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Trockenheit: Lösungen gegen die Folgen von Dürre

Vier Forscher präsentieren Lösungsansätze gegen die Folgen von immer häufiger auftretender Trockenheit.
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Deshalb verstärkt der warme Frühling die Sommerdürre

Durch die frühe Vegetation im Frühling fehlt im Sommer das Wasser, das die Pflanzen so dringend brauchen würden.

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Keine Dürrehilfen? FDP macht anderen Vorschlag

Die Liberalen sehen in den Dürrehilfen kein geeignetes Instrument, um Landwirten zu helfen. Die Fraktion fordert von der Bundesregierung, sogenanntes Cloud-Seeing zu fördern.
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Dürre: Deshalb sind manche Regionen Deutschlands stärker gefährdet

Der Regen in den vergangenen Wochen ist zu wenig für die Böden. Doch nicht alle Regionen sind gleich gefährdet, von Dürre betroffen zu sein.

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Die trockenen Jahre 2018 und 2019 sind noch gut in Erinnerung. Der Sommer 2018 ist die trockenste Periode seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wetterexperten warnen vor erneuter Dürre in diesem Jahr, doch der Boden hat sich in manchen Regionen noch nicht von den heißen letzten beiden Jahren erholt. 

Humus speichert mehr Wasser

Nicht jeder Boden reagiert auf Trockenphasen gleich. Es kommt auf die Beschaffenheit des Bodens an. Lehmige Böden speichern Wasser besser als sandige. Entscheidend ist auch, wie viel Humus das Erdreich enthält. Humus kann ebenfalls viel Wasser speichern. Von Dürre betroffen sind auch sogenannte flachgründige Böden. Bei diesen ist nur eine dünne Erddecke oberhalb der Gesteinsschicht. Diese Beschaffenheit findet man meistens auf Grünlandstandorten in Hügel- und Mittelgebirgslagen.

Dürre unterschiedlich ausgeprägt

Nicht nur Hitze im Sommer führt zu Dürre. Auch Regenmangel im Winter und im Frühjahr wirken sich aus. Der Boden ist auf gleichmäßige regelmäßige Bewässerung über das ganze Jahr angewiesen. Die zunehmende Starkregenereignisse sind kontraproduktiv. Obwohl die Wetterlagen deutschlandweit derzeit unterschiedlich sind und es auch zu Regenereignissen kommt, ist das zu wenig. Doch die Böden haben unterschiedliche Ansprüche. In sandhaltige Böden kann Wasser zwar schnell eindringen, verdunstet aber auch schnell wieder. Erdreich mit viel Lehm hingegen kann Wasser speichern. Große Teile Ostdeutschlands, wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie Ostbayern bestehen aus sandigen Böden. Das heißt, dort ist die Erde auf mehr Wasser angewiesen, um Pflanzen versorgen zu können. Lehm- und Tonböden findet man eher im Westen Deutschlands. Diese sind weniger anfällig für Trockenphasen.

Eine Übersichtskarte zu den Bodenbeschaffenheiten in Deutschland kann man auf der Internetseite des Umweltbundesamtes als PDF abrufen.

Welthunger: Dürreperioden sind ernst zu nehmen

Wissenschaftler befürchten, dass der Welthunger nicht eingedämmt werden kann, auch wenn der Klimawandel sofort gestoppt werden würde.

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Falls die weltweiten Treibhausgasemissionen weiterhin unvermindert ansteigen, könnte das Risiko für extreme Dürreperioden, die zentrale Weizenanbaugebiete gleichzeitig treffen, auf das drei- bis vierfache ansteigen. Dieses Szenario haben Wissenschaftler in einer internationalen Studie bis zum Ende des Jahrhunderts prognostiziert. Das kann weitere Auswirkungen auf den Welthunger haben. Beteiligt waren auch Forscher der Uni Göttingen. Selbst bei einer deutlichen Reduktion der CO2- und anderen Treibhausgasemissionen werde sich das Risiko verdoppeln, schreiben die Autoren in der Fachzeitschrift “Science Advances”.

