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Waldbrandgefahr steigt enorm

Wissenschaftler des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien warnen in einer kürzlich erschienenen Studie vor einem enormen Anstieg der Gefahr von Waldbränden. Die Forscher um den Autor der Studie, Nikolay Khabarov, führen dies auf den Klimawandel zurück. Durch längere Trockenperioden würden die Wälder einfach anfälliger für Brände werden. In der Studie, die im renommierten Fachjournal „Regional Environmental Change“ erschien, ist von einer Verdreifachung der Anzahl der Brände bis zum Jahr 2090 die Rede.

Alleine in den am stärksten betroffenen europäischen Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland wurden 2012 etwa 520.000 Hektar Wald durch Feuer zerstört, wie aus der jährlich vom Joint Research Center (JRC) der EU herausgegebenen Waldbrandstatistik hervorgeht. In den Jahren 1980 bis 2008 sei die in Europa verbrannte Waldfläche jährlich zwischen 200.000 und einer Mio. Hektar gelegen, so Khabarov.

Gegenmaßnahmen
Durch bessere Waldbewirtschaftung könne das Problem abgefedert werden, schreiben die Wissenschaftler. Dabei empfehlen die Forscher „den Gaul von hinten aufzuzäumen“, indem man durch kontrollierte Feuer den natürlich entstehenden Bränden zuvorkommt. Der Anstieg der Schäden könne so bis 2090 sogar um 50 Prozent reduziert werden. Der ideale Zeitraum, um diese Brände zu legen, seien die Wintermonate. Dabei soll leicht brennbares Totholz aus den Wälder entfernt werden. „Es gibt immer noch eine große Debatte über die Wirksamkeit kontrollierter Feuer. Unsere Studie zeigt, dass es sich dabei um eine vielversprechende Option handelt, die europäischen Wälder vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen“, erklärt Khabarov in einer Pressemitteilung des IIASA.

Gleichzeitig weisen die Forscher aber auf die althergebrachte Gefahrenquelle, den Menschen selbst, hin. 95 Prozent aller Waldbrände in Europa würden durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit, aber auch durch Brandstiftungen entstehen. Viele dieser Feuer könnten durch verantwortungsvolles Handeln vermieden werden, betonen die Forscher.

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Wein an der Ostsee, Olivenbäume am Neckar

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Dass sich das Klima im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, ja sogar in den letzten Jahrzehnten, ständig verändert hat, ist bekannt. Weniger im Bewusstsein sind die Auswirkungen der Veränderungen in der Vergangenheit und auch in der Zukunft.

Biologen beobachten schon heute eine Verschiebung von Vegetationszonen bis zu 400 Kilometer in Richtung Norden. In alpenländischen Gipfelregionen, die bis vor einigen Jahren noch von Steinen und Flechten dominiert waren, siedeln sich Pflanzen und Tiere an, die man bis jetzt dort nicht vermutet hätte.

Ähnlich verhält es sich mit Kulturpflanzen. Sie gedeihen in Regionen, in denen man nie daran gedacht hätte, sie dort zu kultivieren. Findige Landwirte bauen in Großbritannien bereits Olivenbäume an. Auch in Deutschland läuft bereits ein entsprechendes Experiment. In der Region Kraichgau in Baden-Württemberg wachsen auf einem 1.600 Quadratmeter großen Olivenhain zehn Fruchtsorten, die aus Italien, Frankreich, Kroatien und Griechenland an den Neckar übersiedelt worden sind. An der Ostsee gibt es bereits ein Weingut. Der Ingenhof baut in Malkwitz in Schleswig-Holstein auf drei Hektar Trauben an, und das erfolgreich.

Wenn man geschichtlich ins Mittelalter zurück blickt, hatten damals Ölbäume auf den Britischen Inseln schon eine lange Tradition hinter sich. Genauso, wie zu jener Zeit am Alpennordrand, inmitten der bei Kulturtouristen und Naturgenießer beliebten Region um Salzburg in Österreich, Wein wuchs. Alles wiederholt sich, ob mit oder ohne industriebedingtem Klimawandel.

