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Landwirte bräuchten dringend Frost

Der Wettertrend ist derzeit deutlich zu mild. Pflanzenbaubetriebe bräuchten allerdings Frost.

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Landwirte bräuchten dringend Frost. Der Grund: Wenn jetzt der Boden gefriert, können im Frühjahr die Felder mit den Landmaschinen leichter bestellt werden. “Gibt es keinen Frost, muss der Boden stärker bearbeitet werden”, erklärte Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz der Deutschen Presseagentur dpa.

Während im Winter 2016/2017 die Temperaturen flächendeckend weit unter die Nullgradgrenze sanken, gab es Anfang Dezember des vergangenen Jahres nur zwei Frostnächte. Der Frost drang tiefer in den Boden ein. “Das ersparte uns Zeit und Arbeit”, zitierte die “Welt” aus dem dpa-Interview.

Dass Frost den Boden lockert ist physikalisch zu erklären. Da Eis ein größeres Volumen hat als Wasser, werden große Erdklumpen gesprengt. Der Boden wird lockerer, man erspart sich viel Arbeit mit dem Grubber. Auch die Schlammkruste, die sich bei lehmigen Böden bildet, wird durch Frost aufgebrochen.

Blüten brauchen Kältereize

Wenn die Temperaturen so mild bleiben, wird das vor allem Auswirkungen auf das Wintergetreide haben. Denn nur mit Kältereizen kann das Getreide Blüten bilden. “Kältetechnisch befinden wir uns auf der Kante», sagte Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau ebenfalls zur dpa. Er befürchtet, dass alles unterpflügt und neu gesät werden muss, wenn in nächster Zeit kein Frost kommt.

Der Deutsche Wetterdienst macht allerdings wenig Hoffnung. Zumindestens bis Mitte Februar wird es mild bleiben. Lediglich oberhalb von 600 Metern kommt es zu leichtem Dauerfrost. Im Flachland sinken die Temperaturen nachts zwar auf knapp unter Null, tagsüber steigen sie aber in weiten Teilen auf bis zu 7 Grad Celsius.

Frostschäden: Zuwendungen lindern nur erste Not

Baden-Württemberg stuft Frost als Naturkatastrophe ein. Auch Berlin und Brandenburg sind betroffen.

frostscha%cc%88denAuch wenn Mitte dieser Woche vereinzelte Sonnenstunden den Frühling zum Frühling machen, kann es nachts noch immer zu Frost kommen. Gerade in Süd- und Südwestdeutschland hatten Obstbauern und Winzer mit enormen Frostschäden zu kämpfen. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk macht die Lage zur Chefsache.

„Die verheerenden Frostschäden im Land erfordern ein umfassendes Verwaltungshandeln. Der Beschluss der Landesregierung, den geschädigten Betrieben zu helfen, ist uns ein klarer politischer Auftrag, den wir Zug um Zug abarbeiten“, sagte der Minister vergangenen Montag. Hauptaufgabe neben der Erhebung der Schäden sei es nun, ein Verwaltungsverfahren auf den Weg zu bringen, das die für die Gewährung von Hilfen maßgebliche Rahmenrichtlinie des Bundes auf die Verhältnisse vor Ort herunterbreche.

Auch die Obstbauern in Berlin und Brandenburg müssen sich mit Frostschäden auseinandersetzen, allerdings nicht in dem Ausmaß wie im Südwesten.

Betriebe selbst verantwortlich

Obwohl die Landesregierung Baden-Württemberg den Frost offiziell zur Naturkatastrophe erklärt hat, lenkte Hauk aber auch ein: „Grundsätzlich liegt die Verantwortung für die Bewältigung von Schäden in der Landwirtschaft, wie im übrigen Wirtschaftsleben auch, beim jeweiligen Unternehmer selbst. Staatliche Zuwendungen unterstützen das Krisenmanagement geschädigter Betriebe. Uns geht es darum, die größte Not abzumildern“, erklärte der Minister. Die Gespräche, die er bislang mit der Branche geführt habe, würden dieses Bild bestätigen.

Betriebswirtschaftliche Absicherung

Mit einer hundertprozentigen Entschädigung kann man nur mit einer privaten Versicherung rechnen.  Betriebe, die eine Versicherung gegen Elementarschäden haben, sind auch gegen Frostschäden versichert. Die gvf VersicherungsMakler AG etwa bietet auf Betriebe zugeschnittene Pakete an. Die Wetterversicherung der Chemnitzer Agrarprofis glättet durch finanzielle Entschädigung bei Ernteertragsverlusten die Einnahmesituation und das Jahresergebnis bleibt kalkulierbar.

