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Forscher warnen: Wirbelstürme werden heftiger

Täglich, schon fast stündlich erreichen uns neue Horrorbilder und erschütternde Szenarien von den Philippinen über die Medien. Der Supertaifun, dem die Meteorologen den unschuldigen Namen „Haiyan“ gaben, fegte mit bis zu 380 km/h über den Inselstaat. Es ist die höchste Windgeschwindigkeit, die je gemessen wurde.

Es ist von 10.000 und mehr Toten die Rede. Wieviele es genau sind, weiß niemand. Tausende Häuser und ganze Landstriche sind zerstört und somit die Existenzen der Überlebenden, die zum großen Teil schwer verletzt und ohne Nahrung und Wasser auf Hilfe warten. Das Wasser ist durch die vielen Toten verunreinigt. Helfer vor Ort berichten von Leichengeruch, der sich über das ganze Land legen würde.

Inzwischen sind auch Plünderungen an der Tagesordnung. Beim Ansturm auf ein Lebensmittellager starben mehrere Menschen. Trotz laufender Hilfsmaßnahmen aus aller Welt, auch aus Deutschland, scheint ein Ende der Not, welche die Natur auf die Insel gebracht hat, nicht in Sicht zu sein.

Stürme werden heftiger
Gegenüber dem ZDF stellt der renommierte Klimaforscher Stefan Rahmstorf einen direkten Zusammenhang zwischen dem jüngsten Taifun und dem Klimawandel her. Die Erwärmung der Meere würde Wirbelstürme begünstigen, ist sich der Wissenschaftler, der im Potsdam-Institut tätig ist, sicher. Rahmstorf erinnert auch an „eine Häufung von Wetterextremen allgemein“ in den vergangenen Jahren. „Diese Extreme werden leider weiter zunehmen“, prophezeit der Forscher.

Morris A. Bender von der US-Wetterbehörde NOAA hingegen stellte vor einigen Jahren schon in einem Artikel für das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ eine abgewandelte Theorie auf. Laut dem Wetterexperten würden die Wirbelstürme zwar weniger, aber dafür heftiger werden.

Die Wissenschaft ist offensichtlich noch nicht so weit, um genaue Prognosen, was die langfristige Entwicklung von Wetterextremen betrifft, abgeben zu können. Aber man ist sich einig, dass wir gerade eine Veränderung des globalen Wetters erleben.

Nationale und internationale Hilfsorganisationen rufen in Zusammenhang mit der Katastrophe auf den Philippinen zur Mithilfe auf. Infos dazu erhält man unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz und bei der UNICEF.

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

 

Grönland-Gletscher: Keine klare Linie in der Entwicklung

Dass Grönlands Gletscher in Richtung Meer wandert, ist man sich einig. Über die Geschwindigkeit diskutieren Wissenschaftler noch. Foto: esa

Dass Grönlands Gletscher in Richtung Meer wandert, ist man sich einig. Über die Geschwindigkeit diskutieren Wissenschaftler noch. Foto: esa

Der Name „Grönland“ für die größte Insel der Welt täuscht. Er bedeutet nämlich auf Deutsch „grünes Land“. Das zum nordamerikanischen Kontinent gehörende Eiland ist großteils noch von Gletschern bedeckt. Die Betonung liegt auf „noch“. Der Klimawandel hat die politisch zu Dänemark gehörende Insel in Bewegung versetzt.

Die European Space Agency (ESA) mit dem Kontrollzentrum im hessischen Darmstadt fungiert als Beobachter unter anderem dessen, was sich in Grönland abspielt. Die Satelliten ERS-1 und ERS-2, beide nicht mehr aktiv, lieferten seit den 80er Jahren ständig Daten über die Entwicklung des Meereises am Nordpol und der Gletscher am Südpol und in Grönland. Der Zeitraum von einigen Jahrzehnten ist allerdings im Vergleich zum Erdalter viel zu kurz, um hundertprozentig sagen zu können, was sich da abspielt. Klar ist nur, da tut sich was.

