36 results for starkregen

Wetterrückblick 2014 (Teil 2): Wo war der Sommer?

Auch in der zweiten Jahreshälfte setzte das Wetter fort, was es bereits im Januar begonnen hatte. Ein Tief jagte das nächste und brachte Stark- und Dauerregen, Hagel und sogar zahlreiche Tornados nach Deutschland. Im zweiten Teil unseres großen Wetter-Jahresrückblicks blicken wir auf die Monate Juli bis Dezember.

Alleine im August wurden bundesweit neun Tornados gezählt. Foto: Sunrea/pixabay.com

Alleine im August wurden bundesweit neun Tornados gezählt. Foto: Sunrea/pixabay.com

Juli: Elf Schafe verenden nach Blitzeinschlag
Der Juli war einfach nur nass, von Sommerfeeling weit und breit keine Spur. Abgedeckte Dächer und Überschwemmungen, die teilweise ganze Straßenzüge unter Wasser setzten, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume waren die Folge. Am 5. Juli flogen im Binnenhafen in Mainz aufgrund starker Windböen ganze Container durch die Luft. Im Kreis Esslingen stürzten Felsbrocken auf eine Straße, bei Notzingen starben elf Schafe nach Blitzschlag. In Bodenkirchen (Bayern) starb ein Mann nach einem Blitzeinschlag. Am 28. Juli prasselten extrem hohe Regenmengen aufs Münsterland, so dass ein Mann in Münster nach Wassereinbruch in seinem Keller sowie der Fahrer eines Pick-Up in einem Graben bei der Ausfahrt Münster-Nord (A1) ertranken.

August: 70 Boote kentern, Bayern von Gurken „erschlagen“
Im August war das Tief „Susanne“ für den miesen Sommer verantwortlich. Heftige Gewitter und Überflutungen waren an der Tagesordnung. In Leipzig und Greifswald standen Unterführungen bis zu einem Meter tief unter Wasser. Die Cottbuser Innenstadt stand nahezu vollständig unter Wasser, bei Schweinfurt liefen über 90 Keller voll. In Essen stürzte durch erhebliche Wassermassen das Dach eines Baumarktes ein. Am Abend des 10. August kenterten im Raum Berlin bei Sturm mehr als 70 Boote, etwa 100 Menschen mussten gerettet werden. Im bayerischen Plattenberg wuchsen Gurken so rasch, dass die Fabriken nicht mit der Verarbeitung nachkamen. Teile der Ernte mussten sogar vernichtet werden. Insegesamt neun Tornados fegten über Deutschland, davon sechs über See.

September: 600 Strohballen brennen, Frankfurt Airport macht dicht
Mehrere Gemeinden in Sachsen und Thüringen wurden nahezu komplett mit Schlamm bedeckt. Am 7. September wüteten Gewitter in Sachsen-Anhalt. Schlamm und Geröll blockierten die B180 bei Rositz und in Weimar wurden zwei Personen durch einen Blitz verletzt. Auch in Hessen wüteten Gewitter mit Starkregen. In Sulzbach am Taunus entwickelte sich der gleichnamige Bach zu einem reißenden Strom und überflutete Keller und Straßen. Die Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen musste zeitweise eingestellt werden. Bei Blankenhain (Landkreis Weimarer Land) entzündete ein Blitz 600 Strohballen.

Oktober: Bächlein spült ganzen Biergarten weg
Im sprichwörtlichen „goldenen Oktober“ machte sich Ex-Hurrikan „Gonzalo“ vor allem in West- und Süddeutschland breit. Bei Köln mussten sechs Menschen aus Gondeln einer Seilbahn, die über den Rhein verläuft, gerettet werden. Bei Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) wurde ein Radfahrer von einem umstürzenden Baum fast erschlagen. In Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) wurde aus dem Anbau einer Kirche ein 50 Quadratmeter großes Teil heraus gerissen. Südlich von Stuttgart wurde ein ganzer Biergarten durch einen plötzlich über die Ufer tretenden Bach förmlich weggespült, der angrenzende Kinderspielplatz und das Untergeschoss eines Museums wurden ebenfalls überflutet. Im Allgäu war man mit dem Beseitigen von Schneemassen beschäftigt, in Ostfriesland wurde der Fährverkehr wegen heftigen Stürmen eingestellt. Im ganzen Bundesgebiet wechselten sich Hagel und Tornados ab.

