Klimawandel: So schlecht geht es dem Wald

Bedingt durch den Klimawandel verschlechterte sich der Zustand der Wälder drastisch. Ein Umbau ist unumgänglich.
klimawandel
Foto: Michael Gaida/pixabay.com (Symbolbild)

Der Waldzustandsbericht für 2018 und 2019 zeigt: Der Klimawandel ist endgültig und für alle sichtbar im deutschen Wald angekommen. Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten hat zum vorzeitigen Abfallen der Blätter geführt. Bei der Fichte begünstigte sie die weitere Massenvermehrung von Borkenkäfern. Der Kronenzustand hat sich 2019 gegenüber dem Vorjahr bei allen Baumarten weiter verschlechtert. Verstärkt wurde ein Absterben von Bäumen beobachtet.

Wälder bereits seit Jahren im Trockenstress

Die Auswertung der Bodenzustandserhebung hat ergeben, dass diese Entwicklung nicht plötzlich kam, sondern sich schon seit Jahren abzeichnete, wie Dr. Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde erklärt: „Die Perioden mit Trockenstress haben in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen. Das zeigen Modellierungen des Bodenwasserhaushalts an den Punkten der Bodenzustandserhebung.“

Kronenverlichtung zeigt Auswirkungen des Klimawandels

Für die Bewertung des Waldzustandes ist die Belaubung beziehungsweise Benadelung der Bäume ein wichtiger Indikator. Dieser gibt Aufschluss über ihre Vitalität. Jedes Jahr im Sommer begutachten Inventurteams der Bundesländer auf einem 16 x 16 Kilometer großen Stichprobennetz rund 10.000 Bäume. Anhand von Musterabbildungen schätzen sie dabei die sogenannte Kronenverlichtung ab. Bewertet wird in 5-Prozent-Stufen eines vollbelaubten beziehungsweise vollbenadelten Baumes. Die Daten werden am Thünen-Institut ausgewertet und ergeben ein bundesweit repräsentatives Bild für die wichtigsten Baumarten. Nur 28 Prozent der untersuchten Bäume sind demnach ohne Verlichtung, 36 Prozent zeigen eine deutliche Verlichtung. Das sind die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren. 

Fichten besonders betroffen

Fichten zeigen eine deutliche Reaktion auf Wassermangel im Boden. Im Jahr 2019 starben erstmals flächenhaft Bestände ab. Der Borkenkäfer hat die vorgeschädigten Fichtenbestände besonders stark befallen. Aber auch die Buche, die bisher weniger auffällig war, ist von Hitze- und Trockenstress gezeichnet.

Waldumbau erfordert gezielte Bejagung

Um der weiteren klimabedingten Schädigung der Wälder entgegenzuwirken ist ein Waldumbau nötig. Der NABU fordert, baumartenreiche Laubmischwälder anstatt reine Nadelbaumwälder zu forcieren. Die Naturschützer beziehen auch die Jagd mit ein: Der Umbau der Wälder könne nur gelingen, wenn Baumsamen und junge Bäume nicht von Rehen und Hirschen aufgefressen werden. Die Jagd müsse deshalb einen zentralen Beitrag zum Gelingen des Waldumbaus leisten, heißt es auf der Internetseite des NABU.

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.