint sich das Wetter eingependelt zu haben, im Sommer warm, im Winter kalt. In den warmen Jahreszeiten kam es aber im Laufe der Jahre immer wieder zu Unwettern mit Überschwemmungen. Die weihnachtlichen Durchschnittstemperaturen dieser Zeit kletterten meist unter die Null-Grad-Grenze. Ein weißes Christfest war keine Seltenheit.

Die 50er Jahre brachten wieder mildere Winter. Der Schnee, den man sich heute zu Weihnachten wünscht, blieb meist aus, was auch gut so war, da die Menschen zur Fortbewegung auf „Schusters Rappen“ angewiesen waren und eingeschneite Dörfer die Existenz der Bewohner bedrohen konnten.

Die Plusgrade der folgenden Jahreswechsel brachten meist nasskaltes Wetter um die Weihnachtszeit. Im Dezember 1955 wurden in Deutschland bis zu plus 25 Grad Celsius gemessen. Die Kältewellen verschoben sich in den Jahresabläufen regelmäßig nach hinten. 1957 fielen aufgrund eines extrem kalten Aprils Obsternten aus. In den Alpen hielten im Mai noch extreme Schneefälle die Menschen in Atem, viele Pässe waren nicht passierbar.

Nach dem sogenannten „Jahrhundertsommer“ 1959 blieb es auch im Herbst und im Winter sehr warm. Zu Weihnachten wurden bis zu 10 Grad Celsius gemessen, aus Frankfurt am Main gibt es Berichte über blühende Blumen im Dezember. Das Wetter in Norddeutschland war in diesem Winter von viel Regen und Stürmen geprägt.

Ein kalter Winter eröffnete die „wilden“ 60er Jahre. Im Januar 1960 herrschten Temperaturen bis zu minus 29 Grad Celsius. Ganz Deutschland war von einer dichten Schneedecke überzogen. Das Wetter in diesem Winter kann als bezeichnend für das folgende Jahrzehnt betrachtet werden, fast jedes Jahr weiße Weihnachten. Der Winter 1962/1963 ging als „3. Jahrhundertwinter in Folge“ in die Geschichte ein. Im März wurden noch bis zu minus 20 Grad Celsius gemessen. In den Medien wurde bereits über das Kommen einer neuen Eiszeit diskutiert.

Die 1970er Jahre waren ebenfalls geprägt von frostigen und langen Wintern. Schnee blieb allerdings oft aus. Bis auf den Dezember 1976, dieser bescherte weiße Weihnachten in ganz Deutschland.

Bis Mitte der 80er Jahre war das Wetter nicht gerade entscheidungsfreudig. Erst 1984 schlug „Väterchen Frost“ so richtig zu. Ganz Mitteleuropa war von einer extremen Kältewelle betroffen. Diese langen und kalten Winter setzten sich in den Folgejahren bis 1986 fort. Im Januar 1987 wurde in manchen Teilen Deutschlands aufgrund von extremer Kälte mit sogar Toten Katastrophenalarm ausgelöst.

Ende der 80er Jahre waren die Dezember wieder sehr mild. Schnee- und Eiseinbrüche verlagerten sich in Richtung Frühjahre. In den 1990er Jahren war das Weihnachtswetter wiederum ein Wechselbad der Wünsche und Gefühle. Schnee gab es nachwievor meist erst nach dem Jahreswechsel. Im Februar 1996 behinderte Eis den Schiffsverkehr im Hamburger Hafen, die Ostsee war weitgehend zugefroren.

Der Milleniums-Winter 1990/2000 brachte nur in höheren Lagen Schnee. Die Durchschnittstemperaturen in den meisten Teilen Deutschlands waren zu mild. Vielen ist noch der Winter 2004/2005 in Erinnerung, der vor allem in Süddeutschland und in den Mittelgebirgen zu Schneechaos führte. München beispielsweise glich einer einzigen Schneedecke. Was vor allem Kindern Freude bereitete, ließ viele Reisende verzweifeln. Tagelang fiel im Münchener Hauptbahnhof der Zugverkehr aus.

Das Weihnachtswetter war also in den letzten Jahrzehnten nicht so schlecht wie sein Ruf. So stürmisch und verregnet die diesjährigen Weihnachtsfeiertage in den meisten Teilen Deutschlands sind, desto mehr kann man auf weiße Weihnachten im nächsten Jahren hoffen.