Hitzewellen: Wenn die natürliche Klimanlage ausfällt

Dass das Klima Einfluss auf die Bodenbeschaffenheit und in weiterer Folge auf die Vegetation nimmt, ist hinlänglich bekannt. Dass es auch umgekehrt ist und so ein Kreislauf entsteht, haben Forscher des Max-Planck-Institutes herausgefunden.

Bereits bei den Hitzewellen 2003 und 2010 rätselten die Wissenschaftler, warum Europa plötzlich von Temperaturen bis 48 Grad Celsius überrollt wird. In der neuen Studie, die in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, setzt sich nun ein Puzzle zusammen, nach

Foto: pixabay

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dessen Teilen das Team um die Autoren Enric Miralles und Chiel van Heerwaarden lange gesucht hat.

Boden meldet „Error“
Bei einer anhaltenden Hitzewelle trocknen Böden innerhalb weniger Tage aus, dadurch setzt die Verdunstungsabkühlung, wie sie bei „normaler“ Hitze vonstatten geht, aus. Durch diesen physikalischen Prozess fungiert in gemäßigten Regionen wie Mitteleuropa der Boden als natürliche Klimaanlage. Das im Erdreich gespeicherte Wasser verdunstet durch die hohen Lufttemperaturen und kühlt diese wiederum.

Wenn plötzlich hohe Außentemperaturen einsetzen, kommt der Boden mit dem Kühlen der luftnahen Schichten nicht mehr nach, da das Grundwasser vor dem „Start der Klimaanlage“ verdunstet. So baut sich die Lufttemperatur immer mehr auf und das Thermometer wandert in ungeahnte Höhen, so wie 2003 und 2010 – mehr oder weniger ein Teufelskreis. Das ist auch der Grund, warum es in Städten meist heißer ist als in ländlichen Gegenden, wo mehr natürliche Gewässer vorhanden sind.

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