November: Föhnsturm in den Alpen, im Hamburger Hafen geht nichts mehr
Anfang November verursachte der für die Region typische Föhn nicht nur Kopfschmerzen, sondern entwickelte sich zu einem Föhnsturm. Am Arlberg wurde ein Mann durch ein herabstürzendes Wellblechdach schwer verletzt und im selben Ort ein Feuerwehrmann bei Aufräumarbeiten von einem Baum erschlagen. Auch der Norden blieb von ungemütlicher Wetterlage nicht verschont. Wegen dichten Nebels musste der Hamburger Hafen die Containerentladung einstellen. Beim Einlaufen in den Hafen kollidierte ein Schiff mit der Spundwand der Uferbefestigung. Es wurde auf der Steuerbordseite auf einer Länge von vier Metern eingedrückt. Im ganzen Bundesgebiet kam es zu schweren Verkehrsunfällen aufgrund von starken Nebels und Glatteis. Am 30. November kam es auf der A2 zwischen an der Grenze zu den Niederlanden zu einem Massenunfall mit mindestens 15  Fahrzeugen, darunter einige Reisebusse. Auch hier war der Grund Glatteis.

Dezember: Stürme und wenig Schnee, dafür Glatteis
Der Dezember wurde von einem Sturmtief mit Kern über dem Nordmeer dominiert. Mitte Dezember gaben die Wetterdienststellen mehrmals Sturmwarnungen heraus. Auf den Nordseeinseln kam es zu Böen mit einer Geschwindigkeit bis zu 100 km/h. Vom Winter war bis auf stellenweises Glatteis noch nicht viel zu merken. Nur in höheren Lagen kam es vereinzelt zu Schneefällen. In Bayern wurde eine Fahranfängerin bei einem Glatteisunfall schwer verletzt. Auch in den Weihnachtsfeiertagen musste man in Deutschland auf ein herbeigesehntes Winter Wonderland verzichten.

Hier lesen Sie den ersten Teil unseres Wetter-Jahresrückblickes 2014.

Ein gesundes und erfolgreiches, wettertechnisch hoffentlich besseres, Jahr 2015 wünscht das Team von die-wetterversicherung.de.

 

Rückblick: So viel Unheil brachte das Wetter 2014 (Teil 1)

Sonnenanbeter hatten 2014 nicht viele schöne Stunden. Das Jahr war geprägt von Starkniederschlägen, Hagel und sogar zahlreichen Tornados. Wir haben die Wetterereignisse des zu Ende gehenden Jahres und ihre oft fatalen Folgen im Überblick zusammengefasst.

Januar: Ausnahmezustand in Berlin
Kaum hatte man sich vom Orkantief „Xaver“, das Ende 2013 über Deutschland fegte und durch Starkniederschläge und Hagel erhebliche Schäden hinterlassen hatte, erholt, rollte das nächste Tiefdruckgebiet an. Das Sturmtief „Anna“ ließ im Januar seine Muskeln vor allem im Nordwesten der Bundesrepublik spielen. Dachstühle schwebten von den Dächern, die Züge der Deutschen Bahn kamen noch später als sonst. Es gab sogar Verletzte und eine Tote. Die Frau wurde in der Nähe von Mönchen-Gladbach (NRW) von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Es kam aufgrund von Glätte und überfrierender Nässe zu schweren Unfällen und mehreren Massenkarambolagen mit Schwerverletzten und sogar Toten fast im gesamten Bundesgebiet. In Berlin stürzten zahlreiche Fußgänger auf dem Glatteis und mussten mit Knochenbrücken in die Klinik. Die Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser waren nahezu erschöpft, die Berliner Feuerwehr verhängte mehrmals den Ausnahmezustand.

