Forscher entdecken wahren Grund für Starkregen

Unser Regen entsteht fast immer aus Eis – auch im Sommer.

Meteorologen der Uni Leipzig haben herausgefunden, dass sich in den Wolken über Land in große Mengen Eis befindet und dieses für die heftigen Regenereignisse verantwortlich ist. Diesem Phänomen schreiben die Wissenschaftler die Tatsache zu, dass es über kontinentalem Gebiet zwar weniger, aber dafür stärker regnet als über dem Meer. 99 Prozent der Regenschauer soll aus diesen kalten Wolken kommen.

Verursacher des Ganzen ist offenbar der Mensch selbst. Möglicher Grund dafür seien wiederum die Emissionen aus Verkehr und Industrie, durch die die Luft über dem Land zum Teil hundert- bis zweihundertmal mehr Schwebepartikel enthalte, so die Meterologen. „Dadurch können sich hier deutlich mehr Eiswolken bilden als auf offener See – möglicherweise mit steigender Tendenz“, erklärt Dr. Johannes Mülmenstädt, Leitautor der Studie.

Wenn, wie über dem Meer, die Partikel aus den Emissionen fehlen, kondensiert das Wasser an nur wenigen Sammelstellen, sodass die Tropfen schwer werden und ausregnen, häufig als Nieselregen. Stehen jedoch viele Schwebeteilchen zur Kondensation zur Verfügung, bilden sich mehr und dafür kleinere Tropfen, die weiter in größere Höhen aufsteigen können und zu Eiskristallen gefrieren. Weil sich eine Eiswolke langsamer bildet, regnet es aus ihr zwar seltener, dafür aber dann umso stärker.

Die Forscher hoffen, anhand der Studie, die sie im renommierten Fachjournal „Geophysical Research Letters“ veröffentlichten, die bisherigen Wetter- und Klimaprognosen verbessern zu können.
Im Saarland, an der Grenze zu Frankreich, haben es solche Eiskristalle diesen Juli sogar bis auf den Boden geschafft. Autofahrer berichteten von tennisballgroßen „Schneebällen“, die plötzlich auf die Windschutzscheibe donnerten. „Zuerst glaubte ich, es hagelt, dann sind die Bälle aber auf dem Glas zerborsten – es war Schnee.“, berichtete ein LKW-Fahrer.

Foto: pixabay.com

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