Doch, was für die meisten Menschen nach Urlaubsgefühl in den heimischen Breiten klingt, ist für die Landwirtschaft keineswegs positiv. Eine nur vier bis fünf Grad höhere Durchschnittstemperatur würde Wasserknappheit ins Land bringen, die Waldbrandgefahr würde steigen und könnte griechische und süditalienische Dimensionen annehmen. Mit der nach Norden ziehenden Tierwelt würden sich auch nicht nur gerne gesehene Arten ansiedeln. Auch Schädlinge, die bis jetzt südlich der Alpen zu finden sind, kämen ins Land.

„Agrarrelevanten Extremwetterlagen“ auf der Spur

Extreme Wetterlagen, wie Hitze, Dürre, Sturm und Überschwemmungen, aber auch Hagel und Frost, sind die schlimmsten Feinde der Land- und Forstwirtschaft. Das Bundeslandwirtschaftministerium (BMEL) hat sich in einem Projekt dem Thema angenommen und erforscht gemeinsam mit dem bundeseigenen Thünen-Institut Auswirkungen des Klimawandels auf Extremwetterlagen und wie man durch optimales Risikomanagement Schäden mindern kann. Beteiligt sind auch das Julius Kühn-Institut (JKI), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie verschiedene externe Forschungseinheiten. In einem Workshop am Thünen-Institut in Braunschweig wurden nun die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutiert.

„Nach ersten Auswertungen der derzeit vorliegenden Klimaprojektionen durch den Deutschen Wetterdienst nehmen Hitzetage in der Vegetationsperiode zukünftig zu. Diese Tendenz war bereits in den letzten 50 Jahren zu beobachten“, weiß Cathleen Frühauf vom DWD. „Dies geht einher mit einer Zunahme der Trockenheitsphasen. Kein eindeutiger Trend ist dagegen bei Starkregenereignissen zu erkennen“.

Eine vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Julius Kühn-Institut durchgeführte Expertenbefragung lieferte wichtige Informationen. Die Experten gehen davon aus, dass Hagel, Spätfröste, Trockenheit und Staunässe für die Betriebe mit Gemüse-, Obst-, Wein- und Hopfenanbau die größten Herausforderungen darstellen. „Die Relevanz von Extremereignissen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und muss zudem kulturartenspezifisch differenziert werden“, so Holger Lilienthal vom Julius-Kühn-Institut.

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Im Gegensatz zu den Gefahren für die Landwirtschaft und dem Sonderkulturanbau seien für die Forstwirtschaft und den Wald in erster Linie Sturm, extreme Hitze und extreme Trockenheit relevant, differenziert Andreas Bolte vom Thünen-Institut.

Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse werden im Projektverlauf die Auswirkungen der Extremwetterlagen abgeschätzt und für wichtige Extremereignisse jeweils die Möglichkeiten des Risikomanagements untersucht. Der Endbericht soll im Frühjahr 2015 vorliegen.

Weitere Infos: www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de

2013 war das sechstwärmste Jahr

Das Jahr 2013 war das sechstwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. Das berichtet die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und führt dies gleichzeitig auf eine Erwärmung des Weltklimas zurück. Das führt die Organisationen unter anderem auf die Tatsache zurück, dass 14 von 15 der wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert stattgefunden haben.„Die Auswirkungen des Klimawandels sind überall auf der Welt spürbar gewesen“, sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud am Montag in Genf.

Die WMO geht auch davon aus, dass die Naturkatastrophen der letzten Jahre mit der Erwärmung zu tun haben. Als Beispiel nannte Jarraud den Taifun „Hayan“, der im November die Philippinen verwüstet und mehr als 6000 Todesopfer gefordert hat. Die Auswirkungen seien so dramatisch gewesen, weil der Meeresspiegel in Folge der Klimaerwärmung gestiegen sei, so der französische Meteorologe.

Foto: Fotolia

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Der WMO-Bericht, der am 31. März veröffentlicht wird, enthält auch weitere Beispiele für Wetterextreme der vergangenen Jahre, wie die Dürre in Brasilien, welche die schlimmste der vergangenen 50 Jahre war, den breitesten bisher beobachteten Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma, aber auch die Überflutungen von Elbe und Donau in Deutschland. Diese Hochwasserkatastrophen, zu deren Opfer aus wirtschaftlicher Sicht auch viele Landwirte gehören, reiht sich ebenfalls in die meteorologischen Superlativen ein. Laut des WMO-Berichtes war dies das schlimmste Hochwasser seit 1950 in Mitteleuropa. In Passau sei der höchste Pegelstand der Donau seit 1501 gemessen worden.