Februar: Massenkarambolage mit 51 Fahrzeugen
Der Feburar wurde gleich von zwei Tiefs dominiert. Das Sturmtief „Qumaira“ setzte fort, was „Anna“ im Januar begonnen hatte: Durch heftige Sturmböen wurden Dächer weggerissen, so zum Beispiel am 7. Februar das 500 m2 große Dach eines Elektromarktes in Hannover. Teilweise kam durch umgestürzte Bäume der Bahnverkehr zum Erliegen. In Koblenz kollidierte ein ICE mit einem Baum, verletzt wurde bei dem Crash zum Glück niemand. Abgerissene Stromleitungen bescherten vielen Haushalten gemütliche Abende bei Kerzenschein. Mitte des Monats übernahm das Tief „Tini“. Die Wetterlage mit dem niedlichen Namen hatte es aber auch in sich: Es kam zu zahlreichen schweren Unfällen. Am 16. Februar kam es auf der A67 bei Rüsselsheim zu einer Massenkarambolage, bei der 51 Fahrzeuge beteiligt waren.

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Sturmwolken über dem Reichstagsgebäude: Fast das ganze Jahr über wüteten Unwetterfronten über Deutschland. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

März: Hagel und Nebel
Der März zeigte noch keine Vorboten des anstehenden Frühlings. Er war geprägt von Kälteeinbrüchen, Graupelschauern und sogar Schneefall. Die schlechten Straßenverhältnisse hatten auch zahlreiche Unfälle und Massenkarambolagen zur Folge. In Franken kam es auf der A9 und der A93 innerhalb von zwei Tagen zu zehn schweren Unfällen mit insgesamt sieben Verletzten. Die Küstenregionen waren teilweise in dichten Nebel gehüllt. Bei Bremerhaven forderte ein Unfall aufgrund des Nebels zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten. Auf Passau und Berlin, Brandenburg und die Eifel prasselten Hagelkörner nieder.

April: Flugzeugabstürze und schlammbedeckter Ort
In Erinnerung blieben auf alle Fälle die zwei Flugzeugabstürze innerhalb von 14 Tagen. Beide Piloten haben offensichtlich den dichten Nebel falsch eingeschätzt. Am 2. April stürzte eine Kleinmaschine nach dem Start vom Flugplatz der friesischen Insel Norderney ins Wattenmeer, der Pilot kam dabei ums Leben. Am 14. April prallte ein Flugzeug gegen die Spitze des 27 Meter hohen Mastes der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Brocken. Die Maschine stürzte ab und brannte aus. Auch hier starb der Pilot sowie ein weiterer Insasse. Bundesweit kam es im April immer wieder zu heftigen Gewittern und Graupelschauern. Der Ort Raschau-Markersbach bei Aue (Sachsen) wurde teilweise von einer Schlammlawine bedeckt. Es gab in ganz Deutschland mehrere Tote durch Blitzeinschläge und umstürzende Bäume. Im hessischen Kirchhain deckte ein Sturm das Kirchendach ab. Über ganz Deutschland verteilt kam es zu mehreren Hagelniederschlägen, teilweise mit Körnern bis zu 3 Zentimetern Durchmesser.

