Wald im Trockenstress: Schäden weiten sich aus

Der Waldzustandsbericht 2020 zeigt erneut, wie besorgniserregend der Zustand des Waldes ist.
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Foto: fietzfotos/pixabay.com (Symbolbild)

Der Wald leidet immer mehr unter der Trockenheit. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht des Thünen-Instituts hervor. Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten hat bei den Laubbäumen verbreitet zum vorzeitigen Abfallen der Blätter geführt. Bei der Fichte begünstigte sie die weitere Massenvermehrung von Borkenkäfern. Der Kronenzustand hat sich 2020 gegenüber den Vorjahren bei allen Baumarten weiter verschlechtert. Auch das Absterben ganzer Bäume wurde verstärkt beobachtet. 

Wald schon seit Jahren im Trockenstress

Die Auswertungen zeigen auch, dass diese Entwicklung nicht plötzlich kam, sondern sich schon seit Jahren abzeichnete. „Die Perioden mit Trockenstress haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das zeigen Modellierungen des Bodenwasserhaushalts an den Punkten der Bodenzustandserhebung“, sagt Dr. Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde

Fichte besonders betroffen

Ein wichtiger Indikator für die Untersuchung der Auswirkungen der Dürre, ist die Kronenverlichtung. Anders als bisher steigt diese auch bei Nadelbäumen seit 2018 deutlich an. Insbesondere der Zustand der Fichten ist besorgniserregend: Nur 21 Prozent der untersuchten Bäume sind ohne Verlichtung, 44 Prozent zeigen eine deutliche Verlichtung. Das sind mit Abstand die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren.

Fichten zeigen eine deutliche Reaktion auf Wassermangel im Boden. 2019 starben erstmals flächenhaft Bestände ab. Dieser Trend hat sich 2020 weiter fortgesetzt. Der Borkenkäfer hat die vorgeschädigten Fichtenbestände besonders stark befallen. 

Der Zustand einzelner Baumarten

Fichte: deutliche Verlichtung: 44 % (2019: 36 %, 2018: 30 %), ohne Verlichtung: 21 % (2019: 28 %, 2018: 30 %).

Kiefer: deutliche Verlichtung: 26 % (2019: 26 %, 2018: 15 %), ohne Verlichtung: 20 % (2019: 18 %, 2018: 31 %).

Buche: deutliche Verlichtung: 55% (2019: 47 %, 2018: 39 %), ohne Verlichtung: 11% (2019: 16 %, 2018: 19 %).

Eiche: deutliche Verlichtung: 38 % (2019: 50 %, 2018: 42%), ohne Verlichtung: 20 % (2019: 17 %, 2018: 20 %).

Die Broschüre mit den detaillierten Ergebnissen der Waldzustandserhebung 2020 kann auf der Internetseite des BMEL geladen werden.

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