Der WMO-Bericht enthält viele weitere Beispiele für Wetterextreme im vergangenen Jahr: die schlimmste Dürre der vergangenen 50 Jahre im Nordosten Brasiliens etwa, den breitesten bisher beobachteten Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma und auch die zu Überschwemmungen führenden Starkregenfälle in Mitteleuropa.

Das hohe Jahresmittel des Jahres 2013 sei aber vorallem auf Temperaturen auf der südlichen Erdhalbkugel zurück zu führen. So wurden am 4. März in Südafrika 47,4 Grad Celsius gemessen – laut der WMO der höchste bisher gemessene März-Wert Afrikas. Für Australien wäre es das wärmste, für Argentinien das zweitwärmste und für Neuseeland das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn.

Klimamigration – die neue Völkerwanderung

Wenn man „Völkerwanderung“ hört, denkt man zu allererst an historische Karten aus den Geschichtsbüchern, die darstellen, wie sich die Menschen im Laufe der Jahrtausende über die Kontinente ausgebreitet haben. Aus verschiedensten Gründen verließen ganze Völker ihr angestammtes Gebiet, ihre Heimat.

Man glaubt zu wissen, dass der Homo Sapiens zur Ruhe gekommen ist, dass der Mensch am Ziel angekommen ist, doch wie Wissenschaftler schon seit einigen Jahren beobachten, ist das keineswegs so. Der Mensch ist erneut unterwegs, auf der Flucht vor dem Klima, beziehungsweise auf der Suche nach neuen Heimaten, wo er das findet, was ihm der vermeintliche Klimawandel weggenommen hat: fruchtbares Land, das genug an Nahrung bietet, um überleben zu können.

Zum ersten Mal wurde von Völkerwanderung aufgrund der Klima- und Umweltsituation im Bericht des Weltklimarats 1990 gesprochen. Als Gründe für die Flucht aus der eigenen Region in Zusammenhang mit dem Klima gelten vor allem Ernteausfälle und der Anstieg des Meeresspiegels.

Foto: ADH/Trappe

Foto: ADH/Trappe

Das Augenmerk liegt dabei auf Afrika. Da sich Forscher anfangs nur schleppend mit dem Thema befassten, liegen noch keine konkreten Zahlen vor. Man geht allerdings davon aus, dass in den nächsten Jahren bis zu 330

Millionen Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.Mit dem Anstieg des Meeresspiegels haben auch die Einwohner Ozeaniens zu kämpfen. Die Inseln und Atolle in der Südsee liegen nur knapp über dem Meeresspiegel. Das Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ spricht unter Berufung auf Informationen der Vereinten Nationen von bis zu einer Milliarde Menschen, die bis 2050 ihr Land verlassen müssen.

Politisch gesehen befinden sich die Umweltflüchtlinge in Niemandsland, denn Menschen, die aufgrund von langfristigen Klima- und Umweltereignissen ihr Land verlassen müssen, um Überlebenschancen zu haben, sind im Gegensatz zu Kriegsflüchtlingen nicht von der Genfer Flüchtlingskonvention geschützt.

In der Schweiz hat sich inzwischen eine Initiative gegründet, die sich für die Flüchtlinge stark macht. „Als Flüchtling gilt nur, wer politisch verfolgt wird. Wir müssen für Umweltflüchtlinge zusätzliche Schutzmaßnahmen entwickeln.“, so der Schweizer Manuel Bessler, der nach 20 Jahren Auslandseinsätzen 2011 wieder in die Alpenrepublik zurück gekehrt ist und zum Delegierten für Humanitäre Hilfe des eidgenössischen Bundesrates bestellt wurde. Bessler ist auch davon überzeugt, dass die Genfer Flüchtlingskonvention, die aus dem Jahr 1951 stammt, völlig veraltet sei und einer dringenden Überarbeitung bedürfe, um auch die Menschen, die der Natur hilflos ausgesetzt sind, zu schützen.