Mai: Tornados und Überflutungen
Auch der April brachte Nässe und Sturm in allen Varianten – Regen, Gewitter, Hagelschauer. Vorallem im Osten der Bundesrepublik mussten zahlreiche Straßen wegen Überflutungen und Schlamm gesperrt werden. Im Leipziger Zoo wurden zwei Menschen durch einen Blitzeinschlag verletzt. Das Erzgebirge war von heftigen Hagelschauern betroffen. Im Westen tobten hingegen Stürme. So wurden im Ruhrgebiet zahlreiche Autos und Gebäude durch umstürzende Bäume und herabfallende Dachziegel beschädigt. Am 13. Mai fegte ein Tornado über den Landkreis Viersen (NRW) und deckte Dächer ab. Ein weiterer Wirbelsturm wurde am 24. des Wonnemonats über einem Getreidefeld im niedersächsischen Lindhorst beobachtet.

Juni: Gekenterte Boote und tote Kühe
Auch im Juni hielten die Gewitter mit Hagel und Starkregen an. Es kam zu zahlreichen Dachstuhlbränden durch Blitzeinschläge. Auf dem Schweriner See mussten Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) neun Menschen von einer Insel und zwei Segler von gekenterten Booten retten. Durch umfallende Bäume starben im Juni insgesamt fünf Menschen, über 30 wurden schwer verletzt. Alleine in Düsseldorf stürzten 20.000 (!) Bäume um. Der Düsseldorfer Flughafen musste aufgrund starker Orkanböen den Flugbetrieb vorübergehend einstellen. Bei Wittlich (Rheinland-Pfalz) wurden fünf Kühe durch Blitzeinschlag getötet, nachdem sie unter einem Baum Schutz gesucht hatten. Hagelkörner nahmen Ausmaße von bis zu fast sieben Zentimetern an. Über der Nord- und der Ostsee tobten Tornados.

Den zweiten Teil lesen Sie nächsten Mittwoch, den 31. Dezember, auf die-wetterversicherung.de.

„Agrarrelevanten Extremwetterlagen“ auf der Spur

Extreme Wetterlagen, wie Hitze, Dürre, Sturm und Überschwemmungen, aber auch Hagel und Frost, sind die schlimmsten Feinde der Land- und Forstwirtschaft. Das Bundeslandwirtschaftministerium (BMEL) hat sich in einem Projekt dem Thema angenommen und erforscht gemeinsam mit dem bundeseigenen Thünen-Institut Auswirkungen des Klimawandels auf Extremwetterlagen und wie man durch optimales Risikomanagement Schäden mindern kann. Beteiligt sind auch das Julius Kühn-Institut (JKI), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie verschiedene externe Forschungseinheiten. In einem Workshop am Thünen-Institut in Braunschweig wurden nun die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutiert.

„Nach ersten Auswertungen der derzeit vorliegenden Klimaprojektionen durch den Deutschen Wetterdienst nehmen Hitzetage in der Vegetationsperiode zukünftig zu. Diese Tendenz war bereits in den letzten 50 Jahren zu beobachten“, weiß Cathleen Frühauf vom DWD. „Dies geht einher mit einer Zunahme der Trockenheitsphasen. Kein eindeutiger Trend ist dagegen bei Starkregenereignissen zu erkennen“.

Eine vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Julius Kühn-Institut durchgeführte Expertenbefragung lieferte wichtige Informationen. Die Experten gehen davon aus, dass Hagel, Spätfröste, Trockenheit und Staunässe für die Betriebe mit Gemüse-, Obst-, Wein- und Hopfenanbau die größten Herausforderungen darstellen. „Die Relevanz von Extremereignissen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und muss zudem kulturartenspezifisch differenziert werden“, so Holger Lilienthal vom Julius-Kühn-Institut.

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Im Gegensatz zu den Gefahren für die Landwirtschaft und dem Sonderkulturanbau seien für die Forstwirtschaft und den Wald in erster Linie Sturm, extreme Hitze und extreme Trockenheit relevant, differenziert Andreas Bolte vom Thünen-Institut.

Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse werden im Projektverlauf die Auswirkungen der Extremwetterlagen abgeschätzt und für wichtige Extremereignisse jeweils die Möglichkeiten des Risikomanagements untersucht. Der Endbericht soll im Frühjahr 2015 vorliegen.