 

Die landläufige Meinung ist, die Gletscher schmelzen aufgrund der Klimaerwärmung, die ohne Zweifel schon seit Längerem stattfindet. Doch die Entwicklung der Eismassen ist komplexer. Bis 2003 wurde sogar eine Zunahme beobachtet. Vermehrte Verdunstungen über dem Meer durch eine wärmere Atmosphäre sorgen für einen stärkeren Schneefall im nördlichen Polarkreis, was für die Verstärkung des Eispanzers, der über Grönland liegt, sorgt. Von 1992 bis 2003 hat dieser um 45 Milliarden Tonnen zugenommen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 1,8 Zentimeter. Unklar ist jedoch, wie sich diese gegensätzlichen Bewegungen auf den Meeresspiegel auswirken werden. 2012 brach ein etwa 120 Quadratkilometer großer Eisbrocken vom Grönland-Gletscher ab und wurde zum schwimmenden Eisberg, was wiederum Auswirkungen auf den Meeresspiegel hat; die Folge: mehr Wasser, mehr Schnee. Ein Kreislauf, der in den letzten zwanzig Jahren von der Wissenschaft nicht berücksichtigt wurde, kommt laut ESA zum Greifen.

„Auf den aktuellen Satellitenbildern sieht man zwar, dass sich Grönlands Gletscher in Richtung Meer bewegt, aber langsamer, als bisher angenommen.“, so Prof. Frank-Jürgen Diekmann, Flugleiter im ESA-Kontrollzentrum Darmstadt.

Große Hoffnung setzen die Wissenschaftler auf den Satelliten „CryoSat-2“, der 2010 gestartet ist und bis 2017 Daten in einer bisher unerreichten Genauigkeit liefern soll. Aus den laufenden Auswertungen erhofft man sich, der Entwicklung von Gletschergrößen und dem Anstieg des globalen Meeresspiegels einen roten Faden zu verleihen.

 

Polarverschiebung: ESA startet Beobachtungssatelliten

Spacig: Das Kontrollzentrum in Darmstadt. Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Spacig: Das Kontrollzentrum in Darmstadt. Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Die Erde befindet sich gerade im Umbruch, das ist klar. Die Meinungen, was da gerade geschieht, gehen allerdings weit auseinander. Findet ein Klimawandel statt oder nicht? Wenn ja, wie sieht der aus und was hat er für Folgen für die Menschheit sowie Fauna und Flora auf der Erde? Am besten kann man den Planeten von außerhalb beobachten. Die Weltraumorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Erdball im Auge zu behalten,damit man auf Veränderungen und eventuelle Gefahren frühzeitig reagieren kann.

In Europa arbeitet die „European Space Agency“ (ESA) mit Verwaltungssitz in Paris und operativem Zentrum im hessischen Darmstadt. Von dort werden im ESOC („European Space Operations Centre“, dt. Europäisches Raumfahrtsoperationszentrum) alle Satelliten kontrolliert und gesteuert. Gestartet werden die Trägerraketen in Kourou in Französisch-Guayana oder in im nordrussischen Plesetsk. Da die Satelliten in eine bestimmte Umlaufbahn müssen, ist es nicht möglich, diese von Mitteleuropa aus ins All zu transportieren. Um sie an die optimale Stelle in der Erdumlaufbahn zu bringen, ist entweder ein Start möglichst nah am Äquator oder in Nordpolnähe nötig.

Unter anderem zählen die Entwicklung des Ozonlochs und die Schwindung des Regenwaldes sowie die Beobachtung von menschengemachten Ölfeldern in den Ozeanen zu den Aufgaben der ESA. „Wir können allerdings die Daten über die Klimaveränderung den Entscheidungsträgern und Politikern nur zur Verfügung stellen.“, so ESA-Flugleiter Dr. Frank-Jürgen Diekmann. Was die daraus machen, läge in deren Hand.