Frostschäden drohen

Wintereinbrüche nach dem warmen März gefährden Obst und Sommergerste.

apfelba%cc%88ume-winterDer warme März sorgte für einen frühen Vegetationsbeginn. Doch jetzt der Einschnitt: Frost und sogar Schneefälle in Teilen Deutschlands. Schnee im April ist zwar nicht ungewöhnlich. Doch die ungewöhnliche Folge der Kältewelle auf die für den März ungewöhnlich warmen Temperaturen lässt Obstbauern und Winzer zittern.

Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen tagsüber im einstelligen Bereich liegen, für die Nächte sind sogar Minusgrade angesagt. „Wenn die Nächte klar sind und das Thermometer auf -4 bis -6 Grad fällt, dann schädigt der Frost die Obstblüte“, sagt Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes e.V.. Derzeit blühen in den Obstanbaugebieten Apfel-, Birnen- und Kirschbäume sowie teilweise die Erdbeeren. „Wir können die Erdbeerpflanzen mit Abdeckungen schützen, aber ab -2 Grad ist auch hier das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt Jäger.

Neue Aussaat notwendig

Ähnliche Sorgen haben auch die Ackerbauern, die in den vergangenen Wochen bereits Rüben und Sommergerste ausgesät haben und bei denen die ersten Pflänzchen „aufgelaufen“ sind, das heißt wenn der junge Keim den Boden durchstoßen hat und das erste Grün auf dem Feld sichtbar ist. „Vor allem die jungen Rübenpflanzen sind sehr empfindlich“, sagt Johann Graf, Ackerbaureferent beim Bayerischen Bauernverband. Wenn die Jungpflanzen erfrieren, bleibt den Bauern nur eines: neu aussäen.

Weniger Probleme beim Spargel

Auch der Spargel war dieses Jahr früher dran. Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband (BBV) sieht aber derzeit noch keine größeren Probleme: „Die Vegetation ist heuer circa zwei Wochen früher dran. In den vergangenen Wochen war es für die Jahreszeit eher etwas zu warm – hier tritt jetzt eine Normalisierung ein“. Der Spargel wachse bei kühleren Temperaturen weiter, nur eben langsamer.

Frost und Schnee gut für Landwirtschaft

Ein extremer Winter hat auf Boden und Pflanzen positive Auswirkungen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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„Ist der Winter warm, wird der Bauer arm“, sagt eine alte Bauernregel. Von Bauernregeln kann man halten, was man möchte. Etwas überspitzt ausgedrückt ist an der Regel aber etwas dran. Denn Temperaturen unter Null machen den Boden lockerer und eine Schneedecke schützt Winterkulturen.

Die Auswirkungen auf den Boden bei frostigen Temperaturen ist einfach zu erklären: Wenn Frost in den Boden eindringt, gefriert die Feuchtigkeit. Da Eis ein größeres Volumen als Wasser hat, werden größere Erdklumpen auseinander gesprengt – der Boden wird feinkrumiger, vorher verdichtete Stellen werden durchlässiger. Auch eine oberflächliche Schlammkruste, die sich bei lehmigen Böden nach langen Regenfällen bildet, wird durch den Frost aufgebrochen, beschreibt der Bayerische Bauernverband (BBV) die positiven Auswirkungen von Frost. Felder lassen sich dadurch im Frühjahr gut bearbeiten.

„Bettdecke“ für Felder

Eine Schneedecke auf den Feldern wiederum hat eine isolierende Wirkung, vergleichbar mit einer Bettdecke. Denn Schnee ist ein schlechter Wärmeleiter. Die Schneeschicht verhindert, dass die Wärme aus tieferen Erdschichten nach oben gelangt und von der Oberfläche abstrahlt. Unter der Schneedecke können viele Pflanzen einen kalten Winter überstehen. „Für den erfolgreichen Anbau von Wintergetreide und Winterraps ist eine Schneedecke sehr wichtig, denn sie schützt das junge Getreide vor dem Erfrieren“, sagt BBV-Ackerbaureferent Anton Huber.

Darüber hinaus haben die Pflanzen selbst einen Schutzmechanismus, wie Huber erklärt: „Sie stellen ihren Stoffwechsel um. Wenn sie mehrere Abhärtungsstufen durchlaufen haben, überstehen Gerste und Raps dann in der Regel Frost bis zu minus 15 Grad, Weizen auch bis zu minus 20 Grad.“ Gleichzeitig helfe Schnee, das Wasserdefizit insbesondere in den Waldböden auszugleichen. Schaden durch den tiefen Winter nehmen dagegen Schädlinge.