Weitere Infos: www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de

2013 war das sechstwärmste Jahr

Das Jahr 2013 war das sechstwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. Das berichtet die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und führt dies gleichzeitig auf eine Erwärmung des Weltklimas zurück. Das führt die Organisationen unter anderem auf die Tatsache zurück, dass 14 von 15 der wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert stattgefunden haben.„Die Auswirkungen des Klimawandels sind überall auf der Welt spürbar gewesen“, sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud am Montag in Genf.

Die WMO geht auch davon aus, dass die Naturkatastrophen der letzten Jahre mit der Erwärmung zu tun haben. Als Beispiel nannte Jarraud den Taifun „Hayan“, der im November die Philippinen verwüstet und mehr als 6000 Todesopfer gefordert hat. Die Auswirkungen seien so dramatisch gewesen, weil der Meeresspiegel in Folge der Klimaerwärmung gestiegen sei, so der französische Meteorologe.

Foto: Fotolia

Foto: Fotolia

Der WMO-Bericht, der am 31. März veröffentlicht wird, enthält auch weitere Beispiele für Wetterextreme der vergangenen Jahre, wie die Dürre in Brasilien, welche die schlimmste der vergangenen 50 Jahre war, den breitesten bisher beobachteten Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma, aber auch die Überflutungen von Elbe und Donau in Deutschland. Diese Hochwasserkatastrophen, zu deren Opfer aus wirtschaftlicher Sicht auch viele Landwirte gehören, reiht sich ebenfalls in die meteorologischen Superlativen ein. Laut des WMO-Berichtes war dies das schlimmste Hochwasser seit 1950 in Mitteleuropa. In Passau sei der höchste Pegelstand der Donau seit 1501 gemessen worden.

Der WMO-Bericht enthält viele weitere Beispiele für Wetterextreme im vergangenen Jahr: die schlimmste Dürre der vergangenen 50 Jahre im Nordosten Brasiliens etwa, den breitesten bisher beobachteten Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma und auch die zu Überschwemmungen führenden Starkregenfälle in Mitteleuropa.

Das hohe Jahresmittel des Jahres 2013 sei aber vorallem auf Temperaturen auf der südlichen Erdhalbkugel zurück zu führen. So wurden am 4. März in Südafrika 47,4 Grad Celsius gemessen – laut der WMO der höchste bisher gemessene März-Wert Afrikas. Für Australien wäre es das wärmste, für Argentinien das zweitwärmste und für Neuseeland das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn.

Teufelskreislauf zwischen Himmel und Erde

Das Klima und dessen Auswirkungen werden meist in der Atmosphäre vermutet. Doch die Wirkungen gehen viel tiefer. Unter uns tut sich auch etwas, nämlich im Boden. Nicht nur, dass unter unseren Füßen klimatisch bedingte Veränderungen stattfinden, es gibt sogar eine Wechselwirkung zwischen Boden und Klima. Das heißt, durch das Klima hervorgerufene Bodenveränderungen haben wiederum Auswirkungen auf die Belastung der Atmosphäre, da die Böden zentrale Bestandteile der Ökosysteme sind.

 Wärmere und trockenere Sommer sowie mildere Winter in Kombination mit häufiger werdenden Starkregenereignisse haben Auswirkungen auf den Abbau organischer Substanz durch Mikroorganismen. Durch den Regen wird die Bodenerosion verändert. Das Bodenmaterial, das durch oberflächlich abfließendes Wasser abgetragen wird, wird mehr werden.

 Die Veränderungen wirken sich in vielfältiger Weise aus, aber besonders, was das Erosionsrisiko betrifft. Auf Ackerflächen begünstigen die stärken Regenereignisse Hochwasser und Bodenerosion, ebenso in Flussauen. Neben der unmittelbaren Schädigung des Bodens kommen auch Nebeneffekte, sogenannte „off site-Schäden“, zum Tragen. Gemeint sind damit Schlammablagerungen auf Straßen und in Ortschaften. Dieses zu Schlamm gewordene Material fehlt natürlich im Boden. Untersuchungen im Schwarzwald ergaben Bodenverluste von über 80 Tonnen pro Jahr und Hektar.