 

Weiße Weihnachten? 100 Jahre Schmuddelwetter (Teil 1: 1913 – 1934)

Meteorologen haben sich jetzt getraut, eine Prognose für das diesjährige Weihnachtsfest abzugeben. Eine schlechte Nachricht für Romantiker, Postkartenmotive mit schneebedeckter Landschaft werden wohl ausbleiben. Dafür soll es richtig ungemütlich werden, Schmuddelwetter und Sturmböen erwarten uns in den Weihnachtsfeiertagen kommende Woche.

Doch wo sind die Bilder hingekommen, die ältere mit ihrer Kindheit verbinden und jüngere Leute von alten Gemälden und Historienfilmen kennen – trockene, dicke Schneedecken, Kinder auf Hängen mit ihren Schlitten, Schlittschuhläufer auf zugefrorenen Bächen und Teichen, mollig warm in dicke Schals gepackt – ist das wirklich Schnee von gestern oder existieren die Bilder wirklich nur in den Gedanken der Maler romantischer Bilder? Wir haben uns die Entwicklung der Wetterlagen zu Weihnachten der letzten hundert Jahre angeschaut und haben Erstaunliches entdeckt.

Bilder wie von heute: 1913 wurden Nord- und Ostseeküste von einer heftigen Sturmflut heimgesucht. Foto: usedom-fotos.com

Bilder wie von heute: 1913 wurden Nord- und Ostseeküste von einer heftigen Sturmflut heimgesucht. Foto: usedom-fotos.com

Im Dezember 1913 bot das Wetter keinen schöneren Anblick als genau hundert Jahre später. Etwa ein halbes Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges tobten in Deutschland heftige Unwetter. Der Norden Deutschlands wurde am 4. Dezember von schweren Stürmen heimgesucht, die im Ostseeraum zu Überschwemmungen führten. In Berlin hingegen schneite es, für den Geschmack der Bewohner des damaligen Deutschen Kaiserreiches, zu viel, denn die Hauptstadt versank geradezu in den Schneemassen. Das globale Wetter war nicht besser. In Texas forderten am 3. Dezember schwere Überflutungen 20 Menschenleben.

Mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo begann der Erste Weltkrieg. Europa war zu diesem Zeitpunkt nicht nur von politischen und wirtschaftlichen Krisen gebeutelt, sondern auch vom Wetter und von Naturkatastrophen. Der Winter 1914/1915 war gekennzeichnet von sehr heftigen Wechseln, wie man sie nur in der heutigen Zeit der Klimadiskussion vermuten würde.  Am 13. Januar 1915 wurde die italienische Toskana von einem schweren Erdbeben heimgesucht, 30.000 Menschen sterben. In Deutschland tobten Schneestürme, die allerdings schon im Februar in Tauwetter und heftigen Regenfällen endeten. Der folgende Sommer war von einer Hitzewelle gekennzeichnet. Am 10. Juni wurden in Berlin 35 Grad Celsius gemessen, damals die höchste Temperatur in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen.

Bis in die 20er Jahre waren die Winter geprägt von Regen und Unwettern. Am 24. Dezember 1921 war weit und breit keine romantische Winterlandschaft zu sehen – Regen, Regen, Regen. Am 1. Januar führte der Dauerregen zu einer Springflut an der Nordsee, der Strand der Insel Sylt wurde einfach weggespült. Das nasskalte Wetter hielt bis Ende Januar 1922 an. Da schlug das Wetter in eine extreme Kältewelle um, bis minus 20 Grad Celsius wurden gemessen, zu kalt für romantische Winterspaziergänge. Im April war dann Schluss mit Frieren, die Temperaturen stiegen nahezu in Rekordtempo an. Zu Ostern desselben Jahren wurden plus 25 Grad gemessen, innerhalb von etwa zwei Monaten ein Temperaturanstieg von 45 Grad Celsius.

Die deutschen Winter der folgenden Jahre waren geprägt von Schmuddelwetter, Stürmen, Überschwemmungen und sogar Orkanen. Eine Ausnahme machte der Dezember 1926. Zu Weihnachten dieses Jahres wurden Frost und weiße Landschaften aufgezeichnet. Der Januar 1927 war wiederum sehr mild und schneearm.