Welthunger wird nicht eliminiert werden

In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es bereits extreme Dürreperioden, die die Getreideproduktion in den zentralen Anbaugebieten beeinträchtigt haben. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass deren gleichzeitiges Auftreten ein wesentlicher Grund für die Verknappung und Verteuerung von Weizen und darauf basierender Lebensmittel war. „Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass solche Ereignisse gleichzeitig passieren, aufgrund des Klimawandels weiter zunimmt, hat das deutliche Auswirkungen auf das zweite Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen, den Hunger in der Welt bis 2030 zu eliminieren“, erläutert der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Reimund P. Rötter von der Universität Göttingen.

Ist es zu spät?

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gingen in ihrer Studie drei Fragen nach:

→ Wie wahrscheinlich ist es, dass extreme Trockenheit in wichtigen Weizenanbaugebieten in Zukunft gleichzeitig auftritt?

→ Gibt es einen Zusammenhang zwischen zeitgleich auftretenden Dürreperioden und dem Weltmarktpreis für Weizen?

→ In welchem Maße und unter welchen Umständen lassen sich diese Risiken abmildern?

Das Fazit der Forscher: Selbst wenn die Treibhausgasemissionen entsprechend des Pariser Klimaabkommens reduziert würden und das Risiko für Dürreperioden dadurch halbiert werden könnte, stellen die zu erwartenden künftigen Ertragsrisiken Pflanzenzüchter, Agronomen, Getreidebauern und politische Entscheidungsträger vor erhebliche Herausforderungen. „Manchen Erzeugern wird die Anpassung an künftige Umweltbedingungen gelingen, anderen werden wissenschaftliche Durchbrüche helfen, wieder andere müssen sich auf andere Arten der Landnutzung einstellen“, erläutert Rötter.

Pacht: Preise bleiben wegen Dürre nur teilweise stabil

Laut Schätzungen des Agrarministeriums haben sich die Pachtpreise in Sachsen-Anhalt aufgrund des trockenen Sommers 2018 stabilisiert. Das betrifft allerdings nur einige Regionen, denn praktische Erfahrungen von Landwirten zeigen eine steigende Entwicklung.

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Der trockene Sommer im vergangenen Jahr hat Auswirkungen auf die Pachtpreise für Acker- und Grünland. Das schätzt laut dem Informationsportal “Proplanta” das Agrarministerium Sachsen-Anhalt ein. Die Preise seien stabil. “Insgesamt hat die Dürre den Preisanstieg auf dem Pachtmarkt gedämpft”, so Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Grüne). Sie lenkt aber ein, dass in einigen Landkreisen die Preise für die Pacht trotzdem gestiegen seien. Auch in der Praxis zeigt sich, dass vielerorts die Pachtpreise in die Höhe gegangen sind, wie Landwirte die-wetterversicherung.de gegenüber berichteten.

Flächen und Preise online abrufen

Auf der Internetseite des Ministeriums können die Pachtpreisinformationen 2018 detailliert abgerufen werden. Für jeden Landkreis sind der Umfang der Pachtverträge in Hektar und die durchschnittlichen Pachtpreise ausgewiesen. Dabei wird nach Acker- und Grünland sowie nach verschiedenen Bodenkennzahlen unterschieden.

Agrarministerium: Pacht für landeseigene Flächen wird nicht erhöht

Dem Landwirtschaftsministerium zufolge können sich Betriebe, die ihre Flächen von der Landgesellschaft gepachtet haben, weiterhin auf stabile Preise einstellen. Man habe sich mit dem Finanzministerium darauf verständigt, die Preise zum Beginn des nächsten Pachtjahres am 1. Oktober 2019 nicht zu erhöhen.

Dürre: Mecklenburg-Vorpommern berechnet Hilfszahlungen neu

In Mecklenburg-Vorpommern werden Schäden durch die Dürre nicht mit den Erlösen aus der Tierhaltung gegengerechnet. Das Agrarministerium nimmt dieses Angebot des Bundes wahr. Um bisher benachteiligten Landwirten mehr Zeit zu geben, wurde die Frist verlängert.

