Deshalb verstärkt der warme Frühling die Sommerdürre

Durch die frühe Vegetation im Frühling fehlt im Sommer das Wasser, das die Pflanzen so dringend brauchen würden.

frühling
Foto: pixabay.com (Symbolbild)

Laut einer aktuellen Studie des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena hat der zu warme Frühling bereits die Weichen für Wassermangel im kommenden Sommer gestellt. Die sonnigen und warmen Bedingungen führten zu einer früheren und üppigen Vegetation. Das hatte eine gesteigerte Aufnahme von Kohlendioxid zur Folge. „Wenn Pflanzen früher zu wachsen beginnen, benötigen sie auch mehr Wasser, sodass der Boden stärker austrocknet“, sagt Dr. Ana Bastos, Erstautorin der Studie. Und dieses Wasser fehlt dann im Sommer.

Auswirkungen des warmen Frühlings regional unterschiedlich

Die Wissenschaftler haben die Situation in Simulationen nachgestellt. „In Zentraleuropa hat das verstärkte Wachstum im Frühjahr zu einer starken Abnahme des Wassergehalts im Boden geführt“, erklärt Bastos. „Dieses Wasser stand im Sommer nicht mehr zur Verfügung, um die Biomasse aufrecht zu erhalten.“ Den Modellen zufolge erklärte dieser Frühlingseffekt etwa die Hälfte der sommerlichen Trockenheit, verstärkte die Dürre also substantiell. In Zentraleuropa wirkten sich die hohen Temperaturen im Frühjahr daher letztlich negativ auf die Produktivität der Ökosysteme und die Netto-Kohlendioxidaufnahme aus. In Skandinavien dagegen konnte das frühe Wachstum sommerliche Produktivitätsverluste aufgrund der Dürre ausgleichen, sodass die Ökosystemaktivität und die Netto-Kohlenstoffbilanz insgesamt neutral oder sogar leicht positiv waren.

Wälder weniger betroffen als Ackerland

Die Wissenschaftler erklären die regionalen Differenzen mit der unterschiedlichen Vegetation: In Zentraleuropa dominieren Ackerflächen und Grasland, während in Skandinavien Wälder einen großen Anteil haben. „Bäume nutzen Wasser etwas ökonomischer“, sagt Bastos. Wenn sie im Frühjahr stärker wachsen, verbrauchen sie zwar ebenfalls mehr Wasser, aber sie regulieren die Spaltöffnungen in ihren Blättern, über die das Wasser verdunstet, besser. So wird der Wasserverlust verringert. Zudem haben Bäume tiefere Wurzeln als Gräser oder Nutzpflanzen. So können sie in Dürreperioden das noch vorhandene Wasser in größeren Tiefen erreichen. Daher konnten die nördlichen Wälder den Einfluss der Dürre abmildern und ihre Aktivität trotz der großen Trockenheit nahe an den normalen Werten halten.

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