Nur zwei Monate später kam zum erstenmal das Wort „Klimawandel“ ins Gespräch. Der damalige Leiter des Deutschen Wetterdienstes setzte sich in einem Presseartikel mit der Frage auseinander, ob die milden Winter der vorangegangenen Jahre auf eine langfristige Klimaveränderung hindeuten würde. Er kam allerdings zum Schluss, dass es keine Klimaveränderung gäbe.

Die Winter in den 30er Jahren waren gekennzeichnet von Wechselbädern aus kurzen Schneeperioden, vor allem in Süddeutschland, und Naturkatastrophen aufgrund von starken Regenfällen in ganz Europa mit zahlreichen Toten. Nachdem im Sommer 1934 aus der ganzen Welt von Naturkatastrophen und Wetterextremen berichtet wurde, in New York wurden im Juli 55 Grad Celsius (!) gemessen, kam in Deutschland der Winter, allerdings zu früh. Anfang November war das Land des damaligen Nazi-Regimes von Schnee bedeckt, der nicht lange blieb. Der Dezember ging als „Frühjahrsweihnacht“ in die Wettergeschichte ein, knospentreibende Bäume und Sträucher prägten das Landschaftsbild.

Lesen sie am 25. Dezember, wie die Menschen die Winter vom Zweiten Weltkrieg bis heute erlebten.

 

Forscher warnen: Wirbelstürme werden heftiger

Täglich, schon fast stündlich erreichen uns neue Horrorbilder und erschütternde Szenarien von den Philippinen über die Medien. Der Supertaifun, dem die Meteorologen den unschuldigen Namen „Haiyan“ gaben, fegte mit bis zu 380 km/h über den Inselstaat. Es ist die höchste Windgeschwindigkeit, die je gemessen wurde.

Es ist von 10.000 und mehr Toten die Rede. Wieviele es genau sind, weiß niemand. Tausende Häuser und ganze Landstriche sind zerstört und somit die Existenzen der Überlebenden, die zum großen Teil schwer verletzt und ohne Nahrung und Wasser auf Hilfe warten. Das Wasser ist durch die vielen Toten verunreinigt. Helfer vor Ort berichten von Leichengeruch, der sich über das ganze Land legen würde.

Inzwischen sind auch Plünderungen an der Tagesordnung. Beim Ansturm auf ein Lebensmittellager starben mehrere Menschen. Trotz laufender Hilfsmaßnahmen aus aller Welt, auch aus Deutschland, scheint ein Ende der Not, welche die Natur auf die Insel gebracht hat, nicht in Sicht zu sein.

Stürme werden heftiger
Gegenüber dem ZDF stellt der renommierte Klimaforscher Stefan Rahmstorf einen direkten Zusammenhang zwischen dem jüngsten Taifun und dem Klimawandel her. Die Erwärmung der Meere würde Wirbelstürme begünstigen, ist sich der Wissenschaftler, der im Potsdam-Institut tätig ist, sicher. Rahmstorf erinnert auch an „eine Häufung von Wetterextremen allgemein“ in den vergangenen Jahren. „Diese Extreme werden leider weiter zunehmen“, prophezeit der Forscher.

Morris A. Bender von der US-Wetterbehörde NOAA hingegen stellte vor einigen Jahren schon in einem Artikel für das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ eine abgewandelte Theorie auf. Laut dem Wetterexperten würden die Wirbelstürme zwar weniger, aber dafür heftiger werden.

Die Wissenschaft ist offensichtlich noch nicht so weit, um genaue Prognosen, was die langfristige Entwicklung von Wetterextremen betrifft, abgeben zu können. Aber man ist sich einig, dass wir gerade eine Veränderung des globalen Wetters erleben.

Nationale und internationale Hilfsorganisationen rufen in Zusammenhang mit der Katastrophe auf den Philippinen zur Mithilfe auf. Infos dazu erhält man unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz und bei der UNICEF.