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Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass landwirtschaftliche Betriebe ihre Erlöse aus der Tierhaltung nicht den Schäden durch die Dürre im Ackerbau aufrechnen müssen. Die Gegenrechnung führte in vielen Fällen zu einer Verringerung des errechneten Schadens. Die Auszahlung war entsprechend gering. Verpflichtend ist die Entscheidung für die einzelnen Länder nicht. Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern nimmt das Angebot des Bundes wahr.

Er sei froh, dass der Bund erkannt habe, dass insbesondere rinderhaltende Betriebe von den Hilfsmaßnahmen nur wenig profitierten, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Die Betriebe mussten teilweise sogar die Viehbestände reduzieren.

Hilfen werden neu berechnet

Für die Landwirte bedeutet das, dass bei der Antragsbearbeitung jetzt nur die witterungsbedingten Schäden aus der Tierhaltung betrachtet werden, die durch die Dürre entstanden sind. Die Erlöse spielen dabei keine Rolle.

Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin prüft nun, inwieweit die derzeit vorliegenden Anträge ausreichen, um die Schäden neu zu berechnen. Zudem wird die Antragsfrist verlängert. Landwirte, die aufgrund der bisherigen Schadensbetrachtung herausgefallen waren, können so ihren Antrag noch stellen.

Anträge können noch bis zum 30. November beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg gestellt werden. Inwieweit eine Auszahlung von Vorschüssen für die Neuanträge in diesem Jahr möglich sei, hänge von der Anzahl der dann noch zu bearbeitenden Anträge ab, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.

Dürre: In Österreich erster See komplett ausgetrocknet

Die Dürre fordert auch die österreichische Natur heraus. Nicht nur landwirtschaftliche Schäden sind zu beklagen. Das Wasser ist so knapp, dass bereits ein See komplett ausgetrocknet ist.

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So sieht der berühmte Spiegelsee in Österreich nicht mehr aus. Foto: photoflorenzo/Adobe Stock

Der Mittersee, auch Spiegelsee genannt, ist einer von drei Seen im österreichischen Dachsteingebirge. Die Gebirgsseen sind ein beliebtes Ziel für Bergwanderer. Spiegelsee deshalb, weil sich bei Windstille darin das Dachsteinmassiv spiegelt. Doch wer jetzt die 1.700 Meter erklimmt, wird auf das Naturschauspiel verzichten müssen. Der Spiegelsee ist der erste See in Österreich, der aufgrund der diesjährigen Hitzewelle zur Gänze ausgetrocknet ist – eine augenscheinliche Auswirkung der Dürre!

Wasserstand der Donau wegen Dürre um die Hälfte zurückgegangen

Der Spiegelsee ist ein prominentes Beispiel für den Wassermangel aufgrund der Trockenheit nach der Sommerhitze. Der Neusiedler See im östlichsten Bundesland, dem Burgenland, ist nach dem ungarischen Plattensee der zweitgrößte Steppensee Europas. Die ohnehin schon geringe Tiefe von maximal zwei Metern ist noch einmal um 14 Zentimeter gesunken, wie wetter.at berichtet. Christian Labut von der Abteilung Hydrologie der Landesregierung Niederösterreich beschreibt gegenüber dem Internetportal den Zustand der Donau: „In Niederösterreich fließt nur 41 Prozent der üblichen Menge an Wasser.” In der Folge ist die Schifffahrt eingeschränkt, die Fische sind gefährdet.

Auch das Trinkwasser wird knapp. Hausbrunnen sind versiegt. Wie wetter.at weiter berichtet, musste im Salzburger Land vergangene Woche die Feuerwehr Bauernhöfe mit Wasser aus dem Container versorgen.

Wie der Spiegelsee jetzt aussieht, sieht man hier.

Dürre gefährdet auch Wintergetreide

Die Dürre im Sommer hat Nachwirkunen. Immer noch ausgetrocknete Böden lassen Landwirte um die Ernte des kommenden Jahre bangen.

