Forscher sind sich sicher: Hitzeperioden werden mehr und heftiger

Wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK) gemeinsam mit spanischen Kollegen herausfanden und jüngst in einer Studie veröffentlichten, sollen sich extreme Hitzewellen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verdoppeln und bis 2040 sogar vervierfachen. Grundlage für die beängstigenden Ergebnisse waren verschiedene Klimamodelle, um eine möglichst breite Basis für eine repräsentative Studie zu haben. Die Zunahme betrifft die ganze Welt, nicht nur Regionen um den Äquator, auch Deutschland. Im landläufigen Sinn versteht man in Mitteleuropa unter einer Hitzewelle Temperaturen ab 35, die 40-Grad-Marke wurde dieses Jahr in Deutschland einige Male erreicht.

Eine wissenschaftliche Definition für „Hitzewelle“ gibt es nicht. Das Typische solcher Wallungen ist aber, dass die hohen Temperaturen nicht über Wochen anhalten, sondern im Laufe einer bestimmten Zeit, in Mitteleuropa ist es immer noch der Sommer, mehrmals auftreten, dazwischen aber das Wetter umschlägt, oft zu Gewittern.

Die Potsdamer Wissenschaftler beobachteten Monats-Mittelwerte der Temperaturen, definierten eine Obergrenze und die Abweichungen nach oben wurden dann als Hitzewelle gezählt. Miteinbezogen in der Spanne nach oben wurden auch die Örtlichkeiten, da die Temperaturschwankungen von Region zu Region unterschiedlich sind. In den Tropen beispielsweise wurden sehr geringe Abweichungen gezählt, weil diese Regionen als sehr empfindlich gelten. Schon kleine Abweichungen vom Durchschnitt können für das Ökosystem schwere Folgen haben.

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Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet mithilfe von Computermodellen Klimatrends. „Unsere Projektionen zeigen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr Wetterextreme, sowohl Hochwasser als auch Hitze- und Dürreperioden“, so DWD-Sprecher Gerhard Lux. Der Trend zu sommerlicher Hitze zeichne sich bereits, weiß Lux. Der Juli 2013 war mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad Celsius der wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen 1881. Die wärmste Jahresmitte wurde mit 22 Grad Celsius 2006, im Jahr des Fußball WM-Sommermärchens, registriert. Die Folgen von immer wieder kehrenden hohen Temperaturen sind allerdings alles andere als märchenhaft. Besonders schlimm von dieser Entwicklung des Klimas betroffen sind Landwirte. Wassermangel, Trockenheit und Waldbrände führen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Momentan seien solche Hitzewellen noch die Ausnahme. Wenn man den Trend beobachtet, müsse man sich in Zukunft an dieses veränderte Klima gewöhnen, bestätigt auch ein Sprecher des Max-Planck-Instituts in Hamburg nach dem Studium des Potsdamer Forschungsergebnisses. Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist die errechnete Zunahme von Hitzewellen bis 2040 nicht mehr zu verhindern, weil dazu schon zu viel Treibhausgas in der Atmosphäre läge. Retten könne man allerdings die zweite Hälfte des Jahrhunderts durch mehr Klimaschutz. Sollte der Treibhausgas-Ausstoß weiter steigen, könnten bis zum Jahr 2100 bis zu 85 Prozent und nicht wie heute 5 Prozent der Erdfläche unter Hitzeextremen leiden, befürchten die Forscher.

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