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

 

Grönland-Gletscher: Keine klare Linie in der Entwicklung

Dass Grönlands Gletscher in Richtung Meer wandert, ist man sich einig. Über die Geschwindigkeit diskutieren Wissenschaftler noch. Foto: esa

Dass Grönlands Gletscher in Richtung Meer wandert, ist man sich einig. Über die Geschwindigkeit diskutieren Wissenschaftler noch. Foto: esa

Der Name „Grönland“ für die größte Insel der Welt täuscht. Er bedeutet nämlich auf Deutsch „grünes Land“. Das zum nordamerikanischen Kontinent gehörende Eiland ist großteils noch von Gletschern bedeckt. Die Betonung liegt auf „noch“. Der Klimawandel hat die politisch zu Dänemark gehörende Insel in Bewegung versetzt.

Die European Space Agency (ESA) mit dem Kontrollzentrum im hessischen Darmstadt fungiert als Beobachter unter anderem dessen, was sich in Grönland abspielt. Die Satelliten ERS-1 und ERS-2, beide nicht mehr aktiv, lieferten seit den 80er Jahren ständig Daten über die Entwicklung des Meereises am Nordpol und der Gletscher am Südpol und in Grönland. Der Zeitraum von einigen Jahrzehnten ist allerdings im Vergleich zum Erdalter viel zu kurz, um hundertprozentig sagen zu können, was sich da abspielt. Klar ist nur, da tut sich was.

 

Die landläufige Meinung ist, die Gletscher schmelzen aufgrund der Klimaerwärmung, die ohne Zweifel schon seit Längerem stattfindet. Doch die Entwicklung der Eismassen ist komplexer. Bis 2003 wurde sogar eine Zunahme beobachtet. Vermehrte Verdunstungen über dem Meer durch eine wärmere Atmosphäre sorgen für einen stärkeren Schneefall im nördlichen Polarkreis, was für die Verstärkung des Eispanzers, der über Grönland liegt, sorgt. Von 1992 bis 2003 hat dieser um 45 Milliarden Tonnen zugenommen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 1,8 Zentimeter. Unklar ist jedoch, wie sich diese gegensätzlichen Bewegungen auf den Meeresspiegel auswirken werden. 2012 brach ein etwa 120 Quadratkilometer großer Eisbrocken vom Grönland-Gletscher ab und wurde zum schwimmenden Eisberg, was wiederum Auswirkungen auf den Meeresspiegel hat; die Folge: mehr Wasser, mehr Schnee. Ein Kreislauf, der in den letzten zwanzig Jahren von der Wissenschaft nicht berücksichtigt wurde, kommt laut ESA zum Greifen.

„Auf den aktuellen Satellitenbildern sieht man zwar, dass sich Grönlands Gletscher in Richtung Meer bewegt, aber langsamer, als bisher angenommen.“, so Prof. Frank-Jürgen Diekmann, Flugleiter im ESA-Kontrollzentrum Darmstadt.

Große Hoffnung setzen die Wissenschaftler auf den Satelliten „CryoSat-2“, der 2010 gestartet ist und bis 2017 Daten in einer bisher unerreichten Genauigkeit liefern soll. Aus den laufenden Auswertungen erhofft man sich, der Entwicklung von Gletschergrößen und dem Anstieg des globalen Meeresspiegels einen roten Faden zu verleihen.

 

Polarverschiebung: ESA startet Beobachtungssatelliten

Spacig: Das Kontrollzentrum in Darmstadt. Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Spacig: Das Kontrollzentrum in Darmstadt. Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Die Erde befindet sich gerade im Umbruch, das ist klar. Die Meinungen, was da gerade geschieht, gehen allerdings weit auseinander. Findet ein Klimawandel statt oder nicht? Wenn ja, wie sieht der aus und was hat er für Folgen für die Menschheit sowie Fauna und Flora auf der Erde? Am besten kann man den Planeten von außerhalb beobachten. Die Weltraumorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Erdball im Auge zu behalten,damit man auf Veränderungen und eventuelle Gefahren frühzeitig reagieren kann.