Diese Auswirkungen hat Frost auf Waldbäume

Während Frost für Stadtbäume zum Desaster werden kann, haben Waldbäume ein ausgeklügeltes System gegen winterliche Temperaturen entwickelt.

Bäume in Städten reagieren meist sofort auf Wetteränderungen. So haben etwa Kirschbäume zu Weihnachten aufgrund der ungewöhnlich milden Temperaturen Blüten ausgetrieben. Genauso schnell, wie sie auf Wärme reagieren, kann auch plötzlich auftretender Frost die Bäume schädigen.

Waldbäume hingegen sind robuster. Sie zeigen ihre Pracht zwar nicht gleich, wenn die Temperaturen um ein paar Grad steigen, sind dafür aber auch nicht so anfällig bei Frost. „Die Bäume in unseren Wäldern haben nämlich eine Art natürliches Frostschutzmittel eingelagert“, erklärt Forstexperte Hanns-Christian Wagner vom Verband „Wald und Holz NRW“.

Im Herbst bereiten sich die Bäume durch den Fall der Blätter auf die kalten Wintertage vor. „Sind die Blätter weg, fällt der Baum in so etwas wie einen Winterschlaf und die empfindlichen Knospen sind von einer klebrigen Schutzschicht umgeben.“, so Wagner weiter. Vor dem Laubfall werden die Nährstoffe aus den Blättern gezogen und wieder vom Baum aufgenommen. Diese Zuckerverbindungen reichern sich in den Zellen an. Sie senken den Gefrierpunkt der Zellen, sodass sie nicht in der Kälte aufplatzen. So schützen sie den Baum vor dem Erfrieren, wie eben ein Frostschutzmittel.

Foto: Waldland Hohenroth/Friedhelm Stark

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Klima: Zum ersten Mal kein Eiswein in Deutschland

Durch das veränderte Klima konnte 2019 zum ersten Mal kein einziger deutscher Winzer Eiswein produzieren. Continue reading

Klimawandel: Sibirien schmilzt und die Welt mit

Wissenschaftler warnen vor einem Dominoeffekt: Wegen des Klimawandels schmilzt der globale Permafrost. Dadurch werden immense Mengen CO2 freigesetzt.
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Beunruhigendes Wetterphänomen in Grönland

Ein dänisches Forscherteam hat ein Wetterphänomen beobachtet, das schlimme Folgen für Lebewesen hat.

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Foto: Thomas Ritter/pixabay.com (Symbolbild)

Wie merkur.de berichtet, hat ein dänisches Forscherteam in Grönland bereits 2018 beobachtet, dass es im Winter so stark geschneit hatte, dass der Schnee über den Sommer liegen blieb. Das Wetterphänomen bereitet den Wissenschaftlern der Universität Aarhus Sorgen. Obwohl die Durchschnittstemperatur auf der Insel im Sommer gerade mal 6 Grad beträgt, ist das dennoch ungewöhnlich. Trotz der verhältnismäßig niedrigen Temperaturen gibt es in Grönland eine große Artenvielfalt. Die Tier- und Pflanzenwelt hat sich den Bedingungen angepasst.

Wetterphänomen hat katastrophale Folgen

Die Tiere hatten sich im Laufe der Evolution so an die Umgebung angepasst, dass sie sich auch bei den Sommertemperaturen, die in Europa im Dezember normal sind, vermehren können. Doch die sommerliche Schneedecke verhinderte das. Sowohl Tiere als auch Pflanzen in der Region konnten sich 2018 nicht vermehren. „Ergebnis war das größte reproduktive Scheitern eines Ökosystems, das in den 20 Jahren seit Beginn der Messungen aufgetreten ist“, zitiert merkur.de die Forscher. Infolge brach die komplette Nahrungskette zusammen. Erst im Spätsommer taute der Schnee. Vögel schlüpften deswegen später. Im Herbst setzt allerdings schon wieder der Frost ein. Das bedeutet, dass sie nicht genug Zeit haben, heranzuwachsen.

Folge des Klimawandels

Auf den ersten Blick widerspricht Schnee im Sommer den Erkenntnissen zur Erderwärmung. Doch die Forscher sehen in dem Beobachteten einen Ausblick, auf das was uns erwartet, wenn die Erderwärmung nicht gestoppt wird. Denn der Klimawandel bringt nicht nur steigende Temperaturen mit sich. Durch die komplizierten atmosphärischen Vorgänge, wie eine Veränderung des Wetterphänomens El Niño, muss man auch mit anderen Auswirkungen, wie extremen und unvorhersehbaren Niederschlägen und Stürmen, rechnen.