 Der Bodenabtrag bringt nicht nur die Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Durch den Verlust von Humus und Nährstoffen auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen volkswirtschaftliche Schäden in beträchtlicher Höhe, da dem Erdreich die Fruchtbarkeit verloren geht. Gleichzeitig werden Vorfluter, Gewässer und Rückhaltebecken mit erhöhten Gesteinsablagerungen und Überschreitung der optimalen Nährstoffwerte belastet – Nährstoffe, die wiederum dem Boden fehlen.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Der fehlende Humus bewirkt wiederum, dass CO2 freigesetzt wird. Experten schätzen, dass jedes verloren gegangene 0,1 Prozent Humus je Hektar bei einer durchschnittlichen Krumendicke von 20 Zentimetern zehn Tonnen CO2 an die Atmosphäre abgeben. Der Humusabbau, der ja den Auswirkungen einer Klimaveränderung zugeschrieben wird, ist somit einer der schädlichsten Faktoren für die Atmosphäre. Ein Kreislauf, bei dessen Erforschung die Wissenschaftler noch am Anfang stehen.

Städter bekommen Klimaveränderung mehr ab

In den Anfängen des Tourismus, Anfang des 20. Jahrhunderts, sprach man nicht von Urlaub, sondern von Sommerfrische. Man meinte damit, raus aus der Stadt, Landluft schnuppern. Es hatte bereits damals Bewandtnis, dass man außerhalb der Städte freier durchatmen kann.

Auf wissenschaftliche Ebene gehoben wurde das Thema allerdings erst mit Beginn der Forschungen und Diskussionen rund um eine Veränderung des globalen Klimas aufgrund der Industrialisierung.

Acht Millionen Menschen leben in Deutschland in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Gerade in Ballungsgebieten werden verstärkt durchgehende Hitzeperiode und sogenannte Starkregenereignisse, die zu Flusshochwässern und einen Anstieg der mittleren Grundwasserstände führe, beobachtet.

Der Grund dieses Phänomens ist der sogenannte Wärmeinseleffekt, bei dem die Wechselwirkung mehrerer unterschiedlicher Effekte zum Tragen kommt. Der naheliegendste Grund für die Unterschiede zwischen Stadt und Land ist wohl die Anhäufung von geheizten Gebäuden und auch beispielsweise Klimaanlagen, die ebenfalls nach außen Wärme abgeben.

Ein weiterer Effekt ist die Aufheizung der Betonfassaden, welche die Wärme durch die Sonneneinstrahlung speichern.

Auch der Mangel an Grün- und Waldflächen spielt eine Rolle. Stadtparks können die großen Flächen von bebauten Gebieten nicht genug bedienen, um einen Ersatz für ländliche Flächen darzustellen. Genügend „Durchzug“ ist ebenfalls Mangelware in Städten. Die Häuserschluchten halten den Wind schlichtweg ab.

Doch welche Gründe hat es, dass Starkregen und Gewitter häufig doppelt so lange anhalten, als in urbanen Regionen und dadurch zu verstärktem Hochwasser in Städten führen? Die Luftfeuchtigkeit ist in Städten zwar

Foto: pixabay

Foto: pixabay

geringer, doch die Ursache für dieses Phänomen liegt in der höheren Konzentration an Kondensationskernen, verursacht durch Industrie und Autoverkehr. Diese Kerne sind kleine Partikel in der Luft, die Feuchtigkeit anziehen und dabei tröpfchen- und wolkenbildend wirken. In reiner Luft sind etwa 1000, in verschmutzter Großstadtluft ungefähr 100.000 Kondensationskerne pro cm3 Luft.