In Europa arbeitet die „European Space Agency“ (ESA) mit Verwaltungssitz in Paris und operativem Zentrum im hessischen Darmstadt. Von dort werden im ESOC („European Space Operations Centre“, dt. Europäisches Raumfahrtsoperationszentrum) alle Satelliten kontrolliert und gesteuert. Gestartet werden die Trägerraketen in Kourou in Französisch-Guayana oder in im nordrussischen Plesetsk. Da die Satelliten in eine bestimmte Umlaufbahn müssen, ist es nicht möglich, diese von Mitteleuropa aus ins All zu transportieren. Um sie an die optimale Stelle in der Erdumlaufbahn zu bringen, ist entweder ein Start möglichst nah am Äquator oder in Nordpolnähe nötig.

Unter anderem zählen die Entwicklung des Ozonlochs und die Schwindung des Regenwaldes sowie die Beobachtung von menschengemachten Ölfeldern in den Ozeanen zu den Aufgaben der ESA. „Wir können allerdings die Daten über die Klimaveränderung den Entscheidungsträgern und Politikern nur zur Verfügung stellen.“, so ESA-Flugleiter Dr. Frank-Jürgen Diekmann. Was die daraus machen, läge in deren Hand.

„Swarm“ soll Magnetfeld erforschen

Am 22. November startet in Plesetsk eine Trägerrakete mit drei baugleichen Satelliten ins All. Die Mission trägt den bezeichnenden Namen „Swarm“ (dt. Schwarm) und hat die Aufgabe, die Magnetfelder der Erde zu beobachten. Hintergrund ist, dass Wissenschaftler eine Verschiebung der Magnetfelder und somit eine polare Verschiebung vermuten. Nach dem würde irgendwann der Nordpol an der Stelle des Südpols sein und umgekehrt. „Wir wissen noch nichts Konkretes, aber wir wissen, dass da etwas passiert. Deshalb starten wir diese Mission“, Diekmann, Herr über das 200 Millionen Euro-Projekt.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2005 ergab, ist eine Verschiebung längst überfällig, denn alle 300.000 bis 500.000 Jahre kommt es zu diesem Phänomen. Und jetzt sei es irgendwann wieder so weit, weiß der Flugleiter. So etwas ginge aber nicht von heute auf morgen, der Vorgang würde ein paar tausend Jahre dauern, so Diekmann weiter. Eine Kompassnadel würde dann nicht mehr nach Norden, sondern zum geographischen Süden zeigen. Wie lange eine solche Polumkehrung dauern würde und welche Folgen dies für das Leben auf der Erde haben könnte, ist noch unklar.

„Man muss sich das so vorstellen: Wissenschaftler arbeiten oft am Rande des Bekannten, deshalb kann man nie sagen, wie es ausgeht.“, weiß Diekmann, der die Flugleitung  für den Swarm-Routinebetrieb inne hat.

Neben einer Erforschung der Quellen und der Veränderlichkeit des Magnetfeldes möchten die Forscher auch herausfinden, ob das Magnetfeld in Wechselwirkung mit unserer Atmosphäre tritt und somit einen Einfluss auf unser Klima haben könnte. Wie sich das genau verhält, gilt es mit dem „Swarm“-Programm unter anderem herauszufinden.

Seit 2004 arbeitet die ESA an der Mission. Gebaut wurden die Satelliten in Friedrichshafen am Bodensee. Die unscheinbaren Würfel weisen eine Seitenlänge von etwa fünf Metern auf. Die Sonnensegel, die zur Stromversorgung dienen, sind auf der Oberfläche der Satelliten angebracht. Vor dem Start wurden im ESOC in Darmstadt alle möglichen Szenarien immer und immer wieder durchgespielt. Der Start der Trägerrakete wird direkt von Plesetsk aus kontrolliert. Sobald die Satelliten die Erdumlaufbahn erreicht haben, werden sie an die Hessen übergeben, die sie dann die nächsten Jahre steuern und die gelieferten Daten sammeln und auswerten werden. „Da darf nichts schief gehen, es hängen einfach zu viel Geld und zu viele Arbeitsplätze dran“, ist sich Dr. Diekmann der Verantwortung bewusst.

Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Foto: Michi Jo Standl/emotionpic.de

Klima in Deutschland: Vor 200 Jahren noch Eiszeit

Der Satz aus der ARD-Tagesschau „Das Wetter morgen“ ist Legende. Gerade für Landwirte ist das zukünftige Wetter von großer Bedeutung. Doch wie war das Klima in Deutschland in der Vergangenheit? Wir blicken zurück. Nicht in die vorige Woche, nicht die in die letzten zehn Jahre, nein, wir blicken 250 Millionen Jahre zurück.