„Swarm“ soll Magnetfeld erforschen

Am 22. November startet in Plesetsk eine Trägerrakete mit drei baugleichen Satelliten ins All. Die Mission trägt den bezeichnenden Namen „Swarm“ (dt. Schwarm) und hat die Aufgabe, die Magnetfelder der Erde zu beobachten. Hintergrund ist, dass Wissenschaftler eine Verschiebung der Magnetfelder und somit eine polare Verschiebung vermuten. Nach dem würde irgendwann der Nordpol an der Stelle des Südpols sein und umgekehrt. „Wir wissen noch nichts Konkretes, aber wir wissen, dass da etwas passiert. Deshalb starten wir diese Mission“, Diekmann, Herr über das 200 Millionen Euro-Projekt.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2005 ergab, ist eine Verschiebung längst überfällig, denn alle 300.000 bis 500.000 Jahre kommt es zu diesem Phänomen. Und jetzt sei es irgendwann wieder so weit, weiß der Flugleiter. So etwas ginge aber nicht von heute auf morgen, der Vorgang würde ein paar tausend Jahre dauern, so Diekmann weiter. Eine Kompassnadel würde dann nicht mehr nach Norden, sondern zum geographischen Süden zeigen. Wie lange eine solche Polumkehrung dauern würde und welche Folgen dies für das Leben auf der Erde haben könnte, ist noch unklar.

„Man muss sich das so vorstellen: Wissenschaftler arbeiten oft am Rande des Bekannten, deshalb kann man nie sagen, wie es ausgeht.“, weiß Diekmann, der die Flugleitung  für den Swarm-Routinebetrieb inne hat.

Neben einer Erforschung der Quellen und der Veränderlichkeit des Magnetfeldes möchten die Forscher auch herausfinden, ob das Magnetfeld in Wechselwirkung mit unserer Atmosphäre tritt und somit einen Einfluss auf unser Klima haben könnte. Wie sich das genau verhält, gilt es mit dem „Swarm“-Programm unter anderem herauszufinden.

Seit 2004 arbeitet die ESA an der Mission. Gebaut wurden die Satelliten in Friedrichshafen am Bodensee. Die unscheinbaren Würfel weisen eine Seitenlänge von etwa fünf Metern auf. Die Sonnensegel, die zur Stromversorgung dienen, sind auf der Oberfläche der Satelliten angebracht. Vor dem Start wurden im ESOC in Darmstadt alle möglichen Szenarien immer und immer wieder durchgespielt. Der Start der Trägerrakete wird direkt von Plesetsk aus kontrolliert. Sobald die Satelliten die Erdumlaufbahn erreicht haben, werden sie an die Hessen übergeben, die sie dann die nächsten Jahre steuern und die gelieferten Daten sammeln und auswerten werden. „Da darf nichts schief gehen, es hängen einfach zu viel Geld und zu viele Arbeitsplätze dran“, ist sich Dr. Diekmann der Verantwortung bewusst.

Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Klima in Deutschland: Vor 200 Jahren noch Eiszeit

Der Satz aus der ARD-Tagesschau „Das Wetter morgen“ ist Legende. Gerade für Landwirte ist das zukünftige Wetter von großer Bedeutung. Doch wie war das Klima in Deutschland in der Vergangenheit? Wir blicken zurück. Nicht in die vorige Woche, nicht die in die letzten zehn Jahre, nein, wir blicken 250 Millionen Jahre zurück.

Nachdem vor ungefähr 300 Millionen Jahren so etwas wie das jetzige Deutschland auf der Weltkarte erschienen und die Erde keine undefinierte Masse mehr war, machte sich das Klima daran, sich zu entwickeln. Die ersten Lebewesen, Mikroorganismen, entstanden und fristeten vorwiegend im Wasser, bis vor 251 Millionen Jahren die größte Katastrophe der Erdgeschichte eintrat und fast das gesamte Leben auslosch. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur um gerademal sechs Grad Celsius war für diesen entscheidenden Einschnitt verantwortlich. Wissenschaftler schreiben die Erwärmung verstärkten Sonnenaktivitäten zu. Der Sauerstoff in der Luft sank um weniger als die Hälfte, auch Vulkanausbrüche waren die Folge, giftiger Schwefelwasserstoff quoll aus den Meeren. Wahrscheinlich sind die Lebensformen erstickt.

Katastrophe als Chance

Als die Temperaturen allmählich wieder sanken, kehrte neues Leben auf die Erde zurück. Anfangs lurchähnliche Wesen, später Dinosaurier und die ersten Säugetiere besiedelten die Wüsten Deutschlands. Die Temperaturen waren immer noch wärmer, als heute. Die Tiere gewöhnten sich aber an die Hitze und die unwirtliche Gegend zwischen dem heutigen Bayern und dem Gebiet, wo nach den endgültigen kontinentalen Verschiebungen einmal der Nordseestrand sein sollte. Im sogenannten Erdmittelalter, das bis vor 65 Millionen Jahren dauerte, waren die Temperaturen immer noch höher als heute, die Erde war vollkommen eisfrei, so etwas wie Jahreszeiten gab es auch in Deutschland nicht. Mitteleuropa war bereits bewachsen, ein dichter Urwald bedeckte die heutige Bundesrepublik. Diese Epoche wurde mit dem Aussterben der Dinosaurier, das einerseits einem gewaltigen Vulkanausbruch im heutigen Indien und andererseits einem Meteoriteneinschlag im heutigen Mexiko zugeschrieben wird.

Auch damals schon Treibhauseffekt

Vor ungefähr 55 Millionen Jahren wurde die anhaltende Hitzewelle beendet. Man nimmt an, dass dafür durch Vulkanausbrüche freigesetztes Methan, einem starken Treibhausgas, das aus dem Meeresboden strömte, verantwortlich ist. Die Temperaturen wurden kontinuierlich kühler. Der damalige Klimawandel endete vor 2,6 Millionen Jahren in der ersten Eiszeit. Die folgenden Millionen Jahren waren mit Kalt-Warm-Phasen belegt.

Menschen lieben Wärme

Afrika gilt als „Wiege der Menschheit“. Forscher fanden heraus, dass sich die ersten Menschen aus Afrika erst auf den Weg in Richtung Europa machten, als es in Europa kontinuierlicher wärmer wurde, das war vor ungefähr 45.000 Jahren. Der Mensch konnte sich in Europa ansiedeln. Auch diese Zeit war von Kalt-Warm-Phasen durchzogen.

Aus dem Mittelalter ist, basierend auf Forschungsergebnissen, eine Warmphase bekannt, die mit der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ beendet wurde. Diese begann im 15. Jahrhundert und dauerte bis ins 19. Jahrhundert. Diese Zeit war geprägt von langen, kalten Wintern. Als Grund nimmt man wenig Sonnenaktivität an.

Kleine Eiszeit

Vom Mittelalter bis hinein ins 19. Jahrhundert war Deutschland geprägt von langen, kalten Wintern, danach wurde es wärmer.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts erleben wir eine kontinuierliche Warmphase. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur von 1910 bis 2010 beträgt gerademal 0,9 Grad Celsius, was aber langfristig, sehr langfristig auf einen Einschnitt und vielleicht auch auf eine neue Chance für die Menschheit zusteuern kann.

 

Heiß, kalt, heiß: Dreht das Wetter jetzt durch?

Der Winter war dunkel und kalt, der Frühling war gezeichnet von Dauerregen, zwischendrin ein paar heiße Tage, dann kam die Jahrhundertflut, darauf Temperaturen, die an eher an die Karibik erinnern, als an Deutschland. Momentan wütet über Mitteleuropa wieder ein Tief namens Antonia, Hitze ist allerdings schon wieder in Aussicht gestellt. Was ist nur mit dem Wetter los? Ist es Zufall, gabs solche Mixphasen immer schon oder hat es gar mit dem Klimawandel zu tun?

Eine Erwärmung des Klimas, aus welchen Gründen auch immer, ist nicht ganz unschuldig am „Verhalten“ des Wetters, sind die Experten der Meinung.

Icebergs in Surf by Jokulsarlon, Iceland

Luftströme aus der Arktis sind für das Wetter in Europa verantwortlich.

Um es zu konkretisieren, hinter alles Wetterereignissen weltweit, gibt es eine gemeinsame physikalische Ursache, wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) herausgefunden haben. Der Klimawandel stört die Muster der Luftbewegungen auf der nördlichen Halbkugel, und zwar durch einen Resonanz-Mechanismus, wie es die Forscher ausdrücken. Die Forschungsergebnisse aus Deutschland haben es sogar bis in ein US-amerikanisches Wissenschaftsmagazin geschafft.

„Ein wichtiger Teil der globalen Luftströme in den mittleren Breiten der Erde hat normalerweise die Form von großen Wellen, die um den Planeten wandern und dabei zwischen den Tropen und der Arktis oszillieren“, erklären die Wissenschaftler. „Wenn sie hinauf schwingen, so saugen diese Wellen warme Luft aus den Tropen nach Europa, Russland oder die USA; und wenn sie hinab schwingen, tun sie das Gleiche mit kalter Luft aus der Arktis.“

Was heißt das nun?

Der Klimawandel, der durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und die dabei entstehenden Treibhausgase entsteht, bedeutet entgegen der allgemeinen Meinung keine globale gleichmäßige Erwärmung. Am stärksten bekommt die Temperaturveränderung die Arktis, also der Nordpol, zu spüren, stärker als der weltweite Durchschnitt. Das reduziert den Temperaturunterschied zwischen dem nördlichsten Punkt der Erde und zum Beispiel Europa. Unterschiede in der Temperatur sind aber ein wesentlicher Treiber für Luftströmen. Des weiteren sind die Kontinente als Landmasse stärker der Erwärmung ausgesetzt, als Wasser, also den Ozeanen. Diese zwei Faktoren ergeben den Mechanismus, den eben die Potsdamer Forscher jüngst entdeckten. Das ganze führt zu einem unnatürlichem Muster der Luftbewegungen. Das Wetter, das sich quasi in diesem Erdmantel aus Luftströmen abspielt, ist mehr oder weniger „verwirrt“. Also der Titel „Spielt das Wetter verrückt?“ ist gar nicht so weit hergeholt.

Zum Beispiel in einer Phase, die wir als extreme Hitze empfinden, finden kühle Luftmassen vom Nordpol, die der Kraft der Sonne entgegen wirken könnten, den Weg in unsere Breitengrade nicht und wir leiden wochenlang unter Tropenhitze. Irgendwann bricht die kalte Luft und es kommt auf einen Schlag zu Unwettern. Das ist aber eher Zufall, es gibt keine Schemen, keine geregelten Bahnen mehr. Deshalb wird es für die Meteorologen, die Ihre Vorhersagen im Prinzip aus den gewohnten Bewegungen der Luftmassen berechnen, immer schwieriger das Wetter einzuschätzen.

 

Pollen immer aggressiver: Feind im Anflug

Heuschnupfen

Die Temperaturen sind wärmer geworden. Für viele Menschen spielen sich allerdings die Frühlingsgefühle nicht in der Seele ab, sondern in der Nase – Pollenalarm!

Menschen, die unter Pollenallergie, landläufig auch Heuschnupfen genannt, leiden, müssen sich in der warmen Jahreszeit mit juckender Nase, brennenden Augen und Niesattacken wohl oder übel arrangieren, dagegen machen kann man kaum etwas.

Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass nicht nur die Menge der Pollen zunimmt, sondern, dass diese auch immer aggressiver werden. „Wir haben festgestellt, dass der Klimawandel die Pollenbelastung für den Menschen ganz massiv verändert. Wir haben eine frühere Pollensaison und auch immer mehr Pollen in der Luft.“,  sagt Professorin Annette Menzel, Ökoklimatologin an der Technischen Universität München. „Inzwischen kann es sogar Menschen treffen, die bisher noch keine Allergie hatten.“, so Menzel weiter.

Jeder vierte Bundesbürger leidet, einer Studie zufolge, an Heuschnupfen, Tendenz steigend. Die Allergien der Betroffenen werden auch immer schlimmer. Bei der Studie hatte Annette Menzel 23 Pflanzenarten auf 13 europäischen Ländern zusammengetragen und sie auf zunehmende Pollenbelastung untersucht.

„In dieser groß angelegten Studie konnten wir feststellen, dass die Anzahl der Pollen überall zugenommen hat. In ländlichen Gebieten um ein Prozent, in der Stadt um drei Prozent. Wenn man das jetzt über 10, 20 Jahre hochrechnet, kommen Anstiege um 20 bis 30 Prozent dabei heraus“, ist Menzel vom Ergebnis überzeugt.“ Grund für die Zunahme der Pollen ist, dass die Pflanzen durch eine durchschnittliche Erwärmung des Klimas, immer bessere Wachstumsbedingungen und auch ausgedehntere Wachstumsphasen im Jahresablauf haben. Durch die Erwärmung werden Zeiten, in denen Pollen Pause machen, immer kürzer.

