Klimawandel: Sibirien schmilzt und die Welt mit

Wissenschaftler warnen vor einem Dominoeffekt: Wegen des Klimawandels schmilzt der globale Permafrost. Dadurch werden immense Mengen CO2 freigesetzt.

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Foto: 8moments/pixabay.com

In weiten Teilen Sibiriens ist der Boden bis in große Tiefen ganzjährig gefroren. Man spricht vom sogenannten Permafrost. Fast zwei Drittel des russischen Bodens befinden sich in diesem Zustand – noch! Wie das landwirtschaftliche Informationszentrum Proplanta unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur dpa berichtet, taut der Boden aufgrund des Klimawandels auf. Und nicht nur das: Der Tauprozess könnte sich weltweit auf das Klima auswirken.

CO2 entweicht und heizt Klimawandel an

In der riesigen “Tiefkühltruhe” befinden sich nicht nur große Mengen an Resten von Pflanzen und Tieren, die noch nicht von Mikroben zersetzt wurden, sondern auch viel CO2 und dieses wird entweichen, wenn der Boden auftaut. “Wir wissen heute, dass im dauergefrorenen Boden große Mengen an Kohlenstoff gebunden sind, wahrscheinlich etwa doppelt so viel wie derzeit in der Atmosphäre vorhanden sind, sagt Mathias Ulrich von der Universität Leipzig zur dpa. Wenn der Boden großflächig taue, öffne sich dieser Speicher. “Es würde zu enormen Treibhausgas-Emissionen kommen, die wiederum die derzeitige Klimaerwärmung noch verstärken würden”, so der Geograph. Auch in Alaska und Kanada bereitet der Tauprozess Wissenschaftlern Sorgen.

Der Mensch hat es in der Hand

Sollten große Mengen Treibhausgase freigesetzt werden, wäre das Ziel, die weltweite Erderwärmung auf ein verträgliches Maß zu begrenzen, noch schwerer zu erreichen”, zitiert die dpa Guido Grosse vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam. Laut dem Permafrost-Forscher sind genaue Vorhersagen auch deshalb schwierig, weil der Mensch den Ausstoß etwa von Kohlendioxid in Industrie oder Verkehr steuern kann. Eine Reduzierung würde nach Ansicht von Grosse dabei helfen, dass der Permafrost weniger taut und dort weniger zusätzliche Emissionen zu erwarten sind – ein Dominoeffekt, vor dem auch das UN-Umweltprogramm Unep warnt.

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