Nachdem vor ungefähr 300 Millionen Jahren so etwas wie das jetzige Deutschland auf der Weltkarte erschienen und die Erde keine undefinierte Masse mehr war, machte sich das Klima daran, sich zu entwickeln. Die ersten Lebewesen, Mikroorganismen, entstanden und fristeten vorwiegend im Wasser, bis vor 251 Millionen Jahren die größte Katastrophe der Erdgeschichte eintrat und fast das gesamte Leben auslosch. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur um gerademal sechs Grad Celsius war für diesen entscheidenden Einschnitt verantwortlich. Wissenschaftler schreiben die Erwärmung verstärkten Sonnenaktivitäten zu. Der Sauerstoff in der Luft sank um weniger als die Hälfte, auch Vulkanausbrüche waren die Folge, giftiger Schwefelwasserstoff quoll aus den Meeren. Wahrscheinlich sind die Lebensformen erstickt.

Katastrophe als Chance

Als die Temperaturen allmählich wieder sanken, kehrte neues Leben auf die Erde zurück. Anfangs lurchähnliche Wesen, später Dinosaurier und die ersten Säugetiere besiedelten die Wüsten Deutschlands. Die Temperaturen waren immer noch wärmer, als heute. Die Tiere gewöhnten sich aber an die Hitze und die unwirtliche Gegend zwischen dem heutigen Bayern und dem Gebiet, wo nach den endgültigen kontinentalen Verschiebungen einmal der Nordseestrand sein sollte. Im sogenannten Erdmittelalter, das bis vor 65 Millionen Jahren dauerte, waren die Temperaturen immer noch höher als heute, die Erde war vollkommen eisfrei, so etwas wie Jahreszeiten gab es auch in Deutschland nicht. Mitteleuropa war bereits bewachsen, ein dichter Urwald bedeckte die heutige Bundesrepublik. Diese Epoche wurde mit dem Aussterben der Dinosaurier, das einerseits einem gewaltigen Vulkanausbruch im heutigen Indien und andererseits einem Meteoriteneinschlag im heutigen Mexiko zugeschrieben wird.

Auch damals schon Treibhauseffekt

Vor ungefähr 55 Millionen Jahren wurde die anhaltende Hitzewelle beendet. Man nimmt an, dass dafür durch Vulkanausbrüche freigesetztes Methan, einem starken Treibhausgas, das aus dem Meeresboden strömte, verantwortlich ist. Die Temperaturen wurden kontinuierlich kühler. Der damalige Klimawandel endete vor 2,6 Millionen Jahren in der ersten Eiszeit. Die folgenden Millionen Jahren waren mit Kalt-Warm-Phasen belegt.

Menschen lieben Wärme

Afrika gilt als „Wiege der Menschheit“. Forscher fanden heraus, dass sich die ersten Menschen aus Afrika erst auf den Weg in Richtung Europa machten, als es in Europa kontinuierlicher wärmer wurde, das war vor ungefähr 45.000 Jahren. Der Mensch konnte sich in Europa ansiedeln. Auch diese Zeit war von Kalt-Warm-Phasen durchzogen.

Aus dem Mittelalter ist, basierend auf Forschungsergebnissen, eine Warmphase bekannt, die mit der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ beendet wurde. Diese begann im 15. Jahrhundert und dauerte bis ins 19. Jahrhundert. Diese Zeit war geprägt von langen, kalten Wintern. Als Grund nimmt man wenig Sonnenaktivität an.

Kleine Eiszeit

Vom Mittelalter bis hinein ins 19. Jahrhundert war Deutschland geprägt von langen, kalten Wintern, danach wurde es wärmer.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts erleben wir eine kontinuierliche Warmphase. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur von 1910 bis 2010 beträgt gerademal 0,9 Grad Celsius, was aber langfristig, sehr langfristig auf einen Einschnitt und vielleicht auch auf eine neue Chance für die Menschheit zusteuern kann.