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Foto: pixabay

Wanderer freuen sich über einen goldenen Oktober. Das was für die Genießer des schönen Wetters wunderbar ist, macht Landwirten Kopfzerbrechen. Die Trockenheit durch die Hitzewelle hat die Böden ausgetrocknet. Und es fehlt immer noch Regen. Die Aussaat des Wintergetreides ist gefährdet und somit die Ernte des kommenden Jahres, wie wetteronline.de berichtet. In Sachsen zum Beispiel sei die Getreideernte im Durchschnitt 10 bis 20 Prozent geringer ausgefallen als im Mittel der Vorjahres, so das Internetportal. Auch wenn sich das Wetter schon im September auf mitteleuropäische Verhältnisse eingependelt hat, der so wichtige Regen ist nicht in Aussicht. Wasserreserven sind im Boden kaum vorhanden.

Raps-Betriebe verzichten auf Aussaat

Im Osten haben viele Raps-Betriebe auf die Aussaat ganz verzichtet, schreibt wetteronline.de weiter. Betroffen seien vor allem Gegenden mit leichten, sandigen Böden. Der Pegel der Elbe in Dresden liege aktuell bei gut 60 Zentimeter. Der Normalstand wären zwei Meter. Zum Wassermangel kommen mehr Schädlinge, wie Blattläuse, Kohlfliegen und Borkenkäfer.

Ähnlich wie im Rekordsommer 2003

wetteronline.de zieht einen Verleicht zum Rekordsommer 2003. Der Wassermangel betrifft nicht nur Ostdeutschland, sondern fast die ganze Bundesrepublik. An der Elbe sind teilweise sogar Brunnen komplett ausgetrocknet.

Durch Dürre mehr CO2 in der Luft

Pflanzen reduzieren bei Dürre ihre Aktivität, der CO2-Austausch wird gemindert – ein bisher unbekannter Faktor in der Klimaforschung.

Foto: pixabay

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Mitteleuropa wurde dieses Jahr durch eine ungewöhnlich starke und lange Hitzeperiode heimgesucht. Die Folgen sind nicht nur Milliardenschäden in der Landwirtschaft und Stress für die Ökosysteme. Wissenschaftler, unter anderem der ETH Zürich, haben festgestellt, dass durch die Dürre auch die CO2-Konzentration in der Luft ansteigt. Experten bringen die vermehrten Hitzewellen mit dem Klimawandel in Verbindung – also ein Teufelskreis für das Klima.

Pflanzen reduzieren Aktivität

Pflanzen reduzieren ihre Aktivität, wenn durch Trockenzeit der Boden austrocknet. Sie sparen so Wasser, um ihr Gewebe zu erhalten. In der Folge können sie kein Kohlendioxid mehr aus der Umgebungsluft abscheiden und es verbleibt mehr in der Luft. In trockenen Jahren steige also die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre schneller an, erklärt der Autor auf der Website des Deutschen Hochschulverbandes weiter. Weltweit sei dieser Effekt ausgeprägter als bisher angenommen.

Satelliten können Dürre messen

Des weiteren beschreiben die Forscher in der Studie die Möglichkeit, mit Satelliten die Verfügbarkeit von Wasser sehr genau zu messen. Pflanzen können dank ihrer Wurzeln auch Wasser aus tiefen Bodenregionen erreichen. Herkömmliche Satelliten sehen aber nur, was an der Oberfläche passiert. Sie können Ressourcen für die Wasserversorgung der Pflanzen in tiefen Bereichen nicht messen. Seit einigen Jahren wird eine neuartige Satellitenmission verwendet, um extrem kleine Veränderungen im Schwerefeld der Erde festzustellen. Veränderungen in der Wasserspeicherung verursachen genau solche kleinen Störungen des Gravitationsfeldes.

Wenn es in einer bestimmten Region eine große Dürre gibt, ist die Wassermasse dort geringer und die Schwerkraft in dieser Region etwas schwächer. Solche Schwankungen sind so klein, dass sie für den Menschen nicht wahrnehmbar sind. Aber mit Satellitenmessungen ist man jetzt in der Lage, größere Veränderungen in der Wassermasse mit einer Genauigkeit von etwa vier Zentimetern überall auf dem Planeten abzuschätzen. Dank dieser neuen Satellitenbeobachtungen können die Wissenschaftler den globalen Einfluss von Dürren auf die Nettokohlenstoffaufnahme der Ökosysteme messen. Der Faktor kann jetzt in die Klimaforschung miteinbezogen werden.