Faktencheck: Wie der Klimawandel die Welt verändert

Über die Folgen des Klimawandels wird viel gesprochen und geschrieben. Ein Meteorologe hat in einem Video die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Foto: pixabay

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Gletscherschmelze, Waldsterben, Versauerung der Meere: Der Klimawandel verändert die Natur massiv. Wie die Veränderungen aussehen und warum es sie gibt, fasste der Meteorologe Paul Heger für das Portal wetter.com in einem Video zusammen.

Verschiebung der Vegetationszonen

Die Vegetationszonen orientieren sich neben den Niederschlagsmengen hauptsächlich an den durchschnittlichen Temperaturen und an den Extremwerten. Diese verändern sich immer mehr. Das hat zur Folge, dass in Deutschland teils schon mediterrane Verhältnisse herrschen und das Klima bis zum Polarkreis rutscht. Durch die Wärme tauen die Permafrostböden auf, was die Landschaft stark verändert. Es entstehen Seen, die Bäume verlieren ihren Halt, Orte drohen abzusacken. Zudem dringt das Treibhausgas Methan an die Oberfläche, das um ein Vielfaches stärker wirkt als Kohlendioxid.

Klimawandel in der Arktis beschleunigt sich selbst

In den Polarregionen brechen im Sommerhalbjahr immer wieder starke Brände aus, wodurch zusätzliche Treibhausgase freigesetzt werden. Dazu kommt, dass weiter nördlich das Polareis immer schneller schmilzt. In schon wenigen Jahren könnte der Nordpol im Sommer eisfrei sein. Auch das gigantische Eisschild von Grönland taut so schnell wie noch nie. Das Schmelzwasser gelangt als zusätzliches Süßwasser ins Meer und erhöht somit den Meeresspiegel.

Klimawandel in den Alpen macht Berge instabil

In den Alpen tauen die Gletscher so stark, dass sie in 80 Jahren größtenteils verschwunden sein werden. Das hat weitreichende Folgen. Zum einen fehlt den Bergen der Halt durch die Last der Gletscher. Zudem taut der Permafrost innerhalb der Berge, wie beispielsweise im Gestein der Zugspitze. Das kann schwere Fels- und Bergstürze verursachen. Zum anderen halten Gletscher bei Starkregen Wasser zurück und wirken wie ein Schwamm. Fehlt dieser, führt dies zu Sturzfluten und Schlammlawinen. Außerdem begünstigen kleinere oder fehlende Gletscher Dürren, weil das normale Schmelzwasser im Sommer ausbleibt, um in Trockenphasen Flüsse kontinuierlich zu versorgen.

Klimawandel begünstigt Waldsterben

Dürren und Hitze belasten Wälder immens. Die Schäden bei uns in Deutschland haben dramatische Ausmaße erreicht. Gleichzeitig werden die Wälder durch eine steigende Zahl an Schädlingen und Pilzen belastet, die sich in den warmen Monaten wohlfühlen und die milden Winter besser überdauern. Hinzu kommen neue Arten aus südlicheren Regionen.

Meere werden sauer

Lebewesen im Wasser stehen vor anderen Herausforderungen. Der höhere CO2-Gehalt in der Luft verändert die Chemie des Wassers, denn das nimmt Kohlendioxid auf und verwandelt es in Kohlensäure. Darunter leiden besonders Korallen. Bis zum Ende des Jahrhunderts werden 99 Prozent der Korallenriffe wahrscheinlich so stark beschädigt sein, dass sie sterben. Dagegen vermehren sich die Cyanobakterien explosionsartig. Hier spielt neben der Überdüngung der Meere auch die höhere Wassertemperatur eine Rolle. Bei der Zersetzung der Algen wird der Sauerstoffgehalt gesenkt und das wird zum Problem für Fische. Darüber hinaus beginnen Fischschwärme auch aufgrund des Temperaturanstiegs polwärts in kältere Gewässer zu wandern. Die Wanderung könnte aber bald ein Ende haben, wenn es auch im Nordpolarmeer zu warm wird.

Die Folgen des Klimawandels in heimischen Gewässern

Auch vor unserer Haustüre erleben wir die Veränderung der Wasserwelt besonders im Sommer. Während Blaualgen Teile der Badeseen zur Verbotszone machen, sorgen wärmer werdendes Wasser und sinkender Sauerstoffgehalt für ein massenhaftes Fischsterben. Auch Industrie und Wirtschaft spüren die Veränderung. Kraftwerke und Fabriken haben nicht genug Kühlwasser, die Binnenschifffahrt wird durch niedrige Pegel stark eingeschränkt, der Grundwasserspiegel sinkt.

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.