 

Wie wird das Wetter?

Wie wird das Wetter?Diese Frage ist Laufe der Jahrhunderte zur Floskel geworden. Gibt es aber darauf wirklich eine Antwort? Wenn ja, wer kann sie beantworten und sind die Antworten derer, die sich die Beantwortung zur Aufgabe gemacht haben, sicher?
Moderne Methoden der Meteorologie, also der Wetterkunde, sind bereits soweit vorangeschritten, dass man bis auf einen gewissen Prozentsatz die aktuelle Wetterentwicklung vorherbestimmen kann, ein Restrisiko bleibt allerdings immer.

Wir leben in Mitteleuropa in einer der eher gemäßigten Zonen der Erde. Von extremen Wetterphänomenen, wie etwa karibischen Hurricans oder Naturkatastrophen, wie dem Zunami 2004 in Thailand, blieben wir Gott sei dank bisher verschont.
Dennoch lauern Gefahren, seltener für  Leib und Leben, sondern vor allem für die Landwirtschaft.

Eine dieser einschneidenden “Himmelsereignisse”, die es auf Grund und Boden abgesehen haben, ist der Hagel. Auch 2012 verursachte dieser wieder Millionenschäden quer durch die Republik. Hagel ist zwar von den Wetterdienststellen vorhersehbar, sogar mit bloßem Auge kann man den vorhergehenden gelblichen Himmel beobachten, doch verhindern kann man ihn in der Regel nicht. Versuche, die Eisklumpen durch Lärm, wie etwa mit Kirchenglocken oder durch Kanonenschüsse, zu verjagen, scheiterten im Laufe der Jahrhunderte kläglich.
Wie Studien der letzten Jahre ergaben, scheint der Anstieg der Hagelhäufigkeit mit dem Klimawandel in Verbindung zu stehen. So stieg laut der Uni Karlsruhe die Hagelhäufigkeit von fünf Tagen 1986 auf 34 im Jahr 2004.

Von der Gewalt des Wassers kann vorallem die Bevölkerung aus dem Osten Deutschlands berichten. So waren vom Elbhochwasser 2002 mehr als 1.300 landwirtschaftliche Betriebe unmittelbar betroffen.

Auch Stürme, die auch erhebliche Schäden anrichten, scheinen sich in den letzten Jahren gehäuft zu haben. Ob dies auch mit der Klimaveränderung zu tun hat, ist noch nicht ganz klar.

Alle diese Katastrophen lassen sich nicht verhindern, durch Prävention und dem richtigen Risikomanagement und entsprechenden Risikotransfer sich Schäden allerdings begrenzen.

Schon bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf 9 Mrd. Menschen angestiegen sein. Ernährung wird ein noch zentraleres Thema sein, denn 9 Mrd. Menschen brauchen deutlich mehr Lebensmittel. Dafür ist eine hochleistungsfähige Landwirtschaft zwingend notwendig, die ihre Erträge durch Risikomanagement sichert und bei nicht vermeidbaren Schäden durch Witterungsereignisse wirtschaftlich so abgesichert ist, dass die in der nächsten Ernteperiode entsprechend neu angebaut werden kann. Die passenden Lösungen dafür wird die gvf VersicherungsMakler AG als Betreiber dieses Blogs liefern. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, für die Landwirtschaft neue Methoden des Risikotransfers zu entwickeln und mit unseren Versicherungspartnern zur Verfügung zu stellen. Dafür beschäftigen wir uns mit allen Themen und Fragen rund um das Wetter.

Mit diesem Blog möchten wir sie daran, aber auch an dem was wir tun und den Schritten unserer Produktentwicklung teilhaben lassen. Wir laden Sie herzlich ein – diskutieren Sie mit! Wir würden uns freuen, hier regelmäßig auf Ihr kritisches Feedback und Fragen von Ihnen